AGM, Action gains Memory, will in der Nische der Outdoor Smartphones mitmischen und bringt sein X1 auf den Markt. Die europäische Version mit Band 20 liegt uns vor und ist bereit für den Test! In China war es bereits Bestseller unter den Outdoor Phones, kein Wunder bei der Hardwareausstattung. Das X1 ist mit einem großen 5,5 Zoll Display, einem 5400mAh Akku und einem Snapdragon 617 ausgestattet. Besonderheiten sind die Dual Kamera, 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz sowie ein Fingerabdrucksensor – schafft das AGM X1 den Spagat zum Alltagshandy? Wie auch das Nomu S30 versucht es einen Mittelweg zwischen Benutzerfreundlichkeit und Outdoor Smartphone einzuschlagen. Und was wir uns immer noch fragen: Wie kommt ein Marktneuling wie AGM an einen Snapdragon Prozessor? Das X1 hat mich jetzt 2 Wochen im Alltag begleitet und meine Erfahrungen findet ihr in diesem ausführlichen Bericht.

Design und Verarbeitung

Das AGM X1 ist aus der Produktpalette des Herstellers das Handy mit dem dezentesten Design. Mit seinen 210 Gramm befindet es sich noch im alltagstauglichen Gewichtsbereich, auch die Außenmaße 163.5 x 79 x 12 mm gehen in Ordnung. Bei mir passt es zwar in jede Hosentasche, die Bedienung mit einer Hand wird allerdings schon zur Herausforderung.

Das Design des AGM X1 folgt der Linie des klassischen Barrendesigns mit einer edel gestalteten Vorderseite. Auch eine Benachrichtigungs-LED ist eingebaut. Der Outdoor Schutz wirkt beim X1 wie eine Hülle um das Smartphone. Die Rückseite ist ebenfalls nicht völlig übertrieben konzipiert, wie bei anderen Outdoorphones. Sie besteht aus gummiertem Polymer, was der Griffigkeit zugunsten kommt. Die Schrauben auf der Rückseite, die Kamera mit bronzener Fassung und das AGM Logo im Dreieck Stil lassen das AGM X1 edel und rustikal gleichzeitig aussehen – sehr gelungen, wie ich finde!

Design ist Geschmackssache und jedem selbst überlassen, aber meiner Meinung nach ist es noch schick und schlicht genug für den alltäglichen Gebrauch. Sowohl der unterliegende Kopfhörer und Micro-USB Anschluss als auch der Schlitten für SIM und Speicherkarte sind durch Kunststoffabdeckungen geschützt. Diese lassen sich gut mit dem Fingernagel öffnen – der Eindruck, dass diese sich von alleine lösen könnten, ist unbegründet.

Der SIM Card Schlitten, lässt sich mit einer Micro- und einer Nano-Simkarte bestücken, der Platz der nanoSIM kann aber auch für eine microSD Speicherkarte genutzt und der Speicherplatz somit um bis zu 128 GB aufgestockt werden. Auch der Klinken-Anschluss funktioniert problemlos, angewinkelte Stecker passen gut in das AGM, ebenso passen auch normale microUSB Stecker. Probleme wie bei Blackview mit den tief sitzenden Anschlüssen gibt es hier also nicht.

Die Verarbeitungsqualität geht für ein Outdoor Smartphone voll in Ordnung! Große Spaltmaße oder scharfe Kanten sind am X1 nicht zu finden. Auch die Materialanmutung sticht nicht negativ hervor. Besonderes Lob verdienen sämtliche Tasten am Smartphone! Auf der Vorderseite findet man 3 unbeleuchtete Sensortasten, wobei der Home-Button, der gleichzeitig als Fingerabdrucksensor fungiert, keinen Hub besitzt. Allerdings hat AGM hier gut mitgedacht: Dies dient, zum einen, dem Schutz vor Dreck und Wasser, zum anderen ist er so programmiert, dass er nicht bei der kleinsten Berührung ausgelöst wird. Der Fingerabdrucksensor kommt von außer Haus, es handelt sich um Sweden FPC Waterproof Fingerprint Identification und funktioniert extrem gut. Im Test klappte es direkt bei 9 von 10 Versuchen – bei trockenem Bildschirm und Fingern. Bei Nässe gibt es dann schon mehr Probleme, hier hilft meistens nur noch Abwischen. Auch die Seitentasten punkten im Test, der Druckpunkt ist knackig und sie sind sehr angenehm zu drücken.

