Aukey hat sich mittlerweile als Hersteller von qualitativen Produkten etabliert. Bei quasi jedem noch so kleinen Gadget kann man sich sicher sein, dass es eine Variante von Aukey gibt. Es ist also nicht verwunderlich, dass Aukey auch im Audio Bereich einen Standfuß hat, der ständig ausgebaut und erweitert wird. Die Aukey Wireless Earbuds sollen ein bisher nicht erschlossenes Feld füllen und gleichzeitig guten Sound zum Mitnehmen liefern. Das alles für ca. 50 €. Ob Aukey hiermit Erfolg hat, lest ihr im Test.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Aukey Wireless Earbuds 9 Sample

Die Earbuds selber kommen in einer sehr ergonomisch wirkenden Form daher. Es gibt keine Kanten und alles ist bis hin zum kleinen Knopf an der Oberseite ist abgerundet. Direkt neben diesem Knopf auf beiden Kopfhörern, eingelassen im matten Plastik auf der Innenseite, finden sich drei kleine vergoldete Kontakte, die für die Ladung benötigt werden. Die Knöpfe haben etwas Spiel und lassen sich in der Fassung bewegen. Unterhalb des Lautsprechers findet sich der jeweilige Buchstabe für Rechts oder Links. Dieser ist nur aufgedruckt, es wäre also durchaus möglich, dass sie sich mit der Zeit auflöst. Der Lautsprecherausgang ist Aukey Wireless Earbuds 3 Samplemit 2 mm Durchmesser verhältnismäßig klein und wird durch ein Alugitter geschützt. Die Earbuds bestehen ansonsten komplett aus Kunststoff. Die matte Innenseite fühlt sich dabei fast schon weich an, während die Außenseite in Klavierlack gehalten ist. In diesen ist das Aukey Logo eingelassen, nicht aufgedruckt. Dieses Logo kann beleuchtet werden, dazu gleich mehr. Dadurch, dass der Kopfhörer aus zwei Teilen besteht, entsteht ein kleiner Spalt, in dem sich recht schnell Verunreinigungen festsetzten. Ein einzelner Kopfhörer wiegt gerade mal luftige 5 Gramm. Beide Kopfhörer zusammen mit der Ladestation immer noch leichte 68,7 Gramm.

Als zweiten Teil der Earbuds erhält man die schon erwähnte Ladestation. Die runde Ladestation besteht aus einer milchig-transparenten Kunststoffoberseite und einer massiveren unteren Hälfte, an der sich auch ein Mirco-USB Anschluss findet. Der Clou: Die zwei Teile lassen sich gegensätzlich zueinander drehen, um die Kopfhörer frei zu legen. Es ist also nicht möglich, dass sich ein Verschluss öffnet und die Earbuds herausfallen können. Zusätzlich dazu halten kleine Magneten die Kopfhörer in ihren Plätzen. Der Drehmechanismus hat zwei Einraststufen, die sich durch ein kleines Klickgeräusch bemerkbar machen. Da der Ladestand der Kopfhörer und der Station durch kleine LEDs gekennzeichnet wird, ist es außerdem durch die milchige Oberfläche möglich, den Ladezustand auch bei geschlossener Station abzulesen. Geladen werden die Kopfhörer über die zuvor erwähnten vergoldeten Kontakte, die in der Ladestation ihr Gegenstück in Form von drei vergoldeten Pins haben. Beide Kopfhörer haben eine kleine Erweiterung der Ladebuchse, um diese mit den Fingern greifbar zu machen. Zwischen den Kopfhörern gelegen, befindet sich die LED, die den Ladestatus der Ladestation anzeigt.

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Die Codierung der verschiedenen LED-Anzeigen ist am Anfang etwas unübersichtlich. Die Kopfhörer können in Blau, Grün und Rot aufleuchten, die Ladestation lediglich in Blau und Rot. Zusätzlich können die Anzeigen blinken oder konstant sein, was wiederum verschiedene Bedeutungen hat. Am Anfang zwar etwas verwirrend, lernt man die Bedeutung der Beleuchtung jedoch sehr schnell zu lesen. Ein weiterer Punkt, der etwas verwirrt, ist die Anzeige des Ladestands der Kopfhörer durch die LED an der Außenseite der Kopfhörer. Die LED wird man während des Tragens nämlich niemals sehen, außer man steht vor einem Spiegel. Fürs Pairing mit einem Gerät gibt es immerhin noch zusätzliche Durchsagen auf Englisch. Auch blinken die Kopfhörer in regelmäßigen Abständen, solange diese verbunden sind. Was ebenfalls in die Kategorie „höre ich, bevor ich es sehe“ fällt und damit recht nutzlos ist.

