Nicht zuletzt aufgrund der immer größer werdenden Smartphones sind in den letzten Jahren die Verkaufszahlen von Tablets stetig zurückgegangen. Viele große und auch kleine Hersteller haben sich daher aus dem Markt zurückgezogen und nur eine Handvoll stellt weiterhin noch neue Geräte vor. Doch manche Nutzer schätzen auch heute noch den Hybriden aus Smartphone und Laptop, der für den Zugang zu Medien in meinen Augen besser geeignet ist als ein Smartphone. Umso erfreulicher ist, dass neben Giganten wie Xiaomi und Samsung auch noch Hersteller wie Alldocube den Markt bedienen. Der chinesische Hersteller konnte in den letzten Jahren mit seinen Tablets und Laptops bei uns mehrfach mit einem hervorragenden P/L-Verhältniss überzeugen und hat kürzlich mit den Modellen M5 und M5s seine Produktpalette erweitert.

Das M5s ist dabei die abgespecktere Variante und fand vor kurzem seinen Weg in unser Testlabor. Für einen moderaten Kaufpreis bietet das 10,1 Zoll Tablet einen Helio X20 Prozessor, 3 GB RAM und zwei LTE SIM-Slots die zudem einer Speichererweiterung via Micro-SD nicht im Wege stehen. Was das Tablet sonst noch zu bieten hat und ob es uns im Test überzeugen kann, haben wir für euch herausgefunden.

Lieferumfang des Alldocube M5s

Neben dem Alldocube M5s selbst liegt der Verpackung noch ein Micro-USB Kabel und ein Netzstecker mit einer Leistung von 2A bei 5V bei. Leider fällt der Lieferumfang damit etwas spärlich aus, geht aber unterm Strich für den Preis noch in Ordnung. Positiv fällt auf, dass bei Auslieferung schon eine Schutzfolie auf dem Display angebracht ist. Eine rudimentäre Bedienungsanleitung liegt dem Gerät zwar bei, ist aber nur schlecht übersetzt.

Design und Verarbeitung

Alldocube M5S 7Alldocube M5S 8Das M5s besteht rückseitig fast vollständig aus Aluminium und wird nur am oberen Rand durch eine Plastikabdeckung unterbrochen. Sobald diese mit ungewöhnlich hohem Kraftaufwand gelöst wird, erreicht man die zwei Nano SIM-Slots und den Micro-SD Steckplatz. Beide SIM Steckplätze unterstützen LTE und der interne Speicherplatz lässt sich mit bis zu 128 GB erweitern. Ebenfalls an der Oberseite des Tablets sitzt ein 3,5mm Anschluss für Audiozubehör und der Micro-USB Anschluss. Links am Gerät sitzen der power-Button und die Lautstärkewippe, die aus Plastik gefertigt sind und einen guten Druckpunkt besitzen. Die Dual-Speaker strahlen nach unten durch zwei Gitter ab.

Alldocube M5S 9Auf der Vorderseite prangt der 10,1 Zoll Bildschirm, der von recht dicken Rändern umgeben ist und über dem sich die 2.0 Megapixel Frontkamera befindet. Das entsprechende Pendant auf der Rückseite besitzt eine Auflösung von 5.0 Megapixel und wird von einem LED-Blitzlicht begleitet.

Das M5s besitzt die Maße 241.3 x 171.7 x 8.7mm und bringt satte 550g auf die Waage. Nicht zuletzt dank der Auswahl der Materialien besitzt das Tablet eine gute Verarbeitung.

