Immer mehr Hersteller springen auf den Zug Gaming-Smartphone auf, aber das Xiaomi Black Shark war mit einer der ersten auf dem Markt. Nun geht das Gaming-Handy in die dritte Runde und wir hatten das Xiaomi Black Shark 2 zwei Wochen lang im Test. Neben einem Hardwareupdate bringt es auch die aktuelle Technik der Xiaomi-Flagships mit sich.

Im Vergleich zum Vorgänger, dem BlackShark 1 und dem Facelift Blackshark Helo, kommt das Blackshark 2 nun mit dem neuen Flagship-Prozessor Snapdragon 855. Auch bedient man sich im Xiaomi Regal an den aktuellen Features, den Sony IMX586 48MP Sensor und In-Display-Fingerabdrucksensor und bringt das Gaminghandy auf den neusten Stand der Technik. Preislich liegen wir mit 550€ für die Global Version deutlich über den anderen SD855-Alternativen aus dem Xiaomi Universum, aber lohnt sich das Gerät für ambitionierte Gamer?

Design & Verarbeitung

Was natürlich sofort auffällt, ist das Design des Gaming Smartphones. Einfach komplett anders als der Einheitsbrei der Flagships. Zum einen ist da das Display, das man nicht als Full-Screen bezeichnen würde und zum anderen die auffällig gestaltete Rückseite. Nicht mit einem besonderen funkelnden Anstrich, sondern Einbuchtungen, Metall und Glas, sowie dem leuchtenden Black Shark Logo und LED Leisten an der Seite. Dass es nicht kompakt wird, angesichts des 6,39 Zoll Displays und 4000mAh Akku, kann man sich schon denken: 163.61 x 75.01 x 8.77mm (9,57mm an der dicksten Stelle) bei 205g auf der Waage. Aber da geht noch mehr – das OnePlus 7 Pro zum Beispiel mit 162.6 × 75.9 × 8.8mm und 206g.

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Das Schöne daran ist ja schon fast, dass Ohrlautsprecher, Frontkamera und Sensoren nicht speziell untergebracht werden müssen und ihren normalen Platz einnehmen. Das Displayglas geht auch ganz leicht 2.5D gerundet in den Metallrahmen über. Hier findet sich dann erstmal mit einer feinen Linie in der Black Shark Akzentfarbe Giftgrün wieder. Auch der Schieber auf der rechten Seite für den Shark Space ist grün umrandet. Das restliche Metall ist dafür in Schwarzmatt gehalten. Auf der Rückseite ist ein Rechteck aus schwarz-glänzendem Glas eingelassen, für die Empfangselemente. In der Mitte thront das beleuchtbare Black Shark Logo.

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Am Rahmen findet sich rechts der Powerbutton und Schieber, links die Lautstärkewippe, oben nur ein Loch für eines der beiden Mikrofone und unten das Andere neben dem USB-C Port und SIM-Slot. Ein 3,5mm Kopfhöreranschluss hätte es aber bei einem Gaming-Smartphone schon noch sein können.

Verarbeitungstechnisch hat man hier saubere Arbeit geleistet und alle Materialen fugenfrei miteinander verbunden. Klar ist das Blackshark 2 nicht der monolithische Handschmeichler, aber das Gehäuse muss ja auch noch seinen Zweck erfüllen: perfekt in der Hand liegen zum Zocken. Designtechnisch geht es natürlich kaum auffälliger: (auf Wunsch) zwei leuchtende LED Streifen an den Seiten und dem Blackshark-Logo, dazu die grüne Akzentfarbe. Gefühlt seit letztem Jahr dürfen Smartphones nun ja auch bunt sein, aber diesen Gaming-Stil muss man einfach mögen oder einen Bogen um das Black Shark 2 machen.

Notifications-Wunder Blackshark 2

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Jeder Benachrichtigungs-Junkie findet im Black Shark 2 viele Möglichkeiten, sich Notifications anzeigen zu lassen. Dafür stehen das AMOLED Panel, das Black Shark Logo auf der Rückseite und beide Ambient-Lichtstreifen zur Verfügung. Kommt eine neue Benachrichtigung an, zeigt das AMOLED Panel dies  mit weißer Schrift, wie auch die Uhrzeit und alle anderen Notifications als Symbole. Gleichzeitig dazu leuchten die beiden Streifen an den Seiten und das Blackshark-Logo in der jeweiligen App Farbe. Die Farbe lässt sich natürlich auch in den RGB Farben konfigurieren oder abschalten.

