Immer mehr Marken möchten auf dem Nischenmarkt der Outdoorhandys mitmischen. Auch Doogee stellt mit dem S30 und dem S60 zwei Vertreter zur Verfügung. Das Doogee S30 richtet sich dabei stark an preissensible Nutzer, die in nicht allzu schweres Gelände mit ihrem Smartphone vordringen möchten. Ob das Doogee S30 etwas taugt, erfahrt Ihr im Testbericht.

Design und Verarbeitung des Doogee S30

Entgegen anderer Smartphones aus dem Outdoorbereich setzt Doogee beim S30 nicht auf ein dickes Gummikleid. Deshalb wirkt das Gerät sogar vergleichsweise schlank, ist aber natürlich alles andere als dünn. Mit 156 x 77 x 14mm und einem Gewicht von 264g ist das S30 immer noch ein Klotz. Nichtsdestotrotz finde ich das Design echt gelungen. Das Metallkleid und vor allem die Rückseite sehen richtig gut aus.

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Der vergrößerte Plastikrahmen, der an allen Seiten mit Metallleisten versehen wurde, soll das Handy vor Stürzen bewahren. Dass das Display dabei etwas tiefer im Gehäuse sitzt, hilft bei dieser Tatsache. In der Praxis fängt das Doogee S30 auch Stürze aus Bauchhöhe gut ab, unschön ist dafür, dass der Lack der Metallleisten direkt weg ist. Damit sieht man dem Smartphone seinen Leidensweg direkt an.

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IP68 zertifiziert ist das Smartphone auch gegen dauerhaftes Untertauchen geschützt und durfte ein Bad in der Spüle nehmen. Wie zu erwarten, konnte kein Wasser in das Smartphone eindringen. Alle Öffnungen sind fest mit Plastikkappen verschlossen, die über eine Gummidichtung verfügen. Diese verhindern das Eindringen von Wasser und Staub. Outdoortypisch muss beim Doogee zum Einsetzen der SIM-Karten / MicroSD-Karte die Rückseite abgeschraubt werden. Unter der metallenen Abdeckplatte kommen die Einschübe zum Vorschein. Ebenfalls auf der Rückseite verbaut sind die Dual-Kamera und der LED-Blitz.

Doogee S30 Simkarten EInschub Doogee S30 Design Rückseite

Links und rechts ist das Doogee vollgepackt mit Buttons, deren Druckpunkt angemessen fest ist. Die Lautstärkeregelung erfolgt wie üblich über zwei Buttons, die auf der linken Seite liegen. Der Power-Button und der farblich gekennzeichnete SOS-Button liegen auf der rechten Seite. Der Fingerabdrucksensor ist hier ebenfalls untergebracht und sorgt in der Praxis für einige Probleme. Die sind aber nicht der Ungenauigkeit geschuldet, sondern viel mehr der Empfindlichkeit. Schon beim Herausholen aus der Tasche kann es passieren, dass der Scanner zu oft aktiviert und das Entsperren per Abdruck gesperrt wird.

Über dem HD-Display auf der Vorderseite sind wie gewohnt Hörmuschel, Frontkamera und Sensoren untergebracht. Eine Benachrichtigungs-LED gibt es nicht! Zur Navigation setzt Doogee nicht Softtouch, sondern auf physische Buttons, die unter dem Display platziert sind. Sehr schön.

Der Lautsprecher ist zwischen Buttons und Display untergebracht. Wie üblich in dieser Preislage ist ein differenziertes Klangbild nicht gegeben, weshalb ein Hörgenuss ausbleibt oder auch kurz gesagt, der Lautsprecher taugt nix.

Das Doogee S30 macht trotz Outdoor-Fähigkeit einen schicken Eindruck. Für einen faden Beigeschmack sorgt der sich schnelllösende Lack.