Display

Alldocube M5S 2Das große 10,1 Zoll Display des M5s löst mit 1920×1200 Pixeln auf. An dieser Stelle zeigt sich der erste gravierende Unterschied zum fast baugleichen Schwestermodell M5, das mit einer Auflösung von 2560×1600 Pixeln aufwarten kann. Entsprechend ist auch die Pixeldichte des M5s mit 224 ppi geringer als die 299 ppi des großen Bruders, bewegt sich jedoch noch in einem für Tablets akzeptablem Rahmen. Klar, bei genauerem Hinsehen können einzelne Pixel ausfindig gemacht werden, doch grundsätzlich bereitet die Auflösung auch beim Betrachten von hochauflösenden Fotos keine Kopfschmerzen. Der gute Eindruck des IPS-Display dank guter Kontraste und realistischer Farben wird jedoch leider immens durch die starke Spiegelung und die niedrige Helligkeit getrübt. Dadurch ist die Nutzung im Freien und unter direkter Sonneneinstrahlung leider kaum möglich. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt nicht so recht. Immerhin lassen sich via Miravision noch Änderungen vornehmen, die den Kritikpunkten etwas entgegensteuern.

Alldocube M5S 4

Der Touchscreen des M5s erkennt bis zu 10 Finger gleichzeitig und reagierte im Test grundsätzlich präzise. Leider gleiten die Finger aber nur sehr schwerfällig über das kratzanfällige Display. Die schon von Werk aus angebrachte Schutzfolie ändert daran nichts, nimmt aber immerhin die Kratzer auf ihre Kappe.

Leistung

Das Herz des Alldocube M5s hört auf den Namen X20 und ist ein 2015er SoC des taiwanesischen Herstellers Mediatek. Auch wenn der 10-Kern-Prozessor nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, schafft er es trotzdem noch, leistungstechnisch mit Modellen wie dem Snapdragon 625 mitzuhalten. Dabei hilft ihm die Aufteilung seiner Kerne in 3 Cluster, die sich wie folgt zusammen setzen:

2x Cortex-A72 @ 2.3GHz

4x Cortex-A53 @ 1.85GHz

4x Cortex-A53 @ 1.4GHz

alldocube m5s screenshot 4Entsprechend der benötigten Leistung kommt der Cluster mit den zwei Cortex-A72 Kernen zum Einsatz. Für effizienteren Stromverbrauch sorgen die zwei schwächeren Cluster.

Diesem Paket steht eine ARM Mali-T880 MP4 GPU zur Seite, die mit 750 MHz taktet und ungefähr mit der GPU-Leistung eines Snapdragon 810 vergleichbar ist. Auf Seiten des Speichers bringt das Tablet 3 GB RAM und 32 GB ROM mit. Mit 4,27 GB/s und 100 MB/s (Lesen) 100 MB/s (Schreiben) sind diese jedoch nicht berauschend schnell. Das „größere“ Modell M5 setzt an dieser Stelle auf 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher, die übrigen Komponenten bleiben gleich.

 

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Unterm Strich kann man sagen, dass mit dem M5s auch etwas anspruchsvollere Spiele kein Problem darstellen. Selbstredend sind Surfen, YouTube und ähnliches auch keine Herausforderung für das Tablet. Wer aber auf der Suche nach dem ultimativen Gaming-Tablet ist wird sich hier nicht optimal aufgehoben fühlen.

System

Auf dem M5s läuft Android 8.0 in seiner Reinform inklusive Google Playstore, deutscher Sprache und Split-Screen Modus. Auch wenn das System damit nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist, findet man immerhin keine nervigen Apps oder unpassende Designveränderungen vor. Leider sind jedoch auch die Sicherheitsupdates mit dem Zeitstempel vom 5. Februar 2018 schon etwas angestaubt. Erfreulich ist wiederum, dass das System im Test schnell und stabil lief. Worüber sich Fans von Netflix & Co aber vorraussichtlich ärgern werden ist das Widevine Security Level L3. Damit ist bei den einschlägigen Diensten nur Streaming mit SD-Qualität möglich.

alldocube m5s screenshot 5 alldocube m5s screenshot 6 alldocube m5s screenshot 7

Kamera

Für gewöhnlich besitzen Kameras in Tablets ein nebensächliche Rolle, die sich auch beim M5s bestätigt. Die Aufnahmen rauschen sehr stark, besitzen kaum Dynamik und Einstellungsmöglichkeiten sind rar gesät. Dies gilt jeweils für die 5 MP Haupt- und 2 MP Frontkamera. Doch wer nicht plant, den nächsten Urlaub mit seinem Tablet einfangen zu wollen, dürfte mit der Leistung zufrieden sein. Für Videotelefonie und ähnliches reichen diese nämlich allemal aus.

