Das Doogee X30 ist so ein typisches 60€ Handy, das lediglich das Smartphone Pflichtprogramm abspult und sich auch dabei noch viel Zeit lässt. Auf LTE wird gänzlich verzichtet, da der verbaute Quadcore von Mediatek MT6780 dies nicht unterstützt. Mit 2/16GB RAM ist man aber gut ausgestattet und auch DUAL-SIM bei gleichzeitiger Speichererweiterung ist für das Doogee X30 kein Problem. Der 3360 mAh starke Akku kann einfach gewechselt werden und als Pseudo-Hauptfeatures präsentiert der Hersteller nicht nur eine Dual-Rückkamera ohne Funktion, sondern auch noch eine Dual-Frontkamera ohne Funktion! Doch ungeachtet dieses Marketing-Schwachsinns ist das Doogee X30 immer noch ein sehr interessantes Ultra-Low Budget Gerät geworden.

Versionen des Doogee X30

Unser Testgerät ist ein Doogee X30 ohne LTE und dem Einstiegsprozessor MT6780. Doogee verkauft unter dem Namen X30L auch eine Version mit MT6737 und LTE Unterstützung. Allerdings muss man bei der X30L Version auf die Dual-Frontkamera verzichten ;).

Design und Verarbeitung

Unsere silberne Version des Doogee X30 hat eine weiße Vorderseite und macht einen sehr femininen Eindruck. Die Farben Gold (weiße Vorderseite) und Schwarz (schwarze Vorderseite) stehen auch zur Auswahl. Mit 197g ist das X30 im Vergleich mit sonstigen 5,5 Zoll Handys schwer geraten. Auch die Abmessungen mit 155 x 77 x 9,8 mm sind alles andere als filigran. Der Rahmen und die Rückseite des Smartphones bestehen aus Kunststoff und der Rückdeckel kann einfach abgelöst werden. Die beiden Hauptkameras ragen minimal aus der Rückseite hervor und werden von einem Einzel-LED Blitz unterstützt. Der Lautsprecher ist ebenfalls auf der Rückseite angebracht. Powerknopf und Lautstärkewippe liegen rechts außen, bestehen aus Kunststoff und sitzen fest und sauber im Gehäuse. 4mm dicke Ränder findet man links und rechts vom Display.

Doogee X30 Rückseite ablösbar Doogee X30 Display 2

Eine Benachrichtigungs-LED spart Doogee leider ein und auch die 3 üblichen Android-Sensortasten sind nicht beleuchtet. Ein Micro-USB Anschluss und ein Mikrofon findet man an der Unterseite, den Kopfhöreranschluss an der Oberseite des Doogee X30. Der ablösbare Rückdeckel gibt vollen Zugriff auf den 3300mAh Akku und man kann diesen bei Bedarf einfach austauschen. Auch kann man im Doogee X30 2 Simkarten (1 x Nano + 1 x Micro) und eine Micro-SD (bis 128GB) gleichzeitig verwenden.

Doogee X30 Desgin Verarbeitung 3 Doogee X30 Desgin Verarbeitung 1 Doogee X30 Desgin Verarbeitung 2 Doogee X30 Desgin Verarbeitung 4

Das Doogee X30 ist ein großes Kunststoff-Smartphone, das dennoch einen brauchbaren Eindruck in der Hand hinterlässt. Es ist zwar vergleichsweise dick und schwer, aber noch im Rahmen des Erträglichen, insbesondere, wenn man die 60€ berücksichtigt. Die Verarbeitung ist sauber, sogar der Übergang vom Glas zum Rahmen ist mit einer Gummilippe sauber und ohne spürbare Kante gelungen.

