Das Blackview R7 ist das erste Flagship des Herstellers. Die Ausstattung ist mit einem 5,5 Zoll 1080p Display, einem aktuellen Helio P10 Prozessor, 4/32 GB Speicher und Android 6 nahezu identisch mit dem Elephone P9000. Im ausführlichen Test zeigt das Blackview R7 vor allem eines: Gute Hardware auf dem Datenblatt macht noch kein gutes Handy.

Design und Verarbeitung

Das Blackview R7 besteht bis auf zwei Kunststoffleisten auf der Rückseite vollständig aus Metall. In der Hand fühlt sich das R7 entsprechend hochwertig an, das Gewicht von 199g ist jedoch deutlich zu schwer für ein 5,5 Zoll Gerät. Das Handy ist 76,5mm breit, 151,5mm lang und 9,5mm dick. Im Vergleich mit dem P9000 ist es also spürbar länger, breiter und dicker als der Konkurrent. Die Ränder links und rechts zum Display sind mit 3,5mm nicht sonderlich schmal gehalten.

Blackview R7 Design Verarbeitung (7) Blackview R7 Design Verarbeitung (6) Blackview R7 Design Verarbeitung (2) Blackview R7 Design Verarbeitung (1)

Der Aluminiumrahmen hat einen sehr schönen Schliff und wird zur Mitte hin schmäler. Trotz leicht abgerundeten 2.5D Glas ist der Übergang zum Display mit einer Gummilippe blockiert und man spürt eine Kante. Ansonsten ist die Verarbeitung gelungen, bis auf den USB-Anschluss (Micro-USB), welcher leicht schräg in der Unterseite eingebaut ist. Die Tasten an der rechten Außenseite haben einen angenehmen Druckpunkt und sitzen sicher im Gehäuse. Der Sim-Karten-Einschub befindet sich links im Rahmen und sitzt nicht perfekt im Gehäuse. Streift man mit dem Finger drüber, spürt man die Kanten und der Sim-Einschub wackelt nach links und rechts. Die Verbindung zur Sim wird jedoch nie unterbrochen. In das Blackview R7 passen 2 Micro-Sim-Karten oder eine Micro-Sim und eine Micro-SD (bis 128GB).

Blackview R7 Design Verarbeitung (3) Blackview R7 Design Verarbeitung (4)

Die 3 klassischen Android Sensortasten sind nicht beleuchtet und eine Benachrichtigungs-LED sucht man vergebens. Der Rückdeckel kann nicht einfach abgelöst werden und der Zugriff auf den 3000 mAh starken Akku bleibt verwehrt. Blackview gibt sich beim R7 zwar Mühe, aber so richtig klappt es in Punkto Verarbeitung und Design dann doch nicht. Das Elephone P9000 ist kompakter und spürbar besser verarbeitet.

Lieferumfang des Blackview R7

Hier wird bei Blackview an nichts gespart. Neben Ladeadapter und USB-Kabel sind noch Kopfhörer, OTG-Kabel und eine Silikon-Hülle mit dabei.

Blackview R7 Design Verarbeitung (5)

Display

Das Blackview R7 verfügt über ein 5,5 Zoll IPS-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Mit 400 Pixel pro Zoll erscheinen alle Inhalte gestochen scharf, einzelne Bildpunkte sucht man auf dem R7 vergeblich. Die Farben auf dem Display wirken kräftig und mit Mediateks App „MiraVision“ kann im Optionsmenü nach Belieben nachjustiert werden. Mir persönlich sind die Farben etwas zu kalt und das Weiß zu grell. Blickwinkelstabilität und Schärfe liegen auf dem gleichen Niveau wie das Redmi Note 3 Pro und das Elephone P9000. Auch die maximale Helligkeit ist für Einsätze im Freien durchaus ausreichend. Im direkten Sonnenlicht wird es dann jedoch schwierig.

Blackview R7 Display (2) Blackview R7 Display (1)

Das 2.5D Glas ist von einem Gummi umgeben, der beim Übergang zum Rahmen für eine spürbare Kante sorgt. Vor Kratzern schützt beim Blackview R7 Corning Gorilla Glas 3. Das 5-Punkt Multitouch Display eignet sich auch für Schnellschreiber. Alle Eingaben werden genau und schnell verarbeitet. Das Display des Blackview R7 ist dem Preis angemessen und kann mit der Konkurrenz mithalten.

