Warum ist das Google Pixel so teuer?

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Das Businesskonzept hinter dem neuen Google Smartphone

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Seit der Ankündigung von Google Pixel hat vor allem Eins aufsehen erregt: Der hohe Preis des Smartphones. Was viele nicht wissen: Der hohe Preis ist ein entscheidender Teil der Verkaufsstrategie.

Auf dem gigantischen Android-Markt tummeln sich Hunderte, wenn nicht sogar Tausende verschiedene Smartphones. Jedes einzelne davon nutzt Google’s Android System. Google’s globale Monopolstellung weitet sich stetig aus und verdrängt problemlos Windows Mobile und auch Apple’s IOS mit einem Marktanteil von 84% auf die hinteren Plätze.

Eine solche Dominanz kannte man bisher nur von Microsoft Windows, das immer noch auf den PCs und Notebooks dieser Welt vorherrschend ist. Windows und Android unterscheiden sich jedoch in zwei Punkten deutlich.

Zu viele Köche verderben den Brei

Während Windows auf allen Geräten gleich aussieht und funktioniert, hat jeder namenhafte Smartphone-Hersteller seine eigene Android-Oberfläche mit eigenen Funktionen und Aussehen. Im Android-Markt gilt es nahezu als unabdingbares Status-Symbol, eine eigene Oberfläche zu entwickeln. Die Hersteller versprechend sich eine Bindung des Kunden, der sich an die Oberfläche seines Handys gewöhnt hat und beim Neukauf wieder zu einem Modell des gleichen Herstellers greifen soll. Zum anderen soll die eigene Oberfläche die eigenen Handys von der Konkurrenz abheben und für Wiedererkennung sorgen. Das Ergebnis ist jedoch meistens eine Verschlimmbesserung des reinen Android-Systems, weshalb die sogenannten „Smartphone-Geeks“ bisher meistens zu Custom-ROMs (von Nutzern für Nutzer modifizierte Android-Oberflächen) oder zu Nexus Smartphones mit reinem Android gegriffen haben. Während Android in seiner Reinform einfach und übersichtlich strukturiert ist, kann man dies von den meisten Android-Handys nicht behaupten. Selbst der Marktführer Samsung geht mit seiner Touchwiz Oberfläche in diesem Punkt als trauriges Beispiel voraus.

Google musste sich also bisher mit der Situation zurechtfinden, dass die Smartphone-Hersteller ihr eigenes Spiel mit Android gemacht haben. Die Auswirkungen hiervon gehen so weit, dass die meisten Nutzer Android mit Samsungs Touchwiz gleichsetzen – schlicht und ergreifend, weil Samsung die meisten Handys verkauft. Klar – als Leser eines Smartphone-Magazins wie chinahandys.net weiß man, dass Android ein offenes System ist, welches von den Herstellern stark angepasst wird. Auch weiß man, dass das unveränderte Android-System übersichtlich und klar strukturiert, und deswegen in der Regel „besser“ als die veränderten Android-Oberflächen ist. Dies hat jedoch nichts damit zu tun, wie Android von der breiten Masse gesehen wird. Hier hat Android nämlich bei vielen den Ruf eines unübersichtlichen Systems, in dem man sich nicht so leicht zurechtfindet wie in Apple’s iOS.

Das ewige Drama mit den Updates

Ein weiteres Problem sind die mangelnden Updates. Da Android stark auf die Hardware des jeweiligen Gerätes angepasst ist, kann, anders als bei PCs und Notebooks, nicht einfach die neuste Version auf das Gerät installiert werden. Updates müssen stattdessen einen langen und qualvollen Anpassungsprozess durchlaufen und erreichen die meisten Smartphones nach ein oder zwei Jahren schlichtweg überhaupt nicht mehr. Das Endergebnis ist dann ein System mit Sicherheitslücken und Fehlern in der Software. Auch dies nagt am Ruf von Android und lässt es weniger sicher als Apples iOS erscheinen.

