High-End Smartphone Prozessoren 2019 – Ein Ausblick in die Zukunft

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Beinahe genauso interessant wie die neuen Flagships der Hersteller ist die Hardware dieser – und der Top-Prozessor von Qualcomm bildet hier das Herzstück (z.B.: Xiaomi Mi8, Mix 2S, Pocophone F1, Meizu 16th, OnePlus 6). Nach dem Snapdragon 845 wird es nun der Snapdragon 8150 sein, der die neue Generation Flagships im Jahr 2019 befeuert. Mehr Leistung wird er definitiv bringen. Aber dies nur durch einen höheren Takt, mehr Kerne und effizientere Nanometer-Fertigung zu erreichen, ist nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen wird die NPU – Neural Processing Unit – maßgeblich sein für die noch bessere Smartphone-Performance.

Der Snapdragon 8150 wird erst im Dezember 2018 vorgestellt, aber die wichtigsten Details sind schon durchgesickert.

Die Daten des Snapdragon 8150

Snapdragon 8150 neuer Flagship Prozessor 1Auch beim SD 8150 werden es wieder 8 Kerne sein, die wohl in einem Stromsparcluster mit 1,7 GHz und in einem Leistungscluster mit 2,6 GHz agieren. Auch der Grafikchip Adreno wird schneller, hier ist aber noch nichts bekannt. Durch den Schritt zum 7nm Fertigungsverfahren wird der Chip noch effizienter, also mit weniger Energie arbeiten können, was der Akkulaufzeit des Smartphones zu Gute kommt. Der Preis wird von 48$ beim Snapdragon 845 auf ungefähr 53$ beim neuen Snapdragon 8150 steigen.

Statt der Namensgebung zu folgen und ihn Snapdragon 855 zu nennen, wird er wohl Snapdragon 8150 benannt. Die „1“ könnte man der NPU zuschreiben. Denn diese Neural Processing Unit soll dem Aplikationsprozessor KI-Aufgaben abnehmen.

Kirin 980 – mehr Leistung und noch mehr Effizienz

Huaweis Tochterfirma HiSilicon setzt bereits auf das Konzept einer separaten Einheit für Hintergrundaufgaben. Im neuen Kirin 980 sind es sogar zwei NPUs. Huawei spricht hier im Vergleich zum Vorgänger, dem Kirin 970, von +20% Leistung der CPU – Central Processing Unit -, +46% der GPU – Graphik Processing Unit – und ein Plus von 178% bei der Effizienz – wie viel Strom / Energie aufgebracht werden muss. Letzteres wird vor allem durch das neue Fertigungsverfahren mit 7nm erreicht werden soll. Die NPU steigert damit die KI – Künstliche Intelligenz – des Systems: der Kirin 980 kann 4500 Bilder in der Sekunde berechnen. Was sich z.B. in noch besseren Fotos bemerkbar machen soll.

Warum noch mehr Leistung nichts bringt

Mehr Leistung ist nie verkehrt: in meinem Desktop PC hätte ich auch lieber einen i7 statt des i5. Aber beim Smartphone ist es nicht der richtige Weg, um dem Nutzer ein noch besseres Nutzungserlebnis zu bieten. Ein Smartphone nutzt man schließlich nicht wie einen PC: Hier braucht man die Leistung nicht für Videoschnitt, professionelle Bildbearbeitung, Rendern oder zum Zocken von 4K Games. Ein Snapdragon 845 ist außerdem in etwa so schnell wie ein älterer Intel Core i3, wenn es um reine Rechenleistung geht. Aber hier reden wir von zwei verschiedenen Systemen und Architekturen, die sich nicht so leicht miteinander vergleich lassen.