Display

Das Doogee X30 verfügt über ein 5,5 Zoll großes IPS Display, das mit 1280 x 720 Pixel auflöst. Mit 267 Pixel pro Zoll erscheinen alle Inhalte scharf und das Display des Doogee Smartphone hat deutlich mehr zu bieten, als das, was man für 60€ so erwartet. Schade ist allerdings, das MiraVision zur individuellen Konfiguration leider nicht vorinstalliert ist. Die Blickwinkel sind stabil und durch die hohe Helligkeit des Panels kann man das X30 problemlos im Freien verwenden. Solange man die Displayschutzfolie nutzt, spiegelt das Display allerdings sehr stark. Ohne Schutzfolie muss man dann aber vorsichtig mit dem Smartphone umgehen, denn speziell gehärtetes Glas wurde nicht verbaut. Ein Kratztest mit dem Schraubenzieher richtet aber keine Schäden an und auch normales Glas ist sehr widerstandsfähig.

Doogee X30 Display 1 Doogee X30 Handy

Die Farbwiedergabe ist neutral, weder zu knackig, noch zu blass. Schwarz wirkt allerdings eher wie Grau. Der Touchscreen registriert bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig, was im 60€ Preisbereich keinesfalls üblich ist. In der Praxis ist die Genauigkeit gut, wobei ein kleiner Input-Lag (Verzögerungen bei der Eingabe) spürbar ist. Auch Smart-Wake Gesten und 3-Fingerscreenshots können im Optionsmenü aktiviert werden und funktionieren gut. Ein doppeltes Tippen auf das ausgeschaltete Display, um das Handy aus dem Stand-By zu rufen, ist hier besonders relevant, da es keinen Fingerabdrucksensor gibt. Das Doogee X30 präsentiert sich im Test mit einem sehr gelungenen Display.

Leistung

Der auf 4 x 1,3 GHz getaktet MT6780 Quadcore-Prozessor ist das unterste Ende der Fahnenstange bei Mediatek. Der Low-End SOC arbeitet in Kombination mit 2GB RAM und ist lediglich für Grundfunktionen ausgelegt. Wobei die MALI-400 GPU auch das ein oder andere Spiel flüssig wiedergibt. Wer etwas mehr Leistung will und auch nicht auf LTE verzichten mag, kann zur L-Version des Doogee X30 greifen. Dort ist ein LTE-fähiger MT6737 verbaut.

Doogee X30 Antutu Benchmark Doogee X30 Geekbench 4 1 Doogee X30 Geekbench 4 2 Doogee X30 3D mark Doogee X30 Speichergeschwindigkeiten

Die verbauten 2GB RAM reichen für leichtes Multitasking aus, auch wenn sich das Doogee beim Wechsel zwischen den Tasks Zeit lässt. Der RAM-Speicher ist mit 1,5GB/s langsam und auch der 16GB große Speicher kann mit einer Lese/Schreibgeschwindigkeit von 102/37 MB/s nicht so recht überzeugen. Dafür kann man den Speicher mit einer Micro-SD um bis zu 128GB erweitern. Die Performance im Browser ist durchschnittlich und mit gewissen Verzögerungen beim Scrollen muss man klarkommen. Ebenso dauert es 2-3 Sekunden bis einfache Apps gestartet sind. Das Doogee X30 ist eben ein Low-Budget Smartphone und lässt sich für alle Aufgaben etwas Zeit. Aber die Aufgaben werden dann immer erledigt und es kam nie zu Abstürzen oder Reboots.

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Das Doogee X30 läuft mit einem nervtötenden und überladenen Freemee Launcher, welcher die Systemperformance negativ beeinflusst, da eine Katze auf dem Home-Screen herumspringt. Abhilfe schafft hier fix ein neuer Launcher aus dem Playstore, wobei ich mich für Google-Now entschied. Danach bleiben nur die Schnellstartleiste und das Optionsmenü leicht verändert. Die deutsche Sprache ist ab Werk vorhanden, wobei Sonderfunktionen im Optionsmenü nicht übersetzt sind (Smart somatosensory, Gesture Unlock, Split Screen,…). Der Playstore ist vorhanden und kann vollständig genutzt werden. Updates werden über OTA direkt auf das Doogee X30 eingespielt. Das System hat bereits direkt nach Auslieferung ein Update erhalten. Der Google Sicherheitspatch ist mit dem 5. August brandaktuell, wobei Android 7.0 auf dem Gerät läuft.