Leider hat es Google hier nicht geschafft, ein für alle mal für einen neuen Standard zu sorgen, denn wie man auf der Verkaufsseite des Pixel bei Google selbst zu lesen steht…

  • OS: Android 7.1 Nougat
    • Betriebssystemupdates für 2 Jahre ab Verkauf
    • Sicherheitsupdates für 3 Jahre ab Verkauf

… wird Google bereits nach 2 Jahren keine Updates mehr für das Betriebssystem liefern! Bei Apple beispielsweise wird jedes Gerät 5 Jahre lang mit OS-Updates versorgt!

Google beansprucht das Hausrecht

Google Pixel soll dies nun ändern. Indem Google selbst ein High-End Smartphone ins Rennen schickt, kann der Software-Gigant das Image von Android aufpolieren. Dies erklärt auch, warum der Name „Nexus“ nun „Google“ weichen muss. Dem Nutzer soll deutlich gemacht werden, dass es sich bei Pixel um ein Produkt von Google handelt und dass dementsprechend die Software des Smartphones auch Android in seiner ureigenen Form ist. Da Google das Handy selbst produziert, können regelmäßige Updates garantiert und die Oberfläche exakt den eigenen Ansprüchen angepasst werden. De fakto wird das Google Pixel in Punkto Software zwar keine Weltneuheiten bringen (den intelligenten Helfer in Google Pixel gibt es beispielsweise schon als Messenger-App Google Allo für jedes Android Handy). Der Ruf von Android kann jedoch durch das Smartphone deutlich aufgewertet werden. So wird – wenn Googles Plan aufgeht – In Zukunft „Android“ mit „Pixel“ assoziiert werden.

Auch der hohe Preis ist Teil des Plans!

Google zielt mit seinem Smartphone nicht darauf, einfach ein weiteres Gerät auf den überfüllten Android-Markt zu werfen. Stattdessen beansprucht der Hausherr die Krone für sich. Auch hier zielt Google in seinem Marketing auf die breite Masse und nicht auf Technikexperten.

Der hohe Preis soll schlichtweg den Wert des Smartphones konstatieren. Google weiß, dass 9 von 10 Handynutzern aus einer technischen Perspektive schlichtweg überhaupt keine Ahnung von der Hardware ihrer Handys haben. Wenn Google mit Pixel einen umfassenden Erfolg erzielen will, wäre das Nexus-Marketing mit dem Fokus auf Hardware und Preisleistung fehl am Platz gewesen. Die meisten Käufer interessieren die technischen Eigenschaften ihres Smartphones nicht und sie verstehen sie auch nicht. Google lernt hier von Apple, auf deren Präsentationen seither die Hardware-Details der Geräte nicht einmal Erwähnung finden.

Die Kaufentscheidung ist bei den allermeisten Kunden ein emotionaler Prozess, in dem Status, Ratschläge von Freunden und das „Bauchgefühl“ eine entscheidende Rolle spielen. Der Preis ist dabei auch ein wichtiges Kriterium, welches jedoch nicht – wie viele irrtümlich glauben – in Relation zur tatsächlichen Leistung des Produktes steht. Stattdessen ist für die meisten Käufer der Preis selbst das Merkmal, das über die Wahrnehmung der Qualität entscheidet. Um Google Pixel zu einem Handy zu machen, das in der breiten Öffentlichkeit als Spitzengerät angesehen wird, wäre es daher ein fataler Fehler gewesen, einen niedrigeren Preis anzusetzen. Klar- Technikexperten hätten sich gefreut und gesagt: „Google bringt wieder ein Smartphone mit guter Hardware, reinem Android und einem fairen Preis – Das interessiert mich“. Die relevante Käufergruppe hätte das Google Pixel jedoch als zweitklassiges Gerät wahrgenommen, das ja nicht so gut sein kann wie Samsung oder Apple, weil es so billig ist. Durch den exorbitant hohen Preis will Google der breiten Masse der Handykäufer deutlich machen: „Google Pixel ist das beste Smartphone, das es gibt. Du kannst nichts Besseres haben“. Nur auf diese Weise kann sich der amerikanische Konzern neben Samsung und Apple einen Platz erkämpfen.

