Das Gretel S55 ist ein Smartphone für Einsteiger mit einem sehr niedrigen Verkaufspreis. Mit einem Mediatek Quad-Core Prozessor mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher ist das Handy auf die Grundfunktionen ausgelegt. Ein großer 5,5 Zoll Bildschirm stellt Inhalte gut sichtbar dar.

Telefonieren, Whatsapp, ein bisschen Surfen und Youtube-Schauen. So in etwa sieht das Leistungsprofil dieses Handys aus. Ob das Gretel S55 auch in der Praxis ein gutes Anfänger-Smartphones darstellt, erörtern wir im folgenden Testbericht.

Design und Verarbeitung

Bei Handys in der Preisklasse des Gretel S55 erwartet niemand ausgefallene Design-Konzepte und so hat auch das vorliegende Testgerät eine eher zurückhaltende Optik. Auffällig ist allenfalls, dass das Handy mit seinem 5,5 Zoll Display recht groß ist und dass auf der Rückseite gleich zwei Kameras zu finden sind. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, dessen Oberfläche leicht angeraut ist. In der Hand fühlt sich das Gerät keinesfalls billig an und die Verarbeitung ist angesichts des niedrigen Preises durchaus überzeugend.

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Auch ein Fingerabdrucksenor ist in der Mitte der Rückseite vorhanden. Unterhalb des Displays befinden sich die drei typischen Android Soft-Touch Buttons, die nicht von einer LED beleuchtet werden. Mit seinen Maßen von 154 x 78 x 9 mm ist das Handy etwas schwierig mit einer Hand zu bedienen. Das Gewicht von 174g ist allerdings angenehm leicht. Du Lautstärkeregler und der Powerbutton befinden sich auf der rechten Seite und haben einen angenehmen Druckpunkt. Auf der Oberseite liegt ein 3,5mm Kopfhöreranschluss und ein Micro-USB Anschluss.

Ein Vorteil gegenüber teureren Smartphones bietet das Gretel S55: Die Rückseite ist abnehmbar und man kann den Akku wechseln. Zudem stehen 2 Micro-SIM Slots und ein MicroSD-Slot zur Speichererweiterung zur Verfügung.

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Von Seiten der Verarbeitung kann das Gretel überzeugen. Auch das Design ist einfach und überzeugend. Die abnehmbare Rückseite, der Fingerabdrucksensor und Dual-SIM + Speichererweiterung stellen eine gute Ausrüstung angesichts des günstigen Preises dar.

Lieferumfang des Gretel S55

Gretel S55 300x200Im Lieferumfang des Gretel S55 ist ist folgendes Zubehör enthalten:

  • Netzteil
  • Schnellstartanleitung
  • Silikon-Schutzhülle
  • Displayschutzfolie
  • USB-Kabel

Display

Das Display des Gretel S55 ist 5,5 Zoll groß. Das Handy eignet sich demnach für Nutzer, die gerne ein großes Bild haben und dafür auch ein weniger kompaktes Gerät hinnehmen können. Für Senioren oder Menschen mit schwachem Augenlicht ist das große Display beispielsweise optimal. Mit einer HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixel ist das Handy ausreichend scharf und man hat keinen „Pixelmatsch“ wie bei so manch anderem Ultra-Low Budget Handy. Für Gelegenheits-Nutzer ist die Schärfe des Handys also ausreichend. Wer häufig Multimedia und Games auf dem Handy nutzt, sollte aber nach einem teureren Modell mit Full-HD Display greifen. Die Farbdarstellung ist von Werk aus gelungen, lässt sich jedoch auch nicht manuell einstellen. Die Helligkeit ist für die meisten Einsätze ausreichend. Lediglich bei starker Sonne spiegelt das Display zu stark um es zu nutzen. Was den Kontrast angeht, erreicht das Gretel S55 keine Spitzenwerte. Schwarz ist eher ein sehr dunkles Grau. Im Normalbetrieb ist dies aber nicht weiter störend. Als Extra-Feature bringt das S55 zudem Smart-Wake mit. Das Handy kann im ausgeschalteten Zustand durch das Zeichnen kleiner Symbole angeschaltet und bedient werden.

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Eine positive Überraschung ist der Touchscreen des Handys. Dieser kann bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig registrieren, was in diesem Preisbereich keine Selbstverständlichkeit ist. Das Handy lässt sich daher auch präzise bedienen und schnelles Tippen stellt kein Problem dar. Im Vergleich zu 2-Punkt-Touchscreens hat man eine wesentlich angenehmere Bedienung. Das Displayglas ist an den Seiten leicht abgerundet. Zudem handelt es sich um kratzresistentes Asahi Dragontrail-Glas. Einen Kratztest mit Schlüsselbund und Messerspitze übersteht das Gretel S55 ohne sichtbare Spuren.

