Auch wenn die Tech-Giganten dieser Welt in den vergangenen Jahren preislich in neue Regionen vorgestoßen sind, versuchen sich (glücklicherweise!) auch immer mehr Smartphone-Hersteller im Low-Budget Bereich. Insbesondere chinesische Hersteller präsentieren regelmäßig Unmengen an Smartphones zu einem Kaufpreis von um die 100€ und beweisen dabei nicht selten, dass durchschnittliche Anforderungen an ein Smartphone nicht zwingend den tiefen Griff in die Brieftasche verlangen.

Auch der uns bis dato unbekannte Hersteller Kenxinda möchte mit seinem Modell X6 dabei mitmischen und versucht mit 5-Zoll Display, Dual-Kamera und 3 GB RAM neue Kunden zu gewinnen. Ob das Kenxinda X6 sich als Geheimtipp entpuppt oder nur ein Smartphone unter vielen ist, finden wir im Test heraus.

Lieferumfang des Kenxinda X6

Kenxinda X6 1Das Kenxinda X6 wird in einer schlichten Kartonage ausgeliefert, welche neben dem Smartphone selbst noch Micro USB Kabel, Netzteil, In-Ear Headset, Silikon-Schutzhülle und ein SIM-Tool zum Auswerfen des SIM-Trail enthält. Auf dem Display des Smartphones ist zudem schon eine einfache Schutzfolie aufgebracht. Damit ist der Lieferumfang großzügiger als der von den meisten bekannteren Herstellern. Dem vollumfänglichen Einsatz im Alltag steht von Anfang an nichts im Wege.

Verarbeitung & Design

Beim ersten in die Hand nehmen fällt sofort auf, dass das Kenxinda X6 auf der Rückseite vollständig aus einfachem Plastik besteht. Damit hinterlässt es keinen besonders hochwertigen Eindruck wie manch anderer Konkurrent. Das Gewicht von 160 Gramm sowie die Tiefe von 9 mm gleichen denen anderer Geräte der gleichen Größenordnung und Preisklasse.

Kenxinda X6 7

Auf der Vorderseite des X6 befindet sich, unter dem 5 Zoll Display, ein ovaler Fingerabdrucksensor, der gleichermaßen auch als Home-Button fungiert. Links und rechts davon sind die unbeleuchteten kapazitiven Tasten für den Taskmanager und den Zurück-Button, welche im Test stets zügig reagierten. Oberhalb des Displays sind zudem die Frontkamera, eine Benachrichtigungs-LED und die Hörmuschel verbaut. Ein modernes 18:9 Displayverhältnis oder dünne Displayränder besitzt das X6 nicht und wirkt daher, ähnlich wie ein iPhone 8(!), etwas altbacken.

Kenxinda X6 4 Kenxinda X6 6

An der Unterseite verbaut sind am X6 Micro-USB Abschluss, 3,5mm Klinkenanschluss, Lautsprecher und Mikrofon. Die rechte Außenseite beherbergt den Power-Button und die Lautstärkewippe, gegenüber liegt der SIM-Karten Schacht. Auf der Rückseite findet sich schlussendlich die Dual-Kamera und der Single-LED Blitz.

Insgesamt hinterlässt die Haptik des X6 aufgrund der verwendeten Materialien keinen herausragenden Eindruck, patzt aber auch nicht mit ungenauer Verarbeitung oder klappernden Tasten. Alle wichtigen Anschlüsse sind mit an Bord und selbst ein 3,5mm Kopfhöreranschluss findet seinen Weg ins X6.

Display

Kenxinda X6 2

Das IPS-Display des Kenxinda X6 liegt unter einem nicht näher beschriebenen Frontglas, welches aber im Test bei Kontakt mit Alltagsgegenständen, wie einem Schlüssel oder Münzen, keinen Schaden davontrug. Das Panel selber kommt mit einer Auflösung von 720x1280p daher und erreicht damit akzeptable 294ppi. Schrift und Bild sind somit ausreichend scharf und erst bei näherer Betrachtung werden einzelne Bildpunkte sichtbar.

Die Bildqualität des Panels zählt leider nicht zu den Stärken des X6. Farben wirken, trotz Nachbesserung mithilfe von Miravision, verwaschen und gräulich. Auch die Blickwinkelstabilität entspricht eher dem Mittelmaß.

Kenxinda X6 3

Helligkeit und Qualität der Ausleuchtung gehen wiederum für die Preisklasse in Ordnung. Der Touchscreen reagierte im Test stets zuverlässig und erkennt dabei bis zu 5 Finger gleichzeitig. Eine ausreichend präzise Bedienung ist daher möglich und das Handy schneidet hier erheblich besser ab als Konkurrenz-Modelle mit 2-Punkt-Touchscreen.