Was bedeutet das für uns?

Als technikaffiner Leser unserer Website gehörst du nicht zur Zielgruppe vom Google Pixel. Dass der hohe Preis dich abgeschreckt hat, ist vollkommen selbstverständlich.

Die Google Pixel Smartphones verfügen über Hardware auf dem neusten Stand der Technik. Gleichzeitig bieten sie keine Weltneuheiten oder technischen Revolutionen. So hat etwa das Xiaomi Mi5S den gleichen Prozessor und die gleiche Kamera verbaut wie Google Pixel! Der Preis des chinesischen Konkurrenten liegt jedoch nicht einmal bei der Hälfte. Wer sich gut mit Handys auskennt, wird daher wahrscheinlich nicht zu Google Pixel greifen – zumindest wenn der Preis des Handys für ihn ein relevantes Kriterium darstellt. Wer Googles Marketing versteht, weiß jedoch, dass für die Käufer des Google Pixels genau das Gegenteil gilt: Der hohe Preis macht das Gerät in den Augen der Meisten erst wirklich erstklassig.

Google Pixel und Xiaomis Mi5s im direkten Vergleich

Xiaomi Mi5s vs Google Pixel

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5 Kommentare zu "Warum ist das Google Pixel so teuer?"

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asd
Gast
asd

Seid mir nicht sauer, aber der Vergleich hinkt und ist wirklich etwas plump. Ihr vergleicht Hardware mit Hardware. Natürlich schneidet das Pixel hier enorm schlecht ab. Aber es ging bei dem Google Pixel um viel mehr als nur um reine Hardware. Um die perfekte Integration aller SW-Features, um die Updatepolitik, darum ein HighEnd Vorzeigeflagship zu entwickeln (was sicherlich auch gelungen ist); also diesbzgl. finde ich den Vergleich unpassend. Es gibt auch einige SW-Features, die NUR im Pixel zu finden sind und sonst nirgends Einzug halten werden; z.B. der Google Assistent… Hier bitte also nochmal nachrecherchieren.

Ob natürlich das den hohen Preis rechtfertigt, bzw. ob jmd. diese Features unbedingt benötigt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Sven
Gast
Sven

Die Update Politik bei Xiaomi ist wesentlich besser ,selbst alte Geräte bekommen noch Updates.
Ja Stimmt ist ein Unfairer vergleich , die Frage ist nur für wem ?

egal
Gast
egal

kann man auch anders sehen.. miui hat auch features, die nur miui bietet… ansonsten wer gerne knapp 1k für ein smartphone ausgibt.. meinetwegen, wenn ich das machen würde, hätte ich spätestens nach einer woche zweifel daran ob ich noch ganz sauber bin^^

M.i.B
Gast
M.i.B

Ein paar Dinge sehe ich da anders:

– Es gibt bei Android längst nicht nur Hersteller die Android verbasteln. Zwei sehr prominente Beispiele sind da Sony und Lenovo bei den Motos.

– Apple bedient beide Käufergruppen: Bei den Keynotes wird eigentlich immer herausgearbeitet wie genial die neue Technik ist und es werden genauso Features gezeigt die den normal-User ansprechen wie die neueste Bild – und Video-Technik

Das Ganze nur über den Preis hinzubekommen wird da echt schwierig. Wieso sollte ein Android-User der mit Samsung etc im Highend-Bereich schon die Mega-Auswahl hat oder ein Apple-User der für den gleichen Preis ein iPhone 7 bekommt, da zum Pixel greifen?

R.O.B
Gast
R.O.B

Ihr habt diesen Zusammenhang sehr gut dargestellt. Gut gemacht.

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