Nachdem Huawei sein Topmodel P10 herausgebracht hat, wurde im gleichen Zug auch noch die etwas abgespecktere Version namens Huawei P10 Lite vorgestellt. Die Bezeichnung „abgespeckt“ kann man bei diesem Modell auch definitiv verwenden, denn es wurde sowohl am Prozessor als auch an der Kameratechnik gespart . Die tolle Leica Optik aus dem P10 fehlt also beim Lite unter anderem. Ein hauseigener Kirin 658, 4/32GB Speicher und ein 3000mAh Akku wurden dem kleinen Modell allerdings spendiert. Ob auch die günstige Version des Huawei P10 überzeugen kann, erfahrt ihr im folgenden Testbericht. 

Design und Verarbeitung

Im Lieferumfang des Huawei P10 lite befinden sich neben dem Smartphone ein microUSB-Ladekabel mit Adapter, eine Schenllstart-Anleitung und die altbekannten Kopfhörer, die durch gute Soundqualität überzeugen können. Eine Hülle gibt es, wie auch bei anderen Huawei Handys, nicht. Diese sollte also gleich mitbestellt werden, da die Glasrückseite sehr rutschig ist.

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Das Huawei P10 lite ist mit 146g nur ein Gramm schwerer als sein großer Bruder. So sind auch die restlichen Abmessungen mit 146,5 x 72 x 7,2mm minimal höher. Insgesamt liegt das Smartphone sehr angenehm in der Hand und lässt sich einhändig sehr gut bedienen. Beim Thema Design wurde hier nicht gespart. Die Rückseite aus Glas und der Metall-Rahmen geben dem Handy eine hochwertige Optik. Mittig auf dem Rücken des P10 lite findet man einen quadratischen Fingerabdrucksensor in gut zu erreichender Position. Eine Leiste rund um Kamera und Blitz wurde tiefschwarz eingefärbt und setzt sich somit optisch etwas ab. Antennenstreifen sind lediglich im silbernen Rahmen durch einen schwarzen Plastikstreifen markiert.

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Wie auch schon vom Huawei Nova bekannt, wurden die Soft-Touchbuttons am unteren Rand des Displays verbannt und durch Onscreen-Tasten ersetzt. Auch hier stellt sich wieder die Frage, warum die Tasten einem bloßen Huawei Schriftzug weichen mussten und man nun wertvollen Platz auf dem Display opfern muss. Die Ränder links und rechts zum Display sind mit 2mm sehr schmal und eine Benachrichtigungs-LED leuchtet auf der Vorderseite in verschiedenen Farben. Der Zugriff auf den 3000 mAh Akku bleibt durch das Metallgehäuse bedingt verwehrt.

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Lautstärkewippe und Power-Knopf befinden sich, wie üblich, an der rechten Seite und sind farblich an den Rahmen angepasst. Beide bestehen aus Plastik, wobei der Power-Knopf mit einer geriffelten Oberfläche ein neuartiges Gefühl erzeugt. Ich empfand dies im Test durchaus als durchdachten Designaspekt. Der Sitz und Druckpunkt der Buttons ist leider nicht ganz so hochwertig, wie es der Rest des Huawei P10 lite erwarten lässt. Kleine Spielräume und eher billig anmutende Druckgeräusche sind vorhanden. An der linken Seite ist der SIM-Karten-Einschub, der entweder zwei Nano-SIM oder eine Nano-SIM und eine Micro-SD beherbergen kann.

Eine kleine Überraschung ist der fehlende USB-Typ-C Anschluss. Hier wurde auf die ältere Technik des micro-USB-Slots zurückgegriffen – Schade! Das Huawei Fast Charge System kann allerdings trotzdem genutzt werden. Direkt daneben sind an der Unterkante sowohl das Mikrofon, als auch der Lautsprecher verbaut. Ein weiteres Mikrofon und den 3,5mm Klinkenanschluss für die Kopfhörer findet man an der oberen Kante des P10 lite. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite arbeitet mit 0,3 Sekunden Erkennung ebenso zuverlässig und gut, wie das Design es vermuten lässt.

Display

Das Display des Huawei P10 misst 5,1 Zoll, wohingegen das P10 lite nun mit einem 5,2 Zoll Bildschirm ausgestattet wurde. Das IPS FHD Display mit 424 Pixeln pro Zoll liefert gestochen scharfe Bilder. Einzelne Pixel sind natürlich nicht zu erkennen. Der Kontrast ist, ähnlich wie beim Huawei Nova, erstaunlich gut, ebenso auch die Helligkeit. Im Innenbereich regelt die Automatik alles perfekt, zeigt jedoch leichte Schwächen im Außenbereich. Vor allem den Nachtmodus mit etwas weniger leuchtstarken Farben empfand ich sehr angenehm. Die Blickwinkelstabilität überzeugt auf voller Linie. Der Einsatz im Freien ist allerdings nicht gut. Das Glas über dem Bildschirm ist nämlich so glatt, dass sie bei Sonneneinstrahlung sehr stark spiegelt. Hier zeigte sich ein Schwachpunkt des Smartphones.

