Im Wearable-Markt haben sich in den letzten Jahren zwei Formfaktoren durchgesetzt: Das Uhren- und das Bandformat. (Fitness-)Bänder wie das Xiaomi Mi Band waren leichter und weniger klobig als die meisten Smartwatches, boten aber auch immer einen eingeschränkten Funktionsumfang. Insbesondere die Anzeige von Benachrichtigungen war häufig auf das Aufploppen des App-Icons beschränkt – für den Inhalt selbst musste man (zumindest mit der Originalsoftware) weiterhin das Smartphone zücken.

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Huami versucht nun mit der Amazfit Cor das Beste aus beiden Welten zu kombinieren – ein schmales, leichtes Gerät mit einer umfassenden Benachrichtigungsfunktion. Ob dies dem Unternehmen aus dem Xiaomi-Ökosystem gelungen ist, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Lieferumfang der Amazfit Cor

Auch bei der Amazfit Cor erwartet euch das übliche Huami-Paket, das wir schon in den Kartons der Vorgänger der Cor vorgefunden haben: Anleitung, Ladekabel und das Gerät selbst. Schön wären noch Wechselarmbänder in anderen Farben gewesen, insbesondere da aktuell keine außerhalb Chinas verfügbar sind.

Design & Verarbeitung

Das Aussehen des Amazfit Cor erinnert stark an Huamis erstes Smartband unter eigenem Markennamen – das Huami Amazfit Heart Rate Smartband. Die ganze Technik des Wearables befindet sich in einem etwa 4,3cm langen und 1,1cm dicken „Core“. Dieser ist in Schwarz und Dunkelgrau gehalten, auf der Vorderseite befindet sich das 1,23“ große IPS-Farbdisplay, auf der Rückseite der Herzfrequenzsensor. An den Enden des Herzstücks sind die beiden 1,9cm breiten, aus Silikon bestehenden, Bandteile befestigt. Durch Clips können diese gelöst und gereinigt bzw. ausgetauscht werden. Die Gesamtlänge des Smartbandes lässt sich in zehn Stufen zwischen 15,5 und 21cm variieren.

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Auch bei der Verarbeitung begegneten uns keine großen Überraschungen. Wie auch die Vorgänger ist die Cor solide gebaut. Uns sind bei unserem Langzeittest bei täglicher Benutzung keine Qualitätsprobleme aufgefallen. Da das Gerät laut Huami bis zu einer Tiefe von 50 Metern gegen eindringendes Wasser geschützt ist, haben wir die Cor auch regelmäßig unter der Dusche und beim Händewaschen getragen. Am Ende unseres Tests funktionierte das Gerät weiterhin wie am ersten Tag und keine Defekte durch eingedrungenes Wasser waren feststellbar.

Akkulaufzeit

Huami hat einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 170mAh verbaut, ein deutliches Upgrade zu den 95mAh des Amazfit Heart Rate Smartbands. Dies zeigt sich auch bei der Akkulaufzeit: Zwar ist diese vom Hersteller mit 12 Tagen angegeben, doch hielt die Cor in unserem Test etwa vier Wochen durch. Ist der Saft dann doch mal alle, lässt sie sich mit dem beiliegenden USB-Ladekabel in etwa 2:30h wieder von 0 auf 100% bringen.

Interface der Huami Cor

„Warum das Rad neu erfinden?“ – Das war wohl der Leitsatz des Entwicklungsteams bei Huami, als sie an der Cor gearbeitet haben. Schnell wird einem bei der Benutzung bewusst, dass zwar das Interface an das neue Bildschirmformat angepasst wurde, die Software aber Großteils dem Betriebssystem der Amazfit Bip entspricht.

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Vom Hauptbildschirm – einem von fünf auswählbaren Watchfaces – gelangt man mit einem Swipe nach oben ins Menü des Bands. Hier finden sich die Menüpunkte „Status“, über den man die Fitness-Statistiken ansehen kann, „Notifications“, „Exercise“, „Weather“, “Alarm“, „Timer“ und „Settings“. Zurück zum letzten Bildschirm (also z.B. aus Settings zurück ins Hauptmenü) kommt man mit einem Wisch nach rechts.

Huami Amazfit Cor MiDong 8Ein generelles Problem der Amazfit Cor ist, dass sie offensichtlich vorrangig für den chinesischen Markt konzipiert und daher auch nicht für ein englischsprachiges Interface optimiert wurde. Dies zeigt sich auch bereits im Hauptmenü, wo „Notifications“ unschön auf zwei Zeilen getrennt werden musste, da die Breite des Displays einfach nicht ausreicht. Zum Vergleich: In der chinesischen Software heißt dieser Menüpunkt 通知 und passt damit natürlich locker auf das schmale Display. Leider ist der Text im Menü auch nicht immer 100 prozentig mittig unter den runden Symbolen platziert, was aber aus normaler Entfernung kaum zu erkennen ist.

Benachrichtigungen

Um die Weiterleitung der Notifications eures Smartphones auf die Amazfit Cor zu ermöglichen, müsst ihr zuerst der Mi Fit-App in den Android-Einstellungen den Zugriff auf alle Benachrichtigungen genehmigen. Anschließend könnt ihr auf App-Basis auswählen, welche Notifications ihr auch an eurem Handgelenk lesen wollt. Falls ihr eine Zeit lang nicht wollt, dass ihr an eingehende Benachrichtigungen erinnert wird, bietet sich der Do Not Disturb-Modus an, der direkt am Gerät aktiviert wird. Zusätzlich zur normalen DnD-Funktion gibt es auch einen „Auto-DnD“-Modus, bei dem ihr während des Schlafens nicht durch neue Notifications gestört werdet.

