Der GGMM M3 ist ein Lautsprecher für daheim mit ordentlich Power und smarten Features. Multiroom und WLAN-Lautsprecher sind zurzeit sehr beliebt – aber vernünftige hierzulande auch sehr teuer. Warum also nicht zu einem günstigeren Modell greifen. Schaut man sich kurz die Werbebilder des GGMM M3 an, ist man schnell überzeugt: exzellenter Sound, edles Design und smarte Features wie Multiroom und Anbindung an Streaming-Plattformen.

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Einen Netzwerk-Lautsprecher hatten wir zuletzt im Test, den Xiaomi Network Speaker. Dieser hat uns soundtechnisch komplett abgeschossen, aber eben nicht bei den Streaming-Optionen überzeugen können. Der GGMM M3 spielt in einer anderen Preisklasse und kann vieles anders machen – ob er punkten konnte, lest ihr im Testbericht!

Verarbeitung

Schon beim Auspacken wird klar, dass man hier ein Premiumprodukt erhalten hat. Der Lautsprecher wird sicher verpackt geliefert, im Lieferumfang befindet sich noch das nötige Netzteil, ein 3,5mm-Klinkenkabel und eine Schnellanleitung. Bei Verarbeitung, Design und Materialauswahl hat sich jemand Gedanken gemacht – bei einem Preis über 150€ ist das aber auch notwendig.

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Der Klangkörper ist aus Holz gefertigt und mit weichem, strukturierten Leder überspannt. Die Vorderseite wird von einer Metallplatte dominiert, die CNC gefräst wurde. Hier sind die 4 Löcher für die Lautsprecher. GGMM M3 Farben 300x208Die Bedienung ist sehr simpel gehalten und erfolgt durch einen Knopf und Lautstärkeregler. Mit dem Knopf schaltet man ihn ein und aus sowie die Modi durch. Die Rückseite ist nicht komplett mit Leder überzogen. Neben DC-In, Reset-Button und zwei Löchern für den Bass ist hier nichts.

Der GGMM M3 kann mit seinem Äußeren überzeugen. Mit seinen Abmessungen von 34 x 17,5 x 12,5 cm und 3,6kg Gewicht ist er definitiv nicht portabel. Unsere schwarze Version ist ein optisches Highlight geworden. Er ist außerdem noch in den Farben „Kaffee“, „Hellbraun“ und „Rosa“ erhältlich – wobei „Kaffee“ meinen Geschmack am meisten trifft!

Funktionen

Der GGMM M3 hat mir Anlass gegeben, mich mit dem gesamten Thema mehr auseinander zusetzten: So geil es sich anhört, ein System zu haben, dass auf Knopfdruck in der gesamten Wohnung die Lieblingsmusik abspielt, einfach ist es nicht und der Preis der Premium-Hersteller wird nachvollziehbar.

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Fangen wir am Anfang an. Der GGMM M3 hat um den Lautstärkeregler einen LED-Ring, der je nach Modi anders leuchtet: Blau – WIFI, Weiß – Bluetooth, Grün – AUX. Schaltet ihr den Netzwerk-Lautsprecher das erste Mal an, leuchtet er lila. Das bedeutet, er versucht, eine WLAN-Verbindung aufzubauen. Bei erfolgreicher Verbindung leuchtet er blau. Drückt man einen Modus weiter, blinkt der GGMM Lautsprecher weiß, er befindet sich im Pairing Modus via Bluetooth. Nochmal weiter ist man bei AUX angelangt. Langes Drücken schaltet die Box aus. Der GGMM M3 bietet drei Verbindungsmöglichkeiten, wobei alle ihre Nachteile haben:

AUX

Ganz klassisch lässt es sich am einfachsten per mitgeliefertem Klinkenkabel mit dem Lautsprecher verbinden. Physikalisch betrachtet, erhält man hier den besten Sound. Ein Nachteil ist das limitierende Kabel.

