Mit dem Elephone S7 Mini wirft der chinesische Hersteller ein wirkliches Schmuckstück in den Ring. Im Low-Budget-Bereich ein Smartphone mit Curved-Display anzutreffen, ist schon bewundernswert. Das ist wirklich mal ein heftiger Seitenhieb in Richtung der großen und bekannten Hersteller. Es handelt sich um die kleinere Variante des Elephone S7. Nicht nur das Display ist gegenüber der größeren Version etwas abgespeckt (5,2 statt 5,5 Zoll), sondern auch bei der übrigen Ausstattung gibt es Einsparungen. Es besitzt einen Quadcore-Prozessor und auch der RAM ist mit 2 GB geringer als der des großen Bruders. Dass das Gerät auch Schwächen hat, ist natürlich zu erwarten. Demgegenüber steht aber ein absolut verlockender Preis. Was das Gerät über ein tolles Erscheinungsbild hinaus bieten kann und wo genau die Stärken und Schwächen liegen, wird dieser Testbericht zeigen.

Design und Verarbeitung

Das Elephone S7 Mini ist ein wahres Schmuckstück. Klar, Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Doch jemanden, der dieses Gerät nicht wunderschön findet, suche ich noch. Das Design ähnelt dem Flaggschiff eines sehr viel bekannteren Herstellers. Das lässt sich nicht verleugnen. Was ist jedoch an einem edlen Nachbau auszusetzen, wenn dieser so gut gemacht ist und das zu einem Bruchteil des Preises?

Beginnen wir jedoch mit den Fakten. Mit 7,6 mm ist das Gerät angenehm schlank und misst damit 0,1 mm weniger als das Galaxy S7 Edge von Samsung. Dank des kompakten Formats von 68,8 mm Breite und 144 mm Länge ist einhändige Bedienung durchaus möglich. Mit 145 Gramm ist es angenehm leicht. Dies liegt wohl auch am Material des Backcovers. Der verwendete Kunststoff weist eine erhöhte Empfindlichkeit für Kratzer auf. Dennoch macht das Gerät, dank des besonderen Reflektions-Effekts, einen sehr hochwertigen Eindruck. Der Hersteller vergleicht diese Lichtreflexion recht treffend mit Polarlichtern. Eine leichte Erhebung verursacht die Kamera-Linse.

Aluminium kommt beim Rahmen des Gerätes zum Einsatz, was zur angenehmen Haptik und einem erhöhten Wertigkeitsgefühl beiträgt. Auf der rechten Seite sind der Power-Button und die Lautstärkewippe angebracht. Die Position ist auch bei einhändiger Bedienung sehr gut mit dem Daumen erreichbar. Unten sind im Gehäuse Bohrlöcher für Lautsprecher, das Mikrofon und den Micro-USB-Anschluss zu finden. Der Kopfhörer-Anschluss befindet sich an der oberen Kante. Zudem wird der Alurahmen durch schwarze Kunststofflinien unterbrochen. Ein schönes Designelement. Der Kartenslot befindet sich auf der linken Seite des Gerätes.

Eine Benachrichtigungs-LED weist in den farben Rot, Grün oder Blau auf entgangene Anrufe oder sonstige Benachrichtigungen hin. Sie befindet sich sinnvollerweise an der Vorderseite des Elephone S7 Mini. Ebenso wie der multifunktionale Button. Dieser liegt etwas abgeschrägt und wackelig im dicken Gorilla Glas 3, welches die komplette Front schützt. Der Button macht seine Aufgabe dessen ungeachtet sehr gut und vereint insgesamt 5 Funktionen:

  • Fingerabdruck-Scanner
  • Home-Button (1x kurz drücken)
  • Zurück-Button (1x kurzer Touch)
  • Multitasking-Menü (1x lange drücken)
  • Shortcut-Key (2x kurz drücken)

Lieferumfang des Elephone S7 Mini

Elephone gibt dem S7 Mini nicht gerade viel Gepäck mit auf seine Reise zum Kunden. Im recht schlichten Pappkarton befindet sich lediglich ein USB-Mikro-Kabel zum Aufladen und zur Datenübertragung. Des Weiteren ist ein kompakter Quick-Charge-Ladeadapter an Bord. Auf der Habenseite ist zudem noch eine Bedienungsanleitung. Diese klärt in immerhin sechs Sprachen über die wichtigsten Funktionen des Gerätes auf. Natürlich darf auch der Pin zum Öffnen des Kartenslots nicht fehlen.

