Gimbal Vergleichstest – DJI, Feiyutech, Zhiyun

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Als Testprobanden habe ich diesmal drei Gimbals im Haus. Dazu zählt auch unser Redaktions-Gimbal, der sich seines Postens als würdig erweisen muss. Alle Probanden haben Vor- und Nachteile, gelten jedoch als Verkaufsschlager. Aber was ist ein Gimbal eigentlich? Wer hat die Nase vorne und wo spielen die einzelenen Geräte Ihre Stärken aus ? Ihr erfahrt es im Test.

Was ist ein Gimbal – Bildstabilisierung für jeden

Ein Gimbal wird gerne mit einem fancy anmutendem Selfie-Stick verwechselt. Doch weit gefehlt! Zwar ist es mithilfe des Gimbals einfacher möglich, ein Selfie zu knipsen, doch ist die Hauptfunktion, schon aufgrund der Länge (recht kurz gehalten) eines Gimbals eine ganz andere. Durch seine drei Gelenke soll der Gimbal dafür sorgen, dass auch Hobbyfilmer und günstige Kardanische AufhaengungKameras in den Genuss von einer optischen Bildstabilisierung kommen. Um diese Stabilisierung zu erhalten, macht man sich das Prinzip der Kardanischen Aufhängung zunutze, die oft auch in der Seefahrt verwendet wird. Bei einem Gimbal wird die Aufhängung, bei der das Objekt im Zentrum verweilt, auch wenn sich die Neigung außen herum verändert, durch drei Servos oder Motoren realisiert. Diese gleichen Bewegungen der Hand aus, ermöglichen es, Ziele zu verfolgen und sorgen im Allgemeinen für ein ruhigeres Bild und sanftere Kamerafahrten. Ein Gimbal ist also in erster Linie etwas für Video Künstler, weniger für Selfie-Schützen.

Die Kandidaten

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Zum einen haben wir den angekündigten Gimbal der Chinahandys.net Redaktion aus dem Hause DJI. Der zweite Kandidat kommt von Feiyutech. Zu guter Letzt schickt noch Zhiyun einen Gimbal ins Rennen. Alle drei Probanden sind Verkaufsschlager. Preislich sind nach oben auch bei der Bildstabilisierung keine Grenzen gesetzt. Unsere Probanden bewegen sich aber in einem 90 – 150 € Rahmen. Teurere Geräte haben teils bessere Software, unterstützen mehr Gerätetypen, haben stärkere/schnellere Motoren oder größere Akkukapazitäten. Alle Testgeräte kommen natürlich aus China.

DJI – OSMO Mobile Testbericht

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Der Osmo Mobile aus dem Hause DJI ist ein Modell der gehobenen Preisklasse. Mit knapp 150 € ist er das teuerste Modell im Rennen und dient schon seit einer Weile in der Chinahandys.net Redaktion als Videohilfe. Dabei zeichnen den OSMO Mobile vor allem ein gutes Handling, der sehr gute Handgriff und eine professionell aufbereitete App aus. Der Handgriff besteht aus Plastik, wird aber im Griffbereich von einer Gummischicht umhüllt. Das macht ihn weniger anfällig für schwitzige Hände. Recht schick: der Griff ist in einer feinen Lederoptik gehalten. Der Rest des Gimbals besteht aus massiven Aluminium.lossless Osmo Mobile 11

Die Klammer, die das Smartphone einfasst, wird über einen Schraubmechanismus auf der Rückseite an die Handymaße angepasst. Eine elegante und leichtgängige Lösung. Innen ist die Klammer ebenfalls mit einer dickeren Gummischicht verstärkt, um keine Kratzer beim Einfassen des Smartphones zu erzeugen. Minimal ist nach Herstellerangaben in etwa die Breite eines IPhone 5S (ca. 59 cm), maximal eine Smartphonebreite von ca. 85 cm möglich. Die allermeisten Geräte fallen in diesen Bereich.