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht System 2 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht GameDock SharkSpace 3Gleichzeitig dazu ist „Raise to Wake up“ (Anheben zum Aktivieren) an Bord, was das Always On Display aktiviert. Allerdings konfigurieren lässt sich das Always On Display nicht, nur per Fingertipp aktivieren. Beides lässt sich ausschalten, würde ich aber in Kombination mit dem In-Display-Fingerabdrucksensor  nicht empfehlen.

Im Betrieb hat man dank der fehlenden Notch oben in der Statusleiste massig Platz für Symbole, 7 Stück werden gleichzeitig angezeigt – bei den Statussymbolen, wie Akku und Empfang, sind es ebenfalls so viele.

Lieferumfang ohne Gaming Controller

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Produktfotos 1Der Lieferumfang unserer Global Version fällt ziemlich normal aus für ein Xiaomi Smartphone. Neben dem Black Shark 2 und dem Begrüßungskärtchen samt Black Shark Stickern, findet sich im Karton noch der USB-C auf 3,5mm Klinkenadapter, da ja inzwischen der Klinkenport gestrichen wurde, ein USB auf USB-C Kabel und der Ladeadapter mit europäischem Stecker. Erfreulicherweise liegt hier direkt schon ein QuickCharge 4+ Ladeadapter bei, der mit bis zu 27 Watt lädt. Außerdem war auch schon eine Displayschutzfolie auf dem Black Shark 2 aufgebracht.

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Produktfotos 11 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Produktfotos 12

Daneben befindet sich noch eine Silikonschutzhülle im Karton. Das Case trägt dabei ganz schön dick auf und die Einhandbedienung ist damit kaum noch möglich. Dafür ist bei der Hülle hinten das leuchtende Blackshark-Logo und die LED Streifen an der Seite ausgestanzt, damit es immer noch schön leuchtet. Oben und unten sind außerdem noch kleine Gumminoppen eingelassen für den besseren Halt.

Xiaomi Blackshark 2 Ankündigung 13 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Controller 2 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Controller 1

Viel wichtiger wären aber die beiden Gamecontroller für links und rechts, das Black Shark  2 Pro Kit für 89€, denn nur so wird das Xiaomi Black Shark 2 auch zum gewünschten Gaming-Smartphone. Leider sind die aber chronisch ausverkauft und lagen uns auch gar nicht bei. Um sie am Black Shark 2 zu befestigen, braucht es die Schutzhülle aus dem Paket.

Daneben gibt es noch das Black Shark 2 Rookie Kit für 39€. Hier bekommt man nur den linken Controller und einen Aufsatz, den man mit der Silikonschutzhülle aus dem Lieferumfang zur Befestigung benutzen muss.

Display

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Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Produktfotos 3Mit dem AMOLED Panel und der ultraschnellen Reaktionszeit gehört das Display des Black Shark 2 zu den Besten auf den Markt. In der Diagonale misst es 6,39 Zoll und ist im 19,5:9 Format. Außerdem verzichtet man ja auf eine Notch, hat dafür aber unten und oben 7mm große Abstände zwischen Panel und Rahmen, links und rechts sind es 1,5mm. Die maximale Helligkeit gibt man mit 710 cd/m² an, wir können sogar 790 messen. Damit kann man auch jetzt bei den sommerlichen Temperaturen in der Sonne das Display gut ablesen.

Bei der Reaktionszeit des Panels bzw. der weltweit kürzesten Latenzzeit wirbt man mit 43,5ms und 240Hz Abtastratedas iPhone X wirbt hier z.B. mit 120Hz. In der Praxis merkt man es nicht direkt, es fühlt sich einfach alles extrem flüssig und „snappy“ an. Wirklich messbar ist es aber im Vergleich zu einem OnePlus 7 Pro nicht, da machen die echten 90Hz deutlich mehr aus. Generell ist das AMOLED Panel aber wirklich sehr gut, bietet hohe Kontraste, starke Farben und ist definitiv auf einem Level mit einem Mi 9.

