KZ ES4 & ZSR In-Ears Testbericht

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KZ, oder auch Knowledge Zenith, ist ein chinesischer Hersteller von Kopfhörern, der schon häufiger, mit seinen Produkten, Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. Dabei ist das Erfolgsrezept des Unternehmens denkbar einfach: für einen Bruchteil des Preises westlicher Modelle, erhält der Käufer qualitativ hochwertige Kopfhörer mit vergleichbarem Klangniveau und einer Ausstattung, die in der Preisklasse seinesgleichen sucht. Doch über die letzten Jahre veröffentlichte der Hersteller unzählige Modelle, so dass die Übersicht über das Produktportfolio immer schwieriger wird. Um euch daher bei eurer Kaufentscheidung zu helfen, haben wir die neuen Modelle ZSR und ES4 ausführlich getestet und unseren Eindruck im folgenden Testbericht zusammengefasst.

Verpackung

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 1 KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 4

Beide Kopfhörer kommen in einer schlichten Pappverpackung daher, die, neben den Kopfhören selbst, zusätzliche Aufsätze, das Kabel und eine Bedienungsanleitung enthält.

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 9Zusammen mit den bereits angebrachten Aufsätzen, liegt somit je ein Paar in den Größen S, M und L vor. Damit sollte in den meisten Fällen der perfekte Sitz im Ohr garantiert sein. Zusätzliche Aufsätze aus Schaumstoff, die manche bevorzugen, liegen leider nicht bei, sind in dieser Preisklasse aber auch nicht selbstverständlich.

 

Verarbeitung und Design

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 11Bei den Kopfhörern handelt es sich um Modelle die mit einem 2 Pin-Anschluss an das 3,5mm Klinken-Kabel angeschlossen werden. Der Vorteil daran ist, dass bei Defekt des Kabels nur dieses ersetzt werden muss. Zudem können die Kopfhörer so auch nachträglich mit Bluetooth-Technik ausgerüstet werden. Einen entsprechenden Adapter führt der Hersteller auch selbst in seinem Portfolio.

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 6Beide Kopfhörer bestehen vollständig aus Plastik, wirken dabei jedoch solide. Spaltmaße sind auf ein Minimum reduziert und auch der Anschluss an das Kabel sitzt fest und wackelt nicht. Das ES4 Modell fällt zudem durch seine durchsichtige Bauweise auf, dank der man die inneren Bauteile betrachten kann. Die uns vorliegenden ZSR setzen an dieser Stelle „nur“ auf schlichtes Schwarz mit den Aufschriften „Left“ und „Right“. Die Modelle gibt es jedoch auch in anderen Farbausführungen.

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 14Erfreulicherweise tragen die jeweiligen Kabel und auch die ES4 selbst auch eine Kennzeichnung mit L für Links und R für Rechts. Damit fällt das Einsetzen der Kopfhörer deutlich einfacher, aber dazu später mehr.

Die Kabel enden jeweils in solide Knickschütze und werden mit einem abgewinkelten 3,5mm Klinken-Stecker an die Musikquelle angeschlossen. Auch hier hebt sich der ES4-Kopfhörer wieder von der Masse ab und setzt auf ein verknotetes kupferfarbenes Kabel. Dieses sieht in unseren Augen deutlich schicker aus als das Gewöhnliche des ZSR und vermittelt einen professionellen Flair. Da beide Kopfhörer über das Ohr getragen werden, sind am ohrumlaufenden Teil des Kabels noch Drähte eingelassen die den Sitz stabilisieren.

KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 12 KZ ES4 ZSR In Ears Testbericht Lieferumfang Produktfotos Kopfhörer 5

Das optionale Mikrofon mit eingebauter Taste verrichtet seinen Dienst in ordentlicher Qualität und die Bedienung des Smartphones mithilfe der Taste funktioniert an Android- sowie an Apple-Geräten problemlos.