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Der Griff hat eine Reihe an Knöpfen zur Verfügung. Recht herausstechend ist dabei der kleine Joystick. Neben diesem gibt es einen Knopf mit roten Punkt, der als Auslöser betätigt werden kann. Mittig unterhalb dieser beiden ist ein weiterer Knopf, mit dem sich durch verschiedene Modi schalten lässt. Dazu später mehr. Flankiert wird das Layout von zwei LEDs die Aufschluss darüber geben, ob das Gerät beispielsweise geladen wird, ob es einsatzbereit ist oder ob die Aufhängung ordentlich austariert ist. An der Seite des Griffs befindet sich außerdem noch ein kleiner Power-Schalter, um dem Gimbal leben einzuhauchen.

Der Akku ist wechselbar, hat 1000 mAh und kann durch einen kleinen Schiebeverschluss an der Unterseite des Griffs entnommen werden. Geladen wird der Akku etwas unkonventionell über einen Klinkenanschluss an der Rückseite des Griffs. Unterhalb der Ladebuchse befindet sich ein weiterer Knopf. Dieser löst eine der Achsen, solange er gehalten wird, und ermöglicht so das schnelle Umschalten zwischen zwei Modi ohne diese dauerhaft anzuwenden. An der rechten Seite des Griffs befindet sich außerdem noch ein kleines Standard Stativ-Gewinde, um den Gimbal an einem Stativ zu befestigen. Die Abmessungen fallen mit 31, cm in der Länge, 13 cm Breite und einer Dicke von 5,5 cm recht wuchtig aus.

Alle Knöpfe mit Ausnahme des Power-Buttons sind leicht mit einer Hand bedienbar. Das Gewicht von 501 Gramm liegt knapp an der Schwelle, an der es beginnt, schwer zu werden. Hierzu muss man immer noch das Smartphone Gewicht hinzurechnen, kommt also im Mittel bei 700 – 750 g raus. Trotzdem macht sich das Gewicht erst nach einer längeren Filmsession bemerkbar. Der Gimbal liegt dabei gut in der Hand und erzeugt ein angenehmes Tragegefühl. Verbunden wird der Osmo Mobile via Bluetooth 4.0, ist also zugänglich für eine Vielzahl von Geräten.

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Ausstattung

Neben dem Gimbal in einer großen schlichten Verpackung erhält man mit dem Osmo Mobile:

– Gebrauchsanleitung
– Tragetasche mit Bändern
– Klinke auf USB-Kabel (Ladekabel)

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Akkuleistung

Der Akku des Osmo Mobile ist mit 1000 mAh nicht besonders groß. Hält aber dennoch gute 3,5 Stunden lossless Osmo Mobile 1Dauereinsatz durch. Die etwas seltsame Ladevorrichtung bestehend aus einem Klinkenstecker auf USB-A Kabel kommt nicht von ungefähr. Diese Kabel sind nicht weit verbreitet, ergo könnte man meinen, dass DJI darauf spekuliert, dass bei Verlust oder Beschädigung des Kabels direkt im DJI Shop nachgekauft wird. Ein normaler Micro-USB Anschluss oder gar Type-C wären weder zu viel verlangt gewesen, noch spart man durch die Klinke Platz ein. Das ist bei der Größe des Handgriffs auch gar nicht nötig.
Der Akku lässt sich bekanntermaßen entnehmen. Profis würden also vermutlich sowieso mehr als einen Akku ihr eigen nennen. Sollte man vorhaben, sich eine externe Ladestation anzuschaffen, müssen noch einmal knapp 70€ berappt werden. Nicht gerade ein Schnäppchen.

Stabilisierung

Grundsätzlich lässt sich ein Gimbal auch ohne App oder Zusatzsoftware betreiben. Der Modi Knopf auf der Vorderseite macht es möglich. Hierbei kann man in den verschiedenen Modi umschalten, welche Achse des Gimbals gelöst wird. Standardmäßig versucht der Gimbal seine Ausgangsposition zu halten und schwenkt immer wieder auf den Ausgangspunkt in der Mitte zurück. Die genaue Lage des Ausgangspunktes lässt sich über den Joystick festlegen. Im zweiten Modus wird dann die 1. Achse gelöst. Das Smartphone bleibt dann auf den Punkt fixiert, auf den es gerade zeigt und man kann sich um diesen herumbewegen. Der Dritte Modus versucht die Kardanische Aufhängung abzubilden und hält das Smartphone starr ausgerichtet, während der Anwender sich um das Gerät herumbewegen kann.
Bei Standardaufgaben zeigt sich somit eine sehr gute Stabilisierung. Gerade der Neigungswinkel von (-125° bis +35°) stößt jeoch ab und zu an seine Grenzen. Zusätzlich erreicht DJI keine 360° Rotation des Handgriffs, was das ein oder andere Mal recht hilfreich gewesen wäre. Verliert der Gimbal nämlich seine Stabilität, zum Beispiel, weil sich die Gelenke gegenseitig berühren, brauch es manchmal recht umständliche Handbewegungen, um den Griff unter den Gimbal zu führen, damit dieser sich wieder ausrichtet.
Das ist schon Jammern auf hohem Niveau. Beim normalen Filmen bin ich selten an die Winkelgrenzen des Osmo Mobiles gestoßen. Aber bei Kamerafahrten, bei denen sich der Filmende nicht mit dem Gimbal mitbewegen kann, stößt man dann doch auf diese Grenzen.