Display

Wenn das Elephone S7 Mini ein schwerwiegendes Kaufargument bietet, dann ist das neben dem coolen Design, das absolut hammermäßige 5,2 Zoll curved Display. Mit einer Full HD (1920×1080 Pixel) Auflösung und vor allem mit den Fehlen der Ränder rechts und links wirkt das Elephone S7 Mini unter den anderen Geräten im Low-Budget Bereich wie ein UHD Flatscreen TV unter Röhrenfernsehern. Der IPS Panel bietet einen beeindruckenden Kontrast, kräftige Farben und ist fast so blickwinkelstabil wie eine Buchseite. Dank MiraVision lässt sich die Darstellung zudem nach Belieben anpassen.

Es handelt sich beim Hauptbedienelement des Smartphones eher weniger um ein Edge-Display, wie es vom Samsung Galaxy S7 Edge bekannt ist, als vielmehr um ein randloses (evtl. auch leicht gerundetes) Panel in Kombination mit 3D-Glas. Der Screen des curved Displays erstreckt sich dabei nicht so weit über die Kante hinaus wie beim Samsung Gerät. Dies finde ich persönlich besser, da man dadurch beim einhändigen Halten des Smartphones nicht aus Versehen auf das Display kommt und ein unbeabsichtigter Touch registriert wird.
Fans der Smart-Wake-Funktion werden beim Elephone S7 Mini etwas enttäuscht sein. Es ist nicht möglich das Display durch Berührungen zu wecken. Lediglich die Lautstärketasten können dahingehend konfiguriert werden, sodass sie das Gerät bei Betätigung wecken. Ob dies einen Vorteil bringt, ist fraglich, da der Powerbutton sowieso direkt unter den Volume-Keys angebracht ist. Folglich bietet dieses „Feature“ meines Erachtens keinen erkennbaren Mehrwert.

Geschützt wird das Display durch kratzfestes Gorilla Glas 3. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt dieses so stark, dass sich das Ablesen der Inhalte häufig als schwierig erweist. Dessen ungeachtet ist die Displayhelligkeit in 98% der Fälle völlig ausreichend für ein angenehmes Bedienen und Ablesen des multitouchfähigen (max. 5 Berührungspunkte) Screens.

Leistung

Natürlich kann man im Low-Budget-Bereich nicht erwarten, dass alle 3D Games mit maximalen Grafikdetails spielbar sind, dennoch weiß das Elephone S7 Mini in Punkto Leistung durchaus zu überraschen. Die Navigation durch die Menüs gelingt auf jeden Fall absolut flüssig. Keine Ruckler, lange Wartezeiten, oder gar Abstürze konnten festgestellt werden. Unter den aufwendigen 3D Spielen war nur N.O.V.A 3 mit beeindruckender Grafikdarstellung einigermaßen spielbar. Doch bei Asphalt 8 und Modern Combat 5 wurde dann doch bemerkbar, dass kein Hochleistungsprozessor zur Verfügung steht. Die Hitzeentwicklung hält sich in Grenzen. Die Temperatur des Geräts überschreitet im Inneren nur selten 50 Grad Celsius.

Elephone verbaut den MediaTek MT6737T, welcher 4 Cortex-A53 Kerne mit immerhin 1,5 GHz betreibt. Dieser ist bei Geräten im Preisbereich um die 90-130 € öfter anzutreffen. Der Mali-T720 MP2 Grafikchip und 2 GB RAM stehen der Recheneinheit zur Seite. Der Arbeitsspeicher ist zwar nicht unbedingt üppig bemessen, reicht jedoch für Multitasking im normalen Maß aus.

Die Benchmarkergebnisse bringen kein großes Staunen hervor. Ein Antutu-Wert von ca. 41.000 lag im Bereich des Erwarteten. Eine Messung der Speichereinheiten zeigte, dass der RAM mit 4,3 GB/s arbeitet. Der 32 GB interne Speicher erreicht immerhin eine Lesegeschwindigkeit von 200 MB/s aufweist und mit 80 MB/s Schreibaufgaben eher gemächlich erledigt. In der Praxis reichen diese Geschwindigkeiten jedoch aus.

Android 6.0 in der Reinform

Das Elephone S7 Mini kommt mit Android 6.0 in beinahe unveränderter Form daher. Ein Update auf Android 7.0 wird im offiziellen Elephone Forum zwar des Öfteren erwähnt, etwas Konkretes liegt jedoch noch nicht vor. Das System steht zum Großteil in deutscher Sprache zur Verfügung. Nur einige Punkte in den Einstellungen sind auf Englisch beschrieben. Es sind die üblichen Standard-Apps (außer Google Maps) vorinstalliert, darunter auch der Google Playstore. Des Weiteren befindet sich eine Service-App von Elephone auf dem Gerät, welche es erlaubt, Fragen und Anregungen an den Hersteller zu richten. Auf eine einfache Frage erhielt ich jedoch leider keine Antwort.

