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Huawei Mate 50 Reihe vorgestellt

Wer hätte es gedacht: Huawei gibt es immer noch. Trotz inzwischen zwei Jahre anhaltender Restriktionen gegenüber dem chinesischen Konzern, werden weiter fröhlich neue Geräte vorgestellt. Wir hatten gerade Huaweis neustes Foldable, das Huawei Mate Xs 2 im Test gehabt. Leider sind die Auswirkungen der Sanktionen gegenüber Huawei auf dem Gerät allgegenwärtig. Das macht das Smartphone für uns in Europa ziemlich uninteressant. Das Gleiche dürfte auch für die frisch vorgestellte Huawei Mate 50 Reihe gelten. Drei neue Smartphones stellt Huawei in China vor, auf der globalen Website sind sie auch bereits gelistet. Was die Handys so ausmacht und ob sich ein Kauf lohnen könnte, lest ihr jetzt!

Ein kleiner Nachtrag: Es gibt Hoffnung. Wir haben es in den letzten Tagen geschafft, auf das chinesische Huawei P50 Pro die Google-Services zu installieren. Natürlich werden wir dazu noch eine Anleitung mit Euch teilen. Es könnte gut sein, dass unsere Installationsmethode auch bei der neuen Mate 50 Reihe funktionieren wird.

Design

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Huawei bleibt seiner extravaganten Optik treu und entscheidet sich bei Mate 50 und Mate 50 Pro für ein Design mit auffälligem rundem Kamerahügel. Noch auffälliger wird es mit dem Mate 50 RS. Dabei handelt es sich um ein leicht verbessertes Huawei Mate 50 Pro in einem mit Porsche zusammen entwickeltem Look. Raus kommt dabei ein Design mit sechseckigem Kamerahügel und Racing-Streifen, wirkt schon fast wie ein Gaming Phone. Eine weitere Auffälligkeit in Mate 50 Pro und Mate 50 RS ist die Notch. In dieser Aussparung sitzen Kameras für eine “3D Gesichts-Erkennung” also für einen glorifizierten 3D Face-Unlock. Das Standardmodell kommt hingegen mit der inzwischen normal gewordenen Punch-Hole Notch.

Von links nach rechts: Huawei Mate 50, Huawei Mate 50 Pro und Huawei Mate 50 RS

Bei den Farben könnt ihr zwischen Schwarz und Silber wählen, für das Mate 50 Pro kommt Orange dazu und das Mate 50 RS gibts in einem düsteren Blau und einem sehr blassen Violett. Das Gewicht der Geräte liegt zwischen 206 und 232 Gramm, dabei ist das RS das schwerste Gerät und die Vanilla Version das leichteste. Das Pro Modell misst 162,1 x 75,5 x 8,5 Millimeter, die RS Version ist mit 9,92 Millimetern deutlich dicker. Die Vanilla Version misst 161,5 x 76,1 x 7,9 Millimeter. Alle drei Geräte sind nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt.

Displays der Huawei Mate 50 Reihe

6,74 Zoll misst das Display des Huawei Mate 50 Pro. Genauso groß ist das Display der RS Version, die Standard-Variante kommt mit einem 6,7 Zoll großen Display aus. Die “größeren” Handys verfügen über 2616 x 1212 Pixel (427 Pixel pro Zoll), die Vanialla-Variante über 2700 x 1224 Pixel (442 Pixel pro Zoll). Alle drei Handys werden somit alle Inhalte gestochen scharf wiedergeben. Ärgern werden sich wohl einige über die curved Displays der Pro und RS Variante, für Huawei gehört das aber weiterhin zum guten Ton bei Premium Geräten.

Display des Huawei Mate 50 RS

Alle drei Geräte setzen auf OLED Panels und damit echte Schwarz-Werte und exzellente Kontraste. Für ein flüssiges System soll eine Bildwiederholungsrate von 120Hz sorgen, das Standardmodell muss sich unverständlicherweise mit 90Hz begnügen. Wirkt für uns wie ein Move, der einzig und allein der Abgrenzung zu den teureren Geräten geschuldet ist – schade, auch wenn 90Hz bereits spürbar flüssiger sind als die klassischen 60Hz.

