Mit dem Alldocube X1 schickt der eher unbekannte Hersteller ein Tablet mit Metallgehäuse, 10-Kern Prozessor, 8,4 Zoll 2K-Display und Android 7 ins Rennen um das beste Mittelklasse-Gerät. Zudem gibt es einen SIM-Slot, um unterwegs mit dem Tablet zu telefonieren oder das mobile Datennetz zu verwenden. Die Hardware klingt demnach verlockend. In diesem Testbericht werden wir erläutern, ob das X1 auch im Praxiseinsatz überzeugen kann.

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Design und Verarbeitung

In punkto Design und Verarbeitung hat Alldocube sich ordentlich ins Zeug gelegt und ein hochwertiges Gerät geschaffen. Das Gehäuse besteht komplett aus Metall. Lediglich zwei Kunststoff-Kappen zur Verbesserung des Empfangs befinden sich auf der Rückseite. Diese sind dem Rest des Gehäuses angepasst und fallen daher nicht störend auf. Von Seiten der Verarbeitungsqualität hinterlässt das Alldocube X1 ebenfalls einen guten Eindruck. Auch bei größerem Druck zeigt sich das Gehäuse verwindungssteif und es gibt kein knarzen oder wackeln. Der Powerbutton und die Lautstärke-Regler befinden sich auf der rechten Seite und bestehen ebenfalls aus Metall. Auf der Unterseite gibt es einen Mono-Lautsprecher und einen USB Type-C Anschluss. Es gefällt uns gut, den neuen USB Standard endlich auch mal an einem Tablet zu sehen. Zudem befindet sich an der Unterseite der SIM-Slot, in den zwei Nano-SIM Karten oder eine Nano-SIM und eine Micro-SD zur Speichererweiterung eingesetzt werden. Auf der Oberseite des Tablets gibt es einen 3,5mm Kopfhörer-Anschluss. Oberhalb des Displays befindet sich die Ohrmuschel, die Frontkamera und ein LED-Blitz. Eine Benachrichtigungs-LED ist nicht vorhanden.

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Was die Maße des Gerätes angeht, hat der Hersteller mit angeblichen 7,8mm Tiefe etwas übertrieben. In Wirklichkeit misst das Alldocube X1 8,6mm und wiegt 363g. Das Gerät liegt damit sehr angenehm in der Hand.

Eine Besonderheit am Alldocube X1 ist zudem der multifunktionale Homebutton. Dieser dient als Fingerabdrucksensor und zur Bedienung des Tablets zugleich. Die Entsperr-Funktion wird mit guter Zuverlässigkeit (ca.8/10 Versuchen) innerhalb einer Sekunde ausgeführt. Im Android-System dient der Button dann zur Navigation. Berührt man ihn kurz, wird der Zurück-Befehl ausgelöst und bei langem Drücken der Home-Befehl. Zusätzlich zur Navigation mit dem Homebutton blendet das System allerdings immer auch On-Screen-Buttons ein, die sich nicht deaktivieren lassen.

Insgesamt ist das Alldocube X1 ein gut verarbeitetes Gerät, das in diesem Punkt seinem Preis vollkommen gerecht wird. Es bietet neben einem hochwertigen Metallgehäuse zudem alle Anschlussmöglichkeiten, die man sich wünschen kann.

Display

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Das Display des Alldocube X1 hat 8,4 Zoll und eine 2K-Auflösung von 2560 x 1600. Damit erreicht es eine Pixeldichte von 359 Bildpunkten. Einzelne Pixel sind mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar und das Bild glänzt mit einer sehr guten Schärfe. Überhaupt zählt das Display neben der Verarbeitung zu den Highlights des Alldocube. Starke, kräftige Farben, ein guter Kontrast und uneingeschränkte Blickwinkelstabilität sorgen für ein astreines Benutzungserlebnis. Zudem gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit, das Display mit dem MiraVision Tool den eigenen Vorlieben anzupassen. Wir fanden allerdings, dass dies im Falle des Alldocubes nicht wirklich nötig ist. Einzig die Helligkeit des Tablets könnte etwas höher sein, denn beim Außeneinsatz ist das Display nicht mehr gut abzulesen und spiegelt auch recht stark.