Den Snapdragon 845 eines Flagships komplett auszureizen, ist eigentlich nur mit Benchmarks möglich und spiegelt sich nicht im normalen Nutzungsverhalten wieder. Der nächste Schritt wird nun sein, dem Smartphone Nutzer die Lösung schon zu geben, bevor er beschließt, dass er diese braucht. Ein simples Beispiel: zum Zeitpunkt der Aufnahme eines Selfies stehen schon die bearbeitenden Bilder bereit, damit der Nutzer das Selfie nicht eigens bearbeiten muss. Oder ich stehe früh vor der Arbeit auf und bekomme direkt gezeigt, wie das Wetter wird, wie viel Zeit ich für den Weg zur Arbeit einplanen muss und wegen mir auch, welcher Mittagstisch im Restaurant ein gutes Angebot hat. Letzteres ist wahrscheinlich schon zu einfach gestrickt für die KI der NPU. Es geht auch darum, mehr Aufgaben bzw. Rechenprozesse an die NPU zu verteilen, um das System noch effizienter laufen zu lassen.

Google Pixel 3 – Pixel Visual Core

Ein Beispiel anhand von Googles Flagship-Smartphone: Im Google Pixel 2 kommt bereits eine Art NPU zum Einsatz – der eigens entwickelte IPU – Image Processing Unit. Das Google Pixel liefert seine geniale Kamera-Performance nicht durch zwei oder gleich drei Kamerasensoren, wie im Huawei P20 Pro: die Software sorgt dafür. Zum Beispiel wird über den IPU HDR bis zu 5x schneller und 10x effizienter berechnet, als mit dem Snapdragon 845.

Ausblick: KI / Mashine Learning

Snapdragon 8150 neuer Flagship Prozessor 2 Snapdragon 8150 neuer Flagship Prozessor 1

Es geht hier schon fast um eine Hardware Revolution. In den letzten Jahren konnte man beobachten, wie PC Hardware einfach nicht mehr die Leistungssprünge hinlegte, wie in der Zeit davor. Auch bei Qualcomms Snapdragon sah man dies beim Vergleich zwischen 821, 835 und 845. Klar pressen diese immer höhere Benchmarkzahlen, aber die Software braucht dies (teils) gar nicht mehr. Es kommt nun die Zeit, in der der Nutzer bzw. die Software nicht mehr die Befehle gibt und die Hardware diese berechnet, sondern, dass die Hardware von selbst die Prozesse in die Wege leitet und Aufgaben von alleine oder im Voraus erledigt – der Nutzer bzw. das Smartphone muss sie dann nur noch abrufen. Quasi der nächste Schritt hin zur noch besser Smartphonenutzung und für die User-Experience.

 
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Corby
Gast
Corby

Da habt Ihr aber einige Spezifikationen unerwähnt gelassen, die sich sich für 2019 abzeichnen:
Man stelle sich vor, nachdem Autos nach Jahren der höheren Endgeschwindigkeit , die im Berufsverkehr auf der Autobahn gar nicht genutzt werden können, sagen wir durch eine Änderung der Straßenverkehrsordnung wegen sicheres autonomes Fahren eine Revolution im innerstädtischen Verkehr ermöglicht, nämlich das Anheben der Grundgeschwindigkeit von 50 km /h auf, sagen wir 70 km/h. Das würde man dann schon im Alltag merken.
Aber genug der Metapher:
UFS von 2.1 auf 3.0 verdoppelt den Speicherdatendurchsatz und damit das Speichern und Öffnen von Apps.
802.11ax-WLAN inklusive Bluetooth 5.1 bringt höheren Datentransfer über größere Distanz bei weniger Stromverbrauch, zzgl. WPA3 Sicherheit.
Der Arbeitsspeicher LPDDR4x 2gen ist 10 % effizienter gegenüber der Vorgängerversion, 20 % dünner im Aufbau und bringt 14 % mehr Datendurchsatz (34,1 GB/s gegenüber 29,9 GB/s).
Dazu dann noch Gorilla Glass 6 für ein unkaputtbares Smartphone und alles wird gut! Wären da nur nicht mehr diese Fettschlieren! 😉

thrust26
Gast
thrust26

Gegen Fettschlieren musst du deine Hände aufrüsten!