Display des Huawei Mate 50 Pro

Weiterhin setzen alle drei Geräte auf PWM Dimming mit 1440Hz und einer Abtastrate von 300Hz. Die teureren Geräte sind zudem mit einem speziellen Schutzglas der Firma “Kunlun” versehen, was für besondere Haltbarkeit sorgen soll.

Leistung und System

Selbst bei der Versorgung mit Prozessoren geht es weiter bei Huawei. Nachdem zunächst angenommen wurde, dass Huawei gänzlich auf die Chips der in den US ansässigen Firma Qualcomm verzichten muss, zeichnet sich inzwischen ein anderer Weg ab. Huawei kann weiterhin die Chips des bekanntesten Android-Chipdesigners nutzen, muss dabei aber auf 5G verzichten.

So kommt es dazu, dass alle drei Mate Smartphones mit dem Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1 4G ausgestattet sind. Den Chip gibt es außerhalb des Huawei Universums überhaupt nicht, in puncto Leistung unterscheidet er sich aber nicht von der 5G fähigen Version. Acht Kerne mit einer Taktrate von bis zu 3,2GHz sorgen zusammen mit einer Adreno 730GPU für brutale Leistung. Außerdem gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Chip kühler läuft als sein Vorgänger.

Beim Speicher setzt Huawei für die Standard- und Pro-Version auf 8-Gigabyte-Arbeitsspeicher, die RS Variante bekommt 12 Gigabyte spendiert. An Festspeicher gibt es für das single SIM Pro Modell und das normale Mate 50 256 Gigabyte und für die dual SIM Pro und RS Version 512 Gigabyte. Alle Geräte lassen sich per Nano Memory Card um bis zu 256 Gigabyte Speicher erweitern.

Huawei Mate 50 Software 1

Systemseitig können wir uns auf die neuste Version Huaweis eigener Android-Oberfläche EMUI 13 einstellen, außerhalb von Europa wird Huaweis komplett eigenständiges Betriebssystem HarmonyOS 3 zum Einsatz kommen. Wenn es die Chance gibt, Google nachträglich auf das System zu installieren, dann nur bei der chinesischen Version mit Harmony OS!

Kameras der Mate 50 Serie

Die Kamera war bisher immer Huaweis Spezialität und auch in der Mate 50 Serie zeigt man eindrucksvoll, dass sich das dieses Jahr nicht ändern soll. Alle drei Geräte sind mit Huaweis “XMAGE” Technologie ausgestattet. Dahinter verbirgt sich eine zehnfach variable Blende. Damit kann die Blende zwischen F1.4 und F4.0 verstellt werden. Dadurch ist es möglich, auf Hardwarebene die Menge an einfallendem Licht und die Tiefenschärfe zu verändern.

Huawei Mate 50 Xmage

Im Automatikmodus erledigt das die Kamerasoftware automatisch für Euch, im Pro Modus kann die Blende manuell verändert werden. Das gab es so zuletzt in der Samsung Galaxy S10 Reihe, allerdings bot Samsung hier nur eine kombinierte F1.5- und F/2.4 Blende an. Ganze zehn unterschiedliche Möglichkeiten sind da noch mal ein ganz anderes Level und wir freuen uns, dass Huawei etwas frischen Wind in den momentan sehr Megapixel fokussierten Smartphonekameramarkt bringt.

