Gretel konnte uns im ersten Anlauf mit dem A6 nicht überzeugen. Da bekanntlich jeder eine zweite Chance verdient hat, haben wir uns das Gretel GT6000 näher angeschaut. Mit großem 6000 mAh Akku, Fingerabdruck-Scanner und Dual-Kamera für knapp 100 € hört sich schon mal nicht schlecht an. Was das Smartphone wirklich leistet, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Design und Verarbeitung

Das Gretel GT6000 ist mit seinen 154 x 74 x 9,8 mm und seinen 232g nicht gerade ein kompaktes Gerät. Trotz allem liegt es recht angenehm in der Hand. Das Gehäuse ist größten Teils aus Aluminium gefertigt. Lediglich die obere und untere Leiste bestehen aus Plastik, um einen besseren Empfang zu gewährleisten.

Auf der Rückseite ist die Dual-Kamera untergebracht. Rechts daneben liegt der Dual-LED Blitz. Wer sich anhand der Bilder gefragt hat, was das Sensor-ähnliche Ding links neben der Kamera ist, wird enttäuscht sein, hier kein funktionales Teil zu finden. Gretel hat es nach eigener Aussage wegen der symmetrischen Schönheit dort untergebracht.

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Rechts im Gehäuse sind der Power-Button sowie die Lautstärkewippe eingefasst. Beide bestehen ebenfalls aus Metall und sitzen fest im Gehäuse. Auch der Druckpunkt ist fest.

Auf der linken Seite ist der SIM-Schacht eingelassen. Über dem 5,5“ Display liegen wie üblich eine Frontkamera, die Hörmuschel und Sensoren. Eine kleine Besonderheit ist die zusätzliche LED, die Selfies bei Dunkelheit ermöglicht oder bessere Aufnahmen bei der Videotelefonie. Dafür muss aber auf eine Benachrichtigungs-LED verzichtet werden. Unter dem Display liegt mittig der Home-Button, der gleichzeitig auch der Fingerabdruck-Scanner ist. Daneben sind die gewohnten Softtouch-Buttons.

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An der Unterseite befindet sich der Micro-USB Anschluss. Flankiert wird dieser von zwei Gitter-Öffnungen. Allerdings liegen dahinter keine Stereo-Lautsprecher, sondern nur ein Mono-Lautsprecher und ein Mikrofon. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Kopfhörer-Anschluss zu finden.

Der verbaute Lautsprecher ist keine Katastrophe, aber auch nichts Besonderes. Er ist nicht sehr laut, was ihn aber auch nicht übersteuern lässt. Mit wenig Dynamik und Bass ist Musik hören kein wirklicher Genuss.

Das Gretel GT6000 ist wie üblich für Akku-Riesen etwas größer, dicker und schwerer. Trotzdem liegt es noch gut in der Hand und fühlt sich Dank des Metalls hochwertig an. Sauber verarbeitet findet man hier keine größeren Spaltmaße. Bis auf den Fake-Sensor zu Schönheitszwecken ist das Gretel GT6000 ein durchaus ansehnliches und sauber verarbeitetes Smartphone geworden.

Lieferumfang des Gretel GT6000

Out of the Box gibt es:

  •     Kurzanleitung
  •     USB-KabelGretel GT6000 1 1200x799
  •     Netzstecker
  •     Displayschutzfolie
  •     Silikon-Case

 

Display

Das Gretel GT6000 verfügt über ein 5,5 Zoll großes HD-Display welches mit 1280×720 Pixel auflöst. Trotz der Größe sind hier keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmbar und das Display liefert scharfe Inhalte. Das Panel verarbeitet bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig und reagiert schnell auf jede Eingabe.

Gretel GT6000 2 1200x799

Dank des abgerundeten 2.5D Glases bietet das Gretel eine sehr gute Haptik und der Finger gleitet gut über das Display. Leider ist das Glas sehr anfällig für Kratzer und sollte definitiv durch eine Hülle oder Schutzfolie geschützt werden. Hier zeigten sich schon nach den ersten Tagen sichtbare Kratzer, obwohl ich nichts anderes in der Hosentasche trug außer dem Gerät.

Der Blickwinkel ist überaus stabil und der Kontrast gut. Auch Farben werden knackig dargestellt. Das MiraVision-Tool, mit dem das Display auf persönliche Vorlieben justiert werden könnte, ist nicht mit an Bord. Bei dem aktuell schönen Wetter war das Display immer gut ablesbar, die Helligkeit ist also mehr als ausreichend.