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Bei den 10 Berührungspunkten des Displays ließen sich keine Schwächen erkennen. Auch wenn beim Huawei P10 lite Gorilla Glas fehlt, verkratzte während des Tests nichts auch wenn man das Handy zusammen mit einem Schlüsselbund in die Hosentasche packt. Durch den aufgesetzten Metallrahmen sollte das Smartphone auch den ein oder anderen leichten Sturz überleben.

Leistung

Beim Thema Prozessor setzt Huawei bei den P10 Modellen auf die hauseigene Marke Kirin und verbaute im P10 lite den Kirin 658 mit 8 Kernen bei einer Taktung von 2,1GHz im Leistungscluster und 1,7GHz für den Casual Betrieb. Hitzeentwicklung? Fehlanzeige! Zudem bringt der Prozessor in Verbindung mit den 4GB Arbeitsspeicher und der Mali T830 MP2 ausreichend Leistung für alle Anwendungen. Der 4GB RAM bringen 5,9GB/s, der interne 32GB Speicher eine Lese/Schreibgeschwindigkeit von 123/67MB/s. Hier liegt das P10 lite immer etwas hinter dem Huawei Nova, das auf einen Snapdragon Prozessor setzt. Die Spieleperformance ist jedoch auch bei aufwendigeren 3D Spielen ausreichend, um ein angenehmes Spiel gewährleisten zu können. Die Werte liegen für dieses Preissegment im üblichen Rahmen.

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Ladezeiten gibt es nur sehr selten, ansonsten funktioniert das System flüssig und ohne Fehler. Bei Asphalt 8 war es der Fall, dass durch die aufwendige Grafik oftmals kurze Lags auftraten. Auch bei längerem Spielen blieb das Huawei P10 lite bei einer angenehmen Temperatur.

System – EMUI mit Nougat

Das hauseigene EMUI System basiert seit einigen Monaten nun auch auf Android 7 Nougat, was bedingt durch die starke Modifizierung des Systems nicht sonderlich relevant ist. Solange Huawei Updates für EMUI pusht, ist alles im grünen Bereich. EMUI 5.1 ist dabei laut Huawei sichererer, schöner und schneller geworden; Was denn auch sonst? Wer EMUI bereits kennt, kann es lieben. Wer das erste Mal EMUI probiert, wird etwas Zeit brauchen, um sich zurechtzufinden. Die brachialen Neuerungen sind mit Split-Screen-Modus, App-Drawer Option (Übersichtsseite mit allen Apps aktivieren) und Klon-App schnell benannt.

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Angefangen beim Lock-Screen kann man sich hier wahlweise ein Bild oder wechselnde Bilder (Wallpaper-Karussell) anzeigen lassen. Wischt man von unten nach oben, öffnet sich ein Schnellstartmenü im Apple-Style, in dem man u.A. die Taschenlampe, Kamera und Taschenrechner starten kann. Nutzt man den Fingerabdrucksensor zum Entsperren, wird man den Home-Screen aber nie zu Gesicht bekommen.

Ein paar Apps zu viel sind im Auslieferungszustand installiert, aber lassen sich zum Glück auch entfernen. Einzig Apps wie Hicare und die Google Apps gehören zum System und müssen bleiben, können bei Bedarf aber deaktiviert werden. Das Design und das übersichtliche Optionsmenü und die Schnellstartleiste gefallen mir bei EMUI 5.1 wesentlich besser. Auch die App-Drawer Funktion als Killerfeature ist genau mein Ding. Wer ein aktuelles, schnelles und weitestgehend sauberes System sucht, ist bei Huawei gut bedient.

Kamera

Dem Huawei P10 lite wurde eine 12 Megapixel Hauptkamera mit einer f/2.2 Blende spendiert. Hier wurde deutlich gegenüber dem P10 gespart, denn die Leica Optik mit Dual-Kamera System fällt gänzlich weg. Die Bilder sind aber trotzdem nicht zu verachten. Bei der dynamischen Reichweite gibt es gelegentlich Probleme, so wird dann entweder auf den hellen oder den dunklen Teil der Szene fokussiert, wobei die andere Hälfte dann schwächelt. Die Details der Aufnahmen sind jedoch toll wiedergegeben. Auch zum Thema Farben lässt sich nur ein positives Feedback geben, denn diese werden klar und ohne großes Rauschen abgebildet. Der Autofokus arbeitet schnell und auch zuverlässig. Die Auslösezeit ist beim Huawei P10 lite beinahe zu vernachlässigen. Im Test hatte die Kamera lediglich bei weniger Licht etwas Probleme und das Bild wurde schnell verrauscht. Dennoch kann man die Kameraqualität des Smartphones im Großen und Ganzen als sehr gelungen beschreiben.