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Konnektivität

Wie schon zu Beginn erwähnt, besitzt das Alldocube M5s zwei vollwertige SIM-Steckplätze die jeweils LTE unterstützen. Die Verbindung ist zuverlässig und besitzt eine verhältnismäßig gute Geschwindigkeit. Der Nutzung in Deutschland steht dank der Bänder 7 & 20 auch nichts im Wege. Konkret unterstützt werden insgesamt die LTE Bänder 1/2/3/5/7/8/20/40.

alldocube m5s screenshot 9GPS, Dual-Band a/b/g/n/ac Wlan sowie Bluetooth 4.2 sind beim Tablet auch mit an Bord und funktionieren zuverlässig. Weitere Sensoren außer einem Beschleunigungssensor gibt es aber leider nicht. Entsprechend muss auch auf eine automatische Einstellung der Displayhelligkeit verzichtet werden.

Alldocube betont auf seiner Webseite auch explizit die Lautsprecher des M5s, die einen hervorragenden Sound liefern sollen. Wie so üblich entspricht die tatsächliche Leistung nicht der Lobhudelei des Herstellers, ist aber für den Verkaufspreis auf einem guten Niveau. Ein Bassansatz ist vernehmbar und auch die Höhen sind klar und definiert. Leider klafft dazwischen aber ein Loch in den Mitten, welches das Gesamtbild etwas trübt.

Akku

alldocube m5s screenshot 8Im Alldocube M5s verbaut der Hersteller einen 6.600 mAh Akku, der für akzeptable Laufzeiten sorgt. 6h aktive Nutzung sollten – bei gelegentlicher Nutzung des Tablets – auch für mehrere Tagen ausreichen. Zum Laden des Tablets kann das mitgelieferte Netzteil verwendet werden, das 2A bei 5V also 10W liefert. Damit klettert die Prozentanzeige des Energiespeichers innerhalb von 4 Stunden von 0 auf 100.

Fazit und Alternative

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Leonardo Staub:

Das Alldocube M5s macht es mir nicht leicht ein konkretes Fazit zu ziehen. Zum einen bekommt man zu einem vernünftigen Preis ein gut verarbeitetes Gerät, das im Alltag den Großteil der Aufgaben gerecht wird. Zum anderen will der Funke aufgrund ein paar Makel nicht so wirklich über springen. So ist die Displayhelligkeit weitaus zu niedrig und das Glas zu anfällig für Kratzer. Auch vom X20 Prozessor hätte ich trotz des Alters etwas mehr erwartet.

Ganz klar muss aber auch gesagt werden, dass wir hier von einem 120€ Gerät sprechen. Wer die genannten Punkte in Kauf nehmen kann und nicht das schnellste aller Tablets sein Eigen nennen möchte, dürfte mit dem M5s glücklich werden. Geboten bekommt man angesichts des geringen Preises nämlich Einiges. Toll ist natürlich auch die Dreingabe von Dual-SIM LTE inklusive Band 20.

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DIGINON
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DIGINON

DRM-Unterstützung (Widevine-Level) wird im Text nicht erwähnt. Bei 10 Zoll Bilddiagonale wäre es schon schön zu wissen, ob HD-Streaming mit Netflix und Co möglich ist.

AltStrunk
Gast
AltStrunk

Ich finde das ist ein sehr gutes second Screen für zu Hause. Dort ist die Displayhelligkeit nicht dramatisch und Kratzer sind auch eher unwahrscheinlich. Aber für Bad, Bett und Sofa hat man ein gutes Medienwiedergabegerät. Die Soc Performance ist mir auch so ziemlich egal solange es alle client applications packt. Selbst zum zocken würde ich eher mit einem Xbox one Controller Steam inhome streamen als den Akku leer zu saugen. Als Hauptgerät ist es natürlich schwierig, aber da gibt man sinnvollerweise dann auch mehr als 150€ aus.