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht System 1 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht System 5Bei der Farbdarstellung hat man zwar unter Stock Android weniger Möglichkeiten, als unter MIUI, aber ein bisschen was ist trotzdem an Bord. Bei den Farben hat man die Wahl zwischen Kino (Standard), Natürlich und Augenfreundlich. Zudem kann man in jedem Modus stufenlos zwischen warm und kalt verstellen.

Auch die Anzeige- und Schriftgröße lässt sich in fünf bzw. vier Stufen verstellen. Dazu kommen noch der Video-HDR-Modus und Super-Kino-Modus, die beide Videomaterial etwas aufhübschen. Der terminierbare Nachtmodus darf natürlich auch nicht fehlen. Der Punkt „Gerätedesign“ bietet zwar die Wahl zwischen Automatisch, Hell und Dunkel, ändern tut sich hierbei aber nichts. Widevine gibt es auch in der Global Version nur mit L3.

Bedient wird das Black Shark 2 in der Global Version leider nur über visuelle Tasten, was sich auch nicht verstellen lässt. Hier hat man einen Homebutton, den man nach oben zieht für die Multitaskingansicht, und der Zurück Button links.

Leistung & System

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Bechnmark 3 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Bechnmark 1Kommen wir nun mal zu den Dingen, die man von einem Gaming Smartphone erwartet: brachiale Leistung, und die liefert der derzeit beste Prozessor. Im Xiaomi Black Shark 2 kommt der Snapdragon 855 von Qualcomm zum Einsatz. Flankiert von der Adreno 640, mindestens 6GB LPDDR4 Arbeitsspeicher und schnellem 128GB UFS 2.1 Speicher bekommt man das Black Shark 2 einfach nicht in die Knie. In der Praxis könnten wir mit 8GB RAM auch zwei 3D Games gleichzeitig laufen lassen und verzögerungsfrei hin- und herspringen.

Einen großen Anteil leistet auch das Flüssig-Kühlsystem, die „Mehrschichtige Flüssigkeitskühlung 3.0“: auch nach zwei Stunden zocken war das Smartphone oben links gerade mal handwarm (ca. 40 Grad).

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Das Black Shark 2 bekommt man in China mit folgenden Speichergrößen:

China Version:
6GB RAM + 128GB ROM 8+128GB 8+256GB 12+256GB
3199 Yuan – ca. 423€ 3499 Yuan – ca. 463€ 3799 Yuan – ca. 502€ 4199 Yuan – ca. 555€
Shadow Black Shadow Black / Frozen Silver Shadow Black / Frozen Silver Shadow Black / Frozen Silver
Global Version:
8+ 128GB 12+256GB
549€ 649€
Shadow Black Shadow Black / Frozen Silver

Allerdings zahlt man in Europa einen ordentlichen Aufpreis und es werden auch nur offiziell zwei Varianten angeboten. Dabei sind 12GB Arbeitsspeicher völlig übertrieben, aber wer es möchte. Unsere 8GB Version erreicht 20 GB/s und der interne UFS 2.1 Speicher 794 MB/s read und 195 write.

Gaming – Gaming-Center und Magic Press

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht GameDock SharkSpace 2Anlaufstelle für die meisten Interessenten und Gamer wird der Shark Space sein. An der rechten Seite des Blacksharks 2 befindet sich ein Schieber mit geriffelter Oberfläche, der die Gamingoberfläche aktiviert oder auch wieder deaktiviert. Der Sharkspace ist nicht sonderlich umfangreich, aber hübsch gemacht. Im Test wurden die 3D Games alle automatisch hinzugefügt, können aber auch wieder manuell entfernt werden. Dabei wird das Spieleerlebniss „optimiert“, also der Arbeitsspeicher geleert, die Leistung und Netzwerkgeschwindigkeit dem Game zugewiesen und Notifications werden entweder blockiert oder nur klein angezeigt. Außerdem lassen sich noch die Androidbedientasten sperren, Magic Touch einrichten oder ein Performance Monitor anzeigen.

