Der 2014 gegründete Smartphone Hersteller Leagoo möchte uns mit seinem neuen Model „M8 Pro“ ein Phablet vorstellen, das bereits für unter 100€ zu erwerben ist. Auf dem Papier scheint das Modell kaum Wünsche offen zu lassen. Immerhin ist das Gerät mit einem großen Display, einem Fingerabdrucksensor und sogar einer Dual Kamera ausgestattet. Ob das überarbeitete Vorgängermodell (M8) für einen Aufschrei im absoluten Low-Budget Bereich sorgt, erfahrt Ihr hier im folgenden Testbericht.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Sowohl auf der Verpackung, als auch auf dem Telefon selbst weist Leagoo dem Käufer des M8 Pro’s daraufhin ein „Stylish Digital Mobile Phone“ gekauft zu haben. Sobald das Gerät eingeschaltet ist, wird beim Bootvorgang ebenfalls der erwähnte Hinweis angezeigt. Nach wenigen Minuten kann man gewiss behaupten, dass Leagoo hier in der Tat ein „stylisches“ Smartphone hergestellt hat.

Leagoo M8 Pro Display Rückseite 1 300x200 Leagoo M8 Pro Display Rückseite 2 300x200

Das Gerät hat einen Unibody aus Metall und wiegt stolze 224g. Unangenehm schwer ist es dennoch nicht und liegt trotz der Größe gut in der Hand. Das M8 aus 2016 wiegt im Vergleich nur 170g. Die Bedienung mit einer Hand ist bei einer Displaygröße von 5,7“ natürlich nicht mehr ungeschränkt möglich. Verfügbar ist es in den Farben „Titanium Grey“ und „Champagne Gold“. In jeder Hinsicht hat man das Gefühl, ein sehr hochwertiges Mobiltelefon der Premiumklasse in der Hand zu halten, jenseits der 300€ Marke. Die Verarbeitung ist schlichtweg hervorragend.

Leagoo M8 Pro Design Verarbeitung 4 300x200 Leagoo M8 Pro Design Verarbeitung 2 300x200 Leagoo M8 Pro Design Verarbeitung 3 300x200 Leagoo M8 Pro Design Verarbeitung 1 300x200

Das gesamte Gehäuse ist exzellent abgeschliffen, nicht scharfkantig und es sind keinerlei Spaltmaße zwischen einzelnen Komponenten vorhanden. Der Metall Unibody wird mit 2 Streifen verziert, die im Gegensatz zum Rest des Rahmens nicht matt, sondern poliert sind. Das wertet das Design zusätzlich auf. Das Gehäuse wird jeweils oben links und rechts, sowie unten links und rechts von kleinen „Plastikelementen“ unterbrochen, um guten Empfang zu gewährleisten. Der Powerbutton sowie Lautstärkeregler befinden sich, wie üblich, auf der rechten Seite. Sie sind ebenfalls aus Metall, haben zwar ein gewisses Spiel, lassen sich aber sehr gut bedienen. Ein Klinkenanschluss hat das M8 Pro ebenfalls vorzuweisen. Er befindet sich auf der Oberseite, links.

Leagoo M8 Pro Akku wechselbar 1200x800

Das Backcover ist abnehmbar und besteht aus Polycarbonat. Bei beiden Modellen erstrahlt es in einer Art Klavierlack. Wer jetzt befürchtet, das Smartphone ständig von Fingerabdrücken befreien zu müssen, wird jedoch positiv überrascht. Die Rückseite des M8 Pro ist absolut resistent gegenüber Fingerabdrücken. In der Vergangenheit berichteten wir des Öfteren über Backcover von Smartphones, die äußerst anfällig für Fingerabdrücke oder gar Kratzer sind. Hier ist das Elephone S7 eine Paradebeispiel im negativen Sinn. Beim M8 Pro von Leagoo hingegen sind während der Testphase keine Kratzer auf der Rückseite entstanden. Auch hier zeigt sich das Gerät also von seiner Sahneseite. Toll gemacht!