App

In der Gebrauchsanleitung findet sich ein QR-Code der direkt auf den Download einer APK (ca. 155 MB) verweist. Ist die DJI Go-App einmal heruntergeladen und installiert, kann mit dieser auf weitere Funktion des Gimbals zugegriffen werden. Zuerst verlangt die App aber nach einigen Berechtigungen, von denen aber nur der Standort des Gimbals, sowie eine Bluetooth Verbindung notwendig ist. Hat man sich nun zur Startseite gehangelt, fordert die App auch noch einen Account. Wer gleichzeitig eine Drone von DJI nutzt, hat hier sicher Vorteile, denn die App vereint alle Geräte von DJI unter einem Dach. Möglich werden dann Optionen wie „finde my Drone“ und solcherlei Späße. Für die einfache Nutzung eines Gimbals ist das Anlegen eines Nutzerkontos allerdings etwas übertrieben. Wer sich doch für ein Konto entschieden hat, erhält aber Zugriff auf weitere Funktionen in Verbindung mit der Kamera. So lässt sich mit der App eine Gesichtsverfolgung oder eine Objektverfolgung aktivieren. Die Aufnahmefunktion ist dabei recht rudimentär. Zwar kann zwischen verschiedenen Modi für die Auflösung gewechselt (4K, 1080p, 720p) werden. Allerdings laufen Videos immer mit 30 FPS. Auf Zeitraffer und Zeitlupe muss man aber nicht verzichten. Sofern die Handykamera dies unterstützt, denn dafür gibt es eigene Modi in der App. Glanzstück ist allerdings die Trackingfunktion. Durch das Aufziehen eines Rechtecks auf dem Bildschirm kann man ein Objekt fokussieren. Der Gimbal folgt diesem Objekt dann selbstständig, was sehr gut funktioniert. Für Content-Creator hat die App außerdem eine direkte Anbindung an Youtube. Somit sind auch Live-Streams der Aufnahmen möglich.

Feiyutech – SPG C im Test

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In unserem Vergleich kommt als Nächstes der schlichte Schönling unter den Gimbals. Der SPG C von Feiyutech setzt auf pures Metall von der Halteklammer bis zur Griffspitze und ist im unteren mittleren Preissegment (110 €) angesiedelt. Alles greift hervorragend ineinander, Spaltmaße oder ähnliches gibt es nicht. Kanten sind schön abgeschliffen. Das Handstück ist zusätzlich mit einem rutschfesten Gummi überzogen. Einzig das offene Loch für ein Stativ ( 7 mm und 25 mm) am unteren Ende des Griffs wirkt etwas deplatziert. Eine Abdeckung oder ein anschraubbarer Abschluss wäre nicht verkehrt, auch wenn durch diese Öffnung kein Wasser ins Innere gelangen kann. Apropo das Innere: Auch bei diesem Vertreter seiner Zunft lässt sich der Akku herausnehmen lossless SPG C 8und damit wechseln, denn der Griff ist abschraubbar.