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Der Touchscreen registriert bis zu 10 Berührungspunkte gleichzeitig und sorgt für eine angenehm präzise Bedienung. Leider ist das Displayglas ein richtiger Fingerabdruck-Magnet. Apropos Glas: Hier verbirgt sich ein enormer Nachteil des Alldocube X1, denn das Displayglas ist extrem anfällig für Kratzer. Wer das Tablet öfter in einer Tasche verstaut, muss zwangsweise eine Displayschutzfolie oder noch besser eine Klapphülle verwenden. Von Werk aus ist zwar bereits eine Folie angebracht, wir hätten aber viel lieber einen kratzsicheren Screen als eine Schutzfolie gehabt.

Leistung

Der 64-Bit Deca-Core Prozessor Helio X20 wurde bereits Mitte des Jahres 2015 vorgestellt und war damals noch ein Oberklasse-Prozessor. Mittlerweile gehört der Prozessor nicht mehr zu der aktuellen CPU-Garde, obwohl er immer noch eine brauchbare Leistung bringt. Der 10-Kern-Prozessor sorgt für eine gute Performance durch eine Aufteilung in 3 Cluster:

2x Cortex-A72 @ 2.1GHz ~ 2.3GHz

4x Cortex-A53 @ 1.85GHz

4x Cortex-A53 @ 1.4GHz

Je nach benötigter Leistung kommen die stärkeren und höher getakteten A72 Kerne zum Einsatz. Die ARM Mali-T880 MP4 GPU taktet mit 750 MHz und liegt von der Leistung im Bereich eines Snapdragon 810. Ein Manko an dem Chip ist die Herstellung im alten 20 Nanometer-Verfahren, die zu einem recht hohen Energieverbrauch führt, aber dazu später mehr. Beim Multitasking macht das Alldocube aufgrund des 4GB großen RAMs auch keine schlechte Figur. Dieser ist mit 4,6GB/s allerdings recht langsam. Gleiches gilt auch für den internen Speicher mit 80MB/s im Lesen und 130MB/s im Schreiben.

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Im Praxiseinsatz genügt die Leistung für die meisten Anwendungen. Surfen im Internet funktioniert gut und auch die Navigation durch das System ist ausreichend schnell. Wer ein Tablet sucht, um auf der Couch Youtube-Videos zu schauen und Zeitung oder Ebooks zu lesen, wird definitiv zufrieden sein. Was die Gaming Performance angeht, hätten wir uns von der Mali T880 allerdings etwas mehr erwartet. Aktuelle Titel sind zwar spielbar, allerdings kommt es immer wieder zu leichten Lags und Rucklern. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der Prozessor bei großer Belastung zum Throtteling neigt. Dies bedeutet, dass die Leistung nach und nach weniger wird. Nach etwa 5 Minuten anspruchsvollem Zocken ist man nur noch bei etwa 80% Leistung und nach 10 Minuten pendelt sich das Alldocube bei konstanten 60-70% ein. Auch wenn dieser Effekt bei normalen Anwendungen nicht vorkommt, ist das Tablet damit für Gamer durchgefallen.

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Insgesamt ist die Leistung des Alldocube X1 durchwachsen. Das Tablet macht eine sehr gute Figur, wenn es um die Nutzung einfacher Apps wie Spotify, Youtube oder Facebook geht, für Gaming ist das Tablet aufgrund der Throtteling Probleme allerdings nicht geeignet.

Android

Das Alldocube X1 läuft mit einem Android 7.1.1 System. Ein Update auf Android 8 wird nicht mehr erscheinen, allerdings ist dies auch nicht besonders tragisch. Das System läuft schnell und stabil. Die Benutzeroberfläche wurde vom Hersteller komplett unberührt belassen. Als Systemsprache ist Deutsch vorhanden und auch der Google Playstore funktioniert problemlos. Auf ausgefallene Zusatzfunktionen muss man gänzlich verzichten, was ich nicht als schlimme Einschränkung beurteilen würde. Lediglich ein Split-Screen Modus wäre nett gewesen.

