Eine ready-to-fly Drohne aus China weckt bei vielen Piloten erstmal ein ungutes Gefühl. Wie ist die Abstimmung und die Ausstattung des Kopters? Entgegen der Zweifel zeigt die KingKong 210GT, dass es aber auch unbekanntere Hersteller schaffen, einen guten Racing Quadrokopter zu bauen.

Verpackung und Lieferumfang

Die Kingkong 210GT kommt in einem Karton mit Schaumstoff Polsterung. Die Bedenken, dass es zu Transportschäden kommen könnte, kann man hiermit von Vorneherein vergessen. Auch im alltäglichen Gebrauch ist die Box eine gute Transportmöglichkeit. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Quadrokopter eine FLYSKY Fernsteuerung, ein 11,1V 1300mAh 3S Akku mit Ladegerät, ein Spannungsmesser, 5 Paar Ersatzpropeller, etwas Werkzeug und eine englischsprachige, farbige Anleitung. K1024 CIMG4622Hier waren wir im Test durchaus erstaunt, denn zusätzliche Ausstattung wie der Spannungsmesser oder die gut gestaltete Anleitung sind selten. Die FLYSKY Fernbedienung ist natürlich nicht mit einer Taranis zu vergleichen, bietet aber trotzdem eine gute Verarbeitung, um ohne wackelnde Sticks oder ähnliche Hindernisse steuern zu können. Zudem sind viele andere Flightcontroller mittlerweile auch mit einem FLYSKY Empfänger ausgestattet. Die einzige Schwachstelle ist das mitgelieferte Ladegerät, das einen etwas unsicheren Eindruck erweckt. Da ein Ersatz jedoch mit einer geringen Investition zu beschaffen ist, sollte das kein zu schwerwiegender Punkt sein.

Design und Verarbeitung

Die Kingkong 210GT ist ein typischer 5 inch Quadrokopter mit einem Frame in der „K-Bauweise“, die vorderen Arme sind also in einer Linie angeordnet, während die hinteren schräg vom Körper abzweigen. Die Carbon-Bodenplatte ist jedoch leider aus einem Stück gefertigt und bietet somit keine Möglichkeit, nach einem Unfall einen Arm einzeln auszutauschen. Dennoch versucht Kingkong dem entgegen zu wirken, indem sie das Frame sehr haltbar und fest bauten. Die 2205-2300KV Motoren, gefertigt direkt von Kingkong, wurden sauber verbaut und mit einem zusätzlichen Motorenschutz versehen, um höchste Stabilität zu gewährleisten. Die Schützer halten zwar einiges aus, brechen aber bei einem größeren Sturz dann doch. Auch die 5,8GHz Pilz-Antenne wurde mit einem Gummiüberzug geschützt, was man selten sieht, jedoch eine ziemlich gute Idee ist. Die Antenne steht am Heck senkrecht nach oben und ist somit leider Stürzen ausgeliefert.

K1024 CIMG4620K1024 CIMG4610
Als Flugsteuerung wurde ein F3 Racing FC verbaut, der per Cleanflight/Betaflight einfach konfiguriert werden kann. Das Power Distribution Board sitzt mittig und gut verschraubt auf dem Frame, genau wie der 5,8GHz Transmitter für das FPV-Bild. Die 20A ESC wurden mit Kabelbindern auf den Armen befestigt. Was hier auf den ersten Blick etwas schwach anmutet, hält sehr gut.

K1024 CIMG4612Der Kingkong 210GT wurde eine 700TVL Kamera mit Sony Sensor spendiert, die auch bei starkem Sonnenlicht gute Bilder bringt. Die Neigung lässt sich über eine Imbus Schraube verstellen, jedoch ist der Neigungswinkel durch das Gehäuse der Kamera etwas eingeschränkt.

 

K1024 CIMG4621Um die Drohne sichtbar zu machen bei einem Nachtflug, wurden am Heck eine Reihe LED-Lichter angebracht, die über Cleanflight programmiert werden können. So kann ebenfalls eingestellt werden, dass diese Lichter, statt dem durchgängigen Leuchten, nur beim Bremsen oder Gasgeben aufleuchten.