Alternativ startet das Gaming-Overlay auch, wenn man die Games von der normalen Android Oberfläche heraus startet. Dafür zieht man einfach von der Ecke rechts unten zur Mitte hin und bekommt die Einstellungen eingeblendet. Auch ein Beobachtermodus ist integriert, wahrscheinlich zum Streamen, aber bei uns verursacht der Modus nur einen Absturz des Shark Spaces.

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht GameDock SharkSpace 4 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht GameDock SharkSpace 5

Nubia Red Magic 3 und Vivo IQOO haben sensitive Buttons als Schultertasten am Rahmen – Black Shark kontert hingegen mit Magic Press. Hierbei ist nicht der Touchscreen drucksensitiv, sondern zwei Sensoren links und rechts unter dem Panel registrieren die Stärke. Im Gaming Center lässt sich die Druckstärke überwachen und das Auslösen in fünf Druckstufen für links und rechts festlegen. Dann kann man zwei kleine „L“ und „R“ Buttons auf die jeweilige On-Screen-Aktion verschieben. Das funktioniert in der Praxis auch wirklich zuverlässig und gerade in komplexen Spielen kann man es gut nutzen. Allerdings wären mir die Schultertasten lieber gewesen, da so die beiden Daumen nur noch mehr Aufgaben übernehmen, statt die Zeigefinger zu nutzen.

Fazit zum Gaming Modus / Shark Space: Inzwischen bieten alle Systeme und Launcher einen speziellen Gaming Modus, der das Erlebnis optimiert. Mit dem Shark Space alleine kann das Black Shark 2 also nicht punkten. Dann wäre da noch die Kühlung der Hardware und Magic Press. Beides funktioniert vorzüglich, aber die Bereicherung schlechthin ist es auch nicht: der Snapdragon 855 hat noch massig Reserven, sodass er nicht auf Hochtouren laufen muss, und Magic Press bietet nicht den Komfort, den z.B. die externen Controller für das Black Shark 2 bringen – leider hatten wir sie aber nicht im Test.

System – Joy UI ohne MIUI

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht System 3Blackshark 2 Testbericht SystemBeim System gibt es tatsächlich große Unterschiede zwischen der China und Global Version, obwohl sich beides Joy UI nennt. Beides basiert auf Android 9 Pie. In der China Version bekommt man MIUI mit einem „Gaming“-Look und allen Features, die Xiaomi Smartphones bieten. Unsere Global Version hingegen basiert auf Stock Android und es wurde lediglich die bewährte MIUI Kamera, der Blackshark Shark Space und ein paar Einstellungen implementiert.

So muss man auch auf die Full Screen Gesten zur Bedienung verzichten und die komische vorinstallierte Lösung nutzen. Unten hat man eine Leiste mit Homebutton – Long Press für den Google Assistant -, nur links den Back-Button und zieht man nach oben gelangt man zu den zuletzt genutzten Apps. Dies steht aber auch im Konflikt mit der App Übersicht des Launchers: so muss man zweimal nach oben ziehen, um zu all seinen installierten Apps zu gelangen.

Stock Android ist für so ein Gaming Smartphone einfach nicht attraktiv: zu wenig Einstellungen und Individualisierungsmöglichkeiten sowie zu simpel für die Zielgruppe. Persönlich würde ich lieber zur China Version greifen – auch hier bekommt man  LTE Band 20 – und Joy UI mit MIUI auf Englisch.

Kamera

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Bechnmark 2 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht KameraAppBei der Kamera bekommt man leider nicht das Flagship Setup, das im Xiaomi Mi 9 SE oder gar Mi 9 zum Einsatz kommt. Dabei kommt das Black Shark 2 mit einer Dual Kamera und ebenfalls mit dem Sony IMX586 Sensor mit 48MP Auflösung und f/1.8 Blende. Zur Seite steht ein Telephoto Sensor mit 12MP, f/2.2 und zweifach optischem Zoom. Ein Name findet sich nicht, aber hier könnte es sich um denselben aus dem Mi 9 handeln. Allerdings wird der Autofokus beim Black Shark 2 lediglich über PDAF gesetzt.

