Günstige Apple AirPod Alternativen im Test

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Ein neuer Trend auf dem Kopfhörer-Markt ist es, die Kabel schlichtweg ganz wegzulassen und die Musik nur noch über zu zwei Earplugs ins Ohr zu bringen. Spätestens seit den Apple Airpods hat dieses Konzept eine breite Masse erreicht. Und spätestens, wenn der leuchtende Apfel sich eine Innovation aufgreift, tun dies auch chinesische Hersteller und bieten das besagte Produkt zu einem Bruchteil der Kosten an. Mit den Zolo Liberty wir bereits eine Apple AirPod Alternative im Testlabor, die etwa 90€ kostet. Doch auf Aliexpress findet man noch wesentlich günstigere Wireless Headphone Modelle, die für einen Preis von etwa 20€ kabellosen Musikgenuss versprechen.
Wir haben uns zwei der kostengünstigen und am besten bewerteten Bluetooth In-Ear Kopfhörer besorgt, welche derzeit bei AliExpress und Co. angepriesen werden. Unser Testbericht wird zeigen, ob diese tatsächlich etwas taugen.

Die Apple AirPod Alternativen aus China

Unsere Auswahl traf auf die HBS-i7S Headphones, die beinahe als Apple AirPod Clone durchgehen könnten und den Aliexpress-Topseller mit dem ominösen Namen X2T. Dieser orientiert sich etwas mehr am Design der Samsung IconX Headphones, geht aber nicht als Clone durch. Bei beiden Produkten handelt es sich um Bestseller, die tausende Male gekauft und bewertet wurden. Wir sind gespannt, ob wir das gute Feedback der Käufer bestätigen können.

HBS-i7s True Mini Wireless Sport Bluetooth Headphone

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  • beachtliche 4,3 Sternen bei 435 Bewertungen
  • unbedingt HBS-Version auswählen (besserer Klang)
  • Preis von etwa 23€
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X2T Mini Bluetooth Earphones

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  • 4,7 Sterne bei mehr als 500 Bewertungen
  • wird von zahlreichen Herstellern unter verschiedenen Namen verkauft. Es handelt sich bei den X2T aber immer um das gleiche Produkt.
  • Preis von 18-22€
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Design und Verarbeitung

Beide Nachahmungen von den großen Marken wie Samsung und Apple sehen auf den ersten Blick verblüffend gut aus. Wobei die weißen „Apple Fake“ etwas grösser als das rund 8-fach teurere Original sind.
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Beginnen wir mit den HBS-i7s. Bei mir ist diese Größe der Headphones passend. Allerdings kann es genauso gut sein, dass einem die Kopfhörer nicht passen, wenn man zu kleine oder zu große Ohren hat. Dies ist aber ein allgemein bekanntes Problem von Kopfhörern im Earpods Design und kann dem kleinen Apple-Clone daher nicht negativ angerechnet werden.

Was die Passgenauigkeit angeht, ist man also mit den X2T „Samsung Fakes“ sicherer aufgestellt, da diese 4 verschiedene aufsteckbare In-Ear Kappen in diversen Größen im Lieferumfang dabei haben.
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Bei mir persönlich sitzen die HBS viel besser im Ohr und ich konnte mich mit den X2T nicht so recht anfreunden. Irgendwie sollte aus meiner Sicht die runde Fassung auch im Ohr Halt finden, was bei mir nicht der Fall war. Natürlich habe ich die zwei Versionen durch verschiedene Personen auf den Tragekomfort prüfen lassen. Als Ergebnis war festzustellen, dass beide Kopfhörer bei verschiedenen Personen mal mehr und mal weniger auf Wohlgefallen gestoßen sind. Man sollte sich vor dem Kauf die Frage stellen, ob man eher auf In-Ears mit Stöpseln (X2T) oder im klassischen Format (HBS) steht. Es waren sich aber alle einig, dass die weißen „Apple Fakes“ nichts für Damen oder Männer mit eher kleinen Ohrmuscheln sind.

Die Verarbeitung der weißen In-Ears ist eher mangelhaft. Beim ersten Aufladen in der mitgesendeten Ladestation (Akku-Box), ist bereits die silberne Endkappe darin stecken geblieben und hat beim Herausnehmen die Technik aus den Hörern gezerrt.