Auch in punkto Display kann das Gretel S55 überzeugen. Man bekommt ein großes HD-Display mit ausreichend Schärfe und einer guten Farbdarstellung. Zudem ist das Glas gegen Kratzer geschützt und der Touchscreen arbeitet überdurchschnittlich gut.

Leistung

Das Gretel S55 läuft mit einem Mediatek MT6580 Prozessor. Die CPU hat 4 Kerne mit jeweils 1,3 GHz. Zudem gibt es eine Mali 400 GPU und 1GB RAM. Mit dieser Ausstattung ist das Gretel S55 ein Handy für die einfachen Aufgaben. Facebook, Whatsapp und Youtube können problemlos genutzt werden, wenn man mit der ein oder anderen Wartesekunde zurechtkommt. Prinzipiell ist das Handy auf Leute ausgelegt, für die die Smartphone-Welt noch neu ist. Die geringe Performance geht immerhin mit einem gut optimierten System einher, das flüssig läuft und tut, was es soll. Durch den geringen Arbeitsspeicher bedingt, wird das Gretel S55 langsam, sobald man mehrere Apps gleichzeitig verwendet. Auch dies sollte bei der Zielgruppe aber nicht häufig vorkommen.

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Der interne Speicher ist 16GB groß. Abzüglich des Systems stehen noch etwa 11GB zur Verfügung und bieten Platz für einige Apps und Bilder. Der interne Speicher ist mit einer Geschwindigkeit von 40 MB/s im Lesen und 10 MB/s im Schreiben nicht der schnellste. Für die Preisklasse des Gretel S55 sind die Werte aber im Durchschnitt. Der Speicher kann zudem mit einer MicroSD erweitert werden. Der Hersteller gibt eine Kompatibilität mit bis zu 32GB großen Karten an. In unserem Test gab es aber auch mit einer Sandisk 64GB MicroSD keine Probleme.

Android 7

Das Gretel S55 läuft mit einem Android 7 System. Schaut man sich Geräte auf dem deutschen Markt an, ist die neue Android-Version in dieser Preisklasse eine absolute Seltenheit. Die Oberfläche wurde vom Hersteller geringfügig abgeändert. Apps haben andere Icons, die an diejenigen von Apple erinnern. Ein App-Drawer ist nicht vorhanden. Glücklicherweise hat der Hersteller davon abgesehen, das Handy mit unnötiger Drittsoftware zu vermüllen. Gerade bei der geringen Leistungsfähigkeit wäre dies ein fataler Fehler gewesen. Stattdessen hat man einen funktionstüchtigen Google Playstore, mit dem man alle möglichen Apps nach Belieben installieren kann.

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Gretel ist ein relativ junger Hersteller. Auf einem der vorherigen Gretel-Smartphones gab es Sicherheitslücken im System. Auf dem Gretel S55 ist dies nicht mehr der Fall und Kaspersky und Malewarebytes bestätigen beide ein sauberes Android.

Kamera

Das Gretel hat zwei 8 Megapixel Kameras auf der Rückseite. Wer jetzt jedoch Portrait-Aufnahmen und Bokeh-Shots wie bei einem Xiaomi Mi 6 oder Iphone 7 Plus erwartet, wird ganz klar enttäuscht sein. Bei der Dual-Kamera handelt es sich schlichtweg um Bauernfängerei und der zweite Sensor ist gänzlich ohne Funktion. Die Doppel-Zoom Funktion ist in Wirklichkeit ein gewöhnlicher Digital-Zoom und die Bokeh-Aufnahmen werden nur durch einen verschwommenen Kreis realisiert. Von den Dual-Kamera Aufnahmen abgesehen, macht das Gretel S55 aber ganz ordentliche Standard-Aufnahmen. Was die Farbwiedergabe und Schärfe der Bilder angeht, hat man hier ein weit überdurchschnittliches Gerät in seinem Preisbereich. Lediglich die dynamische Reichweite ist nicht gut und Bilder wirken dadurch häufig etwas überhellt. Man bekommt natürlich keine Top-Qualität geboten, aber der ein oder andere Schnappschuss sieht auch auf einem großen PC-Bildschirm noch gut aus. Dass das Handy in dunkler Umgebung keine guten Bilder mehr aufnehmen kann, ist bei jedem Low-Budget Phone der Fall.

Die Frontkamera hat lediglich 2 Megapixel und ist daher nicht wirklich für Fotos geeignet. Für Videotelefonie ist sie aber allemal ausreichend.

Die Kamera des Gretel S55 kann im Test ebenfalls überzeugen. Zwar sind sämtliche Dual-Kamera Funktionen vollkommen nutzlos, die Standard-Aufnahmen sind jedoch in der Regel gelungen. Mehr kann man von einem so günstigen Handy nicht erwarten.

