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Kameravergleich: Sony Xperia 1 III vs. Huawei P40 Pro

Mit dem Sony Xperia 1 III wollen die Japaner den Kamera-Thron erklimmen. Zu diesem Zweck kommt das High End-Smartphone nicht nur mit einer Haupt- und Ultraweitwinkelkamera, sondern auch mit einer Tele-Kamera, die gleich zwei Brennweiten abdeckt: 70 Millimeter und 105 Millimeter. Huawei hat mit dem 2020 präsentierten P40 Pro ein starkes Gegenstück im Angebot, dessen Kameras bei uns bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Japan gegen China – Zeiss gegen Leica – Sony gegen Huawei: Welches der beiden Flaggschiff-Smartphones kann unseren Vergleich für sich entscheiden?

Huawei P40 Pro vs Sony 1 III Kameravergleich Banner

Kamera-Spezifikationen

Beide Setups ähneln sich erst einmal. Wir haben es auf der Rückseite jeweils mit drei Kameras und zusätzlich mit einem Tiefensensor zu tun – inklusive Selfie-Kamera also mit insgesamt fünf Kamerasensoren. Huawei stattet zudem die Frontkamera mit einem zweiten Tiefensensor aus, wodurch die Zahl der Sensoren auf sechs gesteigert wird. Die Chinesen setzen auf hochauflösende Kameras:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel, Objektiv mit f/1.9-Blende, optische Bildstabilisierung
  • Ultraweitwinkel: 40 Megapixel, Objektiv mit f/1.8-Blende
  • Tele: 12 Megapixel, Objektiv mit f/3.4-Blende, optische Bildstabilisierung
  • Selfie: 32 Megapixel, Objektiv mit f/2.2-Blende, Autofokus

Sony will von hoher Auflösung nichts wissen und setzt größtenteils auf 12 Megapixel-Sensoren. Positiv hervorheben möchte ich allerdings, dass die Japaner auf ihrer Homepage weitaus mehr Informationen über die Bildsensoren und Linsen veröffentlichen – Huawei ist da weniger gesprächig:

  • Hauptkamera: 12 Megapixel, 1/1,7 Zoll, Objektiv mit 24 Millimeter Brennweite und f/1.7-Blende, 82° Blickwinkel, optische Bildstabilisierung
  • Ultraweitwinkel: 12 Megapixel, 1/2,5 Zoll, Objektiv mit 16 Millimeter Brennweite und f/2.2-Blende, 124° Blickwinkel
  • Tele: 12 Megapixel, 1/2,9 Zoll, Objektiv mit 70 Millimeter (f/2.3-Blende, 34° Blickwinkel) & 105 Millimeter (f/2.8-Blende, 23° Blickwinkel) Brennweite, optische Bildstabilisierung
  • Selfie: acht Megapixel, 1/4 Zoll, Objektiv mit f/2.0-Blende, 78° Blickwinkel

Hauptkamera

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das linke Smartphone mit einer deutlich natürlicheren Farbwiedergabe und weniger starken Kontrasten arbeitet. Gleichzeitig ist die Bildschärfe beim rechten Smartphone etwas höher, was sich auch durch das stärkere Nachschärfen durch die Software erklären lässt. Beim Dynamikumfang sehe ich das linke Modell etwas weiter vorne, außer auf dem letzten Vergleichspaar. Also – auf welcher Seite ist welches Handy? Links haben wir das Sony Xperia 1 III, rechts das Huawei P40 Pro.

Ansonsten muss ich sagen, dass sich die meisten Tageslichtaufnahmen der Hauptkameras überraschend ähnlich sehen. Die stärkeren Kontraste beim Huawei-Modell gefallen mir ziemlich gut und sie lassen die Aufnahmen etwas authentischer wirken. Gleichzeitig finde ich den Weißabgleich beim Sony-Smartphone deutlich passender – das Huawei P40 Pro ist oft ein wenig zu kühl für meinen Geschmack. Wenn ich mich hier für einen Sieger entscheiden müsste, würde ich den Punkt knapp an das P40 Pro vergeben. Das ist allerdings auch eine Frage des Geschmacks: Wer auf natürliche Farben und ein etwas flacheres Bild steht, wird mit dem Xperia 1 III glücklicher als mit jedem anderen, aktuellen Smartphone.

