Kickscooter MAX G30D – Legaler E-Scooter von Ninebot

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Seit Inkrafttreten der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge ist kaum eines der bisher verkauften E-Scooter Modelle zu gebrauchen. Alle fahren zu schnell, sind “nicht sicher genug” oder haben mit sonstigen Problemen zu kämpfen. Nach und nach werfen die Hersteller nun ihre StVO konformen Roller auf den Markt. Auch Segway-Ninebot hat mit dem Kickscooter MAX G30D eine extra Version für Deutschland vorgestellt. “D” steht dabei augenscheinlich für Deutschland, denn der Kickscooter MAX G30 ist nur in anderen Ländern, wie beispielsweise Österreich, verfügbar – er fährt 5 km/h schneller und kostet aktuell satte 120€ weniger. Wo wir schon beim Preis sind: 800€ kostet der MAX G30D und reiht sich damit im Mittelfeld der legalen E-Scooter mit einem Preisrahmen von ca. 400 € bis 2000 € ein. Gegenüber den bisherigen Ninebot Modellen und nicht zugelassenen Fahrzeugen ist das ein ordentlicher Preisaufschlag, nur für die Zertifizierung. Der weitestgehend baugleiche Ninebot ES1 kostet lediglich um die 300€.

ninebot kickscooter max g30d 8 e1567715703588Was der Scooter laut Datenblatt kann und ob sich der Preis lohnt, schauen wir uns nun einmal genauer an.

Design und Ausstattung

Im Prinzip sehen der G30 und der G30D sich sehr ähnlich. Lediglich die Farbe hat Ninebot leicht variiert, wohl um die Geräte gut unterscheiden zu können. Während der “globale” Roller orange Akzente im Logo und den Reifen hat, ist die Deutsche Version mit dezenten blauen Linien verziert.

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Der Rest ist identisch. Die Luftdruckreifen messen 10 Zoll und kommen ohne Schläuche aus. Die wasserabweisende Standfläche hat auf der Oberseite eine feine Struktur, seitlich zwei Reflektoren sowie den Ständer und unten den Akku verbaut. Die 120 cm hohe Lenkstange ist deshalb schön dünn. An ihr sind ganz unten ebenfalls zwei Reflektoren befestigt und darüber das Gelenk zum Zusammenklappen. Am Lenker finden wir eine Klingel, die Bremshebel und ein Display. Dort werden Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und einigen anderen Informationen angezeigt. Gas gibt man mit einem Hebel für den Daumen. Knapp unterhalb des Lenkers befindet sich ein Frontscheinwerfer und das Rück-/Bremslicht sitzt auf dem Schutzblech des Hinterrades.

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Wie von der Zulassungsstelle gefordert, hat der Roller zwei unabhängige Bremsen, und zwar eine Trommelbremse vorne und eine hydraulische Bremse mit Energierückgewinnung hinten.

Leistung

Der Motor sitzt ebenfalls im Hinterrad und beschleunigt den Roller zuzüglich 100 Kilo Maximalgewicht auf bis zu 20 km/h. Mit 350 W Leistung schafft er sogar Steigungen bis zu 20 % – das Gerät selbst wiegt stolze 19,5 Kilo und ist damit gar nicht mehr so handlich, wie man es eigentlich von einem E-Scooter erwartet. 3,5 kg fallen auf den Akku, der mit 551 Wh Leistung für bis zu 65 km Reichweite liefern soll, was der aktuelle Höchstwert unter zugelassenen E-Scootern ist.

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Software

Über Bluetooth lässt sich der Scooter mit der Segway-Ninebot App verbinden, die neben den gleichen Daten wie das interne Display noch die Himmelsrichtung , gefahrene Kilometer und weitere Einstellungsoptionen anzeigt und Updates einspielen kann. Außerdem scheint Ninebot sich eine Community aufbauen zu wollen, es ist nämlich eine Social Media Funktion integriert, in der man seine tollsten Rollermomente teilen und anderen Fahrern folgen kann. Nun gut.