Leistung

Blackview verbaut im R7 einen Helio P10 (MT6755) Prozessor von Mediatek. Im Zusammenspiel mit 4GB RAM und einer Mali-T860 GPU sorgt dieser für ein super flüssiges System und auch Spiele kann man problemlos nutzen. Die 8 Cortex-A53-Kerne takten mit jeweils 2 GHz. Selbst die anspruchsvollsten Spiele wie Asphalt 8 oder Modern Kombat 5 laufen weitestgehend flüssig und können angenehm gespielt werden. Die Übertragungsraten des 4GB großen RAM-Speicher sind schnell und Multitasking ist mit dem Blackview R7 problemlos möglich. Selbst mit vielen Apps im Hintergrund wird das System nicht langsamer. Der interne Speicher ist mit 32GB gut bemessen und die Schreib-/Lesegeschwindigkeit von 235/137 MB/s kann sich sehen lassen. Zusätzlich kann man den Speicher mit einer Micro-SD (bis 128GB) erweitern. Dies allerdings nur wenn man auf Dual-Sim verzichtet (Hybrid-Slot).

passende MicroSDs auf

Blackview R7 Antutu Benchmark Blackview R7 Geekbench 3 Blackview R7 Speicher Geschwindigkeiten

Das Hitzemanagement beim Spielen und anspruchsvollen Tasks ist gut, das R7 wird nie wärmer als 38°C. Blackview optimiert das System optimal für den Helio P10 und alle Benchmarks sind besser als beim Elephone P9000. Die Leistung beliebt aber hinter einem Redmi Note 3 Pro deutlich zurück.

Blackview R7 3D Benchmark (3) Blackview R7 3D Benchmark (2) Blackview R7 3D Benchmark (1)

Blackview R7 mit Android 6 und eigenem UI

Das Blackview R7 wird mit Android 6 ab Werk ausgeliefert. Anstatt den Stock-Android Style zu verwenden, liegt ein eigener Blackview Launcher über dem System. Es ist kein App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps) vorhanden und das Design der Icons ist stark angepasst. Auch Optionsmenü und Schnellstartleiste wurden sichtbar verändert. Ein alternativer Launcher schafft Abhilfe für den Home-Screen. Die Änderungen im Optionsmenü und der Schnellstartleiste können ohne Root nicht geändert werden. Das System ist nicht hässlich und man findet sich auch noch gut zurecht. Als zusätzliche Features bietet das Blackview R7 SmartWake, das Display kann also z.B. mit einem Doppelklick aufgeweckt werden.

Blackview R7 User Interface Launcher (2) Blackview R7 User Interface Launcher (3) Blackview R7 User Interface Launcher (1)

Blackview R7 Android 6 MashmallowAuch der System UI-Tuner (2-mal nach unten wischen und 5 Sekunden auf das Zahnrad oben rechts klicken und loslassen) kann aktiviert und die Schnellstartleiste anschließend nach Belieben geordnet werden. Der Blackview eigene Launcher bietet keinen spürbaren Mehrwert gegenüber Stock-Android. Der Zwang zum veränderten Optionsmenü und der Schnellstartleiste ist schlichtweg ein Fehltritt. Updates gibt es via OTA direkt auf das Smartphone. Wir haben das Gerät mit verschiedenen Antiviren-Scannern geprüft und das System ist frei von Trojanern und Viren. Nervig ist jedoch, dass Twitter und Facebook vorinstalliert sind und nicht deinstalliert werden können. Das System des Blackview R7 ist sehr schnell und auch übersichtlich. Mit dem eigenen Launcher macht es sich Blackview jedoch schwerer, als es eigentlich ist. Ein schönes Stock-Android wäre mir persönlich und wahrscheinlich auch den meisten Nutzern lieber gewesen, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Kamera

Die Hauptkamera des Blackview R7 verfügt über einen 13MP Sensor von OmniVision (ov13853). Dieser Sensor kommt auch im Blackview BV6000 zum Einsatz. Die Bildqualität ist brauchbar, aber auch hier kann das Blackview R7 nicht mit der Konkurrenz mithalten. Die Bilder sind scharf und verfügen über viele Details. Die Farbwiedergabe ist auf den Fotos klar zu schwach. Die Farben müssten kräftiger sein. Der Autofokus arbeitet gelegentlich etwas träge und die Auslösezeit ist ebenfalls etwas zu lange. Videos können maximal mit 1080p aufgenommen werden, sind jedoch meist sehr verwackelt.

Kommunikation und Konnektivität

Blackview R7 Empfang Netz LTEDas Blackview R7 funkt auf allen 2G, 3G und 4G Frequenzen mit durchweg starkem Empfang. Mobiles Surfen macht auf dem Gerät richtig Spaß und auch Probleme beim Rendern kennt der Browser nicht. Die Gesprächsqualität ist beidseitig gut, die Stimme wird lediglich etwas dumpf weitergeleitet. Das geräuschunterdrückende Mikrofon filtert Störgeräusche heraus. Selbst der Freisprecher kann verwendet werden. Der interne Lautsprecher des Blackview R7 ist zwar laut, übersteuert aber bereits bei 60% deutlich. Der Sound ist auch wenig differenziert und komplett frei von Bässen.