Konnektivität

Gretel S55 Dualsim 300x200Das Gretel S55 ist ein Dual-Sim Handy, auf dem sich zwei Simkarten gleichzeitig nutzen lassen. Die Gesprächsqualität ist zufriedenstellend und auch die Freisprechfunktion kann verwendet werden. Für das mobile Internet steht 3G zur Verfügung. LTE wird von dem Handy nicht unterstützt. Das Wifi-Modul arbeitet zuverlässig in jedem 2,4GHz Netzwerk und hat eine durchschnittliche Reichweite. Bluetooth 4.0 ist ebenfalls mit an Board und funktionierte im Test auch gut. Die Standortbestimmung via GPS ist durchschnittlich. Ein vollwertiges Navigationsgerät ersetzt das Gretel S55 nicht, für eine gelegentliche Navigation ist das Gerät jedoch ausreichend. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite erfüllt seine Aufgabe allerdings sehr gut. Für das Entsperren braucht das Handy nur etwa eine Sekunde und die Fehlerquote liegt maximal bei 10%.

Gretel S55 8 169x300Der Sound über die Lautsprecher ist für ein Ultra-Low-Budget Handy weit überdurchschnittlich. Der Klang verzerrt nicht allzu stark und es sogar Bass ist rudimentär wahrnehmbar. Schließt man Mittelklasse-Kopfhörer an das Gretel S55 an, ist das Ergebnis nicht ganz so gut. Zum gelegentlichen Musikhören ist der Klang zwar ausreichend, allerdings ist das Gesamtbild nicht besonders beeindruckend und es mangelt etwas an Tiefen.

Was die verbauten Sensoren angeht, bekommt man mit dem Gretel S55 nur das absolute Standard-Repertoire. Verbaut sind ein Näherungssensor und ein Beschleunigungssensor. Weitere Features wie Gyroskop, E-Kompass oder Helligkeitssensor sind nicht vorhanden.

Akku

Gretel S55 PC Mark Battery Test 169x300Das Gretel S55 hat einen wechselbaren 2600mAh Akku verbaut. Für ein 5,5 Zoll großes Handy ist dies gerade so noch erträglich. Bei anspruchsvollen Aufgaben sinkt der Akkustand relativ schnell. Im Youtube-Dauervideo Test hielt das Handy gerade mal 4,5 Stunden durch. In der Praxis sind etwa 4 Stunden Nutzung über den Tag verteilt möglich. Über Nacht muss das Handy dann an die Steckdose. Man sollte sich aber darauf einstellen, das Gerät jeden Abend an die Steckdose anzuschließen.

Die kleine Akkukapazität hat immerhin einen Vorteil. Das Handy ist wieder schnell aufgeladen. Nach etwas mehr als 2 Stunden ist der Akku wieder vollständig betankt.

 

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:
Fazit und Alternative

Das Gretel S55 ist ein überzeugendes Einsteiger-Handy. Klar muss man bei einem Verkaufspreis von kaum 50€ auch Einschränkungen hinnehmen. Diese bestehen beim Gretel S55 in der mäßigen Akkulaufzeit, wenig Sensoren und der fehlenden LTE-Unterstützung. Davon abgesehen bekommt man aber ein gutes Handy mit ausreichend Leistung für einfache Apps, ein schönes 5,5 Zoll Display mit guter Touchscreen, einen guten Fingerabdrucksensor und ein sauberes Android 7 System. Für Nutzer, die nach einem billigen Handy mit brauchbaren Grundfunktionen suchen, können wir eine Kaufempfehlung aussprechen. In deutschen Elektronikfachverkäufen bekommt man so eine Preis-/Leistung nicht geboten.

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  • Verarbeitung und Design 80 %
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Kommentar Updates
 
Gast
Icke

Hallo, habe mir kürzlich das S55 angeschafft und es ausführlich getestet.Muss dich allerdings in einem punkt korrigieren: die zweite kamera linse, die nur mit 0,3 Megapixel auflöst und den unschärfe effekt erzeugen soll, funktioniert tatsächlich und ist kein gimmick wie beispielsweise das cubot rainbow 2. Wenn man beim S55 in den Bokeh modus wechselt und die VGA linse verdeckt, kommt ein warnhinweis-man solle sich vergewissern, dass die linse nicht verdeckt ist-während das beim Cubot nicht der fall ist, da dort der Bokeh effekt Software seitig erzeugt wird, wie beispielsweise Tilt Shift bei Samsung.
Daher funktionierende Dualkamera für die Preisklasse finde ich super ( klar, nicht vergleichbar mit Iphone 7 Plus )

Auch das Bluboo D1, welches dieselbe hard- und software hat bietet ebenfalls eine funktionierende Dualkamera, jedoch nur auf der Rückseite- während die Dualfrontkamera Fake ist.

Liebe Grüße

Gast
Armin

Auf der Oberseite liegt ein 3,5mm Kopfhöreranschluss und ein Micro-SD Anschluss.
Quelle: https://www.chinahandys.net/gretel-s55-testbericht/

Ich vermute ihr meint einen Micro-USB Anschluss… XD

Gast
Armin

Ah…
…schon geändert. 😉

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