Ninebot App
Aus drei verschiedenen Modi kann man auswählen, ob man stromsparend, normal oder sportlich fahren möchte. Außerdem scheint es noch einen Gehwegmodus zu geben, mit dem man besonders langsam unterwegs ist. Da man in Deutschland aber sowieso nur auf Fahrradwegen oder Straßen fahren darf, ist diese Funktion hinfällig. Was es sonst noch zu beachten gibt, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Fazit

Der Kickscooter MAX G30D sieht wirklich schick aus, kann vom Datenblatt her mit einer guten Leistung überzeugen und hat eine grandiose Reichweite. Mit der Zulassung gibt es also endlich auch einen vernünftigen Roller von Ninebot, den man legal auf deutschen Straßen fahren darf.

Dafür muss man leider mehr auf den Tisch legen – der Preis von 800€ ist im Vergleich zu anderen zugelassenen Modellen zwar Durchschnitt, angesichts dessen, dass es in anderen Ländern schon für um die 300€ ähnliche Modelle ohne Zulassung gibt, aber deprimierend. Es besteht die Hoffnung, dass Segway-Ninebot für das noch nicht lieferbare deutsche Modell wenigstens die gleiche Promotion startet, wie für die österreichische Version, wo es im Moment bei Vorbestellung 120€ Rabatt gibt. Damit kommt man auf 679€, was zwar immer noch eine Hausnummer ist, aber für ein halbwegs gutes Preis-Leistungsverhältnis sorgt, wenn man legal unterwegs sein will.

Wer mit einer Reichweite von 30 km pro Akkuladung auskommt, bekommt mit dem Delta Pro von iconBIT ein zugelassenes Gerät für 400€, das aber auch deutlich weniger Funktionen bietet.

Wer lieber ein wuchtigeres Modell haben möchte, findet bei Metz den Moover, der viel größere Räder und Scheibenbremsen hat, dabei aber noch weniger wiegt als der G30D. Die Reichweite dieses Modells liegt mit 25 km an der Unterseite der Messlatte, und der Preis mit 2000 € ganz oben.

 
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PanEuropean
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PanEuropean

Die Dinger sind ja schon cool – aber: ich sehe die schon sehr kritisch, denn:
Hat schonmal jemand beobachtet, wie damit rumgefahren wird? z. B. in Hamburg u. ä. – als gäbe es keine Regeln – ist leider so 🙁
Ausserdem fahren die Dinger sehr kippelig und wenn ich was mitnehmen will, dann bleibt nur der Rucksack, damit wird´s dann noch schlimmer.
Da lobe ich mir das gute, alte Fahrrad 😉 – das fährt sicherer, schneller, stabiler, kann mehr Gepäck mitnehmen. Und die Distanzen, die man damit zurücklegt, gehen auch locker mit dem Rad und ich mache dabei auch noch was für meine Fitness (fahre kein E-Bike).
Es ist und bleibt der Coolness-Faktor – der eigentlich einzige “Pro”-Aspekt.

Frank
Gast
Frank

Ich sehe das etwas anders. Für mich als Tourist im Hamburg war es einfach super praktisch. Privat bin ich mehr an der “frischen Natur” als ohne. Auf das Fahrrad hat man oft keine Lust, oder es ist unpraktisch, weil man durchschwitzt ankommt oder die Strecke zu weit ist.
Zu Kritisieren habe ich aber ganz klar die Gesetzgebung. Man hätte es bei den internationalen 25kmh belassen sollen, die Versicherungspflicht streichen und stattdessen in die gleiche Haftung der Haftpflicht wie die E-Bikes einstufen sollen.
Außerdem hätte man, wenn man schon “sinnvolle” Vorgaben machen möchte, unbedingt Blinker vorschreiben sollen. Ohne sehe ich sie auch als zu gefährlich an.