Tragekomfort

kz es4 stockimage 1Sobald die passenden Aufsätze gewählt wurden, sollte bei der ersten Anprobe etwas Zeit und Geduld zur Verfügung stehen. Um den idealen und bequemen Sitz im Ohr zu erreichen, bedarf es nämlich etwas Übung. Zu allererst führt man, das mit Draht verstärkte, Kabel hinter dem Ohr entlang und biegt dieses so, dass es der eigenen Ohrform entspricht. Erst dann führt man den Ohrhörer selbst in den Ohrkanal ein. An dieser Stelle möchten wir explizit darauf hinweisen, dass die Ohrhörer beider Modelle recht groß ausfallen und für kleinere Ohren womöglich ein Problem darstellen könnten. Bei uns war dies zwar nicht der Fall, sollten jedoch schon gewöhnliche In-Ears problematisch sein und zu Druckschmerzen führen, raten wir vom Kauf dieser beiden Modelle ab.

Wenn die Prozedur des Anlegens überstanden wurde, entschädigen beide KZ-In-Ears den Aufwand mit einem hervorragenden Sitz, dem auch ausgiebige Bewegungen nicht zusetzen können. Dank der guten Abdichtung blenden die In-Ears zudem die äußere Geräuschkulisse hervorragend ab. Wenn man dies noch weiter verbessern möchte, raten wir zum Kauf von Schaumstoffaufsätzen. Diese erhöhen dann die Isolierung auf das Niveau von Ohrstöpsel, sollten aber im Freien mit Vorsicht verwendet werden.

Treiber

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Balanced-Armature Treiber

Nachdem bisher Gemeinsamkeiten zwischen den Kopfhörern den Bericht prägten, stellen sich bei der Treiberkonfiguration deutliche Unterschiede heraus. Die Treiber eines Kopfhörers sind dabei die Erzeuger des akustischen Signals welches in unserem Ohr ankommt. Unterschieden wird dabei zwischen sogenannten dynamischen und Balanced-Armature-Treibern.

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Dynamischer Treiber

Dynamische Treiber sind dafür bekannt große Frequenzbereiche abzudecken und Bass druckvoll zu reproduzieren. Im Vergleich sind  sie dabei aber weniger detailreich als Balanced-Armature-Treiber, die wiederum nicht dafür ausgelegt sind große Frequenzbereiche allein abzudecken. Daher werden Letztere meist in mehrfacher Anzahl pro Ohrstück verbaut und sind zudem in der Herstellung deutlich kostenintensiver. Daher findet man diese, bei westlichen Herstellern, meist nur in hochpreisigen Modellen.

Um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren, setzt KZ bei den beiden getesteten Modellen auf sogenannte hybride Konfigurationen die sich aus BA-Treibern und dynamische Treibern zusammensetzen. Beim ES4 verwendet der Hersteller dabei jeweils einen dynamischen sowie einen BA-Treiber pro Ohrstück und verbaut bei den ZSR sogar zwei BA plus und einen dynamischen Treiber. Diesen Aufbau kennen wir auch schon von anderen In-Ears wie den Xiaomi Pro HD oder den kürzlich getesteten Xiaomi Mi Neckband Bluetooth In-Ears. Ziel dabei ist, druckvolle Bässe dank der dynamischen Treiber zu erzeugen und klare wie auch definierte Mitten und Höhen dank der BA-Treiber zu liefern.

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Klang

Um den Klang der beiden In-Ears ausführlich testen zu können, wurden die beiden In-Ears mehrere Tage mit verschiedenen Musikrichtungen genutzt. Da Bewertung von Klang stets eine subjektive Empfindung ist, versuchen wir so neutral wie möglich unsere Eindrücke an euch weiterzugeben. Trotzdem werden, im Fazit, auch unsere persönlichen Präferenzen dazu beitragen wie wir die In-Ears einstufen.