Oberhalb des Handstücks befindet sich das kleine Bedienfeld. Der Joystick, sowie der Power-Button und ein Knopf zum Umschalten der Modi sind gut mit dem Daumen erreichbar. Eine oben mittig angesiedelte LED weist auch hier auf den Zustand des Gimbals hin. Seitlich befindet sich, unter einer kleinen Gummiabdeckung, ein einfacher Micro-USB-Port um den Gimbal zu laden. Der SPG C kommt trotz Vorkehrungsmaßnahmen leider ohne IP-Zertifizierung, wird aber als Spritzwasser geschützt beworben. Das kann ich nach einem kurzen Regenguss auch bestätigen. Auf der Rückseite des Griffs ist außerdem ebenfalls ein weiterer Button, um quasi per Kurzwahl ein Gelenk manuell zu lösen.

lossless SPG C 11 Generell wirkt der SPG C kleiner als der Gimbal von DJI und tritt daher etwas eleganter und schlichter auf. Mit den kleineren Maßen von 30,5 cm Länge, 11 cm Breite und einer Tiefe von maximal 3,1 cm ist er außerdem handlicher. Das Gewicht von 580 Gramm (ohne Handy) liegt jedoch beim Filmen schwerer in der Hand als beim Osmo Mobile. Nach nur wenigen Minuten spürt man den Gimbal deutlich. Sehr lange Videosessions am Stück könnten etwas kräftezehrend sein. Vermutlich verteilt sich die Last beim größeren Gimbal von DJI etwas besser.

lossless SPG C 2Die Halteklammer ist hier nicht via Schraubmechanismus zu öffnen, sondern mit Muskelkraft. In der Mitte befindet sich ein Loch, in dem man mit den Fingern halt findet. Dann wird die Halteklammer einfach nach links und rechts in die Breite gezogen und das Handy eingesetzt. Stellt man sich hier gerne am Anfang noch etwas tollpatschig dabei an, geht das Einsetzen des Smartphones nach einigen Versuchen gut von der Hand. Auch die Klammer des SPG C ist gepolstert, um Kratzer auf dem Smartphone möglichst zu vermeiden.
Ein zu verwendendes Smartphone muss mindestens 50 mm breit sein, um von der Klammer ordentlich gehalten zu werden. Die maximal Größe liegt bei 80 mm. Die Maße treffen immer noch auf die breite Masse an Geräten zu. Für schwerere Smartphones liegen dem Gimbal noch zwei Gewichte bei, um diese besser ausbalancieren zu können. Beide Gegengewichte können auch zusammen genutzt werden. Der Gimbal wird logischerweise um die Gramm-Angabe der Gewichte schwerer. Verbunden wird der SPG C via Bluethooth 4.0.

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Ausstattung

Die Verpackung ist etwas schmaler als die von DJI und ebenfalls recht unspektakulär von außen. Im Inneren sind alle Komponenten sicher zwischen dicken Schaumstoffpolstern aufbewahrt.

– Gegengewicht klein Metall
– Gegengewicht groß Metall
– Gegengewicht groß Plastik
– Anleitung
– Garantiekarte
– USB auf Micro-USB – Kabel

lossless SPG C 10

Akkuleistung

lossless SPG C 9Im SPG C kommt ein 3000 mAh starker Akku zum Einsatz. Dieser schafft es bei aktivierter Bluetooth Verbindung den Stick 6 Stunden auszubalancieren. Nach dieser Zeit merkt man der Technik den schwächelnden Akku an. Die Bewegungen werden langsamer, teilweise haben die Motoren nicht mehr die Kraft das Smartphone zu drehen. Geladen ist der Akku in 2,5 – 3 Stunden. Geladen wird der Akku über einen MicroUSB-Anschluss. Ersatzakkus findet man kostengünstig auf Aliexpress.

 

Stabilisierung

Der Feiyutech SPG C hat einige große Stärken aber auch eine entscheidende Schwäche. Aber der Reihe nach. Zu den Stärken zählt definitiv der überragende Schwenkbereich. Die Schwenkachse am Griff hat ganze 360°, die anderen beiden Achsen für das Rollen und die Neigung haben noch 320°, sofern das Smartphone nicht zu groß ist und dadurch eine Achse blockiert wird. Womit wir auch schon bei der Hauptschwäche wären: Die Motoren sind durchaus kräftig, ab einem gewissen Handygewicht reicht aber auch das Gegengewicht nicht mehr aus, um das Smartphone gerade zu halten. In meinem Test war mit Gegengewicht bei einem Smartphone ab 220 Gramm Schluss mit horizontal. Viele top Smartphones erreichen diese Grenze nicht. Aber gerade die gut ausgestatteten Geräte in den niedrigeren Preissegmenten sind oft schwerer als die high-end Konkurrenz. Für diesen Gimbal sollte man sich also schlaumachen, ob er das Gewicht des eigenen Smartphones tragen kann.

