Das sieht man auch nicht mehr alle Tage: Kein unnötiger Schnickschnack, starke Hardware, schicke Optik, kabelloses Aufladen und ein heißer Preis – das alles vereint das AllCall Mix 2. Ob das Smartphone für rund 170 Euro auch Schwachstellen hat, soll der Test zeigen.

Design und Verarbeitung

Allcall Mix 2 Test 2

Alle Hersteller von Chinahandys drücken bei der Online-Präsentation ihrer Geräte mächtig aufs Gas. Oft versprechen die Werbefotos das Blaue vom Himmel, die Ernüchterung folgt spätestens nach dem Auspacken: schlechte Verarbeitung, miese Kamera oder ein instabiles System. Überraschend anders verhält es sich mit dem AllCall Mix 2. Versprochen wird ein schlankes Smartphone im Fullscreen-Design – und genau das liegt dann auch in der Post.

Vor allem in der blauen Ausführung kommt das Gerät sehr schick daher. In den sauber verarbeiteten Metallrahmen sind Lautstärkewippe, On-/Off-Button, SIM-Schacht und USB-C-Buchse integriert. Die Buttons sind nicht ganz perfekt, sie haben einen Hauch zu viel Bewegungsspielraum. Ansonsten sorgt die Kombination aus gläserner Front und einer speziellen Folie (IML Technologie) unter dem transparenten Backcover für eine elegante Optik. Bei Lichteinstrahlung wird ein ansehnlicher metallischen Effekt erzeugt.

Allcall Mix 2 Test 4 Allcall Mix 2 Test 5Durch seine Rundungen liegt das Mix 2 sehr angenehm in der Hand; und das, obwohl die Maße von 155,8 x 76,4 x 8,5 mm etwas anderes vermuten lassen. Verwendete Materialien, das Design und das vollflächige Display lassen es schlanker wirken, als es tatsächlich ist. Das Verhältnis von Body zu Bildschirm wird mit „fast 90%“ angegeben. Das dürfte ein bisschen schöngerechnet sein, doch allzu weit ist es aufgrund der schmalen Ränder nicht von der Realität entfernt.

Lediglich am unteren Rand des Displays hat AllCall auf den Werbefotos ein wenig nachgeholfen. Der Rand fällt dann doch ein wenig dicker aus, als vorgetäuscht wird. Ungewöhnlich: Unten rechts sitzt die Selfiekamera.

Display

Das Display des AllCall Mix 2 überzeugt auf der ganzen Linie. Zu den harten Fakten: Verbaut ist ein 5,99 Zoll Display, das in Full HD+ mit 2160 x 1080 auflöst. Das ergibt eine Pixeldichte von 403 PP. Das IPS-Panel ist im 18:9-Format gehalten, was eine optimale Nutzung der „Arbeitsfläche“ garantiert. Die „rounded corners“ schmiegen sich perfekt in die Rundungen des Bodys und sorgen für einen stimmigen Gesamteindruck. Die Leuchtdichte ist mit 450cd/m² und der Kontrast mit 2000:1 angegeben.

Allcall Mix 2 Test 9

Bei diesen Werten sollte es kein Problem sein, auch in der Praxis zu überzeugen. Und tatsächlich: Blickwinkelstabilität, Farbwiedergabe, Kontraste und Helligkeit sind stabil, natürlich, kräftig und ausreichend hell (370 Lux). Einzelne Pixel sind bei dieser Auflösung mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Das kratzfeste Display erkennt zehn Berührungspunkte gleichzeitig, für das Testen eines elften musste die Nasenspitze herhalten; Ergebnis: Es blieb bei zehn.

Leider hat Allcall auf Soft-Touch-Buttons unterhalb des Displays verzichtet, Platz wäre ja reichlich vorhanden. Zum Einsatz kommen stattdessen On-Screen-Buttons, die softwareseitig bei Bedarf eingeblendet werden. Diese „verbrauchen“ zwar nützliche Displayfläche, was aber bei 5,99 Zoll im 18:9-Format verschmerzbar ist.

