Wenn man den Werbevideos Glauben schenkt, kann man mit seinem Auto über das Leagoo M5 fahren, ohne das Gerät zu beschädigen. Somit ist der Grundstein für die Verkaufsstrategie gelegt – mit einem Outdoor Handy hat das Leagoo M5 jedoch nicht viel gemein. Das M5 ist ein Smartphone für nur 60-70€ und bietet dafür eine durchaus gelungene Verarbeitung und Ausstattung. Im ausführlichen Test haben wir uns das neue Leagoo Gerät genauer angeschaut.

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Design und Verarbeitung

Das Leagoo M5 ist für ein 5 Zoll Smartphone mit 182g vergleichsweise schwer und mit einer Dicke 10mm auch nicht sonderlich filigran. Der Rückdeckel ist glänzend laminiert und mit einer griffigen Struktur versehen. Auch ist die Rückseite nach außen hin deutlich abgerundet und das Leagoo M5 liegt gut in der Hand. Die Ränder links und rechts vom Display bemessen 4mm und die Länge und Breite ist mit 141 x 71mm Standard für ein 5 Zoll Handy. Nicht Standard im Low-Budget Bereich ist der hochwertig wirkende Metallrahmen des M5. Dieser sorgt für einen gehobenen haptischen Eindruck.

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Unter dem Display findet man die klassischen Android Soft-Touch Buttons, die nicht beleuchtet sind. Auch eine Benachrichtigungs-LED ist leider nicht vorhanden. Der Rückdeckel sitzt ohne erkennbare Spalte auf der Rückseite und kann einfach abgelöst werden. Darunter erhält man Zugriff auf die beiden Sim-Slots (2 x Micro) und zusätzlich ist auch eine Speichererweiterung um 128GB mit einer Micro-SD möglich. Der 2300mAh starke Akku kann auch einfach getauscht werden. An der rechten Außenseite sitzen der Lautstärkeregler und der Power-Button, beide sind etwas wackelig ins Gehäuse eingearbeitet

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Als besonderes Feature befindet sich auf der Rückseite unter der Kamera ein Fingerabdrucksensor. Dieser funktioniert für den Preisbereich überraschend gut und entsperrt das Handy sogar aus dem Stand-By innerhalb von 1,5 Sekunden. Die Genauigkeit ist mit einer Erkennungsrate von 7/10 beim ersten Versuch durchaus gut. Für ein 70€ Gerät ist die Verarbeitungsqualität des Leagoo M5 allemal angemessen. Große Spaltmaße sucht man vergebens und der Alurahmen mit dem abgerundeten Rückdeckel sorgen für eine gute Lage in der Hand.

Lieferumfang des Leagoo M5

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Display

Das Leagoo M5 verfügt über ein 5 Zoll Display, das mit 1280*720 Pixel auflöst. Die HD-Auflösung sorgt für 294 Pixle pro Zoll und Inhalte erscheinen schön scharf auf dem Display. Die Blickwinkelstabilität ist gut und die Farbveränderungen beim seitlichen Betrachten entsprechend nur minimal. Die Farbwiedergabe ist weitestgehend akkurat, wenngleich nicht perfekt. Im Optionsmenü kann mit der App „MiraVision“ nach Belieben nachjustiert werden. Eine klare Schwäche zeigt das Leagoo M5 bei der Displayhelligkeit. Diese ist deutlich zu niedrig und die Lesbarkeit im Freien ist stark eingeschränkt. Auch sieht man bei geringer Helligkeitseinstellung oder bei ausgeschalteten Display schwarze Streifen auf dem Display. Der automatische Helligkeitsabgleich funktioniert jedoch gut und das Display passt sich schnell ans Umgebungslicht an.

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Der Touchscreen erkennt 3 Berührungspunkte gleichzeitig und ist ausreichend genau und reaktionsschnell. Der Hersteller selbst wirbt mit einem besonders kratzfesten und schlagresistenten leicht abgerundeten 2.5D Displayglas. Nichtsdestotrotz ist eine Displayschutzfolie bereits bei Auslieferung angebracht. Die Herstellervideos sind natürlich Marketing-Aktionen und man sollte keinesfalls mit seinem Auto über das Leagoo M5 fahren. Für den Preis ist das Display des M5 vollkommen OK, einzig die Helligkeit ist zu niedrig.