 

Die mitgelieferten Zweiblattpropeller sind erstaunlich stabil und lassen sich nach einem sturz einfach wieder in die richtige Form biegen. Wer etwas mehr Leistung aus der Drohne holen möchte, der sollte sich Dreiblattpropeller besorgen in Verbindung mit einem 4S Akku.

Erster Start

Der Start der Kingkong 210GT ist einfach handzuhaben. Die Motoren werden über einen Schalter an der Fernsteuerung scharfgemacht, was ein Vorteil gegenüber der Variante mit den Sticks ist, da man ihn schneller ausschalten kann. Die drei verschiedenen Modi (Beginner, self leveling, fully acro) lassen sich über einen weiteren Schalter an der Fernbedienung wählen.

Drohne im Praxis Einsatz (Flugverhalten)

Die 2205-2300KV Motoren in Verbindung mit den 20A ESCs bringen ohne Frage eine ordentliche Kraft mit sich. Im Acro Mode macht die Racing Drohne ihrem Namen alle Ehre. Für Anfänger ist die Kingkong 210GT etwas schwer zu kontrollieren, da sie sehr schnell fliegt und sehr direkt auf die Kommandos reagiert. Im Beginner Modus lässt sich das Ganze jedoch unter vereinfachten Umständen üben. Den self leveling Mode, sowie den fully acro Mode sollte man dann aber nur einschalten, wenn man mit der Flugweise vertraut ist.

K1024 CIMG4613Das Gewicht von 306 Gramm bringen die Motoren auf jeden Fall auch mit dem 3S Akku ordentlich in Schwung. Mit einem 4S Akku ist hier allerdings natürlich noch mehr rauszuholen. Montiert man dann auch noch Dreiblattpropeller, sollte man sich darüber klar sein, dass man nun deutlich erhöhte Geschwindigkeiten fliegt. Der self leveling Mode funktioniert einwandfrei und stabilisiert den Kopter in jeder Situation wieder und das auch in einer guten Zeit. Im fully acro Mode sind mehrere Salti nacheinander und 3D Figuren kein Problem.

Auch mit einer Gopro an Bord ist Geschwindigkeit und hohe Agilität keine Schwierigkeit. Man sollte lediglich darauf achten, dass man den Akku etwas weiter nach hinten verschiebt, um das Gleichgewicht zu halten. Was dann nicht über gute Verteilung auszugleichen ist, das regelt dann der Flightcontroller.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Kingkong 210GT wird vom Hersteller mit knapp 7 Minuten beschrieben. Mitgeliefert wird ein 11,1V 1300mAh 3S Akku. Ein 4S Akku kann ebenfalls am Kopter angesteckt werden, um mehr Leistung zu erhalten. Im Praxistest erreichten wir je nach Flugstil eine Flugzeit zwischen 5 und 8 Minuten. Die Fernbedienung verfügt zwar über Telemtriedaten, warnt jedoch nicht bei einem niedrigen Akkustand und somit greift dann manchmal einfach das Failsafe ein und lässt den Quadrokopter nach kurzer Schwebephase dann kontrolliert zu Boden. Das ist allerdings dann schlecht, wenn man außer Sichtweite fliegt und dann den Racer im hohen Gras suchen muss.

Videoqualität

K1024 CIMG4615Die 700TVL Kamera ist mit einem 5,8GHz Sender ausgestattet und überträgt sehr zuverlässig und über weite Entfernungen. Das Bild ist auch bei hellem Sonnenlicht oder Dämmerung gut zu sehen. Eine Gopro lässt sich über der FPV Kamera auf dem Frame montieren, die Halterung muss man hierfür jedoch selbst konzipieren.

 

Fazit

Wer eine gute Racing Drohne mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, der kann bei der Kingkong 210GT getrost zuschlagen. Eine saubere Verarbeitung von durchaus hochwertigen Komponenten bringen viel Spaß beim Fliegen. Die Geschwindigkeit kann durch kleinere Veränderungen (4S Akku und Dreiblattpropeller) noch deutlich gesteigert werden. Der einzige Nachteil ist das Frame, dessen Bodenplatte aus einem Stück gefertigt wurde und somit keine Reperaturmöglichkeit bietet. Alles in allem können wir die Kingkong 210GT ohne Bedenken empfehlen.

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