Das Lenovo K6 ist ein klassisches Mittelklasse Smartphone und geht in Deutschland für unter 200€ über die Ladentheke. Die Übernahme von Motorola durch Lenovo ist schon länger gelaufen. Letztes Jahr gab man dann bekannt, dass der Name MOTO nur noch für High-End Geräte genutzt wird und Lenovo nun endlich ihre eigenen Smartphones auf dem europäischen Markt bringen wird. Das Lenovo K6 verfügt mit einem Snapdraogn 430 Octa-Core Prozessor über den gleichen CPU wie die Standard-Version des Xiaomi Redmi 4 und dessen Vorgänger, das Redmi 3S. Ein FHD-Display, 2/16GB Speicher, ein 3000 mAh starker Akku und alle in Deutschland benötigten LTE Frequenzen runden das K6 Paket ab. In China läuft es nicht sonderlich gut für die Lenovo Handy-Sparte und man musste sich bei den Verkaufszahlen VIVO, OPPO, Xiaomi, Huawei und ZTE geschlagen geben. Ob das Lenovo K6 in Europa punkten kann und wie sich das Markenhandy im Vergleich mit den eingefleischten China-Handys schlägt, wird dieser ausführliche Testbericht zeigen.

Modelle und Versionen

Neben dem K6 wird Lenovo auch noch das K6 Power und das K6 Note nach Europa bringen. Der Prozessor ist bei allen Modellen gleich, das Power verfügt aber über einen größeren 4000mAh Akku und 3/32GB Speicher. Im K6 Note kommen dann 4GB RAM und ein 5,5 Zoll Display zum Einsatz. In diesem Test soll es jedoch um das Lenovo K6 gehen.

Design und Verarbeitung

Nahezu alle Hersteller dieses Erdballs orientieren sich gerne am Design eines anderen. Die Chinesen machen dies mit besonderer Leidenschaft und die Kopie ist dort auch nicht verpönt. Das Lenovo K6 sieht dem Xiaomi Redmi 3s verblüffend ähnlich und selbst markante Elemente wurden perfekt getroffen. Das K6 besteht aus einem Aluminiumkörper mit jeweils 2 Kunststoffkappen an Ober- und Unterseite. Der Übergang von Metall auf Kunststoff ist nur minimal zu spüren. Die Verarbeitung ist super und das Handy liegt mit seinen abgerundeten und geschwungenen Kanten ideal in der Hand. Das 5 Zoll Display kann problemlos einhändig bedient werden und das Handy bringt lediglich 138g auf die Waage. Mit einer Länge und Breite von 142 x 70mm ist das K6 genauso kompakt wie ein Redmi 3S, wobei die Dicke von 8,5mm bei einem 3000mAh Akku nicht angemessen ist. Xiaomi verbaut im Redmi 3S 1000 mah mehr Akkupower.

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Die 3 üblichen Android Sensortasten sind Silber gekennzeichnet und eine Benachrichtigungs-LED strahlt hell oberhalb des Displays. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite verrichtet kritikfreie Arbeit und entsperrt das K6 auch aus dem Standby, innerhalb von einer Sekunde mit seltenen Fehlversuchen. Der Simkarten-Einschub an der linken Außenseite ist ebenso sauber eingearbeitet wie die Tasten an der rechten Außenseite. In das Dual-Sim Handy können 2 Nano-Simkarten oder eine Nano-SIM und eine Micro-SD (bis 128GB) eingelegt werden. Die Kamera ragt etwa 1mm aus der Rückseite hervor, wird aber durch einen Metallring vor direkten Tischkontakt geschützt.

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Das Lenovo K6 ist ohne Wenn und Aber ein schönes und auch durchaus hochwertiges Gerät geworden. Ein Vollmetallgehäuse, wie z.B. beim Redmi 4 Prime hätten wir uns bei einem Preis von fast 200€ dann doch gewünscht, aber gut. Mit dem K6 in der Hand fühlt man sich wohl und wird das Premium Gefühl wahrscheinlich nicht vermissen.

Display

Ohne ein schönes Display kann ein Handy noch so gut sein, nutzen lässt es sich nicht wirklich; Das hat sich Lenovo wohl gedacht. Im K6 kommt ein IPS Full-HD Display vom Feinsten zum Einsatz. Farbdarstellung, Blickwinkelstabilität sind auf hohen Niveau. Zwei Farbmodi stehen im Optionsmenü zur Auswahl, so knackige Farben wie bei einem Redmi 4 bekommt man jedoch auch auf „intensiv“ nicht. Tortzdem gefällt uns der „Intensiv“ Modus ausgesprochen gut. Alle Inhalte erscheinen mit den 441 Pixel pro Zoll gestochen scharf und selbst bei genauen Hinsehen kann man keine einzelnen Pixel mehr finden. Das Display ist leider recht anfällig für Fettschlieren und Fingerabdrücke und ob irgendeine Art schützendes Glas verwendet wurde bleibt offen. Die Helligkeit ist sowohl hoch genug für den Einsatz im Freien, als auch niedrig genug für den Einsatz im dunklen Zimmer.

