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Huawei endgültig ohne Google – Das Aus für Updates & Sicherheitspatches?

Die Zwist zwischen Huawei und der US-Regierung dauert nun schon über ein Jahr lang. Nun erreicht die Auseinandersetzung einen weiteren, traurigen Höhepunkt. Die Sonderlizenz wurde erstmalig nicht verlängert.

Trump Huawei

Hintergrund

Da die Zusammenarbeit zwischen Huawei und zahlreichen US-Firmen nicht nur für Huawei, sondern auch für die Partner in den USA von Bedeutung sind, gab es seit Beginn des Handelskrieges stets befristete Sonderlizenzen für den chinesischen Techkonzern. Diese ermöglichten es Huawei, ältere Android Smartphones mit Software-Updates zu versorgen, und dabei auf den Support von Google zurückzugreifen. Alle Geräte, die vor dem 16. Mai 2019 auf den Markt gekommen waren, konnten so relativ reibungslos mit Sicherheitsupdates und Android-Updates weiterversorgt werden. Diese Sonderlizenzen wurden bisher immer wieder um 90 Tage erneuert. Doch damit scheint nun Schluss zu sein.

Auswirkungen

Laut GSM-Arena bedeutet das Ausbleiben der neuen Sonderlizenz nicht, dass Huawei nicht auch weiterhin Updates auf ältere Geräte bringen kann. Jedoch sorgt die fehlende Lizenz nun dafür, dass Google Huawei keine Unterstützung mehr bei den Updates geben kann. Sollte Huawei bei einem Software-Update zufällig die Kompatibilität mit den Google Apps beschädigen, kann Google nicht an dem Problem mitarbeiten, selbst wenn Google das Update und den Sicherheitspatch zur Verfügung gestellt hat. Dies könnte im Worst-Case dazu führen, dass ein Smartphone oder Tablet auf einmal keine funktionierenden Google Apps mehr hat. Es besteht zudem die Gefahr, dass Huawei selbst für Geräte, die älter als der 16. Mai 2019 sind, mit zukünftigen Updates keine Google-Apps und Android-Updates mehr verteilen kann, da Google jedes Update zertifizieren muss. Aufgrund des Handelsverbots und der fehlenden Lizenz wird Google dazu aber nicht mehr in der Lage sein.

Trump vs. Huawei

Beide Szenarien schätzen sowohl GSMArena als auch wir für relativ unwahrscheinlich ein, da Huawei sicherlich große Vorsicht bei weiteren Updates an den Tag legen wird und im Zweifelsfall eher gar kein Update bringen wird, als die Google-Kompatibilität damit nachträglich zu zerstören. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da es sich hier durchaus um mögliche Szenarien handelt.

Ausblick

Es sieht nicht gut aus, was die Zusammenarbeit von Google und Huawei angeht. Und schlimmer noch: Tatsächlich geraten immer mehr chinesische Firmen in das Kreuzfeuer des Handelskrieges, der von US-Präsident Trump angezettelt wurde. Erst in den letzten Wochen gab es Androhungen an Tencent und Bytedance, deren beliebte Apps Wechat und TikTok in den USA gesperrt werden könnten. Selbst gegen Alibaba gibt es erste Androhungen, obwohl der US-Markt für den chinesischen Handelsriesen kaum Bedeutung hat.

Welche Auswirkungen die heutigen Turbulenzen auf die Technik von Morgen haben wird, lässt sich schwer einschätzen. Zweifelsohne werden chinesische Techkonzerne Vorkehrungen treffen müssen und dabei wahrscheinlich auf Unterstützung der Regierung zurückgreifen können. China hat bereits damit begonnen, die Produktion von Halbleitern im eigenen Land voranzutreiben (Quelle). Gleichzeitig sehen wir, dass immer mehr chinesische Hersteller auf Chips von Mediatek (Taiwan) statt von Qualcomm (USA) zurückgreifen, etwa bei den neuen Redmi Modellen und dem Honor X10 Max. Zudem arbeiten Xiaomi, Vivo, Oppo und Huawei schon seit längerem an einer Verknüpfung der hauseigenen App-Stores.