Akku

AllCall Mix 2 2Nicht außergewöhnlich, aber dafür voll am Puls der Zeit, ist das Akku- und Ladekonzept des Allcall Mix 2. Die Kapazität von 3500 mAh ist nicht über dem Durchschnitt, reicht aber für Normalnutzer völlig aus. Unsere Messung hat übrigens 3400 mAh ausgespuckt, liegt also ganz nah an dem angegebenen Wert.

AllCallMix2 PCMarkAkku1

Nach einem Tag mäßig starker Nutzung verlangt das Smartphone wieder nach frischer Ladung. Die kann es sich auf unterschiedlichen Wegen verschaffen: Entweder ganz konventionell über ein Allerwelts-Netzteil (5V/1A), dann ist es am nächsten Morgen wieder voll. Oder aber man steckt es an den mitgelieferten Fastcharger (MediaTek Pump Express 2.0 Plus, 9V/1.67A), der das Gerät in unter zwei Stunden vollpumpt. Variante drei: Ganz elegant platziert man das Mix 2 auf einem Wireless Charger (9V/1.67A, max 10 W), der ebenfalls deutlich unter zwei Stunden braucht. Und: Das Silikoncase kann dran bleiben.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Der PCMark Akku-Benchmark untermauert, was die Praxis gezeigt hat: Der 3500 mAh Akku ist ordentlich mit dem System abgestimmt und arbeitet in Kombination mit dem Helio P23 effizient. Nach gut neun Stunden Benchmark-Dauertest ist Schicht im Schacht, das ist sehr manierlich für ein Gerät mit dieser Akkukapazität.

Leistung und System

Das AllCall Mix 2 wird von dem neuen Helio P23 (MTK6763) befeuert. Der Octa Core taktet mit 4 x 2 GHz und 4 x 1.5 GHz. Im Helio P23 werkelt die Mali-G71MP2 GPU. So ausgerüstet stellt das AllCall Mix 2, vor allem in Bezug auf den Preis, ordentlich Leistung bereit und der Energiebedarf hält sich dabei in Grenzen. Bei AnTuTu knackt es sogar knapp die 65.000-Punkte-Marke.

Beim Speicher gibt es zwei Versionen: Beide verfügen über 6GB RAM, die kleine Version hat 64 GB internen Speicherplatz und die große 128 GB. Eigentlich reicht die kleine Version dicke, doch mit der großen kommt ein weiterer, exklusiver Vorteil: Android 8.0. So will der Hersteller offenbar auf Kundenfang gehen, um so die 20 Euro teurere Version zu pushen. Eine ganz schöne Frechheit – finden wir.

Der 6 GB große RAM Speicher liegt mit 4,3 GB/s auf passablem Niveau, gleiches gilt für den internen Speicher (64 GB) mit mit einer Lese/Schreibgeschwindigkeit von 150/212 MB/s. Die Performance im System ist für alle Anwendungen des Alltags sehr gut, auch rechenintensive Anwendungen sowie Multitasking stellen das AllCall vor keine unlösbaren Aufgaben. Spiele flimmern ebenfalls flüssig über den Bildschirm, solange man nicht die neuesten Egoshooter daddeln will. Alles in allem bekommt man für 170 Euro eine mehr als akzeptable Hardware geliefert.

Antutu Ergebnis

Android

AllCallMix2 Android11

AllCallMix2 Android21AllCallMix2 Android31

 

Die schlechte Nachricht: Android 8.0 wird es nicht für die 64 GB Version geben. Wer ohne nicht leben kann, der muss 20 Euro drauflegen und zur 128 GB Variante greifen. Wem ein System auf dem Stand von „7.1.1“ ausreicht, der ist gut bedient: Hardware und Software sind sehr gut aufeinander abgestimmt, das System läuft ohne Bloatware sehr stabil und flüssig.

Die Oberfläche ist optisch nur sehr dezent angepasst, die Icons sind sofort wiederzuerkennen. Schön gelöst ist die Integration des App-Drawers. Zieht man die Schnellstart-Leiste nach oben, öffnet sich dieser. Auf diese Weise ist Platz für eine weitere App im Schnellstart (fünf statt vier).