Outdoor-Tauglichkeit des AGM X1

Das X1 wurde als Outdoor Smartphone konzipiert und ist mit IP 68 zertifiziert, also höchster Schutz vor Eindringen von Staub und Dreck, außerdem ist es vor Wasser mit bis zu 1,5m Tiefe ca. 30 Minuten lang geschützt. Auch beim Design des Smartphones hat AGM gut mitgedacht und für Schutz gesorgt.

Der Rahmen ist ausreichend stabil und federt Stürze aus 1,5m Höhe auf Parket und Fließen ohne weiteres ab, wie wir im Test mehrmals feststellen duften. Dieser ragt auch um 1mm über das Display hinaus und schützt dieses beim Sturz. Wenn es unglücklich landet, kann es aber trotzdem brechen. Dagegen wird es aber außerdem noch durch das Gorilla 3 Glas geschützt.

Die IP68 Zertifizierung schützt das Smartphone vor einer Wassertiefe von 1,5m ganze 30min lang. Einen Tauchgang in der Spüle hat es ohne weiteres überstanden, nur der Lautsprecher brauchte ein paar Minuten, bis er wieder einwandfrei funktionierte.

Eine Schwachstelle ist uns im Test jedoch aufgefallen! Das AGM X1 hört sich leicht hohl an, wenn man auf die Rückseite klopft bzw. stärker auf das Display tippt, und damit weniger wertig – aber ein höherer Outdoor Schutz würde auch ein weniger nutzerfreundliches Design bedeuten. Ansonsten macht das AGM X1 seinem Titel alle Ehre und erfüllt seine Vorgaben als Outdoorsmartphone.

AGM stattet das X1 mit zahlreichen Sensoren aus, wodurch das Smartphone zum digitalen Schweizer Taschenmesser wird! Die Funktionen lassen sich einfach über die vorinstallierte App, „Outdoor Tools“, nutzen. Leider läuft diese auf Chinesisch, außer ihr stellt die Systemsprache auf Englisch um, nur dann bekommt ihr die App ins Englische übersetzt. Die App bietet einen Kompass, eine Wasserwaage, einen digitalen Maßstab sowie Funktionen mit der Kamera, wie: Lupe, Pendel sowie Winkelbestimmung. Des Weiteren könnt ihr einen Notruf/SOS Signal absetzen und euch über Lawinen oder andere extreme Umweltfaktoren informieren lassen. Das Tool von AGM ist vor allem im Outdoor-Einsatz oder unterwegs ziemlich nützlich und mehr als eine nette Dreingabe.

Außer dem X1 findet ihr im schwarzen Karton noch ein Netzteil, allerdings ohne Quickcharge 3.0, und ein microUSB Kabel im auffälligen Orange. Eine Displayschutzfolie und Schnellanleitung liegen ebenso bei.

Display

Das AGM bietet ein 5,5 Zoll Display mit Full HD Auflösung und 401 Pixel pro Zoll. Die Super AMOLED Technologie wird von Samsung geliefert und sie bringt satte Farben, scharfe Kontraste und eine gute Blickwinkelstabilität mit sich. Die Farbtemperatur ist eher warm und lässt sich auch nicht in den Einstellungen anpassen.

Der Helligkeitssensor darf die Displayhelligkeit automatisch steuern, wobei diese insgesamt heller sein dürfte. Das Ablesen unter Sonneneinstrahlung funktioniert, dank der „sunlight visual technology“, trotzdem zuverlässig. Geschützt wird es mit Gorilla Glas 3 und erhält 10 Punkte im Test. Der einzige Nachteil, der den Outdoor Qualitäten geschuldet ist, liegt im Abstand zwischen Rahmen und Display, hier ist der Bedienkomfort bei normalen Smartphones besser.