Lieferumfang des Doogee S30

Doogee S30 Lieferumfang

Out of the Box gibt es:

  • Netzteil
  • USB-Kabel
  • Ersatzschrauben
  • Schraubenzieher
  • OTG Kabel

Display

Das S30 verfügt über ein 5“ großes HD Display, das mit 1280 x 720 Pixeln auflöst. Durch die Größe von nur 5“ ist die Darstellung durchaus scharf. Farben werden kräftig und realistisch dargestellt, wer aber dennoch Veränderungen vornehmen möchte, kann dies wie gewohnt via MiraVision tun. Die Helligkeit kann auch bei strahlendem Sonnenschein überzeugen. Ob das Display durch Gorilla Glas geschützt wird, gibt der Hersteller nicht an. Da mein Schlüssel in der Hosentasche aber leichte Kratzer hinterlassen hat, gehe ich nicht davon aus. Das Panel kann bis zu 10 Berührungspunkte gleichzeitig verarbeiten, was selten in dieser Preislage vorzufinden ist, und reagiert gut auf jede Eingabe.

Doogee S30 Display 1 Doogee S30 Display 2

Das Display ist in punkto Schärfe und Farbwiedergabe gelungen, das fehlende Gorilla Glas ist bei einem Outdoorgerät für mich aber ein No-Go.

Leistung und System

doogee s30 a1sdIm Doogee S30 werkelt der typische Low-Budget Prozessor von Mediatek, der MT6737, dessen 4 Kerne mit 1,3 Ghz takten. Unterstützt wird dieser von einer Mali T720 GPU und 2GB RAM. Diese takten mit durchschnittlichen 2,9 GB/s. Der 16GB große interne Speicher ist leider auch nicht der schnellste mit seinen 73/39 MB/s Lese / Schreibgeschwindigkeit. Dafür kann er aber erweitert werden, ohne dass auf die Dual-SIM Funktion verzichtet werden muss.

Grundsätzlich reicht das Smartphone für alltägliche Aufgaben wie WhatsApp, Telefonieren Youtube und Facebook aus. Spätestens aber bei Spielen mit mittleren Anforderungen geht dem Smartphone die Puste aus.

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Auf dem Doogee S30 läuft ein stark angepasstes Android 7.0. Es gibt keine Themes, weshalb man mit dem Style der Icons auskommen muss. Wer sich dennoch für einen anderen Look entscheiden möchte, kann mit Drittanbieter Software Launcher und Icons ersetzen. Auf dem S30 und die Apps sind ganz normal über das Menü zu erreichen. Bei der Überprüfung wurde keine schädliche Software gefunden und es ist lediglich Zello vorinstalliert.

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An Sonderfunktionen wurde dafür nicht gespart. So sind Gestensteuerung, SmartSensomatory und SmartWake mit an Bord. Für mich ist eines der besten Features eines Outdoor-Smartphones immer noch der SOS-Button. Dieser aktiviert auch beim Doogee S30 den Notfallmodus, der je nach Konfiguration, Notfallkontakte anruft oder per SMS über den Aufenthaltsort informiert. Da der Button circa 5 Sekunden gedrückt werden muss, ist eine versehentliche Aktivierung nicht möglich.

Der Fingerabdrucksensor auf der rechten Seite kann zusätzlich zu seiner sonstigen Funktion mit anderen Aufgaben betreut werden. So sind Navigation und Kameraauslösen auch über den Sensor möglich. Allerdings ist die Anordnung des Buttons für mich persönlich ungünstig, weshalb eine versehentliche Aktivierung ständig vorkommt.

Negativ hingegen fand ich den News-Ticker, der den linken Bildschirm einnimmt. Dieser lässt sich in den Einstellungen nicht deaktivieren. Möchte man ihn loswerden, hilft nur ein anderer Launcher.

Kamera

Doogee setzt auch bei seinem Outdoor-Smartphone S30 auf den aktuellen Trend: die Dual-Kamera. Leider kann diese qualitativ nicht überzeugen und ist zusätzlich auch noch ein Fake. Der Bokeh Effekt wird rein über die Software gesteuert, da die zweite Kamera lediglich ein Dummy ist. Die Hauptkamera löst damit nur mit 8 MP auf und ist die pure Enttäuschung an diesem Handy. Die Bilder verrauschen stark und als ob das noch nicht genug wäre, werden sie meist auch noch sehr unscharf. Das liegt mitunter daran, dass der Fokus es nicht schafft, sich richtig einzustellen. Zuerst ging ich von einem Fehler in der App aus, aber auch mit Drittanbieter-Apps hatte ich dasselbe Ergebnis. Bei Nahaufnahmen verweigert der Fokus grundlegend den Dienst, bei Objekten, die weiter weg liegen, ist es ein Glücksspiel. Zusätzlich werden auch die Farben nicht echt und die Bilder haben einen leichten orangenen Schleier.