Kamera

Danke, AllCall-Entwicker, dass ihr auf ein Dual-Cam-Setup verzichtet habt. So bleiben uns die üblichen „Alles nur Fake, Ergebnis ist Müll“-Zeilen an dieser Stelle erspart. Stattdessen servieren wir fast ausschließlich Lob für eine 16 MP-Handykamera aus dem mittleren Preissegment. Die Bilder sind ausreichend scharf, die Farben kommen natürlich rüber und auch mit kniffligen Lichtverhältnissen kommt der Sensor klar. Obendrein arbeiten Autofokus und Auslöser schnell und zuverlässig. Im Vergleich mit teureren Smartphones mangelt es etwas an Schärfe und die Farben sind auch ein klein wenig blasser, insgesamt bekommt man aber brauchbare Bilder.

Die Foto-App ist sehr simpel gehalten. Bild, Video, HDR – das war’s, zum Glück. Nachjustieren könnte man in den Einstellungen, doch aufgrund der ordentlich arbeitenden Software ist das nicht nötig. Höchstens die Sättigung verträgt eine Stufe über dem Standardwert, was auch auf den Großteil der hier gezeigten Testbilder zutrifft. Die Selfie-Kamera (5 MP) lässt, was Schärfe und Auflösung betrifft, zu wünschen übrig; das ist aber verkraftbar, wenn man nicht gerade ein Modeblogger ist.

Konnektivität

Das AllCall Mix 2 unterstützt alle 2G, 3G und 4G Frequenzen in Deutschland. Die Gesprächsqualität und der Netzempfang sind gut, die Lautstärke dürfte höher sein. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Hörmuschel in den fschmalen oberen Rand eingepasst werden musste. Der aktuelle WLAN-Standard (802.11 n) steht ebenso zur Verfügung wie Bluetooth 4.0. Die WLAN Reichweite und der Datendurchsatz sind perfekt, so wie man sich das wünscht. Bei den Sensoren gibt es neben den Standardsensoren (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor) sind ein Gyroskop- und Kompass-Sensor mit dabei.

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite arbeitet höchst zuverlässig und entsperrte den Bildschirm bei 10 von 10 Versuchen. Die versprochene Gesichtserkennung war nicht zu finden, vielleicht gibt es die nur in Verbindung mit der 128 GB Version und Android 8.0.

Allcall Mix 2 Test 14Die Navigation – zu Fuß oder im Auto – ist dank GPS, AGPS und GLONASS sowie einem elektronischen Kompass sichergestellt und sehr genau. Der SIM-Slot ist ein Hybrid: Entweder setzt man zwei Nano-SIM Karten ein oder eine Nano-SIM und eine microSD-Karte. Angesichts der großzügigen 64 GB bzw. 128 GB Systemspeicher ist das aber ein nur ein kleines Manko.

Der Lautsprecher reißt niemanden vom Hocker, über Kopfhörer sind Lautstärke und Qualität deutlich besser. Einen Punkt abgezogen gibt es, weil man für das Anschließen von Kopfhörern den mitgelieferten Adapter anstöpseln muss – lästig.

Lieferumfang

  • Allcall Mix 2Allcall Mix 2 Test 1
  • Netzteil (Fastcharge)
  • USB-Kabel Typ C
  • Adapter USB auf Klinke (Kopfhörer)
  • Anleitung
  • Silikonhülle
  • starre Displayschutzfolie
  • SIM-Nadel

 

Anders, als im Bild zu sehen, ist die Wireless-Ladestation nicht im Lieferumfang enthalten. Diese ist separat erhältlich.

 

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Das AllCall Mix 2 ist nicht von schlechten Eltern: Design, Hardware, Full Screen, kabelloses Schnelladen und nicht zuletzt der heiße Preis haben auf ganzer Linie überzeugt. Grobe Schnitzer leistet sich das Smartphone nicht; wenn man unbedingt Kritik nennen möchte, dann vielleicht das fehlende Android 8 in der 64 GB Version und der nervige Klinken-Adapter. Ansonsten ist jeder, der ein schlankes und schickes Handy sucht, das obendrein ordentliche Bilder schießen kann, mit dem Mix 2 sehr gut bedient.