Leistung

Im Inneren des Leagoo M5 arbeitet ein Mediatek MT6580 Prozessor mit 4 x 1,3 GHz. Der Prozessor kommt neben dem neuen MT6737 in den meisten Geräten mit einem Preis von deutlich unter 100€ zum Einsatz. Beim Leagoo wird der 32-Bit SoC von 2GB RAM unterstützt. Im Unterschied zum neuen MT6737 ist der Prozessor nicht für LTE Empfang ausgelegt. Die Performance des Leagoo M5 eignet sich jedoch ideal für Standard-Aufgaben. Wer mit seinem Smartphone vor allem Surfen und Chatten will, wird mit der Performance zufrieden sein. Das Android 6 System läuft flüssig und schnell. Für 3D Spiele ist der Prozessor natürlich nicht ausgelegt, die meisten standard-Games (Subwaysurf, Templerun, Wassersprungspiel) laufen jedoch problemlos.

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Vom 16GB großen internen Speicher können 11GB effektiv genutzt werden. Der Speicher ist mit einer Lese-/Schreibgeschwindigkeit von 95/22 MB/s normal schnell. Auch die 2GB RAM bringen es auf gute 2 GB/s. Der Speicher kann bei gleichzeitiger Nutzung von Dual-SIM mit einer 128GB Micro-SD erweitert werden.

MicroSD auf

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Leagoo M5 mit Android 6

Das Android 6 System läuft flüssig und ohne große Fehler im 32-Bit Modus. Zusätzlich Features wie Smartwake (Display durch 2 Mal Antippen aufwecken) sind im System integriert. Updates werden über OTA direkt auf das Smartphone geliefert. Das Android System läuft mit dem sogenannten FreeMe OS, welches wir bereits vom Uhans S1 kennen. Das Launcher verfügt über keinen App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps) ist jedoch sehr intuitiv und gut zu bedienen. Die Navigation durchs System ist sehr schnell und ohne Verzögerungen.

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Der Google Playstore ist vorinstalliert und das System ist frei von chinesischen Spam-Apps. ESET-Antivirus sieht die App „leagooShare.apk“ als Bedrohung an, ansonsten ist das System sauber.

Kamera

Das Leagoo M5 verfügt über eine 5MP Haupt- und eine 2MP Frontkamera mit jeweils einer f/2.8 Aperture. Kameras im Low-Budget Bereich sind immer ein schwieriges Thema, wirkliche Schnappschüsse kann eigentlich kein Gerät produzieren. Das Redmi 3 bietet wohl die beste Kamera im Preisbereich um 100€. Unter 100€ kann das Cubot Rainbow brauchbare Erinnerungsfotos produzieren. Die Aufnahmen des Leagoo M5 gehören in die Kategorie gruselig. Man kann keine scharfen Bilder mit dem M5 erzielen, alle Aufnahmen erscheinen als Pixel-Matsch. Gleiches gilt außerdem für die Selfie Kamera. Wer eine Kamera für gelegentliche Schnappschüsse benötigt, ist beim Leagoo M5 auf jeden Fall an der falschen Adresse. 

Konnektivität und Kommunikation

leagoo-m5-netz-empfang-2Das Leagoo M5 funkt mit gutem Empfang im 2G und 3G Netz, LTE wird prozessorlimitiert nicht unterstützt. Die Gesprächsqualität ist gut und auch der Freisprecher kann genutzt werden. Der interne Lautsprecher überraschte mit einer brauchbaren Soundqualität und hohen Lautstärke. Schließt man Kopfhörer an das Leagoo an, erhält man durchschnittlichen Sound ohne irgendwelche Auffälligkeiten.

WLAN mit n-Standard (2,4GHz) und Bluetooth 4.0 sind vorhanden und verfügen jeweils über durchschnittliche Reichweiten. Bei den Sensoren wurde, wie in der Preisklasse üblich, ordentlich eingespart. Lediglich die 3 Standard-Sensoren (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeits-Sensor) sind verbaut. Auf ein Kompass- und Gyroskop-Sensor muss verzichtet werden.

gps-test-fix-leagoo-m5Navigieren mit dem integrierten GPS macht in der Praxis leider keinen Spaß. Die Abweichung vom momentanen Standort ist bei Bewegung schlicht und einfach zu hoch. Bei der Autonavigation kommt es zu Sprüngen von bis zu 40 Metern. Somit ist das Leagoo M5 nicht als Navigationsgerät geeignet. Wer seinen Standort bei Whasapp senden mag, kann dies jedoch machen, nur in Bewegung wird es problematisch.