Leistung

Im Gretel GT6000 werkelt der für diese Preis-Klasse typische MT6737 Quadcore von Mediatek. Dieser taktet mit 4 x 1,3 GHz (1,248) und wird von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Der interne Speicher bietet ein Volumen von 16GB und kann bei Bedarf mit einer MicroSD Karte erweitert werden. Dabei muss allerdings auf die Dual-SIM Funktion verzichtet werden.

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Auch typisch in dieser Preisklasse ist die geringe Geschwindigkeit der Speichermodule. So liefert der interne Speicher gerade mal 98 MB/s Lese- und 46 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Auch der Arbeitsspeicher taktet mit 2,9 GB/s nicht besonders schnell. Die langsame Performance der Speicher macht sich schon im täglichen Gebrauch bemerkbar. Aufwändige Apps brauchen eine gewisse Zeit, bis sie einsatzbereit sind. High-End Spiele sind natürlich nicht spielbar und selbst Spiele mit mittlerer Anforderung kämpfen mit gelegentlichen Rucklern.

Die 29889 Punkte im Antutu Benchmark bereiten einen schon darauf vor, dass das Gerät nicht zu den leistungsstarken gehört. Die Grundfunktionen liefert das Smartphone dennoch ab, wenn auch mit gewissen Abstrichen beim Multitasking. In Sachen Leistung kann das Gretel nicht punkten. Für den täglichen Gebrauch von WhatsApp, Youtube und Co. reicht die Leistung, wer gerne aufwändige Spiele nutzt, wird enttäuscht sein.

Android 7

Auf dem Gretel GT6000 kommt Android 7 zum Einsatz. Das System wird mit einem angepassten Launcher geliefert. So entfällt der App-Drawer und alle Apps werden direkt auf dem Homescreen abgelegt. Auch wenn es eine Theme App gibt, können aktuell keine weiteren heruntergeladen werden. So hat man nur die Wahl zu den gold-blauen Icons, die viele als hässlich empfinden. Abhilfe schafft aber ein beliebiger Launcher aus dem Playstore, z.B. der Google Now Launcher.

Gretel GT6000 Android 1 169x300 Gretel GT6000 Android 2 169x300

Die Navigation läuft flüssig und das Gerät bietet allerlei Sonderfunktionen, wie z.B. Gestensteuerung, Gesten-Entsperrung und Ein-Hand Modus. Die Sonderfunktionen sind wie so oft nicht übersetzt und auch hier und da kommt es im System vor, dass die Übersetzung ins Deutsche nicht korrekt ist. Das System ist sauber, ohne Malware und nur mit einer vorinstallierten App mit dem Namen Parallel Space. Die App kann zum Klonen von anderen Apps verwendet werden.

Gretel hat aus der Kritik am A6 gelernt und liefert dieses Mal ein saubere Systems mit gutem Funktionsumfang.

Kamera

Die Hauptkamera ist definitiv eines der Highlights des Smartphones. Bestückt mit einem 13 MP Sensor von Panasonic und einem 1,3 MP Sensor als Zweitkamera, schießt das Gretel brauchbare Fotos. Der zweite Sensor wird für den Bokeh-Modus genutzt, mit dem der Fokus auf ein gewisses Objekt gelegt werden kann, während der Hintergrund verschwimmt. Geschwindigkeit von Fokus und Auslöser sind ok, könnten aber schneller sein. Im Allgemeinen werden die Bilder scharf und noch detailreich. Das gilt allerdings nur für gute Lichtbedingungen. Nimmt man das Bild mit dem Pfad zwischen den Bäumen zum Vergleich, sieht man, dass Texturen etwas matschig wirken. Hier kämpft die Kamera. Bilder werden recht farbecht und der Kontrast ist gut. Für gelegentliches Fotografieren ist die Kamera also definitiv geeignet.

Die Frontkamera löst mit 5 MP auf und ist keine große Überraschung. Bilder werden ok, verrauschen aber und sind nicht ganz farbecht. Für gelegentliche Selfies und Videotelefonie ist die Frontkamera ok, für mehr aber auch nicht brauchbar. Zusätzlich bekommt man eine LED, die auch die Frontkamera unter schlechten Lichtbedingungen einsatzfähig machen soll. Gerade bei der Videotelefonie am Abend, finde ich dieses Extra durchaus brauchbar.

Die Kamera des Gretel kann angesichts des niedrigen Preises voll und ganz überzeugen. Bei den meisten Handys um 100€ bekommt man wesentlich weniger Bildqualität geliefert.