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Verbunden werden die Kopfhörer natürlich via Bluetooth und haben eine angegebene Reichweite von 10 Metern. Diese lässt sich so bestätigen. Nach ziemlich genau 10 Metern gibt es Aussetzer und Stocker. Eine Wand dazwischen macht selten einen Unterschied. Die Reichweite bleibt bei knapp 10 Metern. Der Ladestand der Kopfhörer kann neben dem Bluetooth Symbol abgelesen werden. Eine Apt-X Unterstützung gibt es nicht.

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Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut, die LED Codierung leider zuweilen etwas nutzlos, zumindest an den Kopfhörern.

Lieferumfang

Aukey Wireless Earbuds 1 Sample

Die kleine Schachtel in der die Aukey Wireless Earbuds kommen, ist gut gepolstert und sehr praktikabel als Transportbox.
– Ladestation (800 mAh)
– Mikro-USB auf USB-A Kabel (50 cm)
– Gebrauchsanweisung (multilingual)
– Garantiekarte
– 6 Aufsätze (alle gleich groß)

Tragekomfort

Die Earbuds liegen quasi in den Wänden der Ohren. Sehr kleine Ohren könnten ein Problem damit haben, allerdings funktioniert das Einsetzen, auch wenn die Earbuds nicht komplett am Ohr anliegen. Je nach Lage war es mal mehr mal weniger schwer, den Knopf auf den Kopfhörern zu erreichen. Der Sitz fühlte sich sehr sicher an, ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ich die Kopfhörer gleich verlieren werde. Piercings am inneren Ohr sind allerdings ein Problem. Je nach Größe der Piercings kann das funktionieren, ist aber eher unwahrscheinlich, beziehungsweise drücken die Earbuds kontinuierlich auf das Piercing, was nach gegebener Zeit recht unangenehm und zuweilen schmerzhaft wird. Hier sollte man vorher abwägen und nach Möglichkeit erstmal testen. Das Gewicht der Kopfhörer ist mit ihren 5 Gramm pro Seite, kaum der Rede wert und auch ansonsten verhält sich das Tragen relativ unspektakulär. Nicht unbedingt ein negativer Aspekt.

Soundqualität

Ladys and Gentlemen, die Aukey Wireless Earbuds könnten durchaus in der Lage sein, eine gute Konkurrenz zur bestehenden Liste der im 50 € Bereich angesiedelten kabellosen Kopfhörer zu bilden, doch leider macht dem Ganzen ein unschöner Fehler im Hochtonbereich ein Strich durch die Rechnung. Alle möglichen hohen Töne führen zu einem unschönen Brazeln und Knistern. Gerade alle Arten von Saiteninstrumenten sind sehr anfällig für dieses Szenario, also nicht nur Geigen und derlei Gerätschaften, sondern selbst die höheren Klänge einer Gitarre brazeln vor sich hin. Ich glaube nicht, dass dieses Gebaren der Normalität entspricht und vermute einen Produktionsfehler. Da Aukey sich aber über eine Woche nicht auf eine Anfrage bezüglich eines Vergleichsexemplars meldete, muss ich wohl oder übel das vorhandene bewerten. Und das ist so unterirdisch, dass ein Genuss von Musik quasi nicht möglich ist. Egal was für Lieder, sobald es einen Hochtonanteil gibt, wird das Hören fast schon unangenehm. Tatsächlich musste ich nach 30 Minuten Pause machen, nicht weil der Akku leer war, sondern weil mich diese Verzerrung unglaublich anstrengte. Ich wechselte auch auf meine normalen Kopfhörer und ohne diese Störgeräusche stellte sich sofort eine gewisse Entspannung ein.
Abgesehen von den völlig unbrauchbaren Höhen sind eigentlich nur die Mitten vollendens akzeptabel und stellen Stimmen ordentlich heraus. Die Bässe können zuweilen recht druckvoll daherkommen, oftmals fehlt es aber an Tiefe. Besser funktionieren Kick-Bässe, diese gibt es aber auch nicht in jedem Lied. Selbst wenn die Kopfhörer nicht in den oberen Liegen mitspielen, in dieser Form sind sie komplett unbrauchbar, sollte es sich Widererwarten doch nicht um einen Produktionsfehler handeln, braucht man diese Aukeys nicht einmal eventuell in Betracht ziehen. Für 50 € gibt es genügend bessere Konkurrenz.