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Glücklicherweise konnte ich dies einfach reparieren und habe die silbernen Endstücke direkt mit Sekundenkleber in den In-Ears befestigt. Seither hatte ich keine Probleme mehr damit.
Die schwarzen X2T Kopfhörer sind  hingegen sehr schön verarbeitet und wirken viel hochwertiger. Auch das Gewicht ist etwas höher als bei den Weißen, dadurch fühlten diese sich etwas wertiger an. Im Ohr eingesteckt sind sie jedoch nicht zu schwer und auch gut tragbar.
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Tragekomfort

Wie bereits erwähnt, ist der Tragekomfort sehr Personen-, oder besser gesagt, Ohren-abhängig. Ich kann euch daher leider keine genaue Empfehlung abgeben, was für welches Ohr das Beste ist.
Die weißen Hörer finde ich sehr komfortabel, da diese im Ohr kaum spürbar sind. Durch das super leichte Gewicht von nur knappen 9g sind sie auch bei langer Tragezeit nicht störend oder drückend. Ich hatte teilweise Dauertragzeiten von 4 Stunden, bis der Akku mich gezwungen hatte, diese kurz in die Box zu stecken. Dabei habe ich manchmal fast vergessen, dass die Hörer in den Ohren sitzen Dies habe ich als sehr positiv aufgefasst.
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Die schwarze Version wurde von einem Arbeitskollegen öfters getragen und er empfand auch diese als sehr gut im Komfort und störte sich nicht daran.
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Sicherlich ein großer Unterschied ist das Design und der Verwendungszweck der beiden Hörer. Die Weißen liegen außen am Ohr an und hängen somit in der Ohrmuschel. Der Sound ist dadurch sehr gut zu hören aber auch Geräusche von außen können problemlos daran vorbeidringen und sind gut hörbar. Die Schwarzen hingegen sind 13g schwere In-Ears mit Gummipfropfen, welche in den Gehörgang gesteckt werden. Diese dichten dadurch erheblich viele Geräusche ab und es ist fast unmöglich, bei laufender Musik das Umfeld wahrzunehmen. Dies ist jedoch auch der Grund, weshalb ich die weißen Hörer im Tragekomfort befürworte, da ich mir nichts aus dem Gehörgang ziehen muss sondern ganz einfach die Dinger an- und abnehmen kann. Für mich ist diese Variante in einem Büro mit vielfacher Pausierung der Musik einfach besser geeignet. Wie stark der Halt der Kopfhörer ist, dürfte von der Ohrgröße abhängig sein. Bei mir passten die HBS-i7S sehr gut. Selbst beim Springen oder Joggen fallen die Hörer nicht aus den Ohren. Die schwarzen Hörer hingegen musste ich 3m weiter entfernt suchen, als ich meinen Kopf sehr stark schüttelte, um denselben Versuch zu machen.

System, Verbindung und Bedienung

Biip, Biip, connected… Ungefähr so sollte es sich anhören, wenn die Hörer eingeschaltet werden und die Verbindung zum gewünschten Gerät hergestellt wird. Jedoch ist dies nicht ganz so selbstverständlich wie ich mir anfangs gedacht habe. Die weißen In-Ears müssen beide lange gedrückt gehalten werden, bis sie im Pairing-Modus sind. Danach unbedingt gleichzeitig bei beiden Hörern einen Doppelklick machen. So werden diese untereinander verbunden und einer der beiden hört auf, rot/blau zu blinken. Mit dem weiterhin blinkenden Hörer kann nun das Gerät verbunden werden. Nach dem erfolgreichen Verbinden sagt mir eine Stimme, dass die Verbindung geklappt hat und ich höre im linken Ohr die Stimme sagen „right channel“ und im rechten Ohr „left channel“. Ok da habe ich wohl was falsch gemacht. Nach ca. 20 Versuchen eine andere Kopplung zu schaffen, habe ich es aufgegeben. Nun ist die Musik halt spiegelverkehrt, was weiterhin nicht störend ist. Nachteil der Apple EarPod Clones: Diese können nicht einfach getauscht werden, da es eine Form für links und rechts gibt. Hier sind die X2T im Vorteil; diese sind zueinander komplett identisch aufgebaut und können ganz einfach getauscht werden. Auch beim Verbinden ist es hier etwas einfacher, da die Hörer sich automatisch zueinander verbinden und nicht noch der Doppelklick-Schritt dazwischen gemacht werden muss. Leider verlieren die „Samsung Fakes“ X2T immer wieder die Verbindung untereinander und so hat man öfter eine Soundunterbrechung auf einem Ohr. Dies störte mich sehr bei der Nutzung und war bei diversen Wiedergabegeräten und auch nach einigen Versuchen neu zu koppeln, immer noch vorhanden. Auch die Systemklänge von der netten Dame, welche mich über den Pairing-Status informiert, sind vorhanden. Jedoch sind diese so laut, dass mir die Ohren wackeln, wenn mir das OFF oder ON hinein gebrüllt wird. Auch beim lauter oder leiser stellen, oder während eines Telefonates, ist das Pieps-Geräusch ohrenbetäubend laut.