Leistung

Zum Highlight des X1: Richtig fette Leistung in einem Outdoor Smartphone! AGM hat hierfür einen Snapdragon 617 verbaut. Der 8 Kerner taktet mit 1.5GHz und wird von einer Adreno 405 unterstützt. Dazu gesellen sich noch 4GB RAM sowie 64GB Speicherplatz. Das ist mal ein Brett für ein Outdoor Handy!

Im normalen Betrieb sind Ruckler nie vorhanden und auch Apps starten ohne merkliche Wartezeiten. Der Antutu Score von knapp 46.000 reißt nicht gerade Bäume aus, für ein Outdoor Smartphone ist es hingegen eine Hausnummer. Der RAM ist 5 GB/S schnell und der interne Speicher erreicht 201 MB/s & 195 MB/s beim Lesen/Schreiben. Unter Last steigt die Temperatur auf 38 Grad, davon spürt ihr aber nichts durch das dicke Gehäuse.

Wie die Benchmarks zeigen, taugt das AGM X1 zu mehr als nur zum E-Mails checken, selbst Asphalt 8 läuft gut auf höchsten Grafikeinstellungen. Die 4GB RAM, von denen 2GB im Idle zur Verfügung stehen, lohnen sich im Betrieb und auch 64GB Speicher sind angemessen.

Android

Das AGM X1 wird seltsamerweise nur mit Android 5.1 beliefert, aber bereits bestätigt ist, dass Android 7 am 7. Mai 2017 weltweit ausgerollt wird. Leider nur per manueller Installation, OTA Updates gibt es von AGM zwar, der Sprung von Android 5.1 auf 7 dürfte dennoch vermutlich zu groß sein.

Das etwas veraltete Betriebssystem funktioniert auf dem AGM X1 dafür einwandfrei. Es läuft absolut stabil, sehr schnell und flüssig. Die Oberfläche bleibt dagegen fast original, einzig die Übersicht aller Apps wurde verändert. In den Einstellungen finden sich zusätzliche Menüpunkte: Die Buttons, die sich frei konfigurieren lassen, und eine Blacklist zum Blockieren von Nummern sind die Nützlichsten.

Die 4 vorinstallierten Apps sind ärgerlich, vor allem, da sie sich nicht so einfach entfernen lassen: ein File Manager, der zumindest ordentlich funktioniert, ein Schnellzugriff auf den mobilen Hotspot, ein Diktiergerät sowie eine App zum Abspielen und Anzeigen der gespeicherten Videos.

Kamera

Bei der Kamera feiert der Trend der Dual Kameras Premiere in einem Outdoor Smartphone. Die 13 Megapixel Kamera verrichtet ihren Test hervorragend, wobei die größere Linse das Bild, mit einer Blende von F2.2, aufnimmt und die kleine Linse, mit 5mp, die Tiefenschärfe speichert. So könnt ihr im Dual Mode im Nachhinein die Bilder recht hübsch und simpel in Szene setzen und allerlei Spielereien mit der Dual Kamera vornehmen. Generell entstehen hier auch die schönsten Bilder, egal bei welchem Motiv oder welcher Szenerie. Des Weiteren spendiert AGM dem X1 eine sehr gute Kamera App, mit den Modi Panorama, dem genannten Dual Modus, einer Video-Funktion, einem Automatik Modus und der Möglichkeit, in den Pro Modus zu wechseln. Letzterer hilft ungemein bei mangelnder Helligkeit, ansonsten kurbelt der Automatik Modus den ISO Wert in die Höhe, woraufhin das Bild deutlich rauscht. Der Autofokus arbeitet blitzschnell und der Blitz ist bei Nahaufnahmen zu gebrauchen. Überzeugt euch selbst von den Fotos! Die Kamera schlechthin unter Smartphones ist die des X1 nicht, dennoch ersetzte sie bei mir häufig den Griff zur Digitalkamera und lieferte gute Ergebnisse ab.

 

Kommunikation und Konnektivität

Das AGM X1 kommt mit allen nötigen Standards daher, auch das in Deutschland wichtige LTE Band 20 ist dabei. Der Empfang ist richtig stark und hat mich nie im Stich gelassen! Selbst im S-Bahn-Tunnel in Frankfurt am Main, wo andere Smartphones maximal Edge bekommen, surft man mit dem X1 munter weiter. Dafür zieht das Signal im Standby auch mehr am Akku.

