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GMK NucBox Testbericht

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • sehr kompakte Bauform
  • überraschend viele Anschlüsse
  • kompaktes Netzteil
  • aktueller Intel-Prozessor
  • mehrere Varianten mit 128 bis 512 Gigabyte
  • SSD Speicher (statt eMMc)
Nachteile
  • Lüfter wird je nach Einsatzgebiet nerven
  • Netzteil mit China-Netzstecker
  • USB-C nur für das Netzteil
  • Performance ist dem Preis entsprechend
  • SSD mit mäßigen Lesegeschwindigkeiten
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Mit der GMK NucBox haben wir in einer kurzen Zeitspanne nun schon den zweiten Mini-PC im Test. Genau wie die sehr ähnliche Chuwi LarkBox wird auch dieser Computer im Taschenformat über Indiegogo finanziert. Die Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform läuft noch gut einen Monat. Die ersten Exemplare der GMK NucBox werden voraussichtlich im Oktober 2020 versendet. Was taugt der Mini-PC, der immerhin ab 150€ zu haben ist? Wie schlägt er sich im Vergleich mit der Chuwi LarkBox? Wir haben es herausgefunden!

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Design & Verarbeitung der GMK NucBox

Die GMK NucBox besteht aus Metall und Kunststoff. Das Gehäuse fühlt sich sehr wertig an, nichts knarzt oder knackt und es gibt keine beweglichen Teile. Der Ein-/Ausschalter auf der Vorderseite hat einen ausgezeichneten Druckpunkt, die darüber angebrachte blaue Status-LED könnte aber ein wenig heller sein. Die NucBox misst 61 x 61 x 41 Millimeter und ist damit auf den Millimeter genau so groß wie die Chuwi LarkBox. Immerhin ist die NucBox mit 122 Gramm ungefähr fünf Gramm leichter. 😉

Wo ich gerade so meinen Testbericht zur Chuwi LarkBox gegenlese – da habe ich mich auch über die zu dunkle, blaue Status-LED beschwert. Wurden hier vielleicht einige identische Teile verbaut? Durchaus denkbar, denn auch ansonsten ähneln sich die Gehäuse der beiden Mini-PCs auffällig stark. Der Lüfter der GMK NucBox befindet sich ebenfalls auf der Oberseite. Rechts im Gehäuse findet man den Micro SD-Slot und einen Audioanschluss. Hinten befinden sich USB-C fürs Netzteil, HDMI 2.0 und zweimal USB 3.0. Sogar die Anordnung der Anschlüsse ist bei beiden Mini-PCs identisch.

Genau wie bei der Chuwi LarkBox ist auch der USB C-Anschluss an der GMK NucBox nur fürs Laden gedacht. Es wird kein Power Delivery unterstützt und Daten können über den Anschluss ebenfalls nicht übertragen werden. Ihr müsst also das mitgelieferte Netzteil verwenden und nach Möglichkeit nichts anderes in den USB C-Anschluss stecken. Immerhin ist das Netzteil ziemlich kompakt, kommt aber bei unserem Vorserienmodell noch mit China-Stecker. Immerhin hat man uns einen EU-Adapter beigelegt. Ebenfalls mit in der Packung ist das USB-Kabel zum Aufladen.

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Der Lüfter der GMK NucBox

Genau wie beim Konkurrenzmodell von Chuwi verbaut auch GMK in seinem Mini-PC eine aktive Kühlung. Das ist insofern natürlich schade, dass die NucBox nicht komplett leise betrieben werden kann. Im Leerlauf schaltet sich der Lüfter ungefähr alle 20 Sekunden für knapp fünf Sekunden ein. Fordert man etwas mehr Leistung ein, geht er irgendwann in den Dauerbetrieb. Dabei ist die Drehgeschwindigkeit des Kühlers immer identisch, es gibt also nur die Status “Lüfter an” und “Lüfter aus”.

Mich persönlich hat das nicht wirklich gestört, geräuschempfindliche Menschen dürfte das aber früher oder später auf den Geist gehen. Sobald ich ein YouTube-Video anmache oder den TV einschalte, nehme ich das Lüftergeräusch nicht mehr wahr, die Lautstärke hält sich also zum Glück in Grenzen. Dennoch solltet ihr den häufig aktiven und nicht komplett unhörbaren Kühler definitiv im Kopf behalten, falls ihr euch für den Kauf der GMK NucBox interessiert.

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Systemleistung

Die GMK NucBox wird vom Intel Celeron J4125 angetrieben. Dieser Prozessor ist sozusagen der große Bruder des Celeron J4115 aus der Chuwi LarkBox, auch wenn sich das Plus an Leistung in den Benchmarks nicht unbedingt zeigt. Als Grafikkarte steht auch hier die Intel UHD Graphics 600 bereit, die zum Videos gucken reicht, aber schon bei einfachen 3D-Games in die Knie geht. Ich habe ausprobiert, eine Runde Team Fortress 2 auf der NucBox zu spielen und selbst auf den niedrigsten Grafikeinstellungen hat das Game geruckelt. Erst als ich die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel auf 1.280 x 720 Pixel reduziert habe, war Team Fortress 2 spielbar.

Mit 8 Gigabyte LPDDR4-RAM bietet die NucBox erneut ein wenig mehr als die Konkurrenz. Außerdem verbaut der Hersteller direkt von Haus aus SSD-Speicher und verzichtet auf den günstigeren eMMC-Speicher. Das macht sich auch in den Benchmarks bemerkbar – die Schreibgeschwindigkeiten sind durchaus passabel, die Lesegeschwindigkeiten für eine SSD aber eher unterdurchschnittlich. Dennoch ist die SSD einfach ein großer Vorteil gegenüber eMMc, insbesondere in diesem Preisbereich. Ihr habt übrigens die Wahl zwischen 128, 256 und 512 Gigabyte Speicher und die Aufpreise für die höheren Varianten sind durchaus fair.