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Auf dem Band selbst wird jede eingehende Nachricht voll angezeigt. Ist der Text länger als ein Screen könnt ihr mit einem Swipe nach oben weiterlesen. Seid ihr am Ende einer Benachrichtigung angekommen, wechselt ihr genauso auch zur Nächsten bzw. zum Lösch-Button, wenn ihr die letzte Notification gelesen habt.

Leider zeigt sich bei dieser Funktion am stärksten, dass die aktuelle Software noch nicht perfekt an den nicht-chinesischsprachigen Markt angepasst ist. Da eine Zeile auf dem Display nur Platz für elf Zeichen hat, müssen viele Wörter getrennt werden. Vor allem bei längeren WhatsApp-Nachrichten macht das Lesen auf der Cor wirklich keinen Spaß. Außerdem gibt es keine Unterstützung für Umlaute, diese werden einfach als Kästchen mit Fragezeichen dargestellt und Emojis werden durch chinesische Schriftzeichen ersetzt.Huami Amazfit Cor MiDong Galerie 2Falls ihr unbedingt ein Wearable im Band-Format kaufen wollt und nicht auf Volltext-Benachrichtigungen verzichten wollt, ist die Cor der beste Kompromiss, den es aktuell auf dem Markt gibt. Stellt eine Smartwatch für euch eine Alternative da, wäre etwa eine Amazfit Bip wohl die bessere Alternative für euch.

Sport

Huami Amazfit Cor MiDong SampleWie auch schon bei seinen Vorgängern ist es mit der Cor nicht nur möglich seine körperliche Aktivität passiv (z.B. gelaufene Schritte) zu tracken, sondern im „Exercise“-Modus kontinuierlich Herzfrequenz und verbrauchte Kalorien zu verfolgen.

Die Amazfit Cor bietet hier aber im Vergleich zur Amazfit Bip nur einen abgespeckten Funktionsumfang: Es gibt weder verschiedene Modi, z.B. für Joggen im Freien oder auf dem Laufband), noch wurde GPS integriert.

App

Alle Einstellungen, sowie die gesammelten Schlaf- und Aktivitätsdaten findet ihr in der altbekannten Mi Fit App. Da wir deren Funktionen schon bei vorherigen Test detailliert beschrieben haben, gehe ich hier nicht näher darauf ein. Die Mi Fit App ist und bleibt unsere bevorzugte Tracking-App, auch wenn ihr etwas umfangreichere Exportmöglichkeiten und kleinere Bugfixes ganz gut tun würden.

 

Fazit und Alternative

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Christian Amend:

Hat es Huami mit der Amazfit Cor geschafft den Funktionsumfang einer Smartwatch in das Format eines Bands zu bringen? Ja und nein: Grundsätzlich sind die Funktionen des größeren Bruders – der Amazfit Bip – alle verfügbar, aber nur in eingeschränkter Form. Bei den Notifications wird das Lesen durch das schmale Display und die Softwareeinschränkungen erschwert, im Sport-Modus gibt es weder GPS-Tracking noch unterschiedliche Trainingsmodi. Die Cor ist also vor allem eines – ein Kompromiss. Wer beim Smartband-Format bleiben will und dem die abgespeckten Features der großen Modelle ausreichen, ist mit der Amazfit Cor sicher gut bedient. Wer die Notifications- und Sport-Features intensiv nutzen will, sollte auch weiterhin lieber zur Amazfit Bip greifen.

Wer sich noch nicht entscheiden konnte: In unserer Smartwatch Bestenliste, haben wir die Xiaomi und Huami miteinander verglichen.

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MikeErik ZürrleinFenerpoppulusskusi Recent comment authors
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Gast
Fener

Hallo, Kann man den Band auswechseln? Sind Ersatzbänder im Aliexpress vorhanden?

Editor
TeamMitgliedStar
Erik Zürrlein

Hi Fener, das ist kein Problem, das Auswechseln geht leicht. Bei Ali finden sich ein paar Modelle. Das Band ist 18mm breit, daher passen auch andere Uhrenarmbänder mit einer Stegbreite von 18mm.

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Gast
Mike

Kannst du noch einen Link posten? Am besten zu einem weissen Armband… das wäre super, ich finde nix… 🙁

Gast
skusi

Hallo,

ist die COR für Kinderhandgelenke geeignet?

Wäre was für meine Tochter das mi band 2 ist ihr noch zu groß!

LG, Skusi

Gast
poppulus

Hallo Skusi, ich denke nicht. Mein Handgelenk hat einen Umfang von ca. 14 cm und ich bin beim Armband der Cor bei der vorletzten Öffnung. Hoffe, das hilft.

Gast
Mike

Bei Aliexpress kannst du klassische Armbänder kaufen, bei denen du die Teile rausnehmen kannst (wie bei einer Uhr).

Gast
Mike

Etwa vier Wochen ist dann doch etwas gar realitätsfern… Ausser man nutzt den Tracker ausschliesslich als Tracker, erhält keine Benachrichtigungen, macht kein Training und auch sonst praktisch gar nichts. Helligkeit auch noch runter und Pulsmesser auf manuell stellen. Dann vielleicht. Aber das entspricht sicherlich keinem Alltagsszenario.

Editor
TeamMitgliedStar
Erik Zürrlein

Hi Mike, zuerst dachte ich auch, dass unser Autor Christian die beiden Zahlen vertauschte, aber auf der Website von Amazfit https://us.amazfit.com/shop/cor?variant=368906 geben sie nur 12 Tage an. Sein Aktivitätsprofil war: alle Benachrichtigungen, dafür aber kein Sporttracking. Ich denke man kann bei normalen Nutzungsprofil mit 20 Tagen, wie bei der Amazfit Bip, rechnen. Beste Grüße