Bei Nacht zaubert das Huawei P40 Pro die helleren und schärferen Aufnahmen mit viel mehr Details – allerdings weit unnatürlicheren Aufnahmen. Das Haus auf dem unteren Vergleichspaar ist nicht Grün – schon gar nicht die Backsteinwand im unteren Teil. Hier fertigt das Sony Xperia 1 III die viel eher der tatsächlichen Situation entsprechende Aufnahme an. Auf dem oberen Bild gewinnt das P40 Pro – mehr Dynamik und eine höhere Bildschärfe geben den Ausschlag. Dennoch ist auch hier das Xperia 1 III weitaus natürlicher unterwegs – der Himmel war in der Tat dunkel, es war nämlich tiefe Nacht.

Ultraweitwinkel

Erst einmal fällt auf, dass das Huawei P40 Pro Aufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera in einem anderen (3:2) Seitenverhältnis anfertigt. Das ist ziemlich komisch – wir entschuldigen uns für die etwas versetzt wirkende Galerie. Kommen wir aber zu den Bildern, bei denen sich der Eindruck von der Hauptkamera gewissermaßen fortsetzt. Das P40 Pro bietet zumeist die höhere Bildschärfe und stärkere Kontraste – zudem wieder den kühleren Weißabgleich. Bei den Farben vergreift sich Sony in einigen Fällen: Das Kopfsteinpflaster auf dem letzten Vergleichspaar wirkt viel zu rötlich und das Wasser des Neckar ist zu stark in Grüntöne verschoben.

Zudem fällt auf, dass das Xperia 1 III Probleme mit Unschärfe am Bildrand und chromatischen Abberationen hat. Letztere treten zwar auf den Vergleichsbildern nur vereinzelt auf, sind aber auf anderen Aufnahmen noch deutlicher sichtbar. Obwohl ich beide Ultraweitwinkelkameras auf einem hohen Niveau sehe, muss ich diesen Punkt erneut an das Huawei P40 Pro vergeben.

Zu diesen Bildern muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Der Eindruck zu den Nachtaufnahmen mit der Hauptkamera ist vollständig auf diese Bilder übertragbar. Die Farben beim Huawei sind unrealistisch, allerdings hat das Handy wesentlich mehr Details und eine bessere Schärfe in den Aufnahmen. Ich finde es immer noch überraschend und erschreckend, dass das P40 Pro offensichtlich einen Olchi gefressen hat.

Tele-Zoom

Die Tele-Kameras beider Smartphones sind leider nur bedingt vergleichbar. Das Sony Xperia 1 III setzt auf eine variable Brennweite mit 2,9-facher und 4,4-facher Vergrößerung, das Huawei P40 Pro hingegen auf eine feste Brennweite mit fünffacher Vergrößerung. Dadurch ist das Xperia-Smartphone erst einmal im Vorteil – zwei Brennweiten sind besser als eine.

Vergleichen wir allerdings die 4,4-fach vergrößerten Aufnahmen des Sony mit den fünffach vergrößerten Bildern des Huawei P40 Pro, sehe ich das Flaggschiff der Chinesen deutlich vorne. Die Fotos sind schärfer, kontrastreicher und insgesamt einfach stimmiger. Das Xperia 1 III macht einen sehr guten Job und zaubert sehr ansehnliche Aufnahmen, kann es aber nicht ganz mit dem P40 Pro aufnehmen. Einzig die Farbwiedergabe ist wieder etwas natürlicher. Seltsamerweise sehe ich beim Xperia 1 III ein stärkeres Bildrauschen, obwohl die Blende mit f/2.8 bei den Aufnahmen mit 105 Millimeter Brennweite offener ist als die f/3.4-Blende des P40 Pro.

Bei den Nachtaufnahmen sieht man die verrückt lange Belichtungszeit des P40 Pro – teilweise bis zu fünf Sekunden. Dadurch sind die Bilder deutlich heller. Das Xperia 1 III schafft es hingegen, schärfere Aufnahmen anzufertigen. Insgesamt würde ich den Punkt für die Tele-Kameras an das P40 Pro vergeben, wenn das Xperia 1 III nicht zwei Brennweiten hätte. Dadurch ist die Zoom-Kamera vielseitiger einsetzbar und deckt einen größeren Bereich ab.