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Kamera

Während bei Handys die Kamera ein sehr wichtiger Punkt ist, investieren Hersteller bei Tablets hier erfahrungsgemäß nicht so viel Liebe. Gleiches gilt wie immer auch für das Alldocube X1. Die Bilder sind zwar brauchbar, aber auch nicht besser als diejenigen eines 80€-Handys. Für Videotelefonie ist die Qualität jedoch ausreichend.

Konnektivität

Alldocube X1 7Das Alldocube X1 hat einen SIM-Slot, in den gleich zwei Nano-SIM Karten eingesetzt werden können. Es werden die LTE Bänder 1/3/38/39/40 unterstützt. Hier zeigt sich, dass das Tablet eher auf den chinesischen Markt ausgelegt ist, denn für den Einsatz in Deutschland fehlt Band 7 und Band 20. Somit wird man eher selten zum Genuss von 4G-Internet kommen. Immerhin werden alle nötigen 3G-Frequenzen unterstützt. Dem SIM-Slot sollte man daher bei der Kaufentscheidung außenvorlassen. Im Zweifelsfall ist man mit der Tethering-Funktion des Smartphones besser beraten. Telefonieren lässt sich mit dem Tablet mit ordentlicher Qualität. Die Stimme wird beidseitig gut übertragen und auch die Freisprechfunktion kann verwendet werden.

Weiterhin unterstützt das Alldocube X1 Bluetooth 4.0 und Wifi mit b/g/n/ac Standard. Beides funktioniert im Test gut und auch die Reichweite ist ordentlich. Für wenig Begeisterung sorgt das GPS-Modul. Dieses bekommt zwar eine Standortbestimmung hin, allerdings ist das Signal zum Navigieren zu schwach. An Sensoren sind ansonsten nur Helligkeit, Näherung und Beschleunigung verbaut.

Der interne Lautsprecher des Alldocube X1 ist leider nicht gerade von sonderlich guter Qualität. Der Klang genügt zwar, um ab und an mal ein kurzes Video anzuschauen, wirkliche Freude kommt hier aber nicht auf. Die Lautstärke ist zwar relativ hoch, allerdings übersteuert der Sound bei hoher Lautstärke und wirkt auch sehr blechern. Besseren Sound bekommt man immerhin über den 3,5mm Kopfhörer-Anschluss.

Akku

Teclast X1 System and Benchmarks 12In dem Tablet wurde ein 4500mAh Akku verbaut. Die erzielte Laufzeit ist gerade so in Ordnung. Im Mischbetrieb aus Apps, Benchmarks und ein bisschen Gaming konnte das Tablet gerade so vier Stunden durchhalten. Wer eher leistungsarme Anwendungen verwendet, kommt eventuell auch auf 5 oder 6 Stunden. Beim Abspielen eines Full-HD Youtube Videos mit normaler Helligkeit hielt der Akku etwas mehr als 4 Stunden durch. Das alles sind keine sonderlich berauschenden Werte.

Zum Aufladen wird ein 5V/2A Adapter mit chinesischem Netzstecker mitgeliefert. Die gängigen Onlineshops liefern allerdings noch einen passenden EU-Ladeadapter mit. Die Ladezeit ist mit knapp 4 Stunden sehr lange.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Das Alldocube X1 ist ein durchwachsenes Gerät. Die Verarbeitungsqualität und das verbaute Display sind erste Sahne. Auch ist die Performance des Helio X20 Prozessors gut genug für Multimedia-Nutzung, Surfen und YouTube. Leider gibt es aber zu viele Schwachstellen an dem Gerät, die uns vor einer Kaufempfehlung zurückhalten. Das Displayglas ist anfällig für Kratzer, aufgrund des Thermal-Throttelings ist das Tablet für Games nicht wirklich geeignet, wichtige Netzfrequenzen für den Einsatz in Deutschland fehlen und der Akku ist auch relativ schnell leer. Alles in allem bekommt man mit dem Lenovo Xiaoxin TB-8804F ein wesentlich besseres Gerät und auch das Lenovo Tab 3 8 Plus für 140€ ist besser als das wesentlich teurere Alldocube X1.

68%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 70 %
  • Leistung 70 %
  • Konnektivität 60 %
  • Akkulaufzeit 50 %

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