Langsam aber sicher stirbt der Klinkenanschluss an Smartphones aus. Neue Kopfhörer mit USB Type-C sind rar auf dem Markt, vielleicht steht also endlich der Durchbruch der Bluetooth Kopfhörer bevor? Der M06 von Ausdom fällt in diese Kategorie. Dieser ist ein ganz klassischer Over-Ear-Kopfhörer, will aber mit dem Fokus auf das Wesentliche und hervorragendem Klang punkten. Mit dem M05 hat es Ausdom vorgemacht, der M06 ist eine Weiterentwicklung dessen. Inzwischen ist der M06 in der zweiten Generation mit Bluetooth 4.0 Standard.

Die Produkte des noch jungen Herstellers Ausdom sind erst seit 2014 auf dem Markt. Neben kabellosen In-Ears und Kopfhörern befinden sich noch Webcams, Überwachungskameras und Auto-Dash-Cams im Sortiment.Ausdom M06 Verpackung1 1200x675

Zurück zum M06 Bluetooth Kopfhörer: Das Datenblatt liest sich vielversprechend: 440mHa Akku für 20 Stunden Musikgenuss, 6 Buttons zur Bedienung, ein Mikrofon und alternativer AUX Eingang. Beim Sound wirbt Ausdom mit Hi-Fi und 3D Klang sowie einem starken Bass. Der Ausdom M06 ist zu lange unter unserem Radar geflogen! Wie gut der Bluetooth Kopfhörer wirklich ist, erfahrt ihr im Test.

Design und Verarbeitung

Der Ausdom M06 kommt mit einem anständigen Lieferumfang: Neben den Kopfhörern liegen noch ein micro-USB (1m lang) und Klinkenkabel (1,5m lang) bei, sowie eine Schnellanleitung auf Englisch. Der Bluetooth Kopfhörer fühlt sich gut an. Größtenteils besteht er aus hartem Kunststoff, nur die ausziehbaren Bänder zur Verstellung der Größe sind aus Metall. Allerdings wackelt nichts und der Kopfhörer ist stabil. Ich hatte den M06 stets im vollbepacktem Rucksack dabei, passiert ist noch nichts.

Das Design wurde quasi so einfach wie möglich gehalten. Einzig die Ohrmuscheln sind nicht komplett schwarz, sondern haben eine Art Patina. Die 6 Buttons sind nach unten hin platziert und auch unscheinbar. Die Status LED ist mir bei den meisten Modellen ein Dorn im Auge – auch bei den Ausdom Kopfhörern! Bei einem abgedunkelten Raum kann diese ungewollt als Stirnlampe mit bläulichem Licht fungieren. Ich habe das Problem mit ein wenig Farbe und Fingerspitzengefühl gelöst.

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Bei den Abmessungen gibt es keine großen Abweichungen zu normalen Kopfhörern. Das Gewicht wurde gering gehalten und kommt dem Tragekomfort zu Gute. Einzig die Ohrmuscheln sind nicht die schmalsten. Die Ohrpolster sind nicht wechselbar, was aber auch nicht nötig ist. Diese sind sehr bequem, weich und schmiegen sich deshalb gut an die Kopfform an. Dadurch ist es längere Zeit möglich, seine Musik zu genießen – auf der Seite zu liegen ist allerdings nicht möglich. Bedenken solltet ihr auch, dass man unter den Kopfhörern im Sommer schwitzt.

In insgesamt 8 Stufen bei maximal 2 cm pro Seite könnt ihr die Länge des Kopfbands anpassen. Die Ohrmuscheln lassen sich an den Gelenken um 180 Grad drehen und auch ein Stück in die andere Richtung. Daraus resultiert ein ausgezeichnetes Tragegefühl. Die Geräuschabschirmung ist dadurch ebenfalls auf einem – für mich – angenehmen Niveau. Ansagen in der Bahn bekommt man durch die Kopfhörer noch mit, Gespräche anderer muss man aber – zum Glück – nicht ertragen.