Dafür kommt aber die MIUI Cam zum Einsatz und man hat die gewohnt große Auswahl an Möglichkeiten. Auch die Xiaomi AI ist beim Black Shark mit an Bord und liefert auf Wunsch deutlich buntere und künstlerische Bilder.

Bilder schießt der Sony IMX586 Sensor immer mit Pixel Binning und liefert 12MP Aufnahmen – Verstellen auf 48MP lässt sich das allerdings nicht. Trotz der hohen Auflösung gehen bei den Aufnahmen Strukturen schnell flöten, selbst bei Tageslichaufnahmen. So verschmilzt Gras zu einer einheitlichen Masse. Das Problem findet sich so auch beim deutlich günstigeren Redmi Note 7 mit dem günstigeren 48MP Sensor von Samsung, aber das minimal bessere Redmi Note 7 Pro, ebenfalls mit Sony IMX586 wie das Black Shark 2, kann das Problem schon ablegen.

Wo das Black Shark 2 dann aber wieder seinen hohen Preis und Flagship-Status rechtfertigen kann, ist bei Farbumfang und Wiedergabe sowie dem dynamischen Kontrast. Hier kann das Black Shark 2 auch zu einem Xiaomi Mi 9 SE aufschließen und fängt das Motiv bei Tageslicht sowie Indoor Aufnahmen gut ein.

Bei wenig Licht oder in der Nacht hat auch das Black Shark 2 wieder seine Schwächen, wie jede Kamera der oberen Mittelklasse. Gefühlt können nur die richtig teuren Flagships sich deutlich absetzen. Beim Black Shark 2 rauscht es hier mal wieder deutlich und MIUIs Nachtmodus gehört auch nicht zu den Besten, um das zu kompensieren.

Telephoto-Sensor: Beim zweiten Sensor des Dual-Kamera-Setups handelt es sich um einen Telephoto Sensor mit 12MP und f/2.2. Dazu kommt der zweifach optische Zoom hinzu. Darüber hinaus kann man 8x digital / hybrid reinzoomen. Wechselt man aber den Sensor, also man zoomt in der App, dann kommt man nicht nur näher zum Motiv, die Farbgestaltung ändert sich auch drastisch! Ist sie normal etwas kühl und realitätsnäher, wird sie bei der Telelinse richtig warm. Die Bildqualität wird beim Telephoto-Sensor etwas schlechter gegenüber dem IMX586.

Bokeh-Shots: Der zweite Sinn des Dual Camera Setups sind die Portrait Aufnahmen / Bokeh Shots. Die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund funktioniert hervorragend. Aber zu nah am Objekt sollte man nicht stehen, denn zum einen zoomt das Black Shark 2 stark im Porträt Mode heran und zum anderen gehen einige Details verloren.

Selfie-Camera: Auf der Vorderseite schießt ein einzelner 20MP f/2.0 Sensor Selfies. Die Aufnahmen sind brauchbar, Details voll da und die Farben auch realitätsnah. Trotz der vielen Megapixeln kommt das Black Shark 2 aber auch hier nicht gegen ein Redmi Note 7 / 7 Pro an. Im Vergleich sind die Details einfach grobkörniger, die Farben flacher und der Hintergrund unschärfer. Außerdem wird dieser bei Sonne auch schnell überbelichtet.

Videos: Für Videos stehen beim Black Shark 2 nur 30fps in 4K, 1080p und 720p zur Verfügung. Ein OIS ist verbaut und sorgt in Kombination mit dem EIS bei 1080p für eine recht gute Stabilisierung. Auch hier nicht auf dem Niveau der Flagships, denn Ruckler sind immer noch vernehmbar, aber für gelegentliche Aufnahmen, kann man das Gaming-Smartphone für Videos nutzen. Leider lässt sich aber der Telephoto-Sensor hier nicht benutzen und man kann während der Aufnahme nur digital zoomen. Wer noch ein bisschen weiter rumspielen möchte, kann Slow-Motion Videos in 120 oder 240 fps aufnehmen.