Bluetooth

Die Verbindung via Bluetooth ist gelungen, und ich nutze sie auch am häufigsten. Zum einen funktioniert die Verbindung tadellos und bleibt über die halbe Wohnung stabil, gut 15m. Zum anderen, weil aptxHD integriert ist! Der hochauflösende Bluetooth-Codec verbessert den Sound merklich und auch Bluetooth-Probleme, wie Ruckler, sind nicht mehr vorhanden.

WIFI

Mit dem Wifi-Modus kommen die Probleme! Auch wenn offiziell mit Spotify geworben wird, so richtig funktionieren will es nicht. Um den GGMM M3 mit dem WLAN zu verbinden, benötigt ihr die GGMM M-Series App aus dem App-Store (auch für iOS verfügbar). Das Prozedere sollte funktionieren, kann aber auch mal einen Anlauf mehr benötigen. Man kann zwischen Wifi-Direct und Router-Modus wählen. Wifi-Direct ist quasi wie Bluetooth, nur über längere Distanz möglich. Wir steuern den Router-Modus an. Mit dem WLAN des Lautsprechers verbinden, dann Passwort des Routers eingeben und fertig.

Hier macht sich nun Ernüchterung breit: Die App listet alle Medien auf dem Smartphone auf und man kann diese wiedergeben – mehr nicht. Außerdem lassen sich über die App weitere GGMM M-Series Lautsprecher hinzufügen, um Multi-Room wiederzugeben. Das ist maximal für die nächste Party ganz nett, aber es lassen sich nun mal nur Medien abspielen, die auf dem Smartphone sind. Wichtig ist auch, dass der Sound sehr versetzt ist über WLAN, knapp 2 ½ Sekunden.

Net-Audio-Treiber

Über die GGMM-Website kommt ihr an den Net-Audio Treiber für Windows. Hier wird es interessant: Ist der GGMM M3 im selben Netzwerk wie der PC, so lässt sich die Audioausgabe auf den Netzwerk-Lautsprecher lenken. Und jetzt kommt der Knaller: Der GGMM M3 ist plötzlich unter Spotify gelistet und lässt sich darüber nutzen. Als ich den PC ausschaltete, so konnte ich ihn weiter über das Smartphone mit Spotify steuern.

Allerdings nur, solange der GGMM M3 an blieb. Beim nächsten Betrieb musste das Prozedere wiederholt werden. Zu vermerken ist, dass dies nicht jedes Mal funktionierte, ein wenig zickig ist der Lautsprecher bzw. das System schon.

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AirPlay

Leider muss ich es erwähnen, aber mit Apple AirPlay funktioniert der Lautsprecher tadellos. Mit meinem uralten iPad konnte ich den GGMM M3 einfach unten auswählen und via WLAN Inhalte über diesen wiedergeben. AirPlay lässt sich auch mit Dritt-Programmen unter Windows nutzen. Mit Android ohne Root klappt es aber nicht.

Multi-Room-Systeme

Achtung, hier folgt geballtes Fachwissen, oder was eine lange Google-Suche hervorbrachte: Zum einen ist die Spotify-Schnittstelle frei für jeden zugänglich! Bedeutet, jeder Hersteller kann, mit ein wenig Entwicklungsarbeit, seinem Netzwerk Lautsprecher Spotify-Connect-fähig bekommen. Bei Sonos klappt es ja schließlich auch unter der Schnittstelle. Zu Multiroom: Das Ganze ist um einiges komplizierter. Die Systeme sind untereinander nicht kompatibel, man muss sich auf eines beschränken. Auch lässt es Spotify nicht zu, dass man einfach mehrere Ausgabe-Geräte nutzt. Hier ist ein Sender nötig, der einen Audio-Stream für mehrere Lautsprecher umrechnet. DLNA ist ein Protokoll zur kabellosen Übertragung im heimischen WLAN-Netzwerk. Sowohl der GGMM M3 als auch der Xiaomi Network Speaker sind kompatibel und könnten ins DLNA Netzwerk eingebunden werden. Will man sich ein solches Netz aufbauen, ist einiges an Arbeit, besonders hinsichtlich der verschiedenen Latenzzeiten, nötig. Eine einfache Lösung ist mir nicht bekannt. Wir stehen hier noch am Anfang des Systems und in Zukunft wird sich noch einiges tun!