Update

Aukey hat kurz vor der Veröffentlichung des Tests doch noch ein Ersatzpaar zur verfügung gestellt. Bei den Earbuds gibt es anscheinend eine Art Roulette, denn das zweite Paar ist anders abgestimmt als das Erste. Die Bässe sind tiefer und voller, die Höhen sind stark zurückgedreht, wodruch sie auch nicht mehr so brazeln. Im groben und ganzen klingt das neue Paar tatsächlich etwas besser als das Erste. Eine Offenbarung ist der Sound zwar nicht, aber man kann nun immerhin Musik hören.

Akkuleistung

Die Earbuds sind mit beide mit einem 60 mAh Akku ausgestattet. Dieser reicht aus, um die Kopfhörer bei voller Lautstärke ca. drei Stunden zu befeuern. Bei halber Lautstärke werden daraus ungefähr vier Stunden. In der Ladestation verbringen die Kopfhörer ca. 2 Stunden, bis sie wieder voll Aukey Wireless Earbuds 4 Sampleaufgeladen sind. Die Ladestation stellte 800 mAh bereit und brauch ca. zwei Stunden und 20 Minuten um wieder vollgeladen bereitzustehen. Durch zwei Arbeitstage hinweg haben mich die Earbuds ohne Probleme begleitet, danach mussten sie an die Steckdose. Angegeben sind sechs vollständige Ladungen beider Kopfhörer mit einer Ladung der Station. Durch die häufigen kürzeren Ladezyklen, da die Kopfhörer selten ganz leer werden dürften, sind 4–5 Mal Laden realistischer. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Station abschaltet, wenn die Kopfhörer 100 % erreichen und auch nach theoretischem Ruheladeverlust nicht wieder lädt, bevor die Kopfhörer neu eingesetzt werden. Das schont den Akku der Kopfhörer etwas, da diese nicht immer wieder nachgeladen werden und gleichzeitig dürfte der Akku der Ladestation ein paar Milliamperestunden gutmachen. Mit diesen Werten bewegt sich Aukey im oberen Mittel und können hier und da sogar überraschen.

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Was bleibt? Die Akkuleistung ist gut, die Verarbeitung definitiv brauchbar und der Tragekomfort durchaus ansprechend, wenn man nicht durch Piercings behindert wird. Das alles spielt aber keine Rolle, da in diesem Test davon ausgegangen werden muss, dass die Aukeys keine ordentlichen Höhen abspielen können und sofort zu Übersteuerung neigen. Demzufolge kann man die Aukey Wireless Earbuds bei Seite legen und nie wieder anfassen, damit erweist man seinen Ohren zumindest klanglich einen großen Dienst. Solle sich Aukey noch dazu herablassen, ein weiteres Paar Wireless Earbuds zur Verfügung zu stellen, wird dieser Test natürlich aktualisiert. Bis es soweit ist bleibt hier aber ein „Finger weg!“ stehen.

Update

Die neuen Earbuds sind nach wie vor nicht der Überflieger, können nun aber immerhin getragen werden. Wer nach solchen Earpods sucht, kann sich die Aukey Wireless Earbuds mal ansehen, sollte aber nicht zu viel erwarten, eine Kaufempfehlung gibt es allerdings nicht.

69%
  • Design/Verarbeitung 70 %
  • Tragekomfort 75 %
  • Soundqualität 60 %
  • Akkuleistung 80 %
  • Preis/Leistung 60 %

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