Das GPS ist darauf ausgelegt, euch überall sicher den Weg zu zeigen: GPS, A-GPS (schnellere Positionsbestimmung), GLONASS (nördliche Breitengrade) und BDS (asiatisch-pazifischer Raum) helfen euch dabei und funktionieren tadellos. Auch ein Kompass zur Fußgängernavigation ist vorhanden. In nahe Netze kommt ihr via Bluetooth 4.0 sowie Wifi mit 2.4 & 5 GHz. Auch NFC ist verbaut.

Akkulaufzeit

Das X1 kriegt von AGM einen fetten 5400mhA Akku mit Quick Charge 3.0 spendiert! Wir haben die Kapazität nachgemessen und können die Herstellerangabe bestätigen. So kommt das Outdoor Smartphone im PCMark Akku-Test auf 10,5 Stunden, und das Versprechen seitens AGM, „Akku für ein ganzes Wochenende“ können wir bestätigen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass das AGM hier noch weit unter seinem Potential liegt. So bringt es das Redmi Note 4 mit einem etwas kleineren 4100mAh Akku auf ganze 16 Stunden Laufzeit. Wenngleich noch Luft nach Oben da ist, überzeugt die Akkupower bei normaler Nutzung durchaus. Ein Full HD Youtube Video von 60min verbaucht 9% des Akkus bei mittlerer Bildschirmhelligkeit. Der Prozessor verrichtet seine Arbeit sehr sparsam, auch das Display zieht nicht viel Strom. Einzig der Telefon-Empfang belastet den Akku überdurchschnittlich – bei so einem enormen Empfang aber kein Wunder.

Da AGM Quickcharge 3 spendiert hat, ist der riesige Akku fix wieder geladen:

Original-Netzteil 2:00 – 75% 2:30 – 90% 3:40 – 100%
Quick Charge 3.0 1:30 – 75% 2:00 – 90% 3:00 – 100%

Der große Akku ist definitiv eine Wohltat für den Power User. Mit dem AGM X1 hatte ich nie die Angst ohne Akku dastehen zu müssen und musste dahingegen, bzw. durfte, nur jeden zweiten Tag an die Steckdose.

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Fazit und Alternative

82% Gut

Das AGM X1 geht einen interessanten Weg und sein Dasein als Hybride ist definitiv mit Erfolg gekrönt. Der Mix aus stabilem Outdoor Smartphone, das ein Bad ohne Schäden überlebt und auch beim Runterfallen nicht in tausend Teile zerspringt sowie der Leistung, die man heutzutage bei einem Arbeitsgerät benötigt, ist genial. AGM spricht hier vermutlich nicht jeden an, aber vielen kann ich das X1 ans Herz legen. Mit der Kamera lässt sich der nächste Ausflug ins Grüne gut festhalten, um fehlenden Akku muss man währenddessen nie fürchten, und auch zwischendrin eine Runde daddeln ist beim X1 drin. Das Gesamtpaket stimmt beim AGM X1! Ein Feature oder eine bestimmte Ausstattung habe ich im Testzeitraum nie vermisst, AGM hat an alles gedacht.

Große Kritikpunkte zeigen sich bei der alten Android Version 5.1 – zum Glück steht das Datum für Android 7 schon fest (07.05.2017) - und dem hohen Preis, wo man inzwischen schon mit einem Highend Flagship, wie dem Xiaomi Mi5s, liebäugeln darf. Wem die Idee der Nutzung eines einzigen Smartphones für beide Bereiche nicht ganz geheuer ist und ein zusätzliches, günstiges Outdoorphone sucht, ist mit einem Nomu S10 oder Blackview BV6000 besser beraten.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Peformance 70 %
  • Kamera 80 %
  • Kommunikation und Konnektivität 100 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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1 Kommentar zu "AGM X1 Testbericht"

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HandyDoktor

„Die 4GB RAM, von denen 2GB im Idle zur Verfügung stehen“ – Was verbraucht denn da so viel RAM?

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