Der Lautsprecherausgang des Phablets befindet sich hinten. Unter der Dual Lens Kamera befindet sich neben dem LED-Blitz noch der Fingerabdruck Sensor, der mich durchaus überrascht hat. Bei 10 Versuchen, wurde das Leagoo M8 Pro problemlos auch 10 Mal entsperrt. Aufgrund der Größe des Gehäuses hätte ich mir jedoch gewünscht, dass der Sensor etwas weiter unten angebracht worden wäre. Personen mit längeren Fingern, bzw. größeren Händen werden jedoch keine Probleme mit der Position haben.

Leagoo M8 Pro Lieferumfang Testbericht 1200x800

Zum Lieferumfang gehören eine Displayschutzfolie, eine kurze Beschreibung sowie eine Ladekabel und Ladeadapter. Zusätzlich erhält der Käufer (schlichte) In-Ear Kopfhörer mit integriertem Mikrofon dazu. Zum Telefonieren reichen Sie allemal aus. Musik sollte man aber mit anderen, hochwertigeren Kopfhörern genießen. Das Leagoo M8 Pro kann bei Design und Verarbeitung ordentlich punkten.

Display

Wie eingangs bereits erwähnt, besitzt das Leagoo M8 Pro ein schönes, großes Display, welches 5,7“ in der Diagonale misst. Zwar löst das IPS LCD Panel nur in HD auf (720 x 1280), aber alle Bildschirminhalte werden dennoch scharf genug dargestellt. Der Panel hat eine Pixeldichte von mageren 258ppi, aber die Displayhelligkeit ist einfach nur phänomenal. Privat ist meine Helligkeit standardmäßig immer bei 100%. Das M8 Pro ist das erste Telefon, bei dem ich freiwillig die Helligkeit etwas reduziere. Ein so helles Display ist selbstverständlich ein großer Vorteil, wenn man Bildschirminhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehen möchte. Egal aus welchem Winkel man auf das Display schaut. Alle Bildschirminhalte sind aus jeden Winkel gut zu lesen. Die Farbwiedergabe ist ohne Fehl und Tadel und dank MiraVision kann der Nutzer alle Farb-, Kontrast- und Helligkeitswerte nach Belieben selbst anpassen.

Des Weiteren kommt angeblich kratzresistentes Gorilla Glass 4 zum Einsatz. Dank 2.5D Glas sind die Ränder des Displays angenehm abgerundet und unterstützen somit das tolle Design des M8 Pro’s und verleihen dem Gerät einen zusätzlichen „WOW-Effekt“ in diesem Preissegment. Der Touchscreen selbst erkennt 5 Berührungen gleichzeitig. Eine Benachrichigungs-LED vermisst man allerdings schmerzlich. Die Bedienung im System selbst erfolgt nur via On-Screen Tasten.

Zusätzlich kann der User „Smart Gesten“ einstellen. Das Telefon kann man zum Beispiel aus dem Stand-By mittels Doppelklick auf das Display entsperren. Ob das wirklich Sinn macht, sei dahin gestellt. Immerhin werden die meisten User das Smartphone mit dem Fingerabdruck entsperren. Leagoo geht hier allerdings noch ein paar Schritte weiter. So kann man des Weiteren andere nützliche Features, wie das Öffnen einer bestimmten App, mit einem Wisch nach oben aktivieren. Ebenfalls gut gelungen ist die Möglichkeit, das M8 Pro ohne physische Berührung zu verwenden. So kann man in der Foto-Galerie mit einem angedeuteten Wisch ca. 3-5mm über dem Bildschirm das nächste Bild anzeigen lassen. Beim Musikplayer kann so der nächste Track gewählt werden ohne den Bildschirm zu berühren. Mit Verlaub, diese Features sind nicht neu. Bereits bei älteren Geräten der Galaxy-Reihe des koreanischen Smartphone-Riesen waren sie bereits an Board. Allerdings kann man durchaus behaupten, dass es nicht selbstverständlich ist, bei Low Budget Smartphones solche Features erwarten zu können.

Das IPS Display des Leagoo M8 Pro ist in dieser Preisklasse nahezu konkurrenzlos. Nur wenige Smartphones unter 100€ können ein 5,7“ Bildschirm aufweisen, der zugleich auch noch nette Features beherrscht.