Abseits hiervon hat der SPG C eine super Stabilisierung und das bei den beschriebenen großzügigen Schwenkwinkel. Manchmal könnte er jedoch etwas schneller reagieren. In der App lässt sich die Drehgeschwindigkeit bis zu einem gewissen Maße erhöhen, die Haltbarkeit des Akkus dürfte aber recht stark darunter leiden. Der SPG mag also vor allem ruhigere Kamerafahrten. Was allerdings auch gut funktionierte, war das Stabilisieren nach vorne, also ohne einen speziellen Modus oder eine Gesichtsverfolgung. Waren die Drehungen nicht zu krass, konnte der SPG C diese schön durch einen sanften Schwenk ausgleichen.

App

Auch der SPG C lässt sich ohne App in den Grundfunktionen steuern. In der Anleitung findet sich auch hier ein QR-Code, der direkt zu einem Download  (ca. 60 mb) führt. Wahlweise kann man übrigens viele der Apps auch im Play Store finden. Leider lässt sich die Kamerafunktion der App nur starten, wenn der SPG C verbunden ist. Die Kamerafunktionen der Kontrahenten lassen sich auch ohne Gimbal nutzen. Die empfohlene App Feiyu ON bietet anders als die App von DJI nicht nur eine rudimentäre Ausstattung und vereint ebenfalls alle Geräte von Feiyutech in einer App. Videos sind hier mit 1080p bei 60 FPS möglich – prima! Gesichtserkennung ist mit an Bord, wodurch der Gimbal versucht, der fokussierten Person zu folgen, was im Gegenzug nicht ganz so gut funktioniert wie bei DJI. Außerdem lässt sich die Stärke der Motoren und die Geschwindigkeit der Schwenks, sowie der auslöse Bereich am Bildrand, ab dem mit dem Schwenk begonnen werden soll, recht präzise festlegen. Das Gute ist, diese Einstellungen werden direkt an den Gimbal übertragen. Die Schwenkgeschwindigkeit ist also auch erhöht, wenn man nicht die Feiyu ON App nutzt.

Es sei allerdings noch erwähnt, dass viele der „Rocker“-Einstellungen nur minimale oder gar keine Änderungen bringen. Die Möglichkeit zum Beispiel, den Weißabgleich manuell anzupassen, ist in diesem Sinne nett gemeint, allerdings ohne Vorschaubild recht nutzlos. Jedes mal in das Menü zu tappen, etwas zu ändern und dann nachzusehen, welche Auswirkungen die Änderungen haben, ist einfach Quark und wenig durchdacht. Im Testzeitraum erhielt die App drei Updates, wurde und wird also aktiv gepflegt. Vielleicht überarbeitet man ja irgendwann auch nochmal das Layout der Menüs.

Zhiyun – Smooth Q im Test

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Zu guter Letzt schickt Zhiyun den Smooth Q ins Rennen. Der Smooth Q ist in diesem Test der direkte Konkurrent zum SPG C, denn beide Gimbals befinden sich in einem Preisbereich von um die 100 €.
Zhiyun setzt dabei auf dieselben Pluspunkte wie DJI. Der Griff ist aus Kunststoff, leider ohne Gummiummantelung und wirkt sauber verarbeitet. Alle Gelenke sind aus Aluminium gefertigt. Die Halteklammer lässt sich via Schraubmechanismus lösen, ist natürlich ebenfalls gegen Kratzer gummiert und kann dann leicht auf die passende Größe eingestellt werden. Das System ist aber nicht so schön umgesetzt wie bei DJI. Eine weitere Schraube kann dazu verwendet werden, um auch noch längere Geräte zu unterstützen. Dabei verliert der Gimbal jedoch die Möglichkeit, das Smartphone der Länge nach um die eigene Achse zu rotieren, da er nicht mehr an dem Griffstück vorbeikommt.