Neben der 50MP Hauptkamera mit variabler Blende ist die Standard-Version mit einer 13MP Ultraweitwinkel Knipse (F2.2) ausgestattet und erlaubt Telefotografie mit einem 12MP (F3.4, OIS stabilisiert) Sensor. Die Pro-Version setzt auf die gleiche Hauptkamera, allerdings in OIS stabilisiert und tauscht die Telefotokamera gegen ein 64MP Modell mit F3.5 Blende. Die RS Version tauscht diese Kamera wiederum gegen eine 48MP (F3.0, OIS stabilisiert) TeleMacro Kamera, mit der, neben Zoom Fotografie, auch die Aufnahme von Makrobildern möglich sein soll. Auf der Vorderseite setzten alle drei Geräte auf eine 13MP Kamera mit F2.4 Blende. Dazu gesellen sich in den teureren Geräten Sensoren für die 3D-Gesichtserkennung.

Konnektivität und Kommunikation

Auf 5G Support müsst ihr, wie bereits erklärt, in den neuen Mate Smartphones verzichten. Immerhin sind jede Menge 4G LTE Bänder, inklusive dem in Deutschland wichtigen LTE Band 20, mit an Bord.

  • Unterstützte LTE Bänder: 1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/26/28/32/66/34/38/39/40/41

Grundsätzlich liefert Huawei das Mate 50 und das Mate 50 Pro auch als Single SIM Variante aus. Mag für den ein oder die andere interessant sein, wir raten aber eher zur dual SIM Version. Egal, wofür ihr euch entscheidet, alle Smartphone kommen mit Unterstützung für WiFi 6 und Bluetooth 5.2 inklusive LDAC als unterstütztem Bluetooth Codec. Eine Version von aptX suchen wir hingegen vergeblich. NFC wird unterstützt und geortet wird über GPS, AGPS, GLONASS, BeiDou, GALILEO, QZSS und NacIC. Zur Ortung stehen also wirklich viele Dienste bereit. Zusätzlich wird es für die chinesische Version des Mate 50 möglich sein, Notfall-Nachrichten per Satellit abzusetzen, wenn kein Netz verfügbar ist.

Huawei Mate 50 Sattelit Kommunikation

An Sensoren verbaut Huawei wirklich jede Menge: Schwerkraft, Infrarot, Fingerabdruck, Hall, Druck, Gyroskop, Kompass, Umgebungslicht, Näherung und Farbtemperatur sind mit an Bord.

Akku und Laden

Huawei Mate 50 Akku

Geladen wird das Huawei Mate 50 und seine großen Geschwister mit bis zu 66 Watt per Kabel. Alternativ können alle drei Geräte mit bis zu 50 Watt kabellos geladen werden. Der dafür unten im Gerät angebrachte USB-C-Anschluss ist nach USB 3.1 angebunden und unterstützt DisplayPort 1.2. Während der Akku der Pro und RS Version 4700mAh misst, muss die normale Version mit 4460mAh auskommen.

Unterschiede in der Mate 50 Reihe

So noch einmal kurz zusammengefasst, wie sich die Geräte innerhalb der Mate 50 Serie unterscheiden. Das Mate 50 RS ist in Zusammenarbeit mit Porsche designt und unterscheidet sich optisch klar von den anderen beiden Geräten. Ansonsten ist es mit einer 48MP Telefotokamera ausgestattet und kommt mit 12GB RAM + 512GB ROM.

Huawei Mate 50 RS Design

Das Mate 50 Pro ist minimal größer als das Mate 50 und kommt mit 120Hz Bildwiederholungsrate statt 90Hz. Beide Geräte sind sowohl als single, als auch als dual SIM Versionen erhältlich, das RS nur als dual SIM. Statt 64MP Telefotokamera setzt das normale Mate 50 auf 12MP und seine Hauptkamera ist nicht optisch stabilisiert. Arbeitsspeicher sind für beide Geräte immer 8GB, beim Festspeicher kann zwischen 128 und 256GB gewählt werden.

Preis und Einschätzung

Ab 712€ geht das Huawei Mate 50 in China in den Verkauf, für die Pro Version werden mindestens 986€ fällig und für das mit Porsche zusammen designte RS Modell mindestens 1850€. Das ist natürlich unverschämt. Für ein neues Design und marginale technische Veränderungen einen Aufpreis von 900€ zu verlangen, ist nicht rational zu erklären. Allerdings sind auch die anderen beiden Geräte für China recht teuer. Aufgrund bisheriger Geräte-Launches und der Listung auf Huaweis internationaler Seite, gehen wir davon aus, dass es die Mate 50 Reihe irgendwie auch nach Deutschland schafft.