84%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 93 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 90 %

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Dat.stein
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Dat.stein

hi, ich würde mir da handy gerne zulegen, allerdings finde ich keine 128 gb version für <200€
wor habt ihr die her?

BackpackSash
Mitglied
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BackpackSash

Guter erster Test. Danke Euch !

In Sachen Preis-Leistung bei den Flach-Sale-Angeboten scheint es ja wirklich ziemlich gut zu sein. Habe mir das AllCall Mix2 mal aus Neugier bestellt und bin gespannt. Nutze mein P20Pro als Daily-Driver, aber mich interessiert immer was der Markt rechts und links noch so von der Mittelklasse bis High-End an Neuigkeiten bringt und was auch kleinere Hersteller da so leisten.

Ich hoffe da ist keine Malware/Adware drauf durch dubiose Androidversionen die dann immer wieder Werbung aufpoppen lässt. AllCall hat ja mit manchen Modellen nicht sonderlich geglänzt was man so lesen kann (Stichwort: Rio).

Ein paar Tage noch, dann teste ich es aus 😉

Schnubbi
Mitglied
Mitglied
Schnubbi

Die Kritik an der Speicher-OS-kombination kann ich fast nachvollziehen. Wer 64GB zusätzliche Speicherkapazität nicht benötigt, findet das Gerät 20€ teurer als es sein müsste.
Ich glaube aber, dass man dieses Gerät hier mit so einer Herangehensweise ungerecht behandelt. Denn zumindest aus meiner Sicht ist das Gerät mit 64 GB, Android 8 für 180€ immernoch ein gutes Gerät. Wenn ein Hersteller sein Budget so gut ausnutzt, finde ich es fair, wenn er eine Plus-Version anbietet, die auch tatsächlich eine Besserung darstellt und nicht nur einen vergoldeten Kameraring hat.

Android-Versionen veralten zudem so schnell, dass ich es unfair finde, da einen besonderen Wert hineinzudeuten. Macht es heute noch einen Unterschied, ob ich Kitkat oder Lollipop auf dem Handy habe?

renegade85
Gast
renegade85

wie hoch ist die chance das die android 8.1 vom 128er Model im Internet angeboten wird und man es selbst aufspielen kann? Bei bekannten Anbietern ist XDA ja ganz gross dabei, aber wie sieht es da mit ALLCALL aus.

l3p dance
Mitglied
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l3p dance

Ich würde noch beim Gewicht meckern. Fast 200g finde ich zu viel. Die 168g meines Redmit Note 3 stören mich bereits

cineman7
Mitglied
cineman7

Hallo, also wenn diese Smartphone beim work battery live von 9 Stunden zeigt, hat es eine bessere Bewertung als 70 % verdient. Siehe hierzu als Beispiel das MAZE Alpha…die Kritik am Kopfhörer-Adapter kann ich auch nicht nachvollziehen. Ansonsten eine gute Bewertung des smartphones..

Nils
Gast
Nils

Wenn man sich den Text im Fazit durchliest hätte der Prozentwert viel höher sein müssen 🙂

Enzio
Gast
Enzio

Scheint sich ja um den bisher besten Mi Mix-Klon zu handeln, wenn man den Test liest. Die 20€ extra für 8.0 sind zwar bissel frech, aber dann 180€ für 128 GB Speicher und die restliche gute Hardware klingen dennoch mehr als günstig.

Henning
Gast
Henning

Scheint ja ein interessantes Smartphone zu sein. Aber von der Marke habe ich noch nie etwas gehört.
Verstehen kann ich die Kritik mit dem Adapter nicht.
Den Adapter macht man doch nur 1x auf den Kopfhörerstecker und lässt ihn dann drauf. Was ist daran lästig? Ich hätte mich gefreut, wenn so ein Adapter bei meinem Smartphone dabei gewesen wäre.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir mittlerweile ein Leben ohne Bluetooth-Kopfhörer gar nicht mehr vorstellen kann.