Kurzes Fazit zur Kamera: Deutlich teurer als die anderen Xiaomi Flagships und dabei auch noch mit der schlechteren Kamera. Während die Farben und Kontraste gelungen sind, sieht man die schlechte Detailstufe doch direkt auf dem großen Bildschirm. Allerdings steht die Kamera nun beim „Gaming-Smartphone“ speziell auch nicht im Vordergrund. Dafür bringt die Dual Cam um den Sony IMX586 schon brauchbare Ergebnisse. Aber für 550€ wäre doch auch sicher mehr drinnen gewesen.

Ein funktionierender Google Camera Mod stand zum Testzeitpunkt leider nicht zur Verfügung, die App startet zwar, verbindet sich aber nicht dauerhaft mit der Kamera.

Konnektivität

Eigentlich unterscheiden sich die chinesische und global Version nur beim Launcher: die Global Version kommt zusätzlich noch mit LTE Band 28 – welches vielleicht 2020 dann mal so langsam genutzt wird. Diese Frequenzen werden unterstützt:Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Produktfotos 10

  • FDD LTE (band B1/B3/B4/B5/B7/B8/B20)
  • TDD LTE (band B34/B38/B39/B40/B41)
  • TD-SCDMA (band B34/B39)
  • WCDMA (band B1/B2/B5/B8)
  • GSM (band B2/B3/B5/B8)
  • CDMA/EVDO (band BC0)

Außerdem wird für die LTE Bänder 1/3/39/41 4×4 MIMO unterstützt, was unterwegs für einen stärkeren Empfang sorgt. Im SIM Slot lassen sich zwei Nano SIM-Karten gleichzeitig nutzen und es ist auch egal, welchen man nutzt. Beim Empfang gab es nie Probleme im Netz der Telekom und VoLTE war auch direkt aktiviert. Telefonieren klappt so auch verdammt gut, denn der Lautsprecher oben ist laut und klingt sauber, und auch die beiden Mikrofone filtern Störgeräusche effektiv heraus. Den Lautsprecher kann man ebenso gut benutzen, man muss nur ein bisschen lauter sprechen.

Die Ausstattung ist ziemlich voll, aber auf die eigene Weise. Dazu gehört das ganze Zeug, was ein Gaming Handy ausmacht. Was dazu nicht zählt, ist NFC. WiFi ist an Bord mit ac-Standard, Dual Band und 2×2 MIMO Technik an Bord – zusätzlich verlaufen die Antennen kreuzförmig, um besseren Empfang zu gewährleisten. Bluetooth findet sich in der Version 5.0 wieder.

Zur Navigation steht ein elektronischer Kompass und Dual Band GPS, AGPS, GLONASS sowie BeiDou bereit. Den Test im Auto und zu Fuß in der Stadt besteht das Black Shark 2 ohne Probleme. An Sensoren findet sich neben Magic Press für den Touchscreen, ein Gyroskop, sowie ein Beschleunigung-, Licht- und Näherungssensor an Bord.

Lautsprecher – Gaming-ready?

Oben und unten finden sich mittig 4cm lange Schlitze für die Lautsprechern. In den beiden Lautsprechern sammelt sich allerdings auch gerne Staub, der wieder weggesaugt werden möchte. Dafür gehören die Speaker definitiv zu dem Besten, was der Markt derzeit so hergibt. Zum einen sind sie direkt zum Nutzer gerichtet, werden aber auch nicht im Landscape-Modus von den Händen verdeckt. Mal ganz ausnahmsweise liefert das Gaming Smartphone sogar etwas Bass ab 1/3 der Lautstärke. Richtig laut können die Speaker auch: bei knapp ¾ können sie mit einem kleinen Bluetooth Speaker (so ca. 3 Watt) mithalten, dafür plärrt es bei maximaler Lautstärke aber auch.

Fingerabdrucksensor mit Problemen

Zum Einsatz kommt zwar der gleiche In-Display-Fingerabdrucksensor wie auch im Xiaomi Mi 9, allerdings funktioniert er hier nicht so zuverlässig. Sei es nun Stock Android statt MIUI oder die Displayschutzfolie über dem Display. In der Praxis kommt man aber dennoch immer noch auf ca. 75% Erfolgsrate beim In-Display-Fingerprintreader allein und landet in knapp unter einer Sekunde auf dem Home Screen. Das könnte aber mit einem Update verbessert werden. Beim Mi 9 hat der Sensor direkt nach Verkaufsstart auch noch nicht ganz so gut funktioniert.