Leistung

Leagoo M8 Pro Hardware 169x300 Leagoo M8 Pro Antutu 169x300 Leagoo M8 Pro Geekbench 169x300

Das Leagoo M8 Pro punktet bisher im Verarbeitungs- und Display Bereich. Abstriche muss man hingegen bei der Performance des SoC machen. Bei solch günstigen Smartphone ist das allerdings nichts Ungewöhnliches.

Das Smartphone beherbergt einen MT6737 Quadcore Prozessor von Mediatek und taktet mit 1,25 GHz je Kern. Fleißige Leser von Chinahandys.net werden wissen, dass sich Mediatek Prozessoren meist in Low Budget Smartphones befinden. Mit Ausnahme der schnelleren Helio Prozessor-Reihe, orientiert sich Mediatek weitestgehend im sogenannten „Super-Mid-Market“. Das bedeutet, dass sich der taiwanische Chiphersteller nicht mit Qualcomm und Co. messen möchte, bzw. kann, sondern stattdessen seinen Fokus immer weiter auf SoC für Smartphones und Tablets im Mittelklassebereich legt. Hier erwartet der Konzern in den kommenden Jahren deutlich mehr Wachstumspotential. Unterstützt wird das M8 Pro von 2 GB Arbeitsspeicher.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Leagoo M8 Pro Speicher 169x300

Die Datentransferrate beträgt 2,6GB/s. Der Gesamtspeicher beträgt 16 GB, wovon jedoch bereits 5,4 GB vom Operation System belegt sind. Leider ist die Lese-Schreibgeschwindigkeit mit 133 MB/s (Lesen) und nur 26 MB/s (Schreiben) etwas langsam. Hier muss der User längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Der Speicher kann mittels einer Micro SD-Karte maximal um 128 GB erweitert werden. Das System selbst läuft meistens flüssig. Multitasking ist jedoch nicht die größte Stärke des Smartphones. Das M8 Pro ist quasi „der Mann“ unter den Smartphones. Man sollte das Gerät nicht mit zu vielen gleichzeitigen Aufgaben überfordern. Einzelne Prozesse werden jedoch ohne Verzögerungen durchgeführt. Hier wäre ein größerer Arbeitsspeicher sicher angebracht gewesen. Spiele mit geringeren Hardware Anforderungen funktionieren jedoch problemlos. Dabei wird das M8 Pro unter Volllast nur geringfügig warm.

Zusammengefasst darf man hier bei einem Low Budget Gerät einfach keine HighEnd Performance erwarten. Standardaufgaben wie das Surfen, WhatsApp, Facebook und Co. erledigt das Smartphone sehr zuverlässig.

Betriebssystem

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Leagoo spendiert dem Gerät die beliebte Custom-ROM namens „Freeme OS“. Diese basiert auf Android 6.0. Eine Systemaktualisierung auf Android 7.0 Basis oder höher wird voraussichtlich nicht geben. Das System wurde zwar während des Tests einmal aktualisiert, allerdings handelte es sich nur um den Sicherheitspatch, der das M8 Pro auf dem Stand März 2017 gebracht. Mit „Freeme OS“ wird das System nur leicht verändert. Alle Menüs in den Einstellungen bleiben nahezu identisch zum Stock Android. Das Menü ist allerdings mit vielen neuen Icons versehen.

Leagoo M8 Pro Themes 169x300

Freeme OS wird mit zahlreichen Themes aufgehübscht, die in der App „Theme-Club“ zum Teil kostenlos zum Download bereit stehen. Hier ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei.