Wie auch schon bei der Verarbeitung, löst das Display des X6 beim Nutzer keine Begeisterung aus und hinkt damit der Konkurrenz, wie einem Cubot Note Plus oder Xiaomi Redmi Note 5a, deutlich hinterher. Unterm Strich erhält der Kunde beim Display sehr durchschnittliche Qualität, die in Anbetracht des Preises aber noch in Ordnung geht.

Leistung

Die Leistung im Kenxinda X6 generiert der altbekannte 64-Bit Mediatek Quadcore-SoC MTK6737, welchem 3GB Ram und eine Mali-T720 den Rücken freihalten. Der Prozessor wartet mit vier Cortex-A53 Kernen auf, die jeweils mit maximal 1.25 GHz takten. Aufgrund seines Ursprungs im Jahr 2016 wird die CPU noch im veralteten 28nm Verfahren hergestellt und ist daher, im Vergleich zu modernen SoCs wie dem Snapdragon 425, beim Stromverbrauch deutlich ineffizienter. Ob sich dies auch im Kenxinda X6 negativ in der Akkulaufzeit abzeichnet finden wir später noch heraus.

Mit der oben beschriebenen Ausstattung liefert das X6 im Antutu Benchmark 30.000 Punkte und liegt damit ein gutes Stück unter dem Wert des CUBOT Note Plus. Anzumerken ist aber, dass jenes eine aufgebohrte Variante des gleichen Prozessors an Bord hat.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Lese- und Schreibgeschwindigkeit des 32GB großen internen Speichers erreichen mit 94 und 123 MB/s ein gutes Niveau und der Arbeitsspeicher entspricht mit einer Geschwindigkeit von 2.777 MB/s dem soliden Durchschnitt. 3GB RAM sind dabei ausreichend für gewöhnliche Szenarien, in denen zwischen einer geringen Anzahl von Apps häufig hin und her gewechselt wird.

In der Praxis deckt sich die Theorie mit dem Eindruck den das X6 hinterlässt: gewöhnliche Aufgaben wie Whatsapp oder Surfen bereiten dem X6 keine Schwierigkeiten und auch bei einfachen Spielen, selbst mit 3D Elementen, hört der Spaß nicht auf. Bei aufwendigerem Material jedoch, wie dem Rennspiel Asphalt 8, bedarf es Anpassungen an der Grafikeinstellung, um eine flüssige Performance beizubehalten.

Android

Das Kenxinda X6 erreichte uns mit der Android-Version 7.1.1 und besitzt die Sicherheitspatches vom 5. Dezember 2017.

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Die verwendete grafische Oberfläche namens KOS unterscheidet sich erheblich vom gewohnten Stock Android und lässt sich gut als eine Kombination von MIUI, der von Xiaomi-Smartphones bekannten Android-Oberfläche, und Apple‘s iOS beschreiben. Wie gewohnt gibt es also keinen App-Drawer, Schnelleinstellungen werden wie bei einem iPhone durch einen Wisch von der Unterseite des Displays aufgerufen und auch das Benachrichtigungscenter hat einen neuen Anstrich im Apple-Stil erhalten. Zudem wurden systemnahe Apps thematisch angepasst, um das Erscheinungsbild stimmig wirken zu lassen. Weiterhin befinden sich auch Applikationen wie ein zusätzlicher App-Store, eine Themen-App zur Personalisierung der Oberfläche und ein proprietärer Browser schon ab Werk auf dem X6. Bei Nichtgefallen können diese aber auch schnell und unkompliziert in den Einstellungen deaktiviert werden.

Unterm Strich arbeiteten im Test die Funktionen der UI stets zuverlässig und bieten damit auch zum Teil einen Mehrwert. Die Performance war stets auf einem guten Niveau für ein Gerät dieser Preisklasse und als eventueller Bonus ist zu erwähnen, dass sich Aussteiger aus der Apple-Welt sich hier schneller zurechtfinden als es bei einer anderen Android-UI vielleicht der Fall wäre.

Das System glänzte im Test mit Stabilität und machte das X6 zu einem guten Begleiter im Alltag! Selbst in höheren Preisklassen haben wir schon andere Erfahrungen sammeln dürfen und sind daher angetan von der Qualität die Kenxinda hier liefert.

Kamera

Auf der Rückseite des Kenxinda X6 befindet sich, wie schon eingangs erwähnt, eine Dual-Kamera welche sich, wie bei einer Vielzahl von chinesischen Herstellern, als ein Fake entpuppt. Funktionen wie Bokehaufnahmen oder der 2X optische Zoom werden daher schlichtweg mit Software erzielt und sind nicht mit dem realen Einsatz einer zweiten Linse zu vergleichen.