Zum anderen ist mir aber ein Bug aufgefallen, der erfordert, das Black Shark 2 zu sperren und wieder aufzuwecken über den Powerbutton, ansonsten kann man beliebig oft den Fingerabdrucksensor unter dem Display tippen mit der Animation, ohne dass es entsperrt wird oder die Versuche beschränkt werden. Ein Muster ist dabei schwer festzumachen, aber gefühlt, wenn die ersten vier Entsperrversuche schon nicht klappen, wird’s nichts mehr.

Mit Face Unlock über die Frontkamera funktioniert es dafür aber umso besser. Dies wird zwar ohne Infrarot oder Software Spielereien, z.B. erhöhte Displayhelligkeit umgesetzt, profitiert aber vom Always on Display. Schon wenn man das Black Shark 2 in die Hand nimmt aktiviert sich der Fingerabdrucksensor unter dem Display, das AOD Display und damit auch die Frontkamera. Keine halbe Sekunde später, wenn man im Bild der Selfiecam ist, hat man sein Gaming-Smartphone dann auch entsperrt in der Hand. Ist es zu dunkel, bekommt die Frontkamera das natürlich nicht mehr hin, aber auch wenn die Rollos unten waren oder nachts mit Straßenbeleuchtung reichte das Licht noch aus.

Die Sperre mit einem einfachen Bild oder anderen Personen zu umgehen, hat in der Praxis nicht geklappt. Also wenn man Face Unlock zusätzlich zum In-Display-Fingerprintreader einrichten und benutzen möchte, hat man keine Probleme mit der biometrischen und schnellen Entsperrung des Black Shark 2.

Akku

Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Akkulaufzeit 1 Xiaomi Blackshark 2 Testbericht Akkulaufzeit 2Klar wollen das 6,4 Zoll große Display, der Snapdragon 855 und Gaming-Trieb des Nutzers ordentlichmit Strom versorgt werden, dafür ist ein 4000mAh Akku im Xiaomi Blackshark 2 verbaut. Hier im Screenshot mal zwei exemplarische Screeenshots für die Nutzung des Blackshark 2: einmal mit einer Screen-On-Time von gut 10 Stunden und einmal nur 6 Stunden inklusive Gaming. Beim Standby-Verbrauch gibt es soweit keine Auffälligkeiten. Hält man sich also zurück, dann kommt man mit dem Blackshark 2 auch gut zwei Tage über die Runden. Im PC Mark Akkubenchmark erreicht das Xiaomi Smartphone damit 12:45 Stunden bei 200 cd/m².

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Im Lieferumfang befindet sich glücklicherweise direkt das entsprechende Schnellladegerät. Dieses lädt mit maximal 20 Volt und 1,35 Ampere (27 Watt) und pumpt das Blackshark 2 so in 70 Minuten von 0 auf 100%. Gerade beim zwischendrin Nachladen im Bereich von 20 bis 90% gelangen in 10 Minuten 20% in den Akku. Dabei wird das Blackshark Handy aber auch schon ordentlich warm trotz der guten Kühlung.

Die gleichen Ergebnisse erreicht man außerdem auch über Power Delivery, so kann man auch unterwegs sein Smartphone mit der passenden Powerbank schnell wieder vollladen und hat auch bei der Wahl des Netzteils ein größeres Sortiment. Wireless Charging über QI ist hingegen nicht möglich.

Fazit und Alternative

Erik-Zuerrlein
Erik Zürrlein:

Extroveriertes Design, brachiale Leistung, ein tolles Display und komplette Ausstattung für einen Preis, der noch immer unter der aktuellen Flagship Generation liegt. Man muss es aber schon wollen. Denn die Kamera ist nicht sehr gut, die Ausmaße deutlich größer durch den „Gaming-Faktor“ und mit dem Stock Android Überzug gefällt mir das Gaming-Smartphone auch nicht so gut. Dann lieber mit Joy UI und MIUI in der China-Version, statt die Global Version mit Stock-Android. (für die China Version wären es auch mehr Punkte bei Leistung und System).