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In der Bedienung und Nutzung sind beide Versionen gleichermaßen vorprogrammiert. Nach einmaliger erfolgreicher Verbindung werden die Hörer über kurzen Knopfdruck eingeschaltet und verbinden sich automatisch mit dem Quellengerät. Bei beiden muss der linke und der rechte Hörer separat gestartet werden und startet nicht automatisch, wenn dieser aus der Ladebox gezogen wird. Bei Druck auf den Button am In-Ear wird die Musik gestartet oder pausiert. Wenn einer der Hörer durch etwas längeres Drücken ausgeschaltet wird, bekommt der Zweite dies gemeldet und stellt sich sogleich mit aus. Das Hören über nur einen Hörer ist möglich, wenn nicht beide gestartet werden.
Wenn eine Weile keine Musik auf den Hörern läuft, schalten sich die Wireless Headphones nach einiger Zeit selbst aus. Auch das Einstecken in die Ladestation beendet die Musikwiedergabe automatisch. Nach vollständigem Aufladen werden die Station und die Hörer automatisch ausgeschaltet.

Vielleicht noch wichtig zu erwähnen ist, dass beide Versionen mit diversen Android und Apple Geräten getestet wurden und bei allen die gleichen Stärken und Schwächen aufgetreten sind.
Die Empfangsreichweite der BT-Verbindung ist ausreichend und beträgt bei der weißen Version ca. 15m. Die Musik reißt bei den schwarzen X2T Hörern bereits nach ca. 6-7m ab.

Sound- und Kommunikationsqualität

Zuerst zu den Apple EarPod Clones von HBS:
Für Hörbücher sehr gut geeignet, man versteht die Stimmen sehr gut und klar.
Bei der Musik fehlen bestimmte Frequenzen, beispielsweise hohes Klirren einer Tschinelle sind kaum auszumachen. Die Bässe sind für In-Ears überraschenderweise okay aber überschlagen sich manchmal. Klar kann man eine solche Preiskategorie nicht mit einem Bose In-Ear oder ähnlichem vergleichen. Gitarren und Streichinstrumente kommen sehr klar und auch Rasseln, sowie feinere Instrumente kann man in den Songs gut heraushören. Das Überlagern verschiedener Tonhöhen ist leider nicht nur bei den Bässen vorhanden, teils führen höhere Klänge oder Dumpfe Töne zu einem „rasselnden“ Geräusch und stören dadurch das Klangbild. Generell empfinde ich das Klangbild als zu dumpf. Die Klänge sind etwas „zerdrückt“ und weisen auf eine günstige Bauweise hin.
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Die X2T Wireless Headphones schlagen sich besser. Sehr überrascht wurde ich von satten und starken Bässen aus den kleinen Dingern. Dies ist wirklich ein Genuss, im Direktvergleich zu anderen kleinformatigen Kopfhörern. Auch bei voller Lautstärke, was bei eingesteckten In-Ears fast zum Trommelfellriss führt, sind die Klänge ganz klar und deutlich auszumachen. Keinerlei Überlagerungen oder andere Störungen im Soundbild sind zu erkennen. Tiefer und dumpfer als bei den EarPod Fakes kommt die Musik rüber und die Höhen sind etwas ausgeprägter. Das störende Klirren findet bei diesem Typ von In-Ear nicht statt.

Zum Schluss noch ein Wort zur Übertragung: Die Fake Apple EarPod Variante hat eine große Verzögerung zum Wiedergabegerät. Somit ist ein Video aus meiner Sicht unmöglich zu schauen. Explosionsklänge kommen deutlich nach dem Videoeffekt und auch die Stimmen passen ganz und gar nicht zu den Mundbewegungen im Film. Dieser Effekt tritt bei den schwarzen X2T Kopfhörern nicht auf, somit sind diese deutlich im Vorteil bei Video Fans.

