Es knackt Nüsse, wirbelt minutenlang in der Waschmaschine und fliegt vom Hochhaus: Das Geotel A1 ist das richtige Smartphone für Abenteurer. Das vermittelt zumindest die Werbeabteilung des Herstellers. Ob das Outdoor-Smartphone für rund 70 Euro alltägliche und nicht alltägliche Herausforderungen meistern kann und dabei in einem Stück bleibt, soll der Test zeigen.

Design

Schon beim ersten Aktivieren des Geotel A1 fühlt man sich wie Abenteuer-Agent MacGyver. Das Smartphone kommt in Einzelteilen und will erst aus Dichtungen und Schrauben zusammengefügt werden. Wehe dem, der vergisst, die SIM-Karte vorher einzusetzen.

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Wenn es erstmal komplett ist, hält man einen 14.58 x 7,8 x 1,68 cm großen Klotz in der Hand. Das 4,5-Zoll-Display umhüllt ein dicker Panzer aus Polycarbonat, der vor Stürzen und anderen Umwelteinflüssen schützen soll.

Was Geotel als „ästhetisch und praktisch“ beschreibt, fühlt sich in Wirklichkeit plump und unhandlich an. Der Plastikpanzer sieht billig aus, fühlt sich auch so an und die dicken Edelstahl-Schrauben auf der Rückseite machen es nicht besser.

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Das Display ist sauber eingefasst, die Spaltmaße des auf rauh getrimmten Handys sind nicht die saubersten. Wer das A1 tatsächlich durch den Dreck schleift, wird danach mit dem Zahnstocher die zahlreichen Ritzen säubern müssen (oder es einfach in die Waschmaschine werfen?).

Unter dem Display befinden sich drei nicht beleuchtete Soft-Touch-Buttons, unter dem rechten „Zurück“-Button ist ein kleines Loch für das Mikrofon. Über dem Display rechts sitzen Frontkamera, Licht- und Näherungssensor. Auf eine Benachrichtigungs-LED muss man verzichten, bei Bedarf übernimmt der LED-Blitz diese Funktion.

An der rechten Flanke sitzt der On/Off-Knopf, links die Laut/Leise-Tasten. Für sie alle gilt: Es braucht starke Daumen, um die in Gummi gehüllten Tasten zu drücken. An der Oberseite, unter einer dicken Gummidichtung, befinden sich Kopfhörer- und USB-Buchse.

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Kamera und Blitz schließen auf der Rückseite bündig mit der Außenhülle ab. Die Abdeckung ist mit sechs Edelstahlschrauben verankert. Löst man diese, lassen sich Deckel und Dichtung abnehmen, so dass man den Akku und die SIM-Karte(n) entnehmen kann.

Lieferumfang des Geotel A1

Geotel A1 1 300x200Zusätzlich zum Outdoor-Gerät sind in der Box:

  • Ladegerät
  • langes USB-Kabel
  • Kopfhörer
  • Anleitung
  • Taschenmesser-Tool
  • Zwei Ersatzschrauben

Display

Nicht nur die äußere Erscheinung ist rauh, auch die inneren Werte sind rustikal. Das A1 muss mit einem 4,5-Zoll-Display auskommen; soweit so gut. Doch die Auflösung ist mit 960 x 540 Pixeln nicht mehr Stand der Dinge. Apps, Fotos und Spiele wirken selbst auf dem kleinen Schirm etwas grobkörnig. Das Bild ist allerdings noch brauchbar.

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Pluspunkte sind der stabile Blickwinkel, die gute Helligkeit und die kräftigen Farben. Über Miravision lässt sich bei Bedarf nachbessern. Gorilla Glas verhindert Kratzer und bei Stürzen aus geringer Höhe auch Brüche. Das Display registriert fünf Berührungen gleichzeitig (Multitouch) und reagiert ohne Aussetzer und Verzögerungen.

Leistung

Im Geotel A1 übernimmt ein Mediatek MT6580 die Arbeit. Der Quadcore taktet mit 1,3 GHz und 1 GB RAM, unterstützt von einer Mali 400 GPU. Das sind Werte, mit denen das Smartphone einfache Aufgaben problemlos meistert. Das Smartphone eignet sich für Nutzer, die hauptsächlich Whatsapp, Facebook und Telefonfunktionen verwenden wollen. Sobald eine App oder gar ein Spiel mehr Rechenpower verlangt, stößt das Outdoor-Fon ganz schnell an seine Grenzen.

