Bluboo produziert stylische Geräte für den kleinen Geldbeutel. Mit dem Bluboo Edge bringt das Unternehmen ein Handy auf den Markt, das stark an ein Samsung Galaxy erinnert. Für um die 100€ gibt es ein typisches Budget Smartphone mit Quad-Core (MT6737), HD-Display, 2/16GB Speicher und mit einem für die Klasse ungewöhnlichem Feature, einem Herzfrequenzsensor. Ob das Gerät auch in der Praxis überzeugen konnte, erfahrt ihr im Test.

Design und Verarbeitung

Sowohl Vorder- als auch Rückseite des Edge sind gebogen, was dem Handy nicht nur ein gutes Aussehen verleiht, es liegt dazu auch noch gut in der Hand. Eingerahmt wird das Ganze von einem Aluminiumrahmen. Die Verarbeitungsqualität ist gut, aber gerade beim Rahmen sind die Spaltmaße nicht ganz so sauber. Mit seinen 206g ist das Gerät, dessen Gehäuse fast nur aus Plastik besteht, recht schwer. Die Maße von 151mm x 72mm sind für ein 5,5“ Handy im Normalbereich und mit einer Dicke von 8,6mm gehört es auch nicht zu den Fetten.

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Die Lautstärkeregelung erfolgt hier nicht über eine Wippe, sondern über zwei Tasten, welche in links im Rahmen eingelassen sind. Der Powerbutton sitzt auf der gegenüberliegenden Seite. Die Tasten sind gut verarbeitet und sitzen recht sicher im Gehäuse. Für meinen Geschmack hatten die Lautstärke-Buttons aber noch zu viel Spiel.

Auf der Vorderseite des Bluboo Edge befinden sich über dem Display wie üblich die Hörmuschel nebst Frontkamera und Sensoren. Auch eine Benachrichtigungs-LED ist vorhanden, allerdings kann diese nur die Farben Rot und Grün darstellen. Unter dem Display befindet sich mittig der Fingerabdrucksensor, der in einem physischen Button untergebracht ist. Links und rechts davon liegen die üblichen Softtouch-Buttons. Auf der Rückseite liegt die Hauptkamera, die minimal aus dem Gehäuse heraus ragt. Neben dieser befinden sich der LED-Blitz, sowie der Herzfrequenzsensor.

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An der Oberseite ist das geräuschunterdrückende Mikrofon, als auch der SIM-Schacht untergebracht. An der Unterseite sind neben dem USB-Anschluss der Mikrofonanschluss und der Lautsprecher zu finden. Letzterer ist nicht so schlecht, wie ich es für diese Preisklasse gewohnt bin. Selbst bei voller Lautstärke übersteuert der Lautsprecher nicht, wenngleich auch das Klangbild weder dynamisch noch reich an Tiefen ist. Die Höhen werden ab einer gewissen Lautstärke für mich unerträglich.

Lieferumfang des Bluboo Edge

Bluboo Edge Test 2 300x200Out of the Box gibt es:

  • Kurzanleitung
  • USB-Kabel
  • Netzstecker
  • SIM-Pin
  • Schutzhülle
  • Display-Folie

Display

Das Bluboo Edge verfügt über ein 5,5“ großes HD-Display, das mit 1280 x 720 Pixeln auflöst. Leider handelt es sich hier nicht um ein Curved Display wie beim Vorbild von Samsung, sondern um ein konventionelles Panel, dass von gebogenem 3D Glas umgeben ist. Nichtsdestotrotz verleiht die Form dem Smartphone eine sehr angenehme Haptik. Das Panel verarbeitet 5 Berührungspunkte gleichzeitig und wird laut Hersteller von Gorilla Glas 4 geschützt.

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Das Display ist kontrastreich und auch Farben werden kräftig dargestellt. Die Blickwinkelstabilität ist exzellent. Die Helligkeit ist ok, wenngleich auch bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ganz ausreichend. Zur Justierung der Farbtemperatur und Co ist MiraVision mit an Bord.

Leistung

Im Bluboo Edge werkelt ein MT6737 Quadcore, welcher mit 1,3 Ghz taktet. Unterstützt wird dieser von 2GB RAM und 16 GB internem Speicher, welcher mit einer SD Karte erweitert werden kann. Dies ist allerdings nur möglich, sofern man auf die Dual-SIM Funktion verzichtet. Der Arbeitsspeicher ist mit circa 3700 MB/s recht langsam und auch der interne Speicher macht, mit seinen 95/38 MB/s Lese/Schreibgeschwindigkeit, keine gute Figur.

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Auch das Ergebnis von 30315 Punkten im Antutu-Benchmark zeigt, dass das Bluboo Edge keinesfalls zu den Leistungsboliden gehört. Anspruchslose Spiele können aber durchaus gezockt werden. Die Grundfunktionen werden ohne Probleme ausgeführt, der langsame Speicher zeigt dem Bluboo allerdings seine Grenzen auf. So müssen aufwändige Apps eine kleine Ewigkeit laden.

Android 6

Auf dem Edge läuft ein angepasstes Android 6, das ohne App Drawer daher kommt. Das bedeutet alle Apps werden direkt auf dem Homescreen abgelegt. Mit der Design App kann man aus ganzen 3 Themes auswählen. Ansonsten kann man nur noch den Übergangseffekt des Launchers verändern. Weitere Themes sind nicht erhältlich. Das System ist sehr übersichtlich gestaltet und es gibt keine nervigen vorinstallierten China-Apps. Auch beim Bluboo muss man nicht auf die gewohnten Sonderfunktionen verzichten. So bekommt man Gestensteuerung, Smart Lock und den 3 Finger Screenshot geboten. Im gesamten Testzeitraum hat sich das System keinerlei Fehler erlaubt, es läuft flüssig und sauber.

