Das Chuwi Hi13 ist zum einen ein Windows-Tablet mit gigantischen 13,5 Zoll Display. Zum anderen kann es durch eine ansteckbare Tastatur in ein vollwertiges Convertible Notebook verwandelt werden. Zu einem Verkaufspreis von unter 400€ bietet das Chuwi Hi13 dabei eine interessante Ausstattung. Mit an Board ist nämlich ein neuer Intel Apollo Lake Celeron N3450 Prozessor sowie ein 3K-Display! Das Budget-Ultrabook wird schließlich abgerundet durch 4GB RAM, 64GB Speicher und einen starken 10.000mAh Akku. Ist das Chuwi also ein alltagsfähiges Convertible-Tablet-Notebook? Wir haben das Gerät einem ausführlichen Test unterzogen.

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Design und Verarbeitung

Das Chuwi Hi13 hat ein Metall-Gehäuse, das ein wenig an das bekannte Macbook-Grau erinnert. Es wirkt optisch sehr hochwertig und wird seinem Preis allemal gerecht. Die Fläche der Rückseite ist leicht angeraut. Was jedoch beim Auspacken des Chuwi Hi13 noch vor den verwendeten Materialien ins Auge fällt, ist die gigantische Größe des Tablets. Mit einer Bildschirmdiagonale von 13,5 Zoll ist das Hi13 so groß wie die meisten Laptops. Verwendet man das Tablet mit der Convertible-Tastatur ist die Displaygröße natürlich von Vorteil. Bei der Nutzung als Tablet ist die Größe nicht sonderlich praktisch. Das Tablet mit zwei Händen zu halten, ohne die Arme auf einer Lehne abzustützen, ist auf Dauer wegen des hohen Gewichtest von 1kg zu anstrengend. Mit seinen Maßen von 33*22*0,9cm ist das Tablet zwar genial, um Videos und Texte anzuschauen, die Mobilität ist allerdings auch deutlich eingeschränkt. Auf der Couch oder im Sessel lässt sich das Chuwi Hi13 jedoch angenehm nutzen. Die Ecken des Tablets sind leicht abgerundet und geschliffen, sodass das Gerät nicht allzu kantig wirkt.

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Die Front des Chuwi Hi13 ist komplett verglast und hat neben einer Frontkamera noch einen Windows-Softtouch-Button, mit dem man während des Betriebes das Startmenü öffnen kann. Die Verglasung sitzt in einer Kunststofffassung, welche etwa 1mm aus dem Metallgehäuse herausragt. Im Rahmen sind rechterhand die Lautstärkeregler und der Powerbutton integriert. Die Buttons bestehen aus Kunststoff und fühlen sich nicht besonders hochwertig an, erfüllen jedoch ihre Funktion.

 

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Was die Schnittstellen des Chuwi Hi13 angeht, ist eigentlich alles mit dabei, was man sich wünschen würde. Außer eben der gute, alte USB-Anschluss. Wer USB-Geräte mit dem Chuwi Hi13 verwenden möchte, muss auf einen MicroUSB OTG- oder USB-Type C OTG-Adapter zurückgreifen oder auf die Dockingstation. Ansonsten befindet sich ein Micro-SD Steckplatz, ein Micro-HDMI Ausgang, ein Kopfhöreranschluss und ein USB-Type C Anschluss an dem Tablet. Auf der unteren Seite des Tablet sind zudem zwei Magnet-Dockinganschlüsse, die dazu verwendet werden, das Tablet mit der Tastatur zu verbinden. Zudem sind auf der Unter- und Oberseite jeweils zwei Lautsprecher angebracht.

Display

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Das Display ist zweifelsfrei eines der Highlights des Chuwi Hi13. Mit einer Auflösung von 3000×2000 Pixeln ist das Panel weitaus hochauflösender als die meisten Tablets und Notebooks in diesem Preisbereich. Insgesamt kommt das Chuwi Hi13 auf eine Pixeldichte von 267ppi. Einzelne Bildpunkte sind bei der normalen Verwendung nicht mehr wahrnehmbar. Dies macht das Tablet für Nutzer, die viel Wert auf ein klares Bild legen, besonders interessant. Neben der enorm hohen Auflösung ist das Panel von durchschnittlicher Qualität. Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass es sich um kein OGS-Panel handelt. Das Display selbst liegt also etwas unterhalb des Glases. Dies ist in der eigentlichen Verwendung nicht besonders schlimm, sorgt jedoch dafür, dass das Chuwi bei direkter Sonneneinstrahlung relativ stark spiegelt.