Kommen wir nun zum Mikrofon Test:

Beide schlagen sich hier im Duell gleichermaßen. Das verbaute Mikrofon ist ausreichend für ein Telefonat und man wird auch relativ gut verstanden, obwohl das Mikrofon sehr weit weg vom Mund ist. Selbst geringere Umgebungsgeräusche sind leider beim Telefonat wahrzunehmen. Bei starken und lauten Umgebungen ist das Telefonieren somit fast unmöglich und der Gesprächspartner hört mehr Auto-, oder Zuglärm als Stimme.

Akkulaufzeit

Die In-Ears haben ein akustisches Signal, wenn die Batterie zu Ende geht. Nach dem Signal sind jedoch nur noch ca. 10 Sek. für Musik übrig und somit ist diese Batterie Info unbrauchbar.

Eine volle Ladung der In-Ears dauert ca. 1h. Das Aufladen der Station konnte ich nur bei der weißen Version bewerten, da die schwarze selbst nach zweiwöchigem Test noch fast voll war. Die weiße Box ist ca. in 2h vollgeladen.
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Bei dem weißen Kopfhörer ist die Akkukapazität leider nicht ausgewiesen, jedoch schätze ich diese etwa so hoch wie bei den Schwarzen X2T, welche pro Hörer 85mAh haben. Die schwarze Ladebox aus Aluminium hat 1500mAh und reicht somit für etliche Aufladungen. Die Box ist 89g schwer und weißt alleine vom Gewicht auf einen grösseren Akku hin als die weiße Version.
Die Ladestation der Weißen versorgt diese mit ca. 4-5 Ladungen an Power. Somit ist dies ebenfalls ausreichend für mehrere Tage ohne Stromnetz. Die Box der HBS-i7s wiegt nur schlappe 37g und hat daher sicherlich einen geringeren Akku verbaut.

Fazit und Alternative

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Michael Schweizer:

Die weißen HBS-Kopfhörer sind für den Preis empfehlenswert. Für den alltäglichen Gebrauch beim Joggen, Kochen, Putzen oder Hörbuch hören reichen die Hörer aus und sind durch den unglaublich leichten Tragekomfort sehr geeignet.

Musikliebhaber die gerne ein volles Klangspektrum haben, sollten aber die Finger von diesen In-Ears lassen. Auch für den Einsatz um Videos zu schauen, kann ich nur davon abraten. Denn die akustische Verzögerung ist sehr lästig! Der Sound ist als genügend zu bezeichnen, aber überwältigt nicht.

Die Verarbeitungsqualität ist minderwertig und so musste mit Sekundenkleber nachgeholfen werden, damit die Dinger nicht gleich im Müll landeten.
Der Akku ist ausreichend und eine volle Ladung der In-Ears hält ungefähr 4h lang.

Die schwarze X2T Version ist preislich im selben Segment und auch zu empfehlen. Bei meinen Ohren haben diese nicht den perfekten Halt gefunden und sind bei starkem Kopfschütteln herausgefallen. Das Soundspektrum ist hier etwas ausgeprägter und somit für jeden, der auf ausgefeilten Sound wertlegt, empfehlenswert. Hier hingegen ist eine Wiedergabe eines Videos problemlos möglich, da kaum Verzögerung zur Wiedergabe besteht. Die Verarbeitungsqualität ist wesentlich höher und wirkt durchdacht. Auch der Akku ist mit ca. 4h Laufzeit spitze und die Ladebox ist noch etwas langanhaltender als bei dem Kontrahenten in weiß.

Über beide Modelle hinweg gesehen, würde ich die schwarze X2T Samsung Fake Version als Gewinner bezeichnen. Der Sound ist besser, die Bässe satter und die Verarbeitungsqualität ist enorm viel hochwertiger als bei den weißen HBS. Auch die in Aluminium gehaltene Ladebox zeugt von Qualität.

Für mich ist jedoch der Tragekomfort bei In-Ears das A und O, somit würde ich mir persönlich die weiße „Apple Fake“ Version zulegen und somit auf die etwas bessere Soundqualität verzichten. Hier muss jedoch schlussendlich der Nutzer selbst entscheiden, worauf er wert legt und wie gut dieser mit Gummistöpsel oder übergroßen Steckern auskommt.

Auf jeden Fall sind beide Hörer das wenige Geld wert und machen durch den kabellosen Gebrauch extrem Spaß. Klar sollte jedem aber auch sein, dass er für den gleichen Preis erheblich bessere Kabel-Kopfhörer bekommt. Als Version mit 3,5mm Anschhluss lassen sich hier die Xiaomi HD Pro empfehlen und als Bluetooth-Kopfhörer die Taotronics.

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