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Kamera

Die Hauptkamera löst mit interpolierten 13 Megapixel auf. Die Kamera ist kein Highlight des Smartphones, entpuppt sich aber auch nicht als Enttäuschung. Der Fokus ist recht langsam, stellte sich aber wenigstens immer scharf. Macht man Bilder bei viel Sonnenschein, driftet der automatische Weißabgleich leider sehr ins Orangene ab. Farben werden ansonsten aber sehr gut dargestellt. Nahaufnahmen bieten einen gewissen Grad an Detailschärfe, bei z.B. Landschaftsaufnahmen ist leider das Gegenteil der Fall und die Texturen werden matschig. Bei allen Bildern schleicht sich allerdings ein Rauschen ein, was bei schwächerem Licht noch stärker wird. Oftmals schafft das Handy auch keinen Helligkeitsausgleich, liegt ein Objekt im Vordergrund und der Hintergrund ist recht hell, wird dieser gnadenlos überbelichtet.

Die Frontkamera löst mit interpolierten 8 MP auf und bietet wenig Detailschärfe und starkes Rauschen. Auch die Auslösezeit ist nicht die schnellste, somit sind Schnappschuss-Selfies nicht von Erfolg gekrönt.

Konnektivität

Bluboo Edge Test 10 300x200Das Bluboo Edge verfügt über alle notwendigen LTE Frequenzen für den deutschen Raum. Somit ist das wichtige Band 20 mit an Bord. Empfangs-technisch macht das Smartphone alles richtig. Ich hatte keine plötzlichen Verbindungsabbrüche und der Empfang ist durchaus als gut zu bezeichnen. Bei Telefonaten erwies sich die Gesprächsqualität als überaus gut, so hatte keine Seite ein Problem die Andere zu verstehen. Zum Einsatz kommen hierbei zwei Nano-SIM Karten. Wer die Speichererweiterung nutzt muss auf die Dual-SIM Funktion allerdings verzichten.

Screenshot 20170314 100235 169x300Außerdem verfügt das Smartphone über Bluetooth 4.0 und WLAN a/b/g/n. Das Bluetooth barg keinerlei Probleme, so war sowohl ein Dateiaustausch, als auch die Nutzung meiner Freisprecheinrichtung im Auto kein Hindernis. Auch der WLAN Empfang war durchgängig gut. Beim GPS hingegen braucht man etwas Geduld. Die Ortung verlief bei der Navigation größtenteils fehlerfrei, dafür dauert ein Fix durchaus mal länger als nur eine Minute.

 

Bei den Sensoren findet man beim Bluboo Edge größtenteils nur den Standard. So existiert neben dem Herzfrequenzsensor und dem Fingerabdrucksensor nur ein Licht-, Annährungs- und Beschleunigungssensor. Der Fingerabdrucksensor reagiert gut und entsperrt das Smartphone mit etwas Verzögerung. Es gab im Testzeitraum nur zwei Nichterkennungen meines Fingers. Der Herzfrequenzsensor funktioniert, der Sinn eines solchen auf der Rückseite eines Smartphones erschließt sich mir allerdings nicht.

Akkulaufzeit

Screenshot 20170307 071517 169x300Bluboo gibt eine Kapazität von 2600 mAh an, die ich bestätigen kann. Die Abweichung bei der Messung lag noch innerhalb der Toleranz. Nichtsdestotrotz ist das Edge kein ausdauernder Kandidat, was auch die Zahlen des Benchmarks zeigen. Hier wird man es schwer haben auch mal einen Tag auf die Steckdose zu verzichten. Da keine Quick Charge Technologie unterstützt wird, muss man leider auch noch 2,5 Stunden warten, bis das Smartphone von 0 auf 100 ist.

Fazit und Alternative

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Mathias:

Das Bluboo Edge ist ein typisches Budget-Smartphone. Hier bekommt man für wenig Geld allerdings ein brauchbares Gesamtpaket. Leistungstechnisch reißt das Edge keine Bäume aus, reicht für den Alltag aber völlig aus. Alles in allem ist alles ziemlich Mittelmaß. Die Kamera ist ok, das Display ist gut, das System übersichtlich. Nur der Akku ist als schwach zu bezeichnen. Die Alternativen sind mit einem Vernee Thor, Umi Diamond, Oukitel U20 Plus oder Cubot Manito allerdings schnell benannt und dem Bluboo dann doch überlegen.

62% Gut
  • Verarbeitung und Design 70 %
  • Display 70 %
  • Betriebssystem und Performance 50 %
  • Kamera 50 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Akkulaufzeit 50 %

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schmid
Gast
schmid

wenn ich eine App wie CPU-Z zum prüfen der Taktung verwende,werden immer nur 4x 1,09 Ghz
angezeigt?Wie kommt das?Können Sie das mal prüfen?
mediatek gibt für dem Mtk 6737 4x 1,1-1,3 Ghz an.Das hohe Gewicht kommt wohl durch das
recht dicke Glas zustande?Warum haben die Geräte fast nie Android 7?Für mich ist das hohe
Gewicht ein Nachteil.
Ansonsten sehr guter Test wie immer.

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