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Kameravergleich: Poco F3 vs. Vivo V21 5G

Zeit für einen weiteren Kamera-Vergleich: Das Poco F3 für unter 300€ darf gegen den „Selfie-King“, das gut 400€ teure Vivo V21 5G, antreten. Das Poco F3 legt den Fokus auf die Performance und weniger auf die Kamera, ist aber nicht ohne Grund ein Bestseller. Das Vivo V21 5G hingegen ist ein spezieller Kandidat mit einer außergewöhnlichen Frontkamera. Es muss aber beweisen, dass es den stolzen Preis von 400€ wert ist! Mit der sonst mittelmäßigen Hardware gelingt dies vielleicht in der Kategorie „Kamera“?

Poco F3 vs Vivo V21 Kameravergleich Banner

Beide Smartphones hatten wir bereits im Kamera-Vergleich: Das Vivo V21 5G durfte zuletzt gegen das OnePlus Nord 2 antreten, das ebenfalls 400€ kostet. Das Poco F3 durfte sich hingegen als Kaufempfehlung im Preisbereich von 300€ bereits häufiger im Kamera-Vergleich beweisen. Zum Beispiel zuletzt gegenüber dem Sony Xperia 10 III für 400€, dem OnePlus Nord 2 für 400€ oder einem weiteren beliebten Vertreter der Mittelklasse, dem Samsung Galaxy A52 für ca. 370€.

Kameraspezifikationen

Bevor wir in den Kameravergleich starten, schauen wir uns die Hardware der beiden Mittelklasse-Smartphones an.

Poco F3 – unangefochtener Performance-Sieger der Mittelklasse!

  • Poco F3 Hand 2Hauptkamera: 48 MP Sony IMX582, f/1.8, 1/2″, 0,8µm, PDAF
  • Ultraweitwinkel: 8 MP Sony IMX355, f/2.2, 118˚
  • Makro-Zoom-Kamera: 5 MP Samsung s5k5e9, f/2.4, 2X
  • Selfie: 20 MP Samsung s5k3t2, f/2.45, fixer Fokus

Das Poco F3 setzt den Fokus klar auf die Performance! Die Kombination aus flüssigem 120 Hertz Display mit dem Snapdragon 870 findet man zu dem Preis von unter 300€ nicht bei der Konkurrenz. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Poco F2 Pro, mussten ein paar Einsparungen vorgenommen werden, die auch die Kamera betroffen haben. So gibt es den älteren Sony IMX582 Sensor mit 48MP als Hauptkamera. Vorne ist für Selfies ein 20MP Samsung Sensor untergebracht, der zahlenmäßig auch klar dem Vivo V21 5G unterlegen ist. Kann Xiaomi / Poco dennoch mit der Software punkten?

Vivo V21 5G – mehr als nur der “Selfie-König”?

  • Vivo V21 5G Rueckseite mit HandHauptkamera: 64MP Samsung S5KGW2, 1/1.97″ Sensor, 0,7 μm Pixelgröße, f/1.79, OIS, Autofokus
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 8MP Omnivision ov8856, 1/4″ Sensor, f/2.2
  • Makrokamera: 2MP Omnivision OV02B, f/2.4
  • Selfiekamera: 44MP Samsung S5KGH1, f/2.0, 1/2.65” Sensor, 0,7μm Pixelgröße, OIS, Autofokus

Das Vivo V21 5G ist speziell und kostet mit ca. 400€ nicht gerade wenig. Dafür gibt es hier ein Alleinstellungsmerkmal mit der Frontkamera. Ein 44MP Sensor ist in einem OIS stabilisiert gelagert und hat noch einen richtigen Autofokus! Bei der Hauptkamera handelt es sich hingegen um den altbekannten Samsung GW2 mit 64MP Auflösung. Die restliche Hardware des Vivo V21 5G ist „nichts Besonderes“. Ein 90 Hertz AMOLED gehört bei dem Preis dazu und der Mediatek Dimensity 800U findet sich schon in wesentlich günstigeren Handys, ermöglicht aber zumindest 5G-Empfang. Ungeachtet der restlichen Smartphone-Hardware: Bietet Vivo bei der Kamera mehr für den stolzen Preis? Oder ist das Poco F3 auch hier besser durch die Software-Optimierung?