Davon abgesehen geraten auch die sonstigen Aufnahmen mit dem 13 Megapixel Sensor eher schlecht als recht. Probleme bei der Belichtung und Fokussierung gehören dabei noch zum geringsten Übel. Die Farben wirken verblasst und Details sucht man vergebens. Der beschränkte Dynamikumfang führt dazu, dass auch trotz HDR-Funktion helle Flächen schnell überbelichten.

Bei der Frontkamera zeichnet sich ein ähnliches Bild ab und damit reicht diese höchstens für Videotelefonate aus. Selfies gelingen durch den immensen Mangel an Details und der schnellen Überbelichtung nur in sehr begrenzter Qualität.

Videos nimmt das X6 maximal in Full-HD auf und weißt dabei, zu den oben beschriebenen Phänomenen, auch leichte Framedrops auf. Für positive Verwunderung sorgte die funktionierende EIS, eine Option zur digitalen Stabilisierung des Bildes.

Unterm Strich dienen die aufgenommenen Fotos eher als einfache Schnappschüsse, um etwa ein wichtiges Dokument festzuhalten. Für optisch ansprechende Aufnahmen sollte jedoch dringend ein anderes Smartphone gewählt werden! Insbesondere die Konkurrenz aus unserer Bestenliste liefert nämlich bedeutend bessere Ergebnisse.

Konnektivität

Kenxinda X6 8Das X6 ist mit einer breiten Auswahl von Netzfrequenzen ausgestattet unter welcher sich auch alle, für den Einsatz in Deutschland, Relevanten befinden.

• 2G: GSM 850/900/1800/1900 MHz
• 3G: WCDMA 859/900/1900/2100 MHz
• 4G: FDD-LTE B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B17/B20

Die Verbindung war im Test stets zuverlässig und entsprach damit den Ansprüchen an ein Gerät dieser Preisklasse. Funktionierendes GPS sowie ein digitaler Kompass sorgen dafür, dass sich das X6 auch für Fußgängernavigation eignet. Im Test wurde leider im GPS-Benchmark kein Standort ermittelt. Dies wirkte sich jedoch nicht negativ auf die Nutzbarkeit in Google Maps und Co. aus. Bluetooth in der Version 4.0 und Wi-Fi a/b/g/n sind natürlich auch mit an Bord.

Kenxinda X6 SensorenWeiterhin besitzt das Kenxinda X6 noch folgende Sensoren:

• Näherungssensor

• Beschleunigungssensor

• Digitaler Kompass

• Helligkeitssensor

Beim Telefonieren liefert das Smartphone eine solide Leistung soweit auf die Freisprecheinrichtung verzichtet wird. Diese ist nämlich, dank des schlecht klingenden Lautsprechers, kein Genuß. Über die 3,5mm Buchse angeschlossene Kopfhörer, klangen im Test ausreichend gut.

Begeistert sind wir vom Fingerabdrucksensor der in 9 von 10 Fällen das Gerät zuverlässig entsperrt. Dabei zeigt er, insbesondere im Vergleich zu anderen Smartphones der Preisklasse, eine beachtenswerte Geschwindigkeit.

Akku

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Der Akku des Kenxinda X6 umfasst satte 3.500 mAh und genehmigt sich daher, mit dem beigelegten Netzteil, gut und gerne 3 Stunden für eine vollständige Aufladung. Im Akku-Benchmark erreicht das Smartphone dann 5,5 Stunden Laufzeit und rangiert damit selbst hinter dem Cubot Note Plus, obwohl dieses den gleichen Prozessor und einen kleineren Akku besitzt. Damit hält das Smartphone einen Tag bei normaler Nutzung durch. Der Konkurrenz aus dem Hause Xiaomi, welche moderne Snapdragon-Prozessoren besitzt, ist das X6 sowieso gnadenlos unterlegen. Ob Kenxinda auf Softwareebene noch etwas an der Laufzeit ändern kann, beziehungsweise wird, steht in den Sternen.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Für das Kenxinda X6 fällt es grundsätzlich schwer Argumente zu finden, die einen Kauf rechtfertigen würden. Zu stark tritt dafür die Konkurrenz aus dem Hause Xiaomi oder Cubot auf und übertrumpft das X6 in jeglichen Disziplinen. Dabei bietet Kenxinda mit dem Gerät, abseits der Kamera, ein grundsolides Gerüst, welches insbesondere durch die stabile Software ein zuverlässiges Alltagsgerät darstellt. Doch wie schon angedeutet, stellen Geräte, wie die Top 3 unserer Bestenliste, schlichtweg die bessere Alternative dar, welche dem Kunden mehr für den niedrigen Preis bieten.

63%
  • Design und Verarbeitung 70 %
  • Display 60 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 40 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 50 %

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