Malwarebytes fand keinerlei Bedrohungen und das System des X30 läuft stabil und im Rahmend des Möglichen auch schnell. Wer ein Einsteiger- oder Zweithandy sucht, wird mit der Performance des Doogee X30 auskommen.

Kamera

Für nur 60€ erhält man im Doogee X30 gleich 4 Kamera. Zwei 8MP Shooter auf der Rückseite und zwei 5 Megapixel Shooter auf der Vorderseite. Allerdings ist jeweils eine der Kamerasensoren ohne erkennbare Funktion und klassische Dual-Kamera Funktion wie der Doppelzoom oder der Bokeh Effekt vollkommen unbrauchbar. Der Doppelzoom ist ein klassischer Digitalzoom und die Blur-Aufnahmen werden durch einen verschwommenen Kreis erzeugt.

Typisch für den Preisbereich sind Videoaufnahmen kaum zu verwenden, da diese stark wackeln und auch der Fokus nicht hinterherkommt. Allerdings macht das Doogee ansonsten ganz ansehnliche Bilder und auch die Selfies gelingen überraschend schön.

Sowohl die Fokussierung nimmt etwas Zeit in Anspruch als auch das Auslösen. Hat man aber ein Bild bei halbwegs guten Lichtverhältnissen geschossen, so kann dieses mit ausreichend vielen Details und ausreichender Schärfe durchaus punkten. Die Farbwiedergabe ist etwas blass, aber noch verkraftbar. Weiße Flächen erscheinen etwas gelblich und ein Bildrauschen an den Rändern ist kaum vermeidbar. Die Selfies haben etwas weiche Konturen und auch gelegentlich sichtbares Rauschen in den Aufnahmen. Im Gesamten ist es mit dem 60€ teuren Doogee aber möglich, halbwegs brauchbare Bilder und Selfies zu produzieren!

Konnektivität und Kommunikation

Doogee X30 Netz EmpfangDas Doogee X30 unterstützt alle 2G und 3G Frequenzen in Deutschland. Surfen kann man im H+ Netz mit bis zu 42Mbit und dies funktioniert in der Praxis auch sehr gut. Wer auf dem Land wohnt und unbedingt LTE benötigt, findet dies mit Band 20 im Doogee X30L. Der Empfang ist durchweg konstant und die Signalstärke ausreichend. Der Wechsel zwischen WLAN und 3G Netz klappte problemlos. Die Ohrmuschel gibt im Gespräch ein leises, permanentes Fiepen aus, dies ist bei gelegentlichen Telefonaten zu verkraften, wer aber häufiger und länger telefoniert, sollte die Finger vom Doogee X30 lassen. Das Mikrofon leitet die eigene Stimme zufriedenstellend weiter, der Freisprecher erzeugt ein starkes Echo und ist nicht zu verwenden.

Das WLAN Modul unterstützt das 2,4GHz Netz mit n-Standard und die Reichweite ist gut. Allerdings nimmt der Datendurchsatz mit zunehmenden Abstand zum Router sehr schnell ab. Wer keine großen Downloads durchführen mag, sollte damit keine Probleme haben, denn Surfen geht weiterhin problemlos. Hier mal 2 Screenshots:

Doogee X30 GPS TestBluetooth 4.0 arbeitet zuverlässig und konstant bei bis zu 6m Entfernung zum Gerät. Das Doogee X30 verfügt nur über die 3 Standard-Sensoren mit Näherungs-, Helligkeits- und Beschleunigungs-Sensor. Das GPS Modul bestimmt die Position halbwegs fix und auch genau. Auch die Navigation im Auto ist möglich, wobei das Smartphone prozessorbedingt bei Neuberechnungen der Route eine Ewigkeit braucht, um umzustellen. Bis die neue Route angezeigt wird, ist man bereits wieder an 2 weiteren Straßen vorbeigefahren. Naja, wer nicht vom Weg abweicht, kann durchaus mit dem Doogee X30 den Weg nach Hause finden. Ein Kompass oder ein Gyroskop gibt es nicht.