Überraschenderweise hat Elephone die Benutzersteuerung aktiviert. D.h. es ist möglich, verschiedene Nutzer mit eingeschränkten Berechtigungen anzulegen. Bzw. das sollte möglich sein. An dieser Stelle ist jedoch ein fataler Bug vorhanden. Wechselt man nämlich zum Benutzer „Gast“, werden die Rechte reduziert. Es besteht dann kein Zugriff mehr auf die Quickeinstellungen, Benachrichtigungen werden nicht mehr eingeblendet und was am fatalsten ist: Man gelangt nicht mehr in die Benutzersteuerung zum Wechseln des Benutzers. Der Anwender hat keine Möglichkeit mehr in den normalen Modus zu wechseln und ist demzufolge im Gastmodus eingesperrt. Es bleibt dann nur noch die Möglichkeit, das Gerät auf den Werkszustand zurückzusetzen. Ich empfehle deshalb dringend, die Finger vom Menüpunkt „Benutzer“ in den Einstellungen zu lassen, bis ein Update diesen Fehler behoben hat! Möchte man neben dem „Gastkonto“ einen anderen User erstellen, so stürzt der Launcher während des Einrichtungsprozesses ab und ein Neustart ist erforderlich.

Dessen ungeachtet läuft das Betriebssystem in allen anderen Punkten überaus stabil. Updates werden zudem über eine Anwendung in Form von OTA-Aktualisierungen realisiert und werden hoffentlich in Zukunft die Bugs beheben.

Kamera

Auf der Herstellerseite des Elephone S7 Mini wird die Kamera kaum beworben. Dies hat auch einen einfachen Grund: Weder die 5 MP Front-, noch die 13 MP Rückkamera bieten etwas besonders Erwähnenswertes. Die Rückkamera bietet ein Öffnungsverhältnis von f/2.0. Einige Shops geben einen Wert von f/2,2 an, diesen kann ich jedoch nicht bestätigen. Bei entsprechenden Lichtverhältnissen kommen durchaus schöne und brauchbare Schnappschüsse zustande. Die Farbwiedergabe ist dabei natürlich und die Bilder wirken sowohl auf dem 5,2 Zoll Display des Smartphones, als auch gestreckt über 15,6 Zoll am Notebook, recht scharf.

Neben den aktuellen High-End Smartphones hat das Elephone S7 Mini in Punkto Bildqualität natürlich dennoch das Nachsehen. In der Nacht muss schon einiges an künstlichen Licht vorhanden sein, damit das Bild nicht zu einem unscharfen Brei aus Pixeln wird. Bei vollkommener Dunkelheit ist der Blitz eine sehr schwache Hilfe. Die Leuchtkraft der LED reicht gerade mal aus, um Gegenstände in maximal 1,5 Metern Entfernung abzulichten. Gerade bei der Frontkamera wird dann schließlich doch das Preissegment deutlich, in welchem sich das Smartphone befindet. Selfies fehlt es an Schärfe. Die Kanten verschwinden und detailliert sind sie dementsprechend auch nicht.

Die Kamera setzt nach Tippen auf die entsprechende Stelle meist nach 1 Sekunde (max. 2 Sekunden) den richtigen Fokuspunkt. Die Auslösegeschwindigkeit ist ebenfalls (noch) ausreichend schnell. Im Einstellungsmenü der Kamera können einige Konfigurationen vorgenommen werden. So ist z.B. die Festlegung des ISO-Wertes möglich. Dennoch dürften Hobbyfotografen mit erweiterten Kenntnissen nicht zufrieden gestellt sein.

Kommunikation und Konnektivität

Das Elephone S7 Mini empfängt zuverlässig alle hierzulande gängigen LTE-Frequenzen. Dabei ist es egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Die Gesprächsqualität ist dahingegen leider nur ausreichend bis mangelhaft. Gesprächspartner meinten, meine Stimme klinge verwaschen. Vor allem bei Nutzung der Freisprechfunktion fiel dieser Missstand auf. Auch der Lautsprecher konnte nicht überzeugen. Weder bei Telefonaten, als auch beim Abspielen gespeicherter Inhalte. Er wirkte eher kraftlos. Dadurch kann man Musik über den Lautsprecher nicht wirklich genießen. Der griff zu Kopfhörern ist hier ratsam.