Was bedeutet das alles in der Praxis? Nun; Office, Multimedia und im Internet surfen geht absolut klar und läuft flüssig. Anwendungen starten flott und der RAM reicht für eine ganze Menge Chrome-Tabs aus. Videos (auch mit UHD-Auflösung) werden flüssig wiedergegeben. 3D-Gaming, Videoschnitt und Bildbearbeitung kann man aber natürlich vergessen.

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Konnektivität

Screenshot 2020 09 01 16 56 18 514 com.android.settingsDie Anschlüsse der GMK NucBox seht ihr auf dem Bild weiter oben – hier gibt es wenig zu meckern. Klar, ein USB C-Anschluss, über den auch Daten übertragen werden können, wäre eine tolle Sache gewesen. Das ist in diesem Preisbereich aber nicht unbedingt üblich und die allermeisten dürften auch ohne den “neuen” Standard auskommen. Bluetooth und WLAN im Dual Band sind ebenfalls mit an Bord. Meine Bluetooth-Maus von Xiaomi hat sich immer blitzschnell verbunden und die Verbindung konstant gehalten.

IMG 20200901 165555 e1599140001572Das eine oder andere Problem hatte ich hingegen mit dem WLAN. Die Verbindung ist zweimal plötzlich abgebrochen und der Mini-PC bestand dann darauf, dass es in der Nähe keine WLAN-Netzwerke gebe. Dass das nicht stimmt, beweist der Screenshot von meinem Smartphone, den ich zur selben Zeit aufgenommen habe. Immerhin ist dieser Fehler nur zweimal aufgetreten und die Chancen stehen gut, dass das Serienmodell eine stabile Verbindung bietet. Das ist meiner Meinung nach auch essentiell, da WLAN die einzige Möglichkeit ist, die NucBox mit dem Internet zu verbinden.

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Windows 10 auf der GMK NucBox

Auf meinem Exemplar der GMK NucBox war ein fertig eingerichtetes Windows 10 vorinstalliert. Dieses System wurde wohl von den Entwicklern aufgespielt und ist eigentlich nicht für die Auslieferung bestimmt. Es traten diverse Fehler auf, unter anderem ließen sich die Windows-Einstellungen nicht öffnen, da sie angeblich gar nicht installiert waren. Solche Fehler sollten beim Serienmodell definitiv nicht auftreten.

Ich habe kurzerhand ein neues Windows 10 Pro auf die NucBox installiert. Das hat problemlos funktioniert, allerdings konnte ich beim besten Willen nicht ins BIOS/UEFI gelangen. Egal welche Taste ich gedrückt habe, die NucBox ist immer direkt ins System gebootet. Immerhin war die Boot-Reihenfolge von Anfang an so eingestellt, dass mein Installationsmedium (ein USB-Stick) erkannt wurde und das Setup automatisch gestartet ist. Ab dann hat alles reibungslos funktioniert und das Windows-Betriebssystem läuft einwandfrei.

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Die GMK NucBox auf Indiegogo

Die GMK NucBox wird derzeit über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert. Die Kampagne läuft noch bis zum 10. Oktober 2020. Der Mini-PC soll direkt nach Ende der Kampagne in den Versand gehen. Wie immer raten wir dringend von Käufen über Indiegogo ab, da es sich de facto nicht um Käufe handelt. Ihr unterstützt die Kampagne und den Hersteller des Produkts, habt aber kein Anrecht darauf, tatsächlich irgendetwas zu erhalten. Außerdem bieten Import-Shops wie Gearbest nach Ende der Kampagne häufig bessere Preise und definitiv einen besseren Service. Für die ganz mutigen unter euch:

GMK NucBox auf Indiegogo

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Wie auch schon bei der sehr ähnlichen Chuwi LarkBox frage ich mich: Für wen ist die GMK NucBox? Als stromsparenden, kleinen Computer für Multimedia und Office würde ich den Mini-PC definitiv empfehlen. Die Leistung ist für viele Aufgaben ausreichend und die Navigation durch das Windows-System geschieht überraschend zügig. Als Chromecast-Alternative für anspruchsvolle Nutzer ist die GMK NucBox hingegen weniger geeignet – der Lüfter dürfte nach einiger Zeit anfangen zu nerven.

Ich persönlich sehe die GMK NucBox vor allem als kompakten Homeserver. Mit bis zu 512 Gigabyte Speicherplatz (und zwei USB 3.0 Anschlüssen) kann man eine ganze Menge auf dem Mini-PC ablegen und sich beispielsweise seine eigene Cloud hosten. Auch für kleine Webseiten mit wenig Traffic, die man von zuhause aus hosten kann, ist die NuxBox geeignet. In diesem Fall würde ich das Windows-Betriebssystem durch irgendeine geeignete Linux-Distribution ersetzen.

Wie auch schon beim Bruder im Geiste vom Konkurrenten Chuwi gilt: Wenn ihr einen PC mit viel Leistung sucht, wenn euch auch nur eine kurze Wartezeit nervt oder wenn ihr mit eurem Computer gar 3D-Gaming betreiben wollt, solltet ihr euch woanders umsehen. Das kann man den Mini-Computern aber auch nicht vorhalten – für weit unter 200€ kann man sowas einfach nicht erwarten.


Gesamtwertung
80%
Design & Verarbeitung
85 %
Leistung
70 %
Konnektivität
85 %

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