Das Leagoo Venture 1 wirbt mit Sicherheit und Stabilität, Schnelligkeit und einem Style, welcher sehr an den Hersteller Vertu erinnert. Das Alles zum Preis ab 150 Euro. Trifft Leagoo damit eine Marktlücke oder ist das Handy nur ein teures, extravagant anmutendes Spielzeug? Dieser Frage gehen wir in diesem Test nach.

Verarbeitung und Design

Das Design ist ja bekanntlich eine Geschmackssache, doch die Verarbeitung des Venture 1 ist gut. Einzig und allein die Schrauben könnten passgenauer sein. Es macht dennoch einen sehr stabilen Eindruck. Das 5 Zoll Display sitzt ohne sichtbare Spaltmaße im Rahmen. Die Glasabdeckung hat dabei oben und unten eine leichte V-form. Unter dem Display sitzen über dem Mikrofon die drei von Android bekannten Tasten. Diese sind nicht beleuchtet, sondern durch silberne Symbole hinterlegt. Das Display ist von allen Seiten von Metall umrahmt. Oben und unten ist der Lederüberzug sichtbar, rechts und links schließen Metallrahmen die Seiten ab. In diesen sind rechts der USB 2.0 Port, der Sim-Tray und die Lautsprecheröffnung, links die Lautstärkewippe und der Powerbutton eingelassen. Die Rückseite ist komplett in Leder gekleidet. Darauf aufgeschraubt, in einem Metallrahmen, sitzen auf der oberen Rückseite ein Dual-LED-Blitz, ein Fingerabdrucksensor und eine Kamera. Unten, ebenfalls angeschraubt, prangt ein metallenes „Leagoo“-Logo.

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Das insgesamt sehr gut verarbeitete Smartphone hat eine gewöhnungsbedürftige Leder-Metall-Optik, die aber mit guter und wertiger Haptik überzeugt. Mit seinen 204 g ist das Handy allerdings sehr schwer. Es liegt trotz des hohen Gewichts noch gut in der Hand. Es verbiegt sich nicht und knarzt nicht. Ein besonderes Merkmal soll die Schock- und Wasserunempfindlichkeit sein. Stürtze aus 1,5 m Höhe überlebte das Venture 1 unbeschadet, mit der Wasserdichtigkeit ist das eine andere Sache. Das Handy im Regen zu benutzen ist in Ordnung, jedoch würde ich es nicht unter die Dusche oder zum Schwimmen mitnehmen.

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Lieferumfang des Leagoo V1

leagoo-v1Enthalten in der futuristisch anmutenden Verpackung sind neben dem Smartphone noch der Simtray-Opener, das Ladekabel nebst dem USB-Charger und Kopfhörer. Außerdem gibt es noch einen schicken doppelseitigen „Lageplan“ der wichtigsten Handyfunktionen.

Display

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Das IPS Display hat eine Auflösung von 1280×720 Pixeln und ist 5 Zoll groß. Die daraus resultierende Pixeldichte von 294 Pixel pro Zoll sowie die gute Helligkeit führt zu einem angenehm lesbaren Display. Einzelne Pixel sind durchaus zu erkennen, aber im Alltagsbetrieb fällt das kaum auf. Der Kontrast könnte besser sein, die Farben hingegen sind lebendig. Auch aus steilen Winkeln ist das Display gut ablesbar, im Freien stören allerdings Spiegelungen. Der Touchscreen kann maximal 5 Berührungspunkte gleichzeitig erkennen und wird laut Hersteller durch Gorilla Glass der 4. Generation geschützt. Bei hohem Druck auf das Display entstehen Schlieren im Bild.

Leistung

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Bei der verbauten CPU handelt es sich um einen Mediatek MT6753 mit 8 Kernen. Als GPU findet die ARM Mali-T720 MP4 Verwendung. Beides sind Komponenten der unteren Mittelklasse. In anderen China-Smartphones des gleichen Preises wie etwa dem Xiaomi Redmi 3S oder dem Vernee Apollo Lite kommen bereits leistungsfähigere Prozessoren zum Einsatz. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt 3 GB. Der Hauptspeicher misst 32 GB mit einer Lese – bzw. Schreibgeschwindigkeit von 229/56 MB pro Sekunde. Beim Antutu-Benchmark kommt das Handy auf 36.000 Punkte, was ein mäßiger Wert in dieser Preisklasse ist. Die Komponenten sind durchaus in der Lage, einfache 3D-Games flüssig darzustellen, wenn auch nicht mit höchsten Details. Multitasking geht dank des Großen RAMs zügig von statten. Insgesamt sind keine Ruckler oder Ladezeiten zu spüren. Für anspruchsvolle Spiele ist das Gerät aber nicht geeignet. Zudem wird es, wohl auf Grund der Lederverkleidung, beim Gaming spürbar warm (41 °C).