Leider vermisst man schmerzlich einen App Drawer. Der wurde in Freeme einfach entfernt…schade! Wer darauf ungern verzichtet, kann sich aus dem PlayStore einfach einen anderen Launcher herunterladen. Aber Vorsicht! Auf dem Leagoo befindet sich neben dem Standard „Google PlayStore“ auch der „Leagoo App Store“. Prinzipiell handelt es sich um eine Kopie der Google Version. Allerdings mit einem sehr ärgerlichen Nebeneffekt. Hat man diesen App Store einmal geöffnet, werden ohne Rückfragen Spiele und / oder Tools von Leagoo heruntergeladen. Diese findet der User plötzlich nach dem Schließen des „Leagoo App Stores“ auf dem Hauptbildschirm. Was soll das Leagoo? Das ist einfach unnötig. Zum Glück kann man diese App problemlos im Anwendungsmenü deaktivieren. Ein Scan nach Maleware verlief außerdem negativ.

Besonders gut gefällt mir die Screenshot Funktion von Freeme OS. Ein Bildschirmfoto kann auf 2 Wegen erstellt werden. Entweder, wie üblich, den Volume Down + Power Button für einige Sekunden gedrückt halten oder durch Herunterwischen mit 3 Fingern, sofern die Smart Settings aktiviert sind. Sobald das Foto vom aktuellem Bildschirminhalt „geschossen“ wurde, kann man es direkt Zuschneiden und sogar bemalen. Zusätzlich verfügt das M8 Pro über eine eigene „Sicherheitszentrale“.

Leagoo M8 Pro Zentrale 169x300

Hier kann der Arbeitsspeicher freigeschaufelt werden, eine App Sperre eingerichtet werden, Kontakte oder Rufnummern blockiert werden oder APK Dateien gesucht und installiert werden. Ansonsten sind alle Standard Google Apps bereits vorinstalliert. Etwas unangenehm stößt mir allerdings auf, dass zum Beispiel der Musik Player oder sogar die Uhren-App Berechtigungen fordern, um auf meine Kontakte zuzugreifen und SMS lesen und senden wollen. Hier sollte man evtl. auf Alternativen aus dem App Store zurückgreifen, denn willigt man nicht ein, kann man das Programm nicht verwenden.

Etwas Ungewöhnlich ist allerdings, dass man, nicht wie sonst üblich, das „Rechteck“ der 3 Android Buttons am unteren Bildschirmrand zum Aufrufen aller offenen Tabs drücken muss, sondern den mittleren Kreis. Nach einiger Eingewöhnung, ist das allerdings kein Punkt zur Kritik. 

Kamera

Das Leagoo M8 Pro verfügt über eine 13 MP Dual Kamera mit einer F/2.2 Blende. Die Front Kamera löst mit 5 MP auf. Bei sehr guten Lichtverhältnissen gelingen Dank HDR-Funktion wirklich ansehnliche Bilder. Ohne HDR sind die Fotos teilweise gar nicht brauchbar. Sie sind meist, trotz guter Lichtverhältnisse, viel zu dunkel, unscharf, bzw. zu verpixelt. Nachtaufnahmen gelingen ebenfalls nur mäßig, da der LED Blitz nicht genug Power besitzt. Des Weiteren lässt die Schärfe sehr zu wünschen übrig und es sind teilweise unschöne Bildfehler bei helleren Teilen des Bildes sichtbar. Vor Allem bei Außenaufnahmen fallen diese Bildfehler beim Übergang zum helleren Objekten auf. Bei einem Smartphone dieser Preisklasse sicher nichts ungewöhnliches und vertretbar, denn niemand wird erwarten dürfen, dass ein Low Budget Smartphone ähnlich hervorragende Fotos machen kann, wie Geräte in der Premiumklasse.

Doch man muss sich gerade aus diesem Grund die Frage stellen, warum Leagoo auf seiner Homepage gerade die außerordentlich gute Hauptkamera des M8 Pro in den Vordergrund stellt? Glaubt man der Werbung, sollen Fotos Dank der Dual Kamera sensationell gut aussehen und sogar mittels „Bokeh“-Effekt zusätzlich aufgewertet werden können. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch nur um eine Software-Spielerei. Das Wort trifft es auf den Punkt: Denn schön sind die Fotos mit diesem Effekt wahrlich nicht; auch wenn die Intensität variabel einstellbar ist. Ferner ist es egal, welchen Fotomodus man bei der Kamera-App auswählt. Verdeckt man die untere Linse, hat das keinen Einfluss auf das Foto. Bei der zweiten Kamera handelt es sich also vermutlich um einen Dummy.