Für unerwartete Freude sorgte auf der anderen Seite das WLAN-Modul. Es unterstützt Dualband. Sowohl 5 GHz, als auch 2,4 GHz wird zuverlässig auch über weitere Distanzen empfangen. Auch bei den Sim-Karten kann das Gerät zweigleisig fahren. Es ist Dual-Sim-Fähig, wenn man im Gegenzug auf die Speichererweiterung verzichtet. Grund dafür ist die Verwendung eines Hybrid-Slots.

Von Navigation scheint der Hersteller leider nicht sehr viel zu halten. Google Maps ist erst gar nicht vorinstalliert. Das GPS-Modul ortet das Gerät nach Aktivierung zwar sehr schnell und genau, während der Navigation zeigt es jedoch Schwächen. Bei einer Fahrt durch Berlin sprang der Standpunkt oft in Parallelstraßen. Dadurch wurde die Route ab und zu falsch angegeben. Gerade Google Maps, welches nachinstalliert wurde, scheint Probleme im Umgang mit dem GPS-Modul des Elephone S7 Mini zu haben. Navigon zeigte die Position zuverlässiger, jedoch auch nicht immer fehlerfrei an. Vielleicht sorgt ein Update, wie schon beim großen Bruder, für Besserung.

Akku

Das Elephone S7 Mini ist ein echtes Akkumonster. Aber nicht etwa weil es viel davon hätte. Nein, vielmehr weil es auch im Standby-Modus zu viel Akku frisst. Bei einer Kapazität von immerhin 2450 mAh geht dem Akku im Schnitt nach einem Tag die Puste aus. Nur bei seltener Nutzung reicht der Atem auch mal 1,5 – 2 Tage. Ansonsten muss das S7 Mini spätestens am Abend wieder an die Leine, um genug Power für den nächsten Tag zu haben. Das Aufladen geschieht in einer zufriedenstellenden Geschwindigkeit. Nach einer dreiviertel Stunde ist der Akku zu 50% aufgeladen. 90 % sind nach 1,5 Std erreicht und nach 2 Stunden steht schließlich wieder die volle Akkuladung zur Verfügung. Quick Charge ist im Low-Budget Bereich noch lange kein Standard.

 

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Fazit

80% Genial

Für unter 150€ erhält man mit dem Elephone S7 Mini ein richtiges Prachtstück. Zumindest von außen betrachtet. Das Display ist weit über den Erwartungen an die Low-Budget-Smartphones. Wer also für wenig Geld in den Genuss eines randlosen Smartphones kommen möchte, das einiges her macht, ist mit diesem Smartphone bestens beraten.

Natürlich gibt es auch Einschränkungen, wie bei diesem Preis zu erwarten war. So ist das GPS-Modul nur bedingt zur Navigation tauglich, der Lautsprecher könnte etwas besser sein und der Akku könnte länger durchhalten. Ansonsten liegen die restlichen Betrachtungspunkte im grünen Bereich. Die Kamera ist alltagstauglich und die Performance kann sich im normalen Gebrauch auch sehen lassen. Die bemängelten Punkte könnten durch zukünftige Updtates behoben werden. Es ist abzuwarten, ob Elephone hier am Ball bleibt. Ich bin aber zuversichtlich.

Zusammenfassend kann ich eine klare Kaufempfehlung für das Elephone S7 Mini aussprechen. Vor allem für Anwender, die nicht auf Navigation durch das Smartphone angewiesen sind. Das Preis-/ Leistungsverhältnis sucht seinesgleichen.

  • Verarbeitung und Design 90 %
  • Display 100 %
  • Betriebssystem und Performance 80 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Kamera 70 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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Kommentar Updates
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Jürgen
Gast
Jürgen

Könnten die 2 großen Schwachstellen – schlechtes GPS und energiefressendes Standby durch Updates des Herstellers beseitigt werden? Wenn es dann noch Android7 für das Gerät gäbe wäre es unglaublich

Ed
Gast
Ed

Ich weiß nicht, welche Version ihr hattet, aber bei meinem S7 Mini ist das GPS super. Es gibt auch eine einfache Lösung für das energiefressende Standby, aber die schreibe ich hier nicht, weil man vor Elephone nur eine Warnung aussprechen kann.
Beim S7 Mini, und nach Durchsicht des Elephone Forums anscheinend auch seit Jahren bei anderen Smartphones, wird der hauseigene Launcher für das Anzeigen von Werbung genutzt. Natürlich nicht vom ersten Tag an, sondern per OTA aktiviert/hinzugefügt. Das man zu Android kein Vertrauen haben kann, ist ja hinreichend bekannt, aber das geht eindeutig zu weit. Wer weiß schon, was Elephone noch macht/installiert/abgreift.

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