Die Helligkeit ist mit über 400cd/m2 zwar ausreichend hoch, um bei schwacher Sonnenstrahlung noch eine einigermaßen gute Bedienbarkeit zu gewährleisten, bei starkem Sonnenschein ist das Tablet aber nahezu unbrauchbar. Dafür sieht das Bild im Inneneinsatz einfach klasse aus. Die Farbwiedergabe ist natürlich und auch Kontraste kommen gut zur Geltung. Das Tablet verfügt zudem über einen Umgebungslicht-Sensor, der die Helligkeit den Lichtbedingungen anpasst. Die funktioniert im Test ganz gut, allerdings sind die Skalierungs-Schritte recht groß gewählt, sodass das Herauf- oder Herunterschalten der Helligkeit etwas abrupt erscheint. Ein Beschleunigungs-Sensor sorgt zudem dafür, dass das Tablet die Bildschirmanzeige der Ausrichtung des Tablets anpasst. Dies funktioniert im Test einwandfrei.

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Die Bedienung über den Touchscreen gelingt gut und das Tablet lässt sich prima damit bedienen. Alternativ gibt es noch einen Chuwi HiPen H3 Dual-chip Stylus zur Bedienung des Tablets. Dieser kann verschiedene Druckintensitäten registrieren, ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Wer ernsthaften Office-Aufgaben nachgehen möchte, kommt mit einer Touchscreen-Eingabe (mit Pen oder ohne) natürlich schnell an seine Grenzen. Hier kann die ansteckbare Tastatur von Chuwi Aushilfe schaffen. Verbindet man die Tastatur mit dem Chuwi Hi13 über die Magnetdocks an der Unterseite, ist das Tablet quasi ein vollwertiges Convertible-Notebook.

Touchpad und Tastatur

Wer in den Genuß eines Touchpads und einer Tastatur kommen will hat zwei Möglichkeiten. Man kauft sich entweder bei Amazon eine Bluetooth Tastatur mit Touchpad, oder man greift zur 50€ teuren Dockingstation von Chuwi selbst. Neben Touchpad und Tastatur bietet das Dock noch 2 USB-2.0 Anschlüsse, jeweils einen an der linken und rechten Außenseite. Man kann das 13,5 Zoll große Tablet dann umgehend wie einen Laptop verwenden und diesen auf und zuklappen. Das Tablet rastet sicher am Dock ein und sitzt stabil. Die Verarbeitungsqualität ist durchaus gehoben, lediglich die Geräuschkulisse der Tasten ist etwas klapprig. Das Feedback ist ansprechend und auch in der Mitte gibt das Gehäuse nicht nach. Das Touchpad beherrscht Multi-Touch gesten, die auch problemlos funktionieren. Auch hier kann Chuwi mit einem brauchbaren Eingabegerät überzeugen.

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Leistung

Das Chuwi Hi13 ist mit einem Intel Apollo Lake Celeron N3450 ausgestattet. Der Prozessor ist erst etwa ein halbes Jahr auf dem Markt und verfügt über vier Kerne mit bis zu 2,2Ghz. Als Grafikchip ist die HD Graphics 500 (Apollo Lake) integriert, welche DirectX 12 unterstützt. Zudem verfügt das Tablet über 4GB DDR3 RAM Arbeitsspeicher und einen 64GB eMMC Festplattenspeicher. Die Ausstattung ist auf die Nutzung von einfachen Anwendungen ausgelegt. Beim Bearbeiten von Dokumenten, dem Surfen im Internet fühlt sich das Tablet wohl. Auch 4K-Videos laufen noch flüssig.