Alles andere als großzügig ist der interne Speicher. Auf dem Papier sind es 8 GB, tatsächlich stehen knapp 6 GB zur Verfügung. Bedeutet: Ein paar Apps, Musik und Spiele – und schon ist der Speicher voll. Mittels SD-Karte lässt sich der Speicher auf 64 GB erweitern. Wie der Benchmark-Test zeigt, passen die langsame Lese- und Schreibgeschwindkeitkeit von ROM und RAM ins Bild.

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Das Handy erfüllt also das Klischee eines Outdoor-Gerätes: Es eignet sich im Grunde nur für den Gebrauch der grundlegenden Funktionen: Simple Apps, Kommunizieren und ein schnelles Foto schießen. Für Spiele-Sessions und Multitasking ist das Geotel A1 nicht geeignet.

Android

Die recht schmale Ausstattung des Geotel A1 spiegelt sich auch im Betriebssystem wieder. Zum Glück, sollte man sagen. Installiert ist ein sauberes und unverändertes Android 7 Nougat. Dass Geotel auf dem Low-Budget Gerät die neuste Android Version installiert, hebt das Gerät natürlich von günstigen Outdoor-Handys aus Deutschland ab, die meistens nur sehr alte Android Versionen installiert haben.

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Das Android 7 System läuft auf dem Geotel A1 rund. Es ist alles dort, wo man es braucht und kennt: App-Drawer, schnörkellose Apps, Einstellungen, usw.

Einziges Manko: Für einen Screenshot (On/Off-Taste plus Leise-Taste) braucht es Geduld, erst nach drei Sekunden löst er aus.

Kamera

8 Megapixel auf der Rückseite, das liest sich auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. In der Praxis kann die Linse überzeugen. Der Autofokus und der Auslöser arbeiten zwar sehr träge und auch mit aktviertem ZDS (Zero Shutter Delay) ergibt sich keine Verbesserung. Bei einem Outdoor-Handy für 70€ hatten wir jedoch kaum damit gerechnet, dass sich überhaupt ein brauchbares Bild mit dem Handy aufnehmen lässt. Klar, das Geotel A1 braucht für gute Fotos auch genügend Umgebungslicht und eine ruhige Hand. Mit ein paar Versuchen lassen sich jedoch ansehnliche Aufnahmen mit dem Handy produzieren, die auch auf einem PC-Bildschirm noch okay aussehen. Für ein Handy dieses Preisklasse ist das eine ordentliche Leistung!

Generell ist die Bildqualität bei guten Lichtverhältnissen in Ordnung, bei schummrigem Licht geht es steil bergab, was der LED-Blitz nur bedingt ausgleichen kann. Die Frontkamera (2MP) stößt selbst bei einem schlichten Selfie an ihre Grenzen.

Akku

GeotelA1 PcMarkAkku 169x300Als Energiequelle dient dem Geotel A1 ein 3400 mAh Akku. Erfreulich ist, dass die Zahl auf dem Datenblatt der Realtität sehr nahekommt: Während des zweistündigen Ladevorgangs pumpt das Netzteil 3230 mAh in den Energiespeicher.

Gut zu wissen: Der Micro-USB-Stecker ist länger als gewöhnliche Exemplare. So passt er in die tief versteckte Buchse hinter der Gummidichtung. Andere Kabel als das mitgelieferte funktionieren nicht. Der Popularität des Blackview BV6000 sei Dank, findet man bei Ebay aber auch diesen längeren USB Kabel.

Bei sparsamem Betrieb hält das A1 knapp drei Tage durch, ehe es wieder an die Steckdose muss. Bei starkem Gebrauch reicht eine Akkuladung gut durch den Tag. Im PC-Mark Akkutest hält das Geotel A1 immerhin 6,5 Stunden unter Belastung durch! Falls der Akku über die Jahre seine Speicherkraft verliert, lässt er sich problemlos austauschen.

Konnektivität

Geotel A1 8 300x200Das Geotel A1 unterstützt alle in Deutschland wichtigen 2G und 3G UMTS Netze. LTE wird nicht unterstützt. Die Antennenleistung ist nur mittelmäßig. An Orten, an denen für gewöhnlich 4G und 3G gut zu empfangen sind, bietet das Geotel maximal Edge an. Die Gesprächsqualität leidet deutlich unter dem dicken Polycarbonat-Panzer. Der Ton ist dumpf und blechern, obendrein ist die Lautstärke der Hörmuschel zu leise.