Wer ein Handy mit möglichst viel Leistung für sein Geld sucht, wird nicht zum Leagoo V1 greifen. Für die Nutzung der Grundfunktionen und Apps genügt die Hardware des Handys jedoch problemlos.

Betriebssystem

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Im Venture 1 werkelt unter der Haube ein OS mit Namen LEAGOO Sec OS 1.0.  Dabei handelt es sich um ein modifiziertes Android 5.1 -System. Da mittlerweile schon Android 7 in den Startlöchern steht, ist das System als veraltet zu bewerten. Als Sprache kann Deutsch gewählt werden. Die Benutzeroberfläche ist stark verändert und angepasst. Zum einen Teil handelt es sich dabei um sinnvolle Zusammenfassungen wie in den Einstellungen, zum anderen Teil optisch angepasste Appübersichten oder Übergänge. Einen Appdrawer (Übersichtsseite mit allen Apps) sucht man vergebens. Der Android Playstore ist vorinstalliert, Softwareupates gibt es über eine vorinstallierte Update-App. Das Intelligente Energiesparen funktioniere meistens zufriedenstellend. Das System läuft stabil und meistens schnell.

Das Leagoo Venture 1 verfügt leider über eine ältere Android-Version und wird wahrscheinlich kein Update erhalten. Für ein Handy mit einem Verkaufspreis von 150€ eigentlich ein No-Go.

Kamera

Die 13 MP Rückkamera macht bei Tageslicht halbwegs brauchbare Bilder. Alle Bilder haben ein geringes Rauschen und keine besonders hohe Schärfe. Bei geringer Helligkeit, sowie zum Beispiel nachts, braucht der Autofokus unangenehm lang, wird häufig irritiert und stellt nur befriedigend scharf. Die Nachtbilder neigen bei stärkeren Lichtquellen jeder Art dazu, nicht mehr richtig scharf zu stellen. Außerdem wirken eben diese Lichtquellen meist grell. Ansonsten liefert die Kamera brauchbare Bilder. Der Fokus hat eine optionale automatische Folgefunktion, um bewegte Ziele besser aufs Bild zu kriegen. Im Test kappt das ganz ordentlich, am besten mit hell beleuchteten Zielen. Die Selfie-Qualität der 8MP Frontkamera ist gut, abgesehen von einem leichten Bildrauschen.

Konnektivität

An Bord hat das Smartphone alle benötigten 2G und 3G und 4G Frequenzen. Die Empfangsstärke in Gebäuden war dürftig, außerhalb von Gebäuden jedoch hinreichend gut. Die Verbindung zu GPS-Satelliten klappte außerhalb von Gebäuden tadellos. Ein Kompass ist jedoch nicht vorhanden. Der WIFI-Empfang durch Betondecken war noch ausreichend. Eine Verbindung mit anderen Geräten per Bluetooth 4.0 klappte gut. Die mitgelieferten Kopfhörer liefern einen brauchbaren Klang, der jedoch ein klein wenig dumpf anmutet. Die Lautsprecher sind ausreichend laut und liefern differenzierten und klaren Klang. Der Fingerabdrucksensor ist brauchbar mit einer Trefferquote von 70%. Das Handy lässt sich zuverlässig mit Gesten „aufwecken“. Beim Videoschauen sperrt sich manchmal der Bildschirm ohne ersichtlichen Grund.

Akku

leagoo-v1-akkuDie Kapazität des Akkus beträgt 3000 mAh. Eine Stunde HD-Videos schauen bei halber Helligkeit verbrauchte ca. 22 % Akku. Damit hält das Venture 1 höchstens einen Tag durch. Danach muss das Handy wieder aufgeladen werden, was in ca. 2:50 h vonstattengeht.

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Fazit und Alternative

57% Eher nicht

Mit dem Venture 1 geht Leagoo den Weg, den auch schon Doogee mit dem Titan 2 beschritten hatte: ein stabiles Smartphone auf den Markt zu bringen, welches designtechnisch im Fahrwasser des Herstellers „Vertu“ fährt. Leider kann das Handy aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen. So hat das Smartphone über ein veraltetes Android System, eine eingeschränkte LTE-Unterstützung und einen langsamen Prozessor. Auch die Akkulaufzeit und die Kamera spielen nicht in einer Liga mit den Konkurrenten des Preisvergleiches. Wir können keine Kaufempfehlung geben.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 60 %
  • Betriebssystem und Performance 50 %
  • Konnektivität und Kommunikation 50 %
  • Kamera 50 %
  • Akkulaufzeit 50 %

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1 Kommentar zu "Leagoo V1 Testbericht"

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Rosebud
Gast
Rosebud

Das ist tatsächlich eines der hässlichsten Smartphones, die ich je gesehen habe… So wie man sich ein China-Smartphone vor 5 Jahren vorgestellt hätte. Und wer hätte es gedacht, dazu sieht es noch fast wie eine 1:1 Kopie vom UHANS U100 😀

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