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Der Griff ist ähnlich ausgestattet wie die beiden Kontrahenten. Im oberen mittleren Teil sticht der Joystick heraus. Links und rechts vom Joystick flankieren diesen zwei kleine LEDs, die den Status und Akkustand anzeigen. Unter dem Joystick haben wir den Mode-Button sowie den Auslöser/Power-Button. Auf derselben Höhe findet sich hier noch ein Schieberegler, um die Zoomfunktion der Kamera zu aktivieren. Den Knopf auf der Rückseite des Griffs gibt es diesmal nicht. Auf der Linken Außenseite hat Zhiyun sich für einen ungeschützten Micro-USB Anschluss entschieden. In der Nähe von Wasser sollte man diesen also lossless Smooth Q 3 e1530864615903am besten abdecken. An der Unterseite des Griffs befindet sich ein kleines Gewinde für Stative (7 mm). An der unteren Kante der Rückseite ist noch ein USB-A Anschluss versteckt, dieser wird allerdings von einer Gummiklappe gegen Flüssigkeiten geschützt. Durch diesen Anschluss lässt sich das Smartphone direkt vom Smooth Q Laden, dient also quasi als Power-Bank – nicht schlecht. Der Akku lässt sich dafür bei diesem Modell nicht wechseln.

Der Smooth Q ist nicht nur optisch dem Osmo Mobile sehr ähnlich, auch die Maße unterscheiden sich nicht weltbewegend voneinander. Liegend misst der Smooth Q eine Länge von 28,5 cm, eine Breite von 11,8 cm und einer Dicke von 5,5 mm. In Sachen Gewicht muss man sich beim Smooth Q nicht beim Fitnessstudio anmelden, die 440 Gramm liegen gut in der Hand, hinzukommt noch das Gewicht des Smartphones. Schwerer als 220 g darf es aber auch hier nicht sein. Bluetooth 4.0 ist für die Verbindung zum Smartphone auch hier dabei.

Ausstattung

Der Smooth Q kommt in einer recht großen aber schlichten Verpackung an die Haustür. In Ihr enthalten sind neben dem Gimbal:

– Tragetasche mit Bändern
– Gebrauchsanleitung
– Garantiekarte
– USB-A auf Micro-USB Ladekabel

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Akkuleistung

Zhiyun wirbt mit 12 Stunden Laufzeit. Angeblich, wenn der Gimbal das Handy nur horizontal halten muss. Das mag vielleicht tatsächlich so funktionieren, realitätsnah ist es allerdings bei weitem nicht. 6 Stunden sind wesentlich realistischer. Bei normaler Nutzung ist dies immer noch besser als die Konkurrenz. Verbaut wird ein 2000 mAh Akku, von dem man wohl auch nicht viel mehr erwarten kann. Geladen war der Smooth Q dann in knapp 2,5 Stunden. 6 Stunden Laufzeit sind zwar ordentlich, viel Reserve, um auch noch das Smartphone zu laden, ist hier allerdings nicht. Im Test war die Ladegeschwindigkeit auch nicht besonders hoch, reichte aber, um den aktuellen Ladestand zumindest zu halten.

Stabilisierung

Zhiyun steht mit dem Smooth Q den Kontrahenten in nichts nach. Die grundsätzliche Stabilisierung erfolgt ohne Wenn und Aber auch ohne App. Harte Schritte werden in sanfte wellenartige Bewegungen umgewandelt und das Smartphone wird dabei zu jeder Zeit sauber in der Horizontale gehalten. Bei den Winkeln gibt man sich keine Blöße. 320° bei Rollen und Neigen. 360° sind bei Drehbewegungen möglich. Die Tasten sind allesamt gut erreichbar und auch ansonsten liegt der Smooth Q gut in der Hand. Für das i-Tüpfelchen fehlt aber die Gummierung wie etwa beim Osmo Mobile. Der Handgriff wird bei längeren Sessions schon mal etwas rutschig. Pluspunkte gibt’s für die Geschwindigkeit, in der die Motoren arbeiten. Verglichen mit den anderen beiden sind diese rasend schnell.