Portraitmodus

Weiterhin befindet sich links das Sony Xperia 1 III und rechts das Huawei P40 Pro. Die Farbwiedergabe des Xperia-Smartphones gefällt mir auch bei Portraitaufnahmen deutlich besser und zudem ist der Weißabgleich beim P40 Pro diesmal deutlich zu kühl – die Farbe meines Anzugs hat das Sony viel besser getroffen. Die Kantenerkennung ist bei beiden Smartphones ausgezeichnet, beim Sony ein klein wenig besser. Die künstliche Unschärfe hat bei beiden Handys eine ähnliche Charakteristik.

Selfies

Für die Selfies nach einer durchzechten Nacht durfte Joscha modeln – leider bekleckern sich beide Smartphones nicht unbedingt mit Ruhm. Auf dem ersten Vergleichspaar ist das Huawei P40 Pro deutlich vorne – viel mehr Details, schönere Haut-Töne und der höhere Kontrast bringen mich zu dieser Einschätzung. Das Xperia 1 III kommt hingegen besser mit dem Gegenlicht des zweiten Vergleichspaars klar.

Videos

Bei Videoaufnahmen fällt die sehr dunkle automatische Belichtung des Xperia 1 III auf. Obwohl die Aufnahmen mittags um 12 Uhr gemacht wurden, sieht es aus, als wäre es 22 Uhr abends. Mehr Details und das natürlichere Bild liefert aber das Huawei P40 Pro. Die Stabilisierung ist bei beiden Smartphones ausgezeichnet und was Bildschärfe und Kontraste anbetrifft tun sich beide nicht viel.

Seltsam ist beim Sony allerdings, dass in der Standard-Kamera nur 4K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde möglich sind. Huawei unterstützt 4K-Videos bei 30 und 60 FPS und zudem auch Selfie-Videos in 4K. Außerdem könnt ihr beim P40 Pro während der Aufnahme zwischen den Linsen wechseln, was das Xperia 1 III dies nicht unterstützt. Das Huawei P40 Pro ist somit der klare Sieger bei Videoaufnahmen.

Fazit

Obwohl das Huawei P40 Pro bereits über ein Jahr auf dem Buckel hat, kann es mit dem Sony Xperia 1 III locker mithalten und es teilweise sogar ausstechen. Bei der Hauptkamera sehe ich beide Smartphones fast gleichauf – hier ist es eine Frage des Geschmacks, welchen Look ihr bevorzugt. Bei der Ultraweitwinkelkamera ist das P40 Pro wegen der Probleme des Sony mit Unschärfe am Bildrand der Sieger. Zoom-Aufnahmen gefallen mir beim P40 Pro zwar etwas besser, das Sony bietet aber gleich zwei Brennweiten. Als Sieger geht das Xperia 1 III bei Portraits hervor – Selfies und Videos gehen hingegen an das Huawei.

Insgesamt würde das Huawei P40 Pro also den Punktsieg davontragen. Wirklich deutlich im Vorteil sehe ich das Modell aber nur bei Nachtaufnahmen mit der Haupt- und Ultraweitwinkelkamera – ansonsten handelt es sich um Detailfragen. Sony hat mit dem Xperia 1 III ein sehr solides Kamera-Smartphone im Portfolio, das allerdings an einigen Stellen Verbesserungsbedarf hat. Während der Videoaufnahme zwischen den Linsen wechseln zu können, ist ein Must-have in diesem Preisbereich. Außerdem sollte der HDR-Videomodus verbessert werden und die Probleme mit der Ultraweitwinkelkamera sind in den Griff zu bekommen.


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silentTRIPPER86
Gast
silentTRIPPER86 (@guest_80660)
1 Monat her

Welche Überraschung: Ein Smartphone von einem chinesischen Hersteller, gewinnt einen Vergleichstest auf einer Plattform, wo chinesische Geräte beworben werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😏

Joschbo
Autor
Team
Joscha (@joschbo)
1 Monat her
Antwort an  silentTRIPPER86

Hallo Schelm, Wenn Du Dir unsere Kamera-Vergleiche genauer anschauen würdest, würdest Du sehen, dass beispielsweise Samsung bei uns häufig gegen die Konkurrenz aus China gewinnt. Das hat nichts damit zu tun, dass wir Korea lieber hätten als Japan, sondern dass die (für dich offen zugänglichen) Testfotos uns zu dieser Interpretation veranlassen.