Kopfhöreranschluss und Lautsprecher entpuppten sich leider als Reinfall. Der Lautsprecher knarzt und scheppert wie wild und auch der Klinkenanschluss hat nicht die sauberste Wiedergabe. Man kann allerdings mit Kopfhörern durchaus Musik hören, ein Unterschied zu teureren Smartphone ist aber deutlich hörbar.

Akkulaufzeit

Doogee X30 AkkutestDer 3300 mAh starke Akku des Doogee X30 kann einfach gewechselt werden und wir können die Kapazität exakt so bestätigen. Im PCmark Akkutest läuft das Smartphone gute 7 Stunden am Stück durch, bei 200 cd/m² Displayhelligkeit. In der Praxis sorgen auch der fehlende LTE Empfang, das HD-Display und der für Spiele ungeeignete Prozessor für eine gute Laufzeit. Nach 4-5 Stunden Mischnutzung bestehend aus Surfen, Whatsapp, Fotos, Benchmarks und Youtube musste das Smartphone nach 1,5 Tagen an die Steckdose. Da man mehr als Standardaufgaben sowieso nicht nutzen kann, sollte 2 Tage Laufzeit für die meisten kein Problem darstellen, denn auch der Stand-By Verbrauch ist gut optimiert.

Mit dem mitgelieferten 5V/1A Ladeadapter dauert es gute 2,5 Stunden auf 75% Akkuladung. Bis man von 0 auf 100% geladen hat, vergehen gute 3,5 Stunden. Man tut hier also gut daran, das Smartphone über Nacht zu laden, denn einmal kurz nachladen zwischendurch ist hier kaum möglich.

Fazit und Alternative

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Jonas Andre:
Fazit und Alternative

Einerseits ein dickes und schweres 60€ Handy ohne Benachrichtigungs-LED, mit schlechter Gesprächsqualität und zwei Fake Kameras. Andererseits ein Handy mit wechselbaren Akku, 3-fach Slot (2 x SIM + 1 x Micro-SD), angemessener Systemperformance, brauchbaren Kamerabildern und guter Akkulaufzeit. Das Handy im 60€ Preissegment, das alles richtigmacht, gibt es einfach nicht. Vor dem Kauf sollte man sich im Klaren sein, welche Funktionen man wirklich benötigt und dann eine Entscheidung treffen. Im Low-Budget Bereich machen kleine Beträge einen extremen Unterschied. So gibt es für 25€ mehr ein Xiaomi Redmi 4a, welches das Doogee X30 in allen Testkategorien gnadenlos vernichtet. Wer aber auf der Suche nach einem super günstigen Zweithandy ist, macht mit dem Doogee X30 nichts falsch.

68% BILLIG!
  • Verarbeitung und Design 70 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 60 %
  • Kamera 60 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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Gast
Eastside

Ganz ehrlich! Wer braucht noch so ein Gerät, wenn, wie schon im Artikel erwähnt, es für rund 100€ ein Redmi 4A gibt. Die Fotos sind eine Katastrophe, mit einem totalen Rotstich und unscharf ohne ende.
Mein K750i macht bessere Fotos.

Gast
Uwe

Auch ganz ehrlich: Es gibt bestimmt Leute, denen 30,- € Unterschied eine Menge ausmacht oder die für ein Zweithandy nicht unbedingt mehr ausgeben wollen als nötig. Und fotografieren ist wahrscheinlich nicht die Hauptaufgabe eine Handys für solche Leute.

Gast
Eastside

Ja, ja die Kamera! Keiner legt Wert drauf, aber alle fotografieren ihre schönsten Momente damit. Eine Schande für die Fotografie.