Auf der linken Seite seht ihr die Aufnahmen des Poco F3 und rechts die Bilder des Vivo V21 5G. Nach dem originalen Foto präsentieren wir euch noch einen Zoom in das Bild, um die Unterschiede im Detail zu verdeutlichen.

Tageslicht

Der Sony IMX582 mit 48MP ist einer der meistegenutzten Sensoren aller Zeiten, aber bei Xiaomi auch der „Allrounder“ schlechthin: Gewandert ist er in zwei Jahren vom Flagship in die 150€-Mittelklasse. Um das Poco F3 preiswert anzubieten, kommt er auch hier zum Einsatz. Das Vivo V21 5G hingegen setzt auf den 64MP Samsung Sensor. Auch den hatten wir häufig im Praxistest, aber zum Glück setzt Vivo auf die zweite Generation, den GW2.

Das Poco F3 zeigt etwas dunklere Aufnahmen, wobei dies vor allem durch die bessere Dynamik zustande kommt. Auch wenn das Vivo V21 den höher-auflösenden Kamerasensor bietet, so gehen mit dem geringeren Kontrast und Farbumfang einige Details verloren. Selbst bei besten Lichtbedingungen nimmt das Poco F3 so die Strukturen feiner auf, wenn man stark hereinzoomt. Die kräftigen Farben des Vivo V21 sind zwar so in der Wirklichkeit nicht wiederzufinden, sehen aber spektakulär aus. Auch durch schattige Bereiche im Bild lässt sich der 64MP Samsung Sensor zu sehr beirren und verwandelt die Bereiche in pixelige Stellen. Der Sony IMX582 im Poco F3 ist hier lichtstärker und einfach solider.

Qualitativ sind die beiden Smartphones nahe beieinander, das Poco F3 sehe ich persönlich aber ein Stückchen weiter vorne.

Nahaufnahmen

Auch zwei Aufnahmen mit geringem Abstand haben wir uns angeschaut. Beide Male verzichten wir auf die dedizierte Makro-Kamera, wobei das Poco F3 mit dem 5MP Zoom-Makro-Sensor, den Vorteil hat. In der Kategorie belichtet das Vivo V21 leider etwas über. Die Farben werden so zwar heller und knalliger, es bleiben auch ein paar Details auf der Strecke. Das Poco F3 zeigt einen größeren Kontrast, gerade in den dunklen Bereich. Auch gefällt beim günstigeren Modell der größere Fokusbereich mehr.

Wie auch bei den normalen Tageslichtaufnahmen geht das Poco F3 bereits zu Beginn in Führung gegenüber dem Vivo V21 5G.

Ultraweitwinkel

Mit den 8MP Sensoren sind hier beide Mittelklasse-Smartphones nicht besonders üppig ausgestattet, beim Poco F3 setzt man aber zumindest auf einen Sony IMX355. Wie schon in den anderen Kategorien packt man bei Xiaomi mehr Farben und einen größeren Dynamikumfang in die Ultraweitwinkelaufnahmen.

Das steht den besonders weiten Aufnahmen auch nicht schlecht. Denn hier gehen im Vergleich zum Vivo V21 keine Details in feinen Strukturen verloren und die 8MP Bilder sehen einfach schöner aus. Das „Selfie-Smartphone“ belässt es hier plötzlich bei einer eher natürlicheren Farbdarstellung.

Den leicht verschwommenen Rand um die Aufnahme teilen sich hingegen beide, wodurch das Poco F3 beim Ultraweitwinkelsensor die Oberhand behält.

Portraits

Das Poco F3 und Vivo V21 5G interpretieren Porträtaufnahmen sehr unterschiedlich. Das Poco F3 zeichnet Farben natürlicher auf, schraubt den Kontrast nicht so hoch und zeigt von Haus aus einen stärkeren Bokeh-Effekt, also einen „verschwommeneren Hintergrund“. Das Vivo V21 5G zeigt bei den Portraits einen waschechten „HDR“-Effekt: satte Farben, starker Kontrast, aber dadurch bügelt man viele Details auch glatt. Dennoch fragen wir uns: Was für ein Problem hat Vivo bitte mit Frisuren 😉? Sowohl meine Haare als auch die von Jonas werden abgeschnitten. Da muss wohl eindeutig Joscha beim nächsten Mal ran 🧑‍🦲. Xiaomi bzw. das Poco F3 hat generell eine saubere Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund.