Welches der Geräte wir hier sehen werden, ist schwer zu sagen. Allerdings darf gut und gerne mit 300 – 400€ Aufpreis gegenüber den chinesischen Versionen gerechnet werden. Hohe Preise für Smartphones ohne Google Unterstützung von einer Marke, deren Zukunft nicht sicher ist. Im Endeffekt handelt es sich bei den Mate 50 Geräte um tolle Smartphones mit innovativen Ansätzen. Sie zeigen mal wieder, wie schade es ist, dass Huawei aus dem Markt gedrängt wurde. 

Quellen


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Marc Siegert
Gast
Marc Siegert (@guest_90768)
16 Tage her

Es sieht tatsächlich danach aus, dass es für #Huawei
wieder einen Weg in Richtung #Google_Dienste geben könnte. Wollen wir mal hoffen, dass es hier bald zu nachvollziehbaren Entscheidungen kommt und #Huawei in #Europa sowie #Deutschland den Markt wieder aufmischt!

US-Embargo gegen Huawei und andere Firmen gelockert – TECHBOOK

boomer
Gast
boomer (@guest_90763)
16 Tage her

Ich hätte so so Lust auf das Handy, ich liebe mein p40 pro mit google Services und allem nötigen.
Ich finde es sehr spannend das ihr es in den letzten Tagen geschafft habt, auf das chinesische Huawei P50 Pro die Google-Services zu installieren.
Ich bin gespannt auf euren Bericht und ob es wirklich die vollständige Integration der google Services inklusive push Nachrichten ist, oder irgendeine Virtualisierung Ente.

Könnte diese Technik für alle Huawei Geräte funktionieren, das wäre ein Traum?
Denn dann wird für mich das P50Pro oder eben das Mate 50Pro wieder richtig interessant.

Mirko
Mitglied
Mitglied
Mirko (@mirko)
16 Tage her

Tja. Ich hatte mal das Mate 40 Pro. Ein perfektes Gerät, bis auf die Google-Problematik… Ich finde es gut, dass Huawei trotz allem weitermacht und immer noch innovativ unterwegs ist. Vielleicht will man langen Atem behalten, um nach einem Ende der Sanktionen wieder durchzustarten. Vor kurzem las ich, dass die USA evtl. neue Maßstäbe für ein Embargo entwickelt und sich dies für Huawei vielleicht positiv entwickeln könnte. Allerdings gab es in dieser Woche schon wieder gegenteilige Nachrichten. Abwarten. Und noch eine weitere interessante Nachricht konnte ich in dieser Woche lesen: Huawei soll 2023 das P60 Pro und das Mate 60… Weiterlesen »

werzu23@gmail.com
Gast
[email protected] (@guest_90748)
16 Tage her

Variable Blende verschiebt nicht den Fokus sondern verändert die Tiefenschärfe.

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre (@jonas-andre)
16 Tage her

Danke dir, ist korrigiert.

beste Grüße

Jonas

Wackelohr
Mitglied
Mitglied
Wackelohr (@wackelohr)
16 Tage her

Hallo,
mit der Blende beeinflusst man keine Brennweite.
Gruß Georg

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre (@jonas-andre)
16 Tage her
Antwort an  Wackelohr

Servus, danke für den Hinweis. Das war nicht ganz korrekt im Text.

Beste Grüße

Jonas

Wackelohr
Mitglied
Mitglied
Wackelohr (@wackelohr)
16 Tage her
Antwort an  Jonas Andre

Hallo, Jonas,
ich kann von einer Korrektur nichts entdecken. Der gesamte Abschnitt
“Kameras der Mate 50 Serie” bedarf dringend einer Überarbeitung!
Gruß Georg

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