GeotelA1 Ansicht3 300x200Der GPS-Empfang ist ein Ärgernis. Gerade für ein Outdoor-Handy ist er nicht sehr akkurat und die Bestimmung der Position geht sehr langsam. Während der Google-Navigation im Auto verlor das Gerät andauernd den Draht nach oben und suchte nach Satelliten. Eine reibungslose, verlässliche Navigation war nicht möglich. Im Grunde ist das A1 völlig als Navigationshilfe unbrauchbar, da schon nach zehn Minuten im Auto der Akku überhitzt war und das Gerät in den Notbetrieb schaltete.

Es sind lediglich die Standard-Sensoren für Helligkeit, Beschleunigung und Näherung an Bord, für den Dual-SIM-Betrieb müsste ggf. die SD-Karte weichen.

Härtetest

Geotel verspricht, dass Staub, Sand und Wasser keine Chance haben, dem A1 gefährlich zu werden. Schutzklasse IP67 sei Dank. In zahlreichen Youtube-Videos wird das Telefon ordentlich in die Mangel genommen: Als Schneidebrett für Gemüse, im Schleuderprogramm der Waschmaschine oder beim Sturz aus dem 5. Stockwerk. Es überlebt fast alles ohne Schäden, die die Funktion beeinflussen. Lediglich gegen das Projektil eines 7mm-Jagdgewehres hat es keine Chance – wer hätte es gedacht…

Ein Tag am See soll (realitätsnah) zeigen, was es wirklich abkann. Also ab ins kühle Nass und das Smartphone vorne weg. Platsch, abgetaucht, für mindestens fünf Minuten. Auch eine kräftige Abreibung im Sand schadet dem Gerät rein äußerlich nicht. Es stürzt nicht ab und lässt sich uneingeschränkt bedienen.

GeotelA1 AnsichtSee 300x200Foto unter Wasser? Kein Problem, wenn man die Lautstärketaste in den Kamera-Funktionen als Auslöser konfiguriert. Die Qualität der Bilder ist, wie auch schon über Wasser, schlecht. Das muss man dem Geotel aber zugutehalten: Nach einem (für das Handy) harten Tag am See hat es keinen Schaden genommen – alle Funktionen intakt.

Weitere Infos unter: geotel.cc

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:
Fazit und Alternative

70 Euro klingen fair für ein Smartphone, das widrigen Bedingungen trotzen kann. Zudem bekommt man eine gute Grundausstattung für einfache Apps und Telefonie und obendrein noch die neuste Android-Version. Auch unseren Outdoor-Test übersteht das Geotel A1 problemlos und die Akkulaufzeit und Kameraqualität können für 70€ durchaus überzeugen. Angesichts des niedrigen Preises kann man sich also kaum beklagen. Natürlich bringt ein Low-Budget Outdoor-Handy aber auch ein paar Schwächen mit, die es bei teureren Geräten nicht gibt. So hat das Display eine niedrige Auflösung, LTE wird nicht unterstützt und der Netz- und GPS-Empfang sind generell nicht die Stärke des Geotel A1. Wer ein günstiges Outdoor-Handy sucht findet bis 100€ eigentlich keine Alternative. Mit dem Geotel A1 muss man aber auf klassische Outdoor-Funktionen verzichten, dies sollte jedem vor dem Kauf klar sein. Wir empfehlen die etwas teureren Alternativen aus unserer Outdoor-Bestenliste.

63% Budget!
  • Verarbeitung und Design 70 %
  • Display 50 %
  • Betriebssystem und Performance 50 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität und Kommunikation 60 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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Kommentar Updates
 
Gast
Ulrich Kloeters

Für meine Kinder perfekt, für ca. 61 Euro bei Ebay uneingeschränkte Kaufempfehlung, unkaputtbar ( S3 mini + S4 mini haben nicht überlebt ), immer erreichbar und genügende Akkulaufzeit,
Android 7, alle staunen über das “ Roboterhandy “
😉

Gast
Ulli

…. und jetzt leider System-Totalschaden 😣😡
Nachdem immer etwas nicht richtig funktioniert hat bleibt es jetzt im Startbildschirm hängen

Gast
Ulrich Kloeters

P.s.: mein Sohn meint das es sogar eine bessere Kamera hat, man muss aber für ca. 61 Euro ca. 2 Wochen Lieferzeit einrechnen …

Gast
diva

Geotel A1 is a waterproof, dustproof smartphone. The Geotel A1 3400 mAh battery gives the smartphone a good battery backup. This is a low maintenance battery. No periodic discharge is needed and charging can be done at random.

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