Elephone P9000 WLAN Empfang

Elephone P9000 WLAN Empfang

Blackview R7 WLAN Vergleich

Blackview R7 WLAN Vergleich

Das WLAN funkt im 2,4 und 5GHz Netz, Reichweite und Datendurchsatz liegen jedoch unter dem Durchschnitt. So gravierend, dass man direkt vor dem Router sein muss, ist es nicht, aber der Unterschied ist im Vergleich zum Elephone P9000 deutlich spürbar und im WIFI-Analyzer auch sichtbar.

Das größte Problem liegt momentan jedoch daran, dass sich das WLAN immer wenn der Bildschirm schwarz wird vom Router entkoppelt. Dies ist ein Software-Problem und muss schnellstmöglich behoben werden. Die Nutzung des Smartphones ist derzeit somit nur mit der App „WIFI-Fixer“ möglich.

Das GPS Modul verrichtet einen durchschnittlichen Job. Innerhalb weniger Sekunden verbindet sich das Handy mit 10-15 Satelliten und bestimmt die Position auf 3-5m genau. Auf der 50km langen Teststrecke durch die Innenstadt und Landstraßen kamen alle Ansagen auf den Punkt und es gab in der Praxis keine Probleme. Ein Kompass unterstützt bei der Fußgängernavigation, dieser muss jedoch häufig kalibriert werden. Das Bluetooth 4.0 Modul funktioniert einwandfrei. OTG wird ebenfalls unterstützt.

Blackview R7 SensorenNeben den 3 Standardsensoren (Beschleunigungs-, Helligkeits-, und Näherungs-Sensor) ist leider kein zusätzlicher Gyroskop-Sensor mit verbaut. Somit können also VR-Brillen (Google-Glasses) nicht genutzt werden. Der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und genau. Auf dem gleichen Niveau wie beim Redmi Note 3 Pro oder dem Elephone P9000 ist dieser jedoch nicht. Die Entsperrzeit ist unter einer Sekunde, aber nur 6/10 Versuchen führen beim ersten Auflegen des Fingers zum Erfolg.

Akkulaufzeit

Blackview R7 Display eingeschaltet Akku Blackview R7 AkkulaufzeitBlackview R7 Geebench Akku test

Das Blackview R7 ist mit einem 3000 mAh starken Lithium-Ionen Akku ausgestattet. Dieser kann nicht einfach gewechselt werden. Mit Mediateks Pump-Express (Quick-Charge), lädt das Handy von 0 auf 60% in nur 60 Minuten. Voll aufgeladen ist das Handy in 1 Stunde und 40 Minuten. Wer kurzfristig zusätzlich Saft benötigt, ist mit dem Blackview gut bedient, denn von 20 auf 60% vergehen lediglich 20 Minuten. In der Praxis ist die Akkulaufzeit gut. Power-Nutzer schaffen es mit 4 Stunden DOT (Zeit mit eingeschalteten Display) noch durch den Tag. Otto-Normal Nutzer können das Blackview auch 2 Tage verwenden. Das Blackview R7 liegt also auf dem Niveau des Elephone P9000 und verliert natürlich klar gegen das Xiaomi Redmi Note 3, wenn es um die Akkulaufzeit geht.

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Fazit und Alternative

65% NAJA!

Blackview verpasst mit dem R7 den gelungenen Start in die „FlagShip“-Klasse. Nach dem Traumstart für Elephone mit dem P9000 kann das Blackview R7 leider nicht nachziehen. Blackview spart selbst bei Kleinigkeiten wie einer Benachrichtigungs-LED und beleuchteten Sensortasten. Verarbeitungsqualität und Design sind von der Konkurrenz ein gutes Stück entfernt. Doch das Blackview hat auch gute Seiten, so ist das Display spitze und aus dem Helio P10 holt das Handy richtig viel Leistung raus. Das System ist zwar verändert, läuft allerdings konstant flüssig und stabil. Auch die Akkulaufzeit des Blackview R7 verdient ein gut.

Bessere Alternativen zum Blackview R7 bieten das Elephone P9000 und das Xiaomi Redmi Note 3 Pro!

  • Verarbeitung und Design 60 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 50 %
  • Kamera 60 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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3 Kommentare zu "Blackview R7 Testbericht"

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Fkro
Gast
Fkro

Habe am 11.6.2016 das Handy bei TomTop mit PP bestellt – bis heute 23.07.2016 keine Reaktion.
Auf Anfragen keine Antwort!!!!
Wollen die nur „Geld Leihen“!!!!

zeva
Gast
zeva

Am 13.6.2016 bestellt und mit PP bezahlt, status immer noch Processing obwohl angeblich in stock. Hatte im Mai ein UMI Super bestellt, Lieferung war schnell und einwandfrei.

Jonny
Gast
Jonny

Was ist der preis und wie lange ist die Lieferzeit

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