Dank des 4GB großen Arbeitsspeichers kann eine überschaubare Anzahl an Programmen gleichzeitig genutzt werden. Hat man den Browser mit mehreren Tabs geöffnet und arbeitet gleichzeitig in Office oder hat noch den Mediaplayer bzw. Spotify am Laufen, ist die Geschwindigkeit noch ausreichend. Bei größeren Anforderungen wie sehr vielen gleichzeitig geöffneten Tabs oder Bild- und Videobearbeitung nimmt die Leistung jedoch schnell ab und man muss Wartezeiten hinnehmen. Grund dafür ist das hochauflösende 3K-Display, das den verbauten Chipsatz schon im normalen Betrieb ordentlich fordert. Die verbaute GPU eignet sich für Gamer aufgrund ihrer eher schwachen Leistung nicht. Da die Grafikengine nicht über einen eigenen Speicher verfügt, greift sie beim Gaming auf den Arbeitsspeicher des Tablet zurück, was schnell zu Geschwindigkeitseinbußen und Lags führt. Einfache Spiele wie World of Warcraft können zwar auf dem Chuwi gezockt werden, geht es jedoch an aufwendige 3D-Games, ist das Tablet überfordert. Positiv kann die Wärmeregulierung des Tablets beurteilt werden. Diese hat sich auch nach dem Ausführen mehrerer Benchmarks nie in einen kritischen Bereich bewegt.

Eine gute Figur machen zudem die Speichermodule des Chuwi Hi13. Das Tablet hat zwar keine SSD verbaut, dies ist jedoch dem aktuellen Preis des Tablets nicht verwunderlich. Der eMMC Speicher schafft es dennoch auf über 275 MB/s im Lesen und 93 MB/s im Schreiben, was für ein hochwertiges Speichermodul spricht. Der Arbeitsspeicher ist mit knapp 2GB/s kein Leistungsgigant.

Windows 10

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Chuwi Hi13 6 300x236Auf dem Chuwi Hi13 ist von Werk aus Windows 10 Home installiert. Android läuft auf dem Gerät nicht. Das Windows-System ist lizensiert und kann problemlos aktiviert werden. Es befindet sich keine Bloatware auf dem Chuwi und das System ist von Werk aus mit englischer Sprache ausgerüstet. In der Systemsteuerung lässt sich jedoch einfach ein deutsches Sprachpaket herunterladen. Danach hat man ein vollfunktionsfähiges Windows 10 System mit deutscher Sprache zur Verfügung und wir hatten auch keine Abstürze oder Bugs zu beklagen.

Prinzipiell ist natürlich zu sagen, dass ein Windows-System im Gegensatz zu Android eher auf „ernsthafte“ Aufgaben wie Office oder Bildbearbeitung ausgelegt ist. Wer einfach nur Multimedia und Apps auf seinem Tablet nutzen möchte, ist aufgrund der einfacheren Bedienung mit Android wahrscheinlich besser beraten.

Konnektivität

Das Chuwi Hi13 verfügt über WLAN 802.11a/b/g/n/ac mit Dual Band sowie Bluetooth 4.0. Die Empfangsstärke des Wifi-Moduls ist durchschnittlich. Befindet man sich direkt neben dem Router, wird unsere 120 Mbit Leitung komplett ausgereizt. Zwei Zimmer weiter kommen dann noch 18 Mbit im Download und 5 Mbit im Upload an.

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Die Verbindung mit Bluetooth 4.0 funktioniert ebenfalls problemlos und bleibt auf mehrere Meter stabil. Wer mit Bluetooth eine drahtlose Maus oder Tastatur koppeln möchte, hat also kein Problem. Ansonsten bleibt für den Anschluss von Eingabegeräten nur die Verbindung per Micro-USB OTG oder USB-Type-C OTG. Wir empfehlen, einen solchen Adapter gleich mitzubestellen. An andere Bildschirme kann man das Tablet per Mini-HDMI anschließen.