Bei den Bokehs gewinnt das Poco F3: Die Farben sind weniger knallig (kann man natürlich auch mögen), aber allgemein bleiben uns sichtbar mehr Details vorhanden.

Nachtaufnahmen

Bei den Nachtaufnahmen schneiden beide Smartphones nicht wirklich gut ab. Bei ausreichendem Licht übertreibt es das Poco F3 mit dem Kontrast ein wenig und nimmt künstliche Beleuchtung zu präsent auf. Das Vivo V21 5G nimmt zwar mehr Details auf und zeigt auch eine natürlichere Darstellung, legt aber einen störenden „matten Film“ über die Aufnahme, der zum Rand hin noch deutlicher wird.

Sucht man sich ein Motiv mit deutlicher weniger künstlicher Beleuchtung aus, dann zieht das Vivo V21 davon. Das Poco F3 muss die ISO deutlich höherschrauben und verwandelt Schwarz (z.B. den Himmel) teils in störende blaue Stellen. Das Vivo V21 5G könnte hier noch mehr Licht aufnehmen und die Qualität fällt zum Rand hin wieder etwas ab, sonst zeigt das teurere Smartphone hier auch die besseren Resultate.

Wirklich schlecht ist das Poco F3 nicht bei Nacht und die genannten Schwächen hat man auch nicht bei jeder Aufnahme. Will man bei den Nachtaufnahmen aber einen Sieger küren, stünde bei mir das Vivo V21 5G klar vor dem Poco F3.

Selfies

Kommen wir nun zu der Kategorie, wo wir vom Vivo V21 5G erwarten, dass es dem Poco F3 sichtbar davonzieht.

Vorteile zeigen sich ganz klar durch den Autofokus beim Vivo V21. Bei den meisten Smartphones, wie auch dem Poco F3, setzt man inzwischen auf einen fixen Fokus, wo möglichst genau der richtige Abstand getroffen werden muss. Das Vivo V21 setzt hier den Fokus in jeder Situation automatisch und sorgt für ein scharfes Bild.

Dazu kommen beim Vivo V21 5G noch die Vorteile des OIS: Es ist noch schwieriger ein verwackeltes Selfie zu schießen und die Videos sind etwas besser stabilisiert. Wobei das Poco F3 für Selfie-Videos / VLOGs ebenfalls einen EIS bietet. Auch nimmt der 44MP Sensor im Vivo einfach mehr Details auf, da kann der 20MP Sensor nicht ganz mithalten.

Nun zum ABER: Die Bildoptimierung im Poco F3 läuft wie geschmiert. Man wählt auch hier einen etwas höheren Kontrast bei gesättigten Farben. Klar, die reale Darstellung leidet darunter ein wenig, aber bei der Bildqualität kann man gut mit dem „Selfie-König“ mithalten.

Einen immensen Unterschied gibt es auch bei der Schärfe des Hintergrunds. Das Vivo V21 zeigt nur das Motiv / die Person wirklich detailliert und lässt den Hintergrund in einem natürlichen Bokeh-Effekt verschwimmen. Dies gibt den Bildern mehr Tiefe. Das Poco F3 ist über das ganze Bild recht scharf. Vom Hintergrund ist also mehr zu sehen, allerdings wirken die Bilder dadurch auch etwas flacher. Je nach Situation kann das eine oder das andere Ergebnis mehr überzeugen.

Die Frontkamera nimmt Vivo mit dem Selfie-Smartphone mit: Voller Fokus auf die Hardware und das sieht man auch bei den Aufnahmen. Kommen wir damit auch schon zum Fazit.

Fazit

Auch wenn man häufig Selfies schießt, muss es dafür nicht zwangsläufig das Vivo V21 5G sein. Das Poco F3 zeigt, dass man über die Bildoptimierung gut mithalten kann in dem Bereich. Den Titel „Selfie-König“ behält Vivo aber weiterhin. Sonst überrascht man auch noch bei den Nachtaufnahmen. Hier müsste Xiaomi beim Poco F3 über die Software etwas nachbessern. Bei Nacht liegt das Vivo V21 vorne.

Aber sonst gewinnt das Poco F3 eigentlich alle wichtigen Kamera-Kategorien für sich – wenn auch nur ohne großen Abstand. Die Portraits gelingen besser und Tageslichtbilder sind kontrastreicher. Das ist schon ein beeindruckendes Ergebnis, wenn man den großen Preisunterschied beachtet.



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