Bei den Videoaufnahmen fehlt leider die Möglichkeit 4k Aufnahmen zu machen. Auch die 1080p Videos überzeugen leider nicht unbedingt und sind schnell verrauscht. Bei lauteren Geräuschen macht dann auch das Mikrofon relativ schnell schlapp und nimmt nur noch ein Knarzen auf. Eine Bildstabilisierung sucht man ebenfalls vergeblich, weshalb bewegte Videos kaum möglich sind. Die 8 Megapixel Frontkamera nimmt annehmbare Fotos auf, sobald man den Beauty Modus ausschaltet. Mit eingeschalteter Verschönerung werden die Bilder extrem weich gespült und klare Kanten werden schon leicht verschwommen dargestellt.

Konnektivität und Kommunikation

Das Huawei P10 lite ist in den 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen gut aufgestellt und auch Band 20 ist natürlich mit dabei. So ist an der allgemeinen Empfangsstärke nichts auszusetzen, eine stabile und zuverlässige Verbindung wird immer gewährleistet. Mikrofon und Lautsprecher arbeiten exzellent und auch beim Freisprechen gab es kaum Probleme. Das WIFI Modul (802.11 b/n/g – 2,4G)  arbeitet ohne Schwächen und überzeugt mit einer guten Reichweite. Eine NFC Schnittstelle wurde dem Huawei P10 lite auch spendiert, genauso wie ein FM-Radio. Eine ebenfalls stabile Verbindung ist per Bluetooth 4.1 möglich.

Einen großen Pluspunkt stellt in meinen Augen der Lautsprecher da, denn hier ist auch auf höchster Lautstärke noch alles klar zu verstehen. Zwar ist der Sound etwas höhenlastig, aber immer noch im grünen Bereich. Beim 3,5mm Klinkenanschluss gibt es an der Klangqualität nichts auszusetzen, doch zweimal passierte es, dass das Ausstöpseln der Kopfhörer nicht erkannt wurde und weiterhin der Sound über imaginäre Kopfhörer abgespielt wurden. Dies ließ sich aber beheben, indem man die Kopfhörer kurz anschloss und wieder abzog.

Das Huawei P10 lite hat bei der GPS-Navigation keine Probleme gezeigt. Auch bei hohen Geschwindigkeiten im Auto waren keine Fehler oder große Verzögerungen in der angezeigten Position zu bemerken. In diesem Smartphone wurden neben den Standardsensoren (Beschleunigungs-, Helligkeits- und Näherungssensor) ein Kompass und ein Gyroskop verbaut.

Akkulaufzeit

Das 5,2 Zoll Huawei P10 lite wird von einem 3000mAh Akku befeuert. Mithilfe des hauseigenen Fast Charge Systems sind innerhalb von ziemlich genau 2 Stunden Ladezeit wieder 100% verfügbar. Auch wenn 3000mAh nicht unbedingt die größte Kapazität auf dem Markt darstellt kommt man trotzdem gut über den Tag. Im PCMark Akkutest erreichte das Gerät bei mittlerer Helligkeit eine Laufzeit von durchschnittlichen 7.17 Stunden. Für den ein oder anderen Powernutzer ist das vielleicht etwas kurz, aber der Durchschnittsnutzer ist hiermit gut bedient. Über den Tag verteilt kann das Handy gut 4 Stunden genutzt werden. Mit 2-3 Stunden aktiver Nutzung erreicht man mit etwas Glück auch zwei Tage Laufzeit.

Fazit und Alternative

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Kilian B.:

Das Huawei P10 Lite vereint gutes Aussehen mit hervorragender Verarbeitung. Hier spürt man zunächst nichts von der Lite-Version. Ansonsten wurde zwar abgespeckt, aber mit einem 280€ Preis ist man hier noch weit vom Low-Budget Bereich entfernt. Ein scharfes Display, solide Performance und eine astreine Kamera kann man auf der Habenseite verbuchen. Gegenüber dem P9 Lite gibt es eine bessere Verarbeitung, einen schnelleren Prozessor, doppelten Speicher und aktuelles Android. Doch das P10 Lite ist nicht die einzige Option im Mittelklasse Markt bei Huawei. Mächtig Konkurrenz macht man sich mit dem NOVA selbst, was angesichts des weltweiten Marktstarts für Huawei nicht problematisch ist.

Wer sich an EMUI gewöhnen mag, kann problemlos zum P10 Lite greifen. Wer nach Alternativen sucht, wird in unserem 5 Zoll Bestenliste problemlos fündig.

82%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 90 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 70 %

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