Funktionen und Bedienung

Dank der sechs integrierten Buttons müsst ihr mit dem Ausdom M06 nie wieder euer Handy aus der Tasche friemeln – fast nie wieder. Die Power Taste lange gedrückt zu halten, schaltet den Kopfhörer ein; noch länger gedrückt halten führt in den Pairing Modus. Eine Damenstimme sagt den Status in Englisch an, weshalb man auch auf die Status LED verzichten könnte. Eine doppelte Belegung der einzelnen Buttons entfällt zum Glück. Dabei könnten die Buttons einen besseren Druckpunkt haben, leicht zu treffen sind sie trotzdem.Ausdom M06 Bedienung 1200x488

Die Verbindung über Bluetooth funktioniert hervorragend! All unsere Testgeräte haben den Ausdom M06 auf Anhieb schnell gefunden. Auch wenn diese bereits gekoppelt waren, werden Smartphone und Tablet sofort gepaired – einzig unser Windows Laptop wollte nicht so recht, was aber am Betriebssystem liegt. Die Verbindungsqualität ist gut, über 9 Meter bleibt sie stabil und besser: Auch durch 2 Holztüren in der Wohnung brach sie bei mir nicht ab.

Die kabellose Verbindung erfolgt im 4.0 Standard, wodurch weniger Akkuleistung benötigt wird. Die 440mHa des Akkus hören sich zwar nicht viel an, aber im Test schafften wir die 20 angegebenen Stunden! Je nachdem wie leise man hört, sind noch mehr Stunden Playback drin. Geladen ist der Ausdom M06 in gut 90 Minuten über ein normales Ladegerät. Das Problem hierbei ist, dass ihr die Lasche der micro-USB Buchse öffnen müsst. Das ist nur schwer möglich und einfach nur ärgerlich! Dafür kann sie einfach rausgeschnitten werden – das letzte Problem nach der LED ist so gelöst.

Auch für kabellose Telefonie hat Ausdom gesorgt und ein Mikrofon eingebaut. Dieses ist eines der besseren Sorte, beim Telefonieren wurde ich stets gut verstanden. Durch die geschlossene Bauweise und Geräuschabschirmung versteht ihr euren Partner ebenfalls klar und deutlich.

Klang

Kommen wir jetzt zum wichtigsten Punkt – dem Klang. Hier kann der Ausdom M06 punkten, und wie! Aus den technischen Daten lässt sich nicht viel vom Sound erahnen, hier kommt es ganz auf die Abstimmung an und die persönlichen Präferenzen. Denn Klang ist subjektiv und stets eine Frage des eigenen Geschmacks.

Die Bluetooth Kopfhörer machen einen wirklich hervorragenden Job. Ich mag einfach das Komplett-Paket, das man mit den M06 bekommt. Zum einen sitzen sie komfortabel auf dem Kopf und fühlen sich hochwertig an. Wenn dann der Klang der Musik richtig einsetzt, macht sich ein Grinsen breit. Mit der Abstimmung der Xiaomi Kopfhörer, wie den Xiaomi Relaxed Version, haben die Ausdom nicht viel gemeinsam. Während Xiaomi auf eine originalgetreue Wiedergabe und „HD-Sound“ setzt, wird er von den Ausdom M06 sehr ansprechend ausgegeben. Ich persönlich mag beides.Ausdom M06 Aufbau1
Ausdom wirbt bei seinem Kopfhörer vor allem mit drei Attributen:

  • 3D Sound: Die Stereo Ausgabe wird hervorgehoben, die Musik klingt so recht plastisch. Es ist quasi nur ein Effekt, trotzdem belebt es den Klang.
  • High-Fidelity: Eine gute Detailwiedergabe ist bei den Ausdom M06 auszumachen, hält sich aber noch in Grenzen. Zum einen ist das Frequenzspektrum nicht so breit wie bei Xiaomi Kopfhörern und zum anderen übertönt Punkt 3, der Bass, dies auch teils.
  • Powerful Bass: Der Bass hört sich einfach geil an, von mir aus darf es bei geschlossenen Überkopfhörern richtig auf den Ohren drücken. Dabei bleibt er noch differenziert und setzt erst richtig in der oberen Hälfte der Lautstärkeskala ein.

Seid ihr ein Fan von elektronischer Musik, so sind die Ausdom M06 eine ausgezeichnete Wahl für euch. Bass und Beat kommen druckvoll, Vocals und andere Details heben sich durch den 3D Sound gut hervor. Bei anderen Musikrichtungen dreht ihr entweder die Lautstärke runter oder schraubt den Bass per Equalizer zurück. Auch ohne ist der Klang mehr als zufriedenstellend.