Die 5MP Frontkamera liefert ein ähnliches trauriges Bild, wodurch nicht mal Selfies annehmbar aussehen und ebenfalls verrauschen, unscharf werden und farblich nicht korrekt sind.

Meistens liegt die Kamera bei Outdoor Handys nie im Fokus, allerdings ist das Ergebnis beim Doogee S30 trotz dieser Tatsache nicht annehmbar.

Konnektivität des Doogee S30

Doogee S30 EmpfangDie Konnektivität ist in der Regel eine Stärke der Outdoor-Sparte. So kommt auch dieses Gerät mit allen 2G, 3G und 4G Frequenzen, die für den Betrieb in Deutschland nötig sind. Somit ist auch das für uns wichtige Band 20 mit an Bord. Der Empfang war durchweg sehr gut und auch LTE war für mich fast immer empfangbar. Auch wenn Stimmen an mich glasklar übertragen wurden, war ich auf der anderen Seite etwas dumpfer zu hören.

Bei der restlichen Ausstattung kann das Doogee wieder Punkten. An Bord ist Bluetooth 4.0, welches einwandfrei funktioniert hat und sich ohne Probleme mit anderen Smartphones oder meiner Freisprecheinrichtung verbinden ließ. WLAN gibt es preisklassenuntypisch mit den neuen Standards a/b/g/n und funkt sowohl im 2,4 als auch im 5 Ghz Bereich. Das GPS ist, typisch Outdoor Handy, spitze. Der Fix ist innerhalb weniger Augenblicke da und die Navigation immer sehr genau. Auf der Teststrecke zu Fuß und im Auto kam es deshalb nie zu einer Fehllokalisierung.

Das Doogee S30 ist neben dem Fingerabdrucksensor nur mit den 3 Standardtypen, Nährungs-, Licht– und Beschleunigungssensor ausgestattet. Einen Gyroskopsensor oder einen Kompass gibt es nicht. Alle vorhandenen Sensoren funktionieren tadellos. Der Fingerabdrucksensor erkennt innerhalb kürzester Zeit meinen Abdruck und entsperrt augenblicklich das Smartphone. Leider ist die Position ungünstig gewählt, weshalb ich die Entsperrung per Muster oder Code vorzog.

Akkulaufzeit

doogee s30 pcmarkDer 5580 mAh Akku soll das Doogee S30 mit genügend Saft versorgen, um mehrere Tage durchhalten zu können. Gemessen habe ich aber maximal um die 5200 mAh was gerade so in der Toleranz liegt. Dank des sparsamen Prozessors und des kleinen 5“ Displays kommt man schon mal 3 Tage mit einer Ladung aus, selbst wenn man das Smartphone öfters mal zur Hand nimmt. Dank Quick Charge Technologie ist der Akku in knapp 2,5 Stunden auch wieder voll. Auch dies ist in diesem Preisbereich eine Seltenheit.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

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Mathias:

Doogee liefert mit dem S30 ein Outdoor Smartphone im unteren Preisbereich. Dafür bekommt man echte IP68 Fähigkeit und ein schickes Gerät. Enttäuschend ist aber die absolut unzureichende Kamera. In diesem Preisbereich muss man allerdings auch bei den alternativen Geräten Abstriche machen. Wer also die Kamera nicht braucht, bekommt hier ein super Outdoor-Gerät für wenig Geld. In diesem Bereich ist eventuell noch das Nomu S10 Pro oder Blackview BV4000 von Interesse.

67%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 30 %
  • Akku 80 %

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W Schrijver

Hallo super review! Stimmt es dass speaker super leise ist? Und wie ist sound moet kopfhoren? Danke!