Den Anfang macht der günstigere ES4. Seine klangliche Abstimmung lässt sich von der ersten Note an, als sogenannte „Badewanne“ einstufen. Das heißt, dass Bässe und Höhen angehoben sind und die Mitten leicht in den Hintergrund geraten. Von unten her vermittelt der verstärkte Bass eine angenehme Wärme die jedoch nicht an Überhand gewinnt. Sehr tiefe Töne gibt der In-Ear auch gut wieder und kratzt damit zum Teil schon am körperlichen Vibrieren, das man so eigentlich nur von großen Boxen kennt. Wer das mag, kommt hier voll auf seine Kosten und muss dabei nicht auf die Qualität bei Mitten und Höhen verzichten. Die „fliegen“ nämlich ganz unbekümmert weiterhin auf dem massiven Bassfundament.

In den Mitten macht sich die klangliche Abstimmung bemerkbar, die wir auch von anderen KZ In-Ears schon kennen, denn die höheren Mitten spielen sich im Vergleich zu den tieferen etwas in den Vordergrund. Was gut für helle Stimmen ist, könnte den einen oder anderen bei dunkleren stören. Erfreulicherweise reagiert der ES4 sehr gut auf einen EQ und lässt sich somit auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Höhen sind zudem auf ganzer Linie sehr klar und präsent, ohne gleich zu Kopfschmerzen zu führen.

Instrumente lassen sich mit dem ES4, in Anbetracht der Preisklasse, sehr gut differenzieren und die BA-Treiber machen sich mit einem hohen Detailgrad in den Höhen bezahlt.

Bei den ZSR präsentiert sich ein ähnliches Klangbild indem der Kopfhörer wieder angehobene Höhen und Bässe besitzt. Tiefe bis sehr tiefe Töne, wie etwa Sub-Bass gibt der ZSR jedoch etwas kontrolliert wieder als der ES4. Damit verliert die Wiedergabe ein wenig den Subwoofer-Effekt, wirkt aber unterm Strich eleganter und hochwertiger. Ein Bassmonster, wie der ES4, ist der ZSR jedoch auch! Die Höhen stören uns beim ZSR etwas, da diese schriller als die des ES4 sind. Mitten sind zudem auch einen Tick mehr zurückgenommen.

Fazit und Alternative

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Leonardo Staub:

Beide In-Ears von KZ überzeugen auf ganzer Linie! Für einen unglaublich niedrigen Preis bieten beide Modelle Technik und Klangniveau aus deutlich höheren Preisklassen. Liebhabern von Bass können wir voll und ganz zum Kauf raten, denn insbesondere elektronische Musik, R&B oder auch Jazz sind mit den ES4 und den ZSR gleichermaßen ein Genuss. Geht es nach unserem Geschmack, macht das günstigere ES4 Modell mit der etwas harmonischeren Abstimmung das Rennen, die Entscheidung bleibt aber Geschmacksache. Sollten einen die Tragweise und/oder die Größe der Ohrstücke ein Dorn im Auge sein, lohnt sich ein Blick auf die Xiaomi Pro HD In-Ears, die eine ähnliche Abstimmung besitzen und mit ihrem Aluminium-Gehäuse noch etwas mehr Premium-Gefühl aufkommen lassen. Seid ihr stattdessen auf der Suche nach Bluetooth In-Ears, solltet ihr euch entweder das Bluetooth-Kabel von KZ gleich dazu bestellen oder euch die neuen Xiaomi Neckband Bluetooth In-Ears näher anschauen.

Preisvergleich

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Duderich
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Duderich

ZSR sind audio technisch nicht schlecht, führen bei mir jedoch durch das design zu „druckschmerz“. Die kleine Nase die einen besseren Sitz ermöglichen soll, passt halt nicht immer.

KZ ED16 ist wohl z.Z. die bessere Variante und wird als optimierte ZSR gehandelt. Leider wohl mit etwas weniger Bass.

Ich bin mit den ZS10 soweit zufrieden. Aber das ist eine andere Preisklasse und auch nicht so gut bewertet wie die ZSR&ED16. Das Hörempfinden ist halt nicht immer gleich 😉