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Das Chuwi Hi13 verfügt über 4 Lautsprecher. ​​Die Soundqualität ist gut und reicht, um einen Film oder ein Musikstück abzuspielen. Wenngleich keine besonders hohe Lautstärke erreicht wird, ist der Sound ordentlich differenziert und wirkt nicht blechern. Alternativ kann man Kopfhörer über den 3,5mm Klinke-Anschluss mit dem Tablet verbinden. Die Soundqualität ist gehoben. Enttäuscht hat uns allerdings die Qualität des verbauten Mikrofons. Die eigene Stimme klingt blechern und es gibt ein dauerhaftes Rauschen im Hintergrund. Für gelegentliche Skype-Chats ist die Qualität gerade so in Ordnung. Die 2 Megapixel Kamera auf der Front ist für Videochats ausreichend. Wer mit dem Tablet Bilder aufnehmen möchte, kommt mit der 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite nur bedingt auf seine Kosten. Zwar kann man mal einen Schnappschuss machen, die Bilder haben allerdings kaum Schärfe und überzeugen insgesamt nicht. Mit dem Handy ist man hier auf jeden Fall besser beraten.

Akku

Das Chuwi Hi13 hat ein 3K-Display, was den Energieverbrauch gegenüber einem einfachen FullHD-Panel natürlich deutlich steigert. Dem begegnet der chinesische Hersteller, indem er das Tablet mit einem großen 10.000mAh Akku ausrüstet. Die Akkulaufzeit ist im Praxiseinsatz durchschnittlich. Beim Streaming eines FullHD-Youtube Videos bei halber Helligkeit hält das Chuwi Hi13 7 Stunden durch. Bei Office Aufgaben kann man mit etwa 6-8 Stunden Laufzeit rechnen. Für den alltäglichen Einsatz dürfte dies in der Regel genug sein, wenngleich das Tablet kein Dauerläufer ist.

Aufgeladen wird das Chuwi Hi13 über den USB-Type C Slot und das mitglieferte EU-Netzteil. Bis das Tablet vollständig geladen ist, vergehen etwa 4 Stunden. Von 20 auf 80 Prozent ist das Tablet allerdings in guten 2 Stunden geladen. Aufgrund der 12V Spannung des Netzteils kann das Tablet trotz seines USB-Type C Anschlusses nicht mit herkömmlichen Powerbanks geladen werden.

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Fazit und Alternative

72% Gut!

Wer ein Tablet sucht, das man ohne großen Aufwand in ein Notebook verwandeln kann, bekommt mit dem Hi13 das passende Gerät. Das Chuwi Hi13 überzeugt in unserem Test durch seine gute Verarbeitungsqualität und das schöne 3K Display. Als Einschränkungen sind zu nennen, dass das Convertible klar auf die Nutzung von Office Funktionen, Surfen und Multimedia ausgelegt ist. Gamer oder Grafikdesigner stoßen aufgrund der limitierten Performance schnell an ihre Grenzen. Beim Außeneinsatz ist zudem zu beachten, dass das Display relativ stark spiegelt. Als Notebook für’s Arbeiten in der Uni oder großes Tablet zum Anschauen von Filmen oder Lesen ist das Chuwi Hi13 jedoch bestens geeignet.

Wer bereit ist, ein bisschen mehr Geld auszugeben und nach einem günstigen Ultrabook sucht, sollte sich auf jeden Fall noch das Xiaomi Notebook anschauen. Hier bekommt man eine bessere Performance und eine noch höhere Verarbeitungsqualität. Auf die Convertible/Tablet-Funktion muss man allerdings verzichten.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Kamera 50 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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Arlt
Gast
Arlt

Ihr lobt hier die Fa. Gearbest über den grünen Klee. Ich habe das Tablet von Chuwi bei gearbest am 11.07.2017 bestellt und sofort bezahlt. Der Versand soll innerhalb von 3 – 5 Tagen erfolgen. Bis heute ist es noch nicht einmal versendet worden. Auf Fragen reagiert die Firma mit Stereotypen.
Ähnliche Meinungen habe ich nun im Netz gelesen. – Leider zu spät.
Kann nur jedem raten, die Finger von Gearbest zu lassen. Die Empfehlung von chinahandys.net erfolgt – zumindest in meinem Fall und anderer Käufer – zu Unrecht.

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