Das beste Beispiel ist Videomaterial: bis circa halbe Lautstärke bekommt ihr glasklaren Sound von den Ausdom M06. Besonders toll ist hierbei der ausgeprägt Stereo Klang. Dreht ihr die Lautstärke aber hoch, so wird der Bass intensiv und steht teilweise im Vordergrund. Mein Smartphone hat zwar hierfür einen automatischen Equalizer an Bord, das Tablet, welches ich für Serien nutze, aber leider nicht.

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Fazit

84% Preis-Hit

Die Ausdom M06 trumpfen bei uns im Test richtig auf. Bedenkt man den Preis von knapp 40€, erhält man verdammt gute Kopfhörer auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Verarbeitung kann sich zwar nicht mit der von Xiaomi messen, ist aber auf einem guten Niveau. Es wackelt nichts und der Tragekomfort ist hervorragend. Der Sound der Ausdom M06 kam bei den meisten meiner Testhörer sehr gut an, „die druckvolle Musik“ stach besonders positiv hervor. Manche bevorzugen aber auch weniger aufdringliche Headphones; hört am besten mal Probe, Sound kann man nicht lesen, sondern muss man erleben.
Also was unterscheidet die Ausdom M06 von den knapp halb so teuren Bluedio Hurricane? Ihr erhaltet ein weitaus besseres Gesamtpaket bei den kabellosen Kopfhörern von Ausdom. Bei den Bluedio hat man den Preis in den Details gemerkt – was nach einiger Zeit immer negativer aufgefallen ist.
Der Ausdom M06 spielt in Sachen Preis-Leistung in der Oberliga, für 36€ kann man nicht meckern. Auf Amazon erhaltet ihr sie ebenfalls, allerdings ein Stück teurer. Derzeitig nutze ich die Ausdom M06 am PC als Allround-Talent. Für unterwegs sind mir meine Xiaomi In-Ear Pro HD immer noch ein sehr treuer Begleiter. Den Equalizer ein wenig auf Bass gestellt, und die In-Ears sind perfekt! Sucht ihr kabellose Kopfhörer für euer Smartphone, so müsst ihr auf ein günstigeres Preissegment zurückgreifen, die Anker SoundBuds Slim haben mich in durch ihre Materialität, den sicheren Halt und Sound überzeugt.

  • Klang 90 %
  • Tragekomfort 90 %
  • Funktionsumfang 70 %
  • Verarbeitung und Haltbarkeit 80 %
  • Preis/Leistung 90 %

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Kommentar Updates
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Hwinz
Gast
Hwinz

Habe mir aufgrund des Berichts den Ausdom m08 gekauft, dachte der sei besser als 06. Das Bluetooth vom Fernseher ist eine Katastrophe, rauscht extrem. So machts kein Spass. Also schlussendlich ein Fehleinkauf. Da hätte doch besser mehr bezahlt.
Gruß

Jonas Andre
Autor
TeamStarMitgliedVeteran
Jonas Andre

Hallo,

aber wir haben doch die M06 getestet und nicht die M08. Die M06 sind sogar günstiger:).

Beste Grüße

Jonas

Ralf
Gast
Ralf

Habe die Hörer gerade für 22€ incl. Versand bei AliExpress gekauft. Müssten also Zollfrei kommen. Für den Preis kann man glaube ich nichts falsch machen

Ralf
Gast
Ralf

Habe die Hörer jetzt bekommen. Versand unproblematisch. Verarbeitung ordentlich.

Der Bass kommt wie beschrieben sehr fett.
Leider fehlt dem Hörer bei den Mitten und Höhen jegliche Struktur, Klarheit und Spritzigkeit. Man hat das Gefühl das eine Dicke Wolldecke vor den Treibern hängt. Das gilt allerdings nicht für den Bass. Wer sich ein wenig mit Lautsprecherselbstbau befasst hat kennt diesen Klang, es ist so, wie wenn man bei einem Zweiwegesystem den Hochtöner abklemmt und den Bass breitbandig laufen lässt.

Somit ist der Hörer vielleicht zum hören von Hörbüchern geeignet, aber nicht für Musikgenuss.

Vielleicht sollte ihr doch bei Handytests bleiben.

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