Konnektivität

Gretel GT6000 8 300x200Das Gretel GT6000 verfügt über alle für Deutschland benötigten 2G, 3G und 4G Frequenzen. Der Empfang war gut und es gab keinerlei Probleme mit Netzabbrüchen. Die Sprachqualität war ok. Mich hat jeder gut verstanden und abgesehen von der dumpfen Hörmuschel konnte ich auch jeden gut verstehen. Im Smartphone finden zwei Nano-SIM Karten Platz. Wer eine MicroSD-Karte nutzen möchte, muss auf die Dual-SIM Funktion verzichten.

Auch das GPS kann überzeugen. SGretel GT6000 GPS 169x300o dauert der Fix nur wenige Augenblicke und die Navigation verlief fehlerlos. Neben WLAN b/g/n verfügt das GT6000 auch über Bluetooth 4.0. Der WLAN Empfang war gut und die Reichweite überzeugend. Bei der Datei-Übertragung via Bluetooth sowie auch bei der Verbindung zu meiner Freisprecheinrichtung bereitete das Smartphone keine Probleme.

Bei den Sensoren zeigt sich Hersteller leider sehr sparsam. So sind neben dem Fingerabdrucksensor nur die 3 Standardsensoren Annährungs-, Licht- und Beschleunigungssensor verbaut. Der Fingerabdrucksensor funktionierte zuverlässig und entsperrte das Smartphone mit kurzer Verzögerung in 9 von 10 Versuchen.

Akkulaufzeit

Gretel GT6000 Akku 169x300Das Gretel GT6000 verfügt über einen großen 6000 mAh Akku, mit dem das Handy, dank des sparsamen Prozessors, gut über zwei Tage intensive Nutzung kommt. Bei reiner Casual-Nutzung schaffte ich auch mal 4 Tage. Das System verfügt auch über einen konfigurierbaren Energiesparmodus, der sich ab 5 oder schon ab 15% einschaltet. Fast ein ganzer Tag Pokemon Go ließen dem Smartphone noch 35%, was für mich ein guter Wert ist. Die 11 Stunden und 44 Minuten im PCMark (bei mittlerer Displayhelligkeit) sind gut, womit sich das Gretel nicht vor seinen Konkurrenten mit 6000mAh-Akku verstecken muss. Trotzdem spielt ein Xiaomi Redmi Note 4X hier in einer anderen Liga. Dank QuickCharge Funktion ist der Akku in unter 2 Stunden voll aufgeladen.

Fazit und Alternative

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Mathias:
Fazit und Alternative

Gretel hat die zweite Chance genutzt und liefert mit dem GT6000 ein gutes Akkumonster mit Dual-Kamera im unteren Preissegment. Das Smartphone liefert keine größeren Fehler und kann rund um überzeugen. Der verseuchte Launcher des A6 ist nicht mehr da, die Kamera ist brauchbar und der Akku liefert, was er verspricht. Nur das kratzempfindliche Display und der komische Fakesensor führen zu Stirnrunzeln, was aber verzeihbare Mankos sind.

75% Super
  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 60 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Akkulaufzeit 90 %

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Kommentar Updates
 
Gast
sascha

hallo ich habe mir das GretelGT6000 bestellt und habe es nu 24 std. aufgeladen nur leider bekomme ich es nicht an weiß jemand woran es liegen könnte ????

Gast
Holger

Vielen Dank für diesen Testbericht. Ich habe mir aufgrund Deiner Empfehlung dieses Handy bestellt (warte drauf, dass es kommt…) Ich finde, die Kamerabilder sind für ein Smartphone absolut brauchbar (für alles andere nehme ich eh meine Nikon!), auf die GPS-Funktion bin ich sehr gespannt. Ich benutze oft die Runtastic App und habe da schon einige Entäuschungen erlebt. Das S3 war da recht gut, das HomTom HT7 wie auch Huawei P8 lite eine Katastrophe, während interessanterweise das Lumia 535 mit Windows 10 ein sehr, sehr gutes GPS Signal liefert. Wohlgemerkt, die normale Navi-Funktion funktioniert bei allen soweit gut, aber Laufen bzw. Radfahren mit GPS-Tracking beim Sport waren da echt schlecht.
Ach ja…. ich persönlich brauche die BenachrichtigungsLED z.B. gar nicht….
Gruß
Holger

Gast
Bartok

Für mich ist ein Smartphone ab dem Augenblick gestorben, wo es heißt „keine Benachrichtigungs-LED“, mag es auch noch so gut sein. Ist mir ein Rätsel, warum viele Chinaphone-Hersteller auf dieses Feature verzichten, obwohl es kaum was kosten dürfte und für viele Käufer ein Must-Have ist.

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