Leagoo M8 Pro Kamera 169x300

Videos werden maximal in HD aufgenommen. Die Fotos der Frontkamera taugen nur bedingt für Selfies. Die Aufnahmen sind sehr blass und haben einen „milchigen“ Schleier. Die Kamera App verfügt zusätzlich über zahlreiche Foto Modi. Der „Posen-Modus“ zum Beispiel, knippst ein Bild, sobald man die auf dem Bildschirm gezeigte Haltung, bzw. Pose einnimmt. Nettes Feature, aber wirklich sinnvoll ist das unserer Meinung nicht, da es einfacher ist, den Fotoauslöser direkt zu betätigen.

Konnektivität

Das Leagoo M8 Pro verfügt über 2 SIM-Karten Slots. Das Gute daran ist, dass es sich nicht um einen Hybrid-Slot handelt. Sie können also getrost 2 verschiedene SIM Karten verwenden und trotzdem den internen Speicher durch eine Micro SD Karte erweitern. Das Smartphone verfügt nämlich über einen separaten SD Karten-Einschub.

Es werden alle 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen, die für den Betrieb in Deutschland nötig sind, unterstützt. Somit ist auch das für uns wichtige Band 20 mit von der Partie. Leider steht LTE nur bei einem der zwei Slots zur Verfügung, bzw. bei Nutzung von 2 SIM Karten gleichzeitig, wird LTE nur bei einer unterstützt. Das WiFi Modul arbeitet ohne Vorkommnisse und zuverlässig, auch bei weiterer Entfernung zum Router. In lokale Netze wählt man sich mit WiFi b/g/n ein, allerdings wird nur das 2,4 GHz Netz unterstützt. Bei der Gesprächsqualität gibt es nichts zu bemängeln. Der Empfang ist gut und die Stimmen werden ohne Nebengeräusche oder Verzögerung übertragen. Die Freisprechfunkltion kann ebenfalls überzeugen.

Der integrierte Lautsprecher taugt leider nicht viel, was in dieser Preisklasse jedoch nichts Ungewöhnliches ist. Bei maximaler Lautstärke übersteuert der Klanggeber recht deutlich und der Sound ist sehr blechernd.

Leagoo M8 Pro GPS 169x300

Bei der Navigation kann es hin und wieder zu kleineren Aussetzern kommen. Funktioniert die Navigation zu Fuß noch uneingeschränkt, verhält es sich beim Navigieren mit dem Auto leider anders. Bei einer Fahrt durch Berlin wurde der aktuelle Standpunkt oft zu ungenau ermittelt. So befand man sich auf der Parallelstraße zur Rechten, statt auf der Stadtautobahn. Die Route zum Zielort musste so immer wieder aktualisiert werden. Teils verlief die Route sogar querfeldein und das Auto hätte durch ein Boot eingetauscht werden sollen, da mehrere Seen und Flüsse bei der Fahrt nach Berlin überquert wurden.

Neben dem Fingerabdrucksensor bietet das M8 Pro einen Nährungs-, Licht- und Beschleunigungssensor. Beim Test viel allerdings auf, das der Lichtsensor äußerst träge reagiert und einen Lichteinfall erst nach längerer Zeit registriert.

Akku

Eventuell wird beim Lesen der Spezifikationen des Leagoo M8 Pro schon aufgefallen sein, dass das Gerät sicherlich kein Ausdauerkünstler sein wird. Ein großes Display verbraucht im Betrieb einfach nun einmal mehr Saft. Das Smartphone besitzt einen Akku mit 3.500 mAh. Zur Überraschung ist dieser sogar wechselbar. Ein YouTube Video mit einer Länge von 60min verbraucht 16% Akkuleistung. Im Work 2.0 Battery Life Benchmark von PC Mark hielt das chinesische Gerät bei 50% Display Helligkeit etwas mehr als 6 Stunden durch.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Leagoo M8 Pro BatteryLife 169x300

Über den Tag kommt man mit dem Leagoo problemlos bei normaler Nutzung. Mit einem Standard Ladegerät (1,2A) dauert das Aufladen allerdings fast 4 Stunden.