Akku

Der Akku des Leagoo M5 bemisst 2300 mAh und wir können diesen Wert so bestätigen. Die Ladezeit von 0 auf 100% ist mit 2 Stunden und 30 Minuten (mitgelieferter Ladeadapter) sehr lange. Der MT6580 sorgt im Leagoo M5 für eine gute Energieeffizienz und der Stand-by Verbrauch ist sehr gering, über Nacht verliert das Handy lediglich 5-7% Akku. Im täglichen Einsatz kommt man mit Standard-Aufgaben wie Surfen, Youtube, Whatsapp und Telefonieren auf 2,5-3 Stunden DOT (Zeit mit eingeschalteten Display). Dies ist für den Low-Budget Bereich durchaus OK und Otto-Normal Nutzer schaffen es problemlos durch den Tag. Intensiv-Nutzer sollten jedoch die Finger vom M5 lassen. Obwohl man die Akkulaufzeit mit einem Zweit-Akku natürlich verdoppeln kann.

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Fazit und Alternative

67% NAJA!

Das Leagoo M5 macht einiges gut, aber hat auch so seine Problem-Kategorien. Die unbrauchbaren Kameras und das unbrauchbare GPS wären hier zunächst zu nennen. Auf dem Display sieht man schwarze Streifen im Hintergrund und Helligkeit ist für guten Einsatz im Freien zu niedrig. Positiv zeigt sich hingegen die Verarbeitungsqualität, die Prozessorleistung mit Luft für Multitasking (2GB RAM) und der schöne und schnelle Android 6 basierte FreeMe Launcher. Auch die Akkulaufzeit ist auf guten Niveau. Als etwas teurere, aber wesentlich bessere Alternative bietet sich das Redmi 3S an. Das bessere Gesamtpaket im Ultra Low Budget Bereich ist das Cubot Rainbow.

  • Verarbeitung und Design 90 %
  • Display 70 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 60 %
  • Kamera 40 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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9 Kommentare zu "Leagoo M5 Testbericht"

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Rosi Urland
Gast
Rosi Urland

Ich habe da Handy,aber der Touchscreen reagiert nicht,mach ich was falsch?

Grit Petras
Gast
Grit Petras

Meine Tochter ist sehr zufrieden mit dem Handy, hatte vorher ein Samsung. Das einzige Problem was wir haben ist: Wie schalten Mobile Daten an und sie bekommt trotzdem keine Verbindung ins Internet. Und es wird immer ein kleines R angezeigt, was ja bei anderen Handys für Rooming steht, obwohl sie bei ihrem Netzanbieter angemeldet ist. Vielleicht kann ja jemand helfen, wäre toll.

Joscha Becking
Editor

Wenn Ihr im O2 Netz seid, solltet ihr zudem Roaming (Roaming in Deutschland [National Roaming] ist bei O2 kostenlos) aktivieren. Dann nutzt Ihr das Eplus Netz zusätzlich mit. Häufig kommt dann auch erst eine Internetverbindung zustande. Warum auch immer das so ist, es funktioniert.

Natum
Gast
Natum

Sieht cool aus für den Preis, 59,99 $ bei Geekbuying

Jane
Gast
Jane

Ich habe folgendes Problem. Ich habe das Handy nicht neu eingerichtet, sondern alle Daten von meinem alten Handy incl. Apps übernommen. Dabei scheint es sich im wahrsten Sinne des Wortes übernommen zu haben. Ist abgestürzt und fährt nicht mehr hoch. Bleibt nach dem Einschalten beim Logo hängen und läßt sich auch nicht ausschalten. Diese Problem trat bei dem anderen Handy (wir haben zwei gekauft) nicht auf, da es als neues Handy eingerichtet wurde. Hat jemand eine Idee, wie ich es wieder zum Laufen bringen kann oder muß ich es wieder zurückschicken?

Bianca Franke
Gast
Bianca Franke

Hallo,

ich habe das gleiche Problem. Haben Sie bereits eine Lösung gefunden und würden sie mir mitteilen?

jane
Gast
jane

Das Problem konnten wir leider nicht lösen. Wir haben beide Handys zurück geschickt un warten

arminius
Gast
arminius

Komisch, GPS funktioniert bei mir einwandfrei mit Google Navigation und das Display ist sehr hell. Beim Akkuverbrauch ist es auch umgekehrt zum Testbericht, sprich er ist ziemlich hoch. Die schlechte Kameraqualität kann ich jedoch bestätigen.

Dirk
Gast
Dirk

Warum wird das Leagoo M5 überhaupt mit 63% und ‚NaJa‘ bewertet!? ‚NaJa‘ bedeutet für mich, dass man mit dem Teil zumindest leben kann (z.B. die grottige Kamera).
Aber hier ist (mal wieder) das GPS nahezu unbrauchbar. Das ist 2016 einfach ein absolutes NoGo und sollte auch entsprechend bewertet werden. Für welchen Käuferkreis wäre das M5 denn überhaupt interessant frage ich mich!?

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