Steht man nun also auf das ausgefallene Design und ein Smartphone „nicht von der Stange“, den großen Akku und das notch-freie Design, dann kann man sich schon mal das Xiaomi Blackshark 2 anschauen. Oder man ist eben auf der Suche nach einem starken Gaming-Smartphone samt der passenden Controller.

Ansonsten spricht hingegen alles für günstigere und bessere Flagships wie das Xiaomi Mi 9. Hier gibt es die bessere Ausstattung,  bessere Kameras, auch den Snapdragon 855 und das für gut 100€ weniger – und ja, damit kann man ebenso gut zocken. Alternativ haben wir natürlich jetzt auch das Redmi K20 bzw. Xiaomi Mi9T, je nachdem was besser gefällt.

87%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 85 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 95 %

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Hmm, also der Test klingt ja deutlich negativer, als es die 87%-Wertung aussagt. Letztendlich gibt es beim Blackshark 2 weniger als bei einem Mi 9 und kostet aber locker 100€ mehr. Vielleicht sollte Xiaomi noch einmal überlegen, was abseits von Rechenpower für Gamer interessant ist:
– Ein schnelles Display (OnePlus geht hier einen exzellenten Weg mit dem 90Hz- Display.
Das hätte ich mir persönlich auch hier gewünscht)
– Ein ausdauernder Akku (4000mAh ist typisch für Xiaomi, aber es hätten auch 5000mAh werden können oder mehr. Dadurch hätte sich der Formfaktor auch nicht wesentlich verändert)
– Zusätzliche und clevere Gaming-Features (Der Game-Modus wurde mittlerweile auch für andere Xiaomi-Smartphones ins System integriert. Selbst mein 1,5 Jahre altes Note 5 hat den sogenannten “Gaming Boost” erhalten, der letztendlich fast dasselbe erledigt wie die Software im Blackshark 2)

Sehe ich mir diese drei Disziplinen an, dann erkenne ich ehrlich gesagt so gut wie keine Stärken beim Blackshark 2. Klar, das Display mag auch ohne 90Hz sehr gut sein (Xiaomi eben), aber beim Rest bekomme ich einfach nicht die Features, die man gerne sehen würde in einem Gaming-Smartphone.

Generell muss Xiaomi aktuell aufpassen sich nicht mit viel zu vielen verschiedenen Smartphone-Reihen zu verzetteln. Man verliert aktuell ja fast schon den Überblick. Zudem werden die Updates von Xiaomi aktuell immer verbuggter. Mein altes Note 4 läuft auch nach über 2,5 Jahren noch pfeilschnell, während mein Note 5 auch aktuell mit dem neuesten Update auf Android 9 zahlreiche kleine Macken aufweist, die auch ein Werksreset nicht ändern konnte. Klar, bin ich froh, dass Xiaomi auch ein 1,5 Jahre altes Smartphone noch aktuell halten will, aber es scheint mir so, dass Xiaomi in der Mittelklasse wie Huawei damals das Sparen anfängt, was ich letztendlich sehr schade finde.

Bin ich trotzdem noch zufrieden? Natürlich 😉 Ich habe mich mittlerweile durch so viele Xiaomi-Produkte gewühlt, dass ich mit der Marke gut vertraut bin und die Stärken zu schätzen weiß, während ich die Makel gut ausblenden kann. Ich hoffe, dass das Mi 9T Pro endlich auch den europäischen Markt erreicht, denn das Gerät erscheint mir aktuell als bester Austausch zu meinem aktuellen Redmi Note 5. Außerdem will ich gerne mal in die Oberklasse schnuppern 😉

Das Blackshark 2 ist dagegen, auch wenn ich gerne am Handy spiele, aufgrund oben genannter Dinge nicht wirklich brauchbar. Schade eigentlich 🙁

Mogli
Gast
Mogli

” …Global Version mit Stock Android” und das soll jetzt echt ein Minuspunkt sein??? Die meisten lecken sich warum auch immer die Finger danach.

Marion Bergan
Gast
Marion Bergan

Ist doch Recht gut beschrieben, weshalb er es als Nachteil empfindet.
Satzzeichen sind keine Rudeltiere.