Bei der Software sollte Leagoo jedoch nochmals nachbessern. Aus unbekannten Gründen scheinen sich sogenannte „Wake-Locks“ auf dem System zu befinden. Das Telefon wird bei ausgeschaltetem Display daran gehindert, in den Ruhemodus zu wechseln und immer wieder „aufgeweckt“. So gehen insgesamt ¼ des Akkuverbrauches zu Lasten dieses Ärgernisses. Gleiches Phänomen trat im Übrigen bei meinem Vernee Apollo Lite auf. Mit Sicherheit liegt das oftmals an Anwendungen, die der User im Nachhinein auf dem System installiert. Beim Apollo Lite, sowie beim M8 Pro, passiert das jedoch auch nach Zurücksetzen des Systems auf Werkseinstellungen. Vielleicht ändert sich das nach einem Update von Leagoo, bzw. wurde bereits beim Apollo Lite abgestellt.

Leagoo M8 Pro Power Saver 169x300

Neben der Android Stromsparfunktion besitzt das M8 Pro zusätzlich einen „Power Saver„, bei dem der User nur die Grundfunktionen, wie Telefon, MMS, Timer und die Kontakte App verwenden kann.

Fazit und Alternative

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Christian Müller:

Das Leagoo M8 Pro hätte durchaus einen Spitzenplatz in unsere Bestenliste verdient, macht sich das Leben allerdings leider selbst etwas schwerer als nötig. Während das scharfe, große und helle Display sowie die ausgezeichnete Verarbeitung für Begeisterung sorgen, schwächelt es in den Kategorien GPS-Empfang, Performance und Kamera. Es ist schlichtweg Schade, dass viele Hersteller den Trend zu Dual Kameras folgen wollen, aber eigentlich keine Verbauen, bzw. der User überhaupt keinen Nutzen davon hat. Wenn dann noch auf der Herstellerseite mit herausragenden Aufnahmen bei Nacht geworben wird, in Wirklichkeit die Bilder jedoch einfach keinen guten Eindruck hinterlassen, ist das doch recht unprofessionell und der Käufer wird getäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass Leagoo hier einfach die Stärken des Phablets gekonnt anpreist. Vernachlässigt man die genannten Schwächen, bzw. reicht einem ein Smartphone für die alltäglichen Aufgaben, wie das Telefonieren, Surfen, Facebook und Whatsapp, erhält man ein gutes und sehr günstiges Telefon. Beachtet man den sehr günstigen Preis von rund 80-90€, kann man das M8 Pro durchaus empfehlen und Freunde von großen Displays kommen voll auf ihre Kosten.

78% Solide
  • Verarbeitung und Design 100 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 75 %
  • Kamera 65 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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Gast
Mäcci

Schöner Test, angesichts des Preises kriegt man hier riesig viel geboten, wenn man keine aufwendigen Games spielen will.
So neu ist das M8 Pro übrigens nicht, habe meins seit Ende April 2017 in Benutzung und von daher erklärt sich mir auch, dass noch kein 7.0 Nougat vorhanden ist, wobei mir einiges am hiesigen FreemeOS besser gefällt als z.B. die neuere Version im Kiicaa Mix.
Meine Hauptkamera macht bei guten Lichtverhältnissen übrigens auch im Automatikmodus sehr gut ausgeleuchtete und nicht verwaschene Bilder; bei wenig Licht lässt die Qualität allerdings wirklich stark nach.
Mein Screen hat lediglich eine leichte Rotschwäche, d.h. es wirkt nie tiefrot, das merkte ich im direkten Vergleich mit anderen Phones beim Abspielen von Youtube-Videos, aber ansonsten ist er wirklich gut.
Navigieren klappte bei mir selbst im Ausland problemlos, wenn auch nicht seidig flüssig (mit Mapfactor Navigator), aber das wird eher an dem etwas schwachen Prozessor liegen.
Alles in allem finde ich keine echte Schwäche, den Leagoo App Store habe ich auch gleich am Anfang deaktiviert..

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