Doogee Concept Smartphone

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Der Hersteller Doogee hat diese Tage sein neues Smartphone-Konzept vorgestellt, das den Gedanken des Full Screen Display weiterführt. Das Concept Smartphone hat ein Display verbaut, das wirklich die komplette Front einnehmen soll, ohne Ränder oder Sensoren. Der Clou an der Idee: ein Schiebe-Mechanismus auf der Rückseite, der die Frontkamera, Sensoren und Hörmuschel bei Bedarf aufdeckt! Geht der Trend nun zu weit, oder ist die Idee genial?Doogee Concept Smartphone Slide Full Sceen 11 Doogee Concept Smartphone Slide Full Sceen 12

Hintergrund

Doogee Concept Smartphone Slide Full Sceen 9Das Smartphone, wie es vor ein paar Jahren vorgestellt wurde, lässt sich in heutigen Smartphones nicht mehr wiedererkennen: über ein 3,5 Zoll Display kann man heute nur noch lachen, von dem Leistungspotential ganz zu schweigen. Mit der Zeit wurden die Displays immer größer – vor 6 Jahren galt das Samsung Note 2 mit 5,5 Zoll noch als „überdimensional großes Phablet“, das man nur mit dem Stift richtig bedienen konnte. Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, wo das Display zu groß für die einhändige Bedienung wurde.

Wenn Full Screen nicht mehr reicht

Von geschwungen edge Displays, zu randlosen Smartphone, mit 18:9 statt klassischem 16:9 und letztendlich das Full Screen Konzept.

Die grundlegende Idee von Doogee ist nicht revolutionär! Jeder arbeitet daran ein Smartphone zu mit einem möglichst großem Display und hoher Nutzbarkeit anzubieten. Es machen viele Gerüchte die Runde, dass zum Beispiel Samsung und LG an einem biegsamen Display arbeiten und es massentauglich machen wollen. Auch das Klapphandy wird seine Rückkehr feiern: es hört auf den Namen ZTE Axon M: ein waschechtes Dual Screen Smartphone. Benötigt man eine höhere Bildschirmdiagonale, so kann man es einfach ausklappen und hat statt 5,2 stolze 6,75 Zoll.

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Am Ende kommt es darauf an, welches Konzept am besten funktioniert und was sich in der Masse durchsetzt.

Schiebemechanismus von Doogee

Das Concept Smartphone von Doogee soll die Fehler ausmerzen, die das iPhone X geschaffen hat. Durch die Lücke im Display, der Notch, hat man definitiv Nachteile geschaffen – und das Xiaomi Mix hat eigentlich schon vorgemacht, wie es geht. Mit dem Slider auf der Rückseite muss man keinen Platz lassen für Sensoren, Lautsprecher oder Kameras verschwenden. Diese verschwinden hinter dem Display und werden erst hervorgeholt, sobald sie benötigt werden. Die meiste Zeit bekommt man also ein großes randloses 6 Zoll Smartphone, das sich vermutlich mit einer Hand bedienen lässt.

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Soweit zu den Vorteilen, die Nachteile sind ebenso offensichtlich: Der Schiebemechanismus benötigt mehr Platz, als das klassische Barren-Design. So wird es unweigerlich dicker. Auch sind die mechanischen Teile anfällig gegenüber Verschleiß.

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Aussicht

Doogee Concept Smartphone Slide Full SceenDie Idee hinter dem Konzept von Doogee ist natürlich ganz cool und nett. So kann man die Front und das Display wirklich randlos gestalten. Auch waren die Slider Handys von damals schon immer stylischer als das typische Nokia. Erwartet uns also ein Revival von Sony Ericsson?

Wir sagen nein. Es ist schließlich nur ein Konzept. Auf allen großen Messen werden neue Concepts vorgestellt, die zwar auf den Markt kommen, aber bei weitem nicht so „krass“ sind, wie es vorgestellt wurde. Sollten die Displays noch größer werden, müssen solche Konzepte, entstehen, um das Smartphone in seiner Usability nicht einzuschränken.

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Ein weiteres Problem ist der Kunde selbst, da die Erwartungshaltung für neue Features an den mobilen Sektor unglaublich hoch ist. Viel höher als in alle anderen Branchen. Die Automobil Industrie macht seit 30 Jahren das Gleiche (Tesla mal ausgenommen) und niemand beschwert sich. Auch im Computer Hardware Sektor gibt es nicht mehr die Leistungssprünge, wie vor ein paar Jahren. Es ist einfach mehr als genug Leistung da, als man für irgendeine Anwendung braucht.

Anders sieht es bei den mobilen Endgeräten aus. Die Entwicklung geht so rasant vorwärts, dass die Industrie gezwungen ist immer schnellere, größere, edlere und „bessere“ Geräte auf den Markt zu werfen– und so kommen auch die Probleme…

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Ich finde die Idee eigentlich ganz charmant. Allerdings muss ich eingestehen, dass ich kein Problem mit großen Geräten habe. Allerdings weiß ich auch gar nicht, warum man mit aller Macht eine Lösung finden muss, für ein Problem, das es gar nicht gibt.

Man muss doch nur ein kleines Handy bauen und ein großes. So schwer kann das doch gar nicht sein. Wer der Meinung ist, er kann ein großes Handy bedienen, wird eines kaufen können. Wer das nicht schafft oder will, der hat dann das kleine.

Hier liegt meiner Meinung nach das eigentliche Potenzial, was momentan verschenkt wird. Viele wünschen sich die großen Flagschiffe als kleine Mini-Handies (zumindest lese ich hier in den Kommentaren immer wieder davon). Und da wären doch die Hersteller gut beraten, die Handy-Display-Größen nicht an das Budget und die restliche Ausstattung zu knüpfen. Das Samsung S238 z.B. gibt es halt als Mini mit 4″ (oder was auch immer als ausreichend klein angesehen wird), ohne Zusatz als 5″ und als Plus in der technische und bezahlbar maximalen Größe. Alle haben die gleiche Hardware bis auf das Display. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das nicht gehen soll.

Welches Konzept favorisiert ihr denn bzw. seht die größten Erfolgschancen bisher? Oder seht ihr die Vergrößerung der nutzbaren Fläche auch kritisch? Ihr habt ja doch eher den Überblick… 🙂