Übrigens… Wenn Ihr Euch in einer interessanten Doku über den Konzern Huawei informieren wollt, könnt Ihr beim ZDF vorbeischauen. Dort wurde gerade die Dokumentation “Weltmacht Huawei – Hightech-Riese unter Spionageverdacht” online gestellt.

Quellen


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Hans K
Gast
Hans K (@guest_67284)
1 Monat her

Jeder der Qualcomm Prozessoren kauft, muss sich auch eine Lizenz von Qualcomm kaufen. Qualcomm Prozessoren dürfte man nur von Qualcomm kaufen können, Mediatek Prozessoren dürfte es wohl auch von Zwischenhändlern ohne US Ausnahmegenehmigung geben. Die Beschränkungen wurden jetzt auch auf nicht Chinesische Huawei Töchter ausgeweitet. In Deutschland hat Huawei eigene Standorte in München, Düsseldorf und Berlin. Im September lässt Trump wohl die direkten Handelsbeziehungen mit Hongkong auslaufen. Da sind noch härtere Huawei Beschränkungen zu erwarten. Der Trump Herausforderer Biden ist bei der China Frage auf der Linie von Trump, der will sich nur mit den US Verbündeten stärker abstimmen.

demokrates
Mitglied
Mitglied
demokrates (@demokrates)
1 Monat her

Frage:

wenn man Hawei-Smartphone ohne Google-Play-Store-App kauft, das Geräte dann mit einem Custom-Rom flasht incl. der GAPS z.b. Nano, dann habe ich doch meinen Play-Store aug dem Gerät drauf oder nicht ?

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre (@jonas-andre)
1 Monat her
Antwort an  demokrates

Hey, das scheitert leider daran, dass der UNLOCK des Bootloaders (Voraussetzung für die Installation von Customs ROMs) bei Huawei nahezu unmöglich ist. Ansonsten ist deine Idee natürlich super 🙂

Beste Grüße

Jonas

Simon
Gast
Simon (@guest_67307)
1 Monat her
Antwort an  Jonas Andre

Ergo verdienen die Geräte meiner Meinung nach schon lange eine generelle Warnung – auch bei eurer Top-Liste.

Unverständlich das Huawei hier nicht auf die Open-Source-Community setzt. Aber das bestätigt nur meinen ganz persönlich schlechten Eindruck von Honor/Huawei dem immer ein Hauch Anrüchigkeit anhängt (unabhängig von Mr. T).

Selbes Thema Nord Stream 2 und Gehard Schröder – den Dreckshammel werden wir auch nicht mehr los (aber das geht jetzt in die falsche Richtung).

Hans K
Gast
Hans K (@guest_67311)
1 Monat her
Antwort an  Simon

Googles Play Store ist kein Open Source. Google duldet das sich Open Source Versionen von Android sich Zugang zum Play Store verschaffen. Google wird das sicher nicht dulden, dass sich Kommerziell vertriebene Open Source Geräte sich Zugang zum Play Store verschaffen.

Igor
Gast
Igor (@guest_67274)
1 Monat her

Xiaomi und Redmi ist aber jetzt ein schlechtes Beispiel, haben die ja schon immer ab und zu zu MTK gegriffen.
(etwa bei den neuen Redmi Modellen und dem Honor X10 Max)
Was allerdings neu ist das jetzt Huawei vermehrt Chips von MTK verbaut und verbauen wird wie sie selbst sagten.

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre (@jonas-andre)
1 Monat her
Antwort an  Igor

Hey Igor, eigentlich ist das kein schlechtes Beispiel. Xiaomi hat aktuell mehr MediaTek Handys im Programm, als jemals zuvor. Ob das nun an den tollen neuen günstigen Chips von Mediatek liegt, oder schon eine vorbereitende Maßnahme ist, bleibt fraglich. Fakt ist, dass jeder chinesische Hersteller sich vor den Dekreten des amerikanischen Präsidenten fürchten muss. Huawei ist natürlich das Monster mit viel Know-How bei 5G, aber dennoch kann es jeden treffen.

Beste Grüße

Jonas