Abschließend muss man sagen: So recht funktioniert das Ganze nicht. Mit Streaming-Möglichkeiten extra zu werben, scheint mir nicht gerechtfertigt, da dies nicht so funktioniert, wie man es sich vorstellt.

In unserem Test zum Xiaomi Network Speaker haben wir bereits Alternativen beschrieben, welche sich ebenso beim GGMM M3 nutzen lassen.

Klang

So ganz abschreiben solltet ihr den GGMM M3 aber noch nicht! Der Klang ist bombastisch und Hifi-Reif. Die 40 Watt Gesamtleistung – zum Vergleich: Xiaomi Network Speaker 30 Watt – werden durch 2 Hochtöner, 2 Mitteltöner und 2 Woofer erzeugt. Geworben wird mit „Kevlar Lautsprechern“, was aber nichts zur Sache tut. Der Sound rockt!

Zum Klangbild lässt sich leider nicht sonderlich viel sagen, der GGMM M3 ist ein Tausendsassa was das angeht. Mitten, Höhen und Bass sind sehr ausgeglichen. Der Bass kommt aber auch mit Druck rüber – nicht übertrieben, einfach nur kraftvoll: so, als hätte er noch Reserve zur Verfügung. Auch bei der maximalen Lautstärke geht einiges, eben 40 Watt Ausgangsleistung. Weit oben, was aber unserer Meinung nach schon zu viel für eine WG-Feier ist, neigt der Bass zum Dröhnen. Dafür kann der Klang auch bei niedriger Lautstärke überzeugen. Bei normaler Hörlautstärke bleibt er sehr neutral. Positiv anzumerken sind nicht Bass-betonte Genres: Hier halten sich die unteren Frequenzen schön zurück!

Wir haben den GGMM M3 mit einer weiteren Aufgabe betreut: er durfte sich als TV-Lautsprecher beweisen. Was soll ich sagen, Experiment geglückt! Die meisten flachen Fernseher heutzutage bieten mickrige Lautsprecher. Die Antwort der Hersteller heißt: Soundbar. Der GGMM M3 steht direkt unter dem Fernseher und ist angeschlossen via AUX. Mit seinen 40 Watt Leistung hat er schon mal doppelt so viel wie der TV. Das Ganze funktioniert hervorragend. Stimmen kommen synchron zum Bild und eine deutliche Verbesserung ist zu hören. Aufgrund seiner Größe ist der Netzwerk Lautsprecher nicht so ganz stereofähig. Bei großen TVs kann das stören, auch mit einem anständigen Heimkinosystem ist der GGMM M3 nicht vergleichbar.

Fazit und Alternative

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Erik Zürrlein:

Weiß man den GGMM M3 richtig einzusetzen, erhält man ein tolles Gerät für den Preis. Einen Wermutstropfen stellt das nicht vorhandene Streaming dar! Plug & Play ist das sicherlich nicht, und in dieser Form, wird man es auch nicht nutzen. Sondern lieber auf Bluetooth mit aptxHD zurückgreifen.

Für knapp 180€ ist der Netzwerk Lautsprecher natürlich kein günstiger Spaß. Für sein Geld erhält man ein wunderschön designtes Gehäuse, eine edle Anmutung und bombigen Klang. Man muss sich aber mit dem Speaker auseinandersetzen und ihn richtig einsetzen, um seine Freunde damit zu haben. Wieder klappt es mit AirPlay am besten, die gewünschten Inhalte auf das Gerät zu bringen.

Die Preis-Leistungs-Krone bekommt er demnach nicht, die sitzt bereits auf dem Xiaomi Network Speaker, der für ein Drittel des Preises ebenso guten Sound bietet! Wer ein wahres Multi-Room-System mit Streaming möchte, muss sich bei Sonos, Teufel und Co. bedienen und andere Beträge einplanen.

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