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App

Ich habe viel darüber gelese, dass die App für den Smooth Q und die anderen Geräte von Zhiyun ziemlicher Müll ist. Abstürze, nicht funktionierende Features oder Verbindungsabbrüche zum Gimbal. Eventuell basierten viele dieser Kommentare und Reviews auf früheren Versionen der App, denn die Probleme kann ich definitiv nicht bestätigen. Die App für den Smooth Q kann wieder über einen QR-Code direkt heruntergeladen werden oder man sucht einfach im Google Play Store nach dem Namen Zhiyun. Die App ist schmale 22 MB groß und schnell installiert. Zhiyun lebt hier das Motto „Alles unter einem Dach“ ebenso wie die anderen Firmen. In der App selber sind also auch alle anderen Modelle, die Zhiyun anbietet, aufgelistet. Theoretisch ist es so möglich, für jeden Gimbal von Zhiyun eigene Einstellungen vorzunehmen und diese zu speichern. Trotz ähnlicher Funktionen wirkt die App auf den ersten Blick etwas überladen. Hat man alles einmal angeklickt und so festgestellt, welches Symbol zu welcher Funktion gehört, verschafft man sich dennoch schnell einen Überblick. So hat man neben den normalen Kamerafunktionen auch eine Anzeige über die Bluetooth Verbindung, einen Ladestand des Gimbals und verschiedene Einstellung und Anpassungsmöglichkeiten für Gimbal und Kamera. Tatsächlich ist dies bisher die umfangreichste App. Videos Lassen sich in 1080p und auch mit 60 FPS aufnehmen, wenn die Kamera das hergibt.

Des Weiteren lässt sich Schwenkgeschwindigkeit des Gimbals in recht kleinen Schritten anpassen. Die Menüs sind übersichtlich und modern gehalten.

Ein paar Funktionen geben aber Rätsel auf. Auf der ersten Seite der Einstellungen kann man die Videoqualität festlegen. Dabei gilt es, sich für einen von vier Modi (optimal, Ausgleich, Qualität und Exzellent) zu entscheiden. Echte Unterschiede konnte ich in den Modi jedoch nicht ausmachen, weder im Verhalten des Gimbals noch in der Videoqualität.

Auch die Kalibrierung des Gimbals ist nicht ganz eindeutig. Während man unter dem Punkt „Motorkalibrierung“ die Motoren manuell feinjustieren kann, versucht wohl die App mit der Option „Sechsseitige Kalibrierung“ den Gimbal mit den Bewegungssensoren des Smartphones abzugleichen. Funktionieren tut das eher nicht. Der Gimbal löst dann seine Standardhaltung auf und schwenkt das Handy hin und her, ohne so richtig weiter zu kommen. Ein Neustart des Smooth Q schafft dann Abhilfe.

Die Featureliste ist also noch nicht so 100 % vollständig, übersteigt aber schon jetzt die Möglichkeiten der anderen beiden Gimbals. Zhiyun hat im Testzeitraum mehrere kleine Aktualisierungen veröffentlicht. Die Chancen stehen also gut, dass kleine Kinderkrankheiten noch ausgemerzt werden. Von Abstürzen, „force-closes“ oder Verbindungsverlusten habe ich allerdings nichts mitbekommen.

Alle Gimbals im Videovergleich:

 

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Die Kontrahenten schenken sich nicht viel und nicht umsonst gelten alle als Verkaufsschlager. Wer möglichst hohe Qualität will, wählt den Gimbal von DJI. Dafür muss man allerdings Einschränkungen im Schwenkbereich in Kauf nehmen. Etwas günstiger fährt man mit dem Smooth Q von Zhiyun. Dieser hat außerdem eine Super App in petto. Für Fans möglichst robuster Gerätschaften empfiehlt sich dann der SPG C von Feiyutech. Durch die Abmaße ist dieser auch platzsparend. Transporttaschen liegen aber allen Geräten bei. Alle Gimbals haben somit ihre Daseinsberechtigung.

Für mich ist der Sieger der Smooth Q. Zhiyun hat viel Erfahrung aus dem professionellen Bereich der DSLR Kameras einfließen lassen, gleichzeitig aber mit Augenmerk auf eine gute Preisleistung. Als Allrounder sticht der Smooth Q jedenfalls heraus. Die App wird aktiv weiterentwickelt und bietet unter den Geräten im Test die größte Vielfalt. Ein direktes Upgrade, für Liebhaber von etwas wertigeren Materialien, wäre übrigens der Smooth 3.

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