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Der 10-Punkt Touchscreen ist ebenfalls vorbildlich und reagiert schnell und genau. Schnellschreiber werden sich umgehend wie zuhause fühlen, auch ein Input-lag ist nicht vorhanden.

Leistung

Ein Snapdragon 430 bringt Lenovos VIBE User Interface ordentlich in Fahrt. Die 8 Cortex-A53 kerne takten mit jeweils maximal 1,4GHz und werden im K6 von 2GB RAM unterstützt. In Anbetracht dieser Ausstattung läuft das Lenovo K6 beeindruckend flüssig im täglichen Betrieb. Wer viele Apps gleichzeitig öffnet, wird mit den 900MB freien RAM-Speicher jedoch schnell an seine Grenzen kommen. Die Adreno 505 GPU sorgt außerdem für eine brauchbare Gaming-Performance. Standard-Android Games laufen vollkommen flüssig und selbst anspruchsvolle 3D Games wie Asphalt 8, Modern Kombat 5 oder Nova 3 können fast komplett flüssig gespielt werden.

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Der interner Speicher ist mit 16GB nicht sehr üppig bemessen, kann aber bei Verzicht auf Dual-Sim um 128GB erweitert werden. Die Lese/Schreib-Geschwindigkeit ist mit 142/43 MB/s nicht gerade schnell, auch der RAM-Speicher bringt es nur auf 2,5GB/s. Im normalen Betrieb spürt man dies nicht wirklich. Nach einer Stunde Gaming erhitzt sich das Handy auf spürbare, aber nicht unangenehme 42° an der wärmsten Stelle. Lenovo hat das System des K6 gut auf Leistung optimiert, einzig die langsamen Speichermodule sind auffällig. Im Vergleich zu einem Redmi 3S liegt das K6 gleichauf in Punkto Spieleperformance und Systemperformance. Im Vergleich mit einem Redmi 4 Prime merkt man dann aber doch einen deutlichen Unterschied.

Lenovo K6 mit VIBE-UI

Das Lenovo K6 läuft mit einem Android 6 Betriebssystem, wobei Lenovo das hauseigene VIBE-UI darüber legt. Vibe-UI gehört grundsätzlich zu den etwas stärker angepassten System, Lenovo hat allerdings im letzten Jahr die optischen Anpassungen etwas zurückgeschraubt. So hat VIBE-UI keinen App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps), man kann allerdings ganz einfach auf den Android Standard-Launcher wechseln und schon erhält man den beliebten App-Drawer (Linke Sensor-Taste lange gedrückt halten –> Voreinstellungen –> Standardstartprogramm).

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Im Theme Center stehen 7 verschiedene Designs zur Auswahl und unter anderem auch das oben in den Screenshot abgebildete Standard-Android Design. Lock-Screen, Multitasking-Ansicht, Home-Screen und die Telefon-App können auch individualisiert werden, allerdings ist die Auswahl an Design teils stark begrenzt und eine Möglichkeit zusätzliche Designs herunterzuladen, wie z.B. bei MIUI, gibt es leider nicht. Die Schnellstartleiste ist funktional und nicht optisch ansprechend gestaltet. Die 13 Quick-Toggles lassen sich sortieren und auch austauschen.

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Das Optionsmenü ist im Standard-Android-Design gestaltet, man hat allerdings eine ganze Menge zusätzlicher Funktionen mit dabei. Unter dem Menüpunkt „Funktion“ findet man das „Schnelle Aufnahme“-Feature, mit welchen man durch Doppelklicken auf Leiser oder Lauter-Taste im ausgeschalteten Zustand des Smartphones schnell mal ein Foto aufnehmen kann. Double-Tap-to-Wake-Up steht zur Verfügung, ebenso ein WIDE-Touch Button, mit welchen man einen kleinen Kreis auf dem Display erhält, welcher verschiedene Funktionen für kurzfristige Aktionen enthält. Auch ein Dual-App Feature ist vorhanden, falls man z.B. 2 Whatsapp-Instanzen über 2 verschiedene Rufnummern nutzen möchte. Ansonsten gibt es auch noch weitere teils nützliche und teils spaßige Features zu entdecken.

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Das Lenovo K6 läuft mit VIBE-UI ausgesprochen flüssig und bietet einiges an sinnvollen Features. Auch dass man ohne Umwege auf Standard-Android Design wechseln kann, hat uns bei der Nutzung gut gefallen. Das System ist natürlich vollständig übersetzt und Updates werden direkt über eine integrierte OTA-Funktion eingespielt.

Kamera

Das Lenovo K6 verfügt über eine 13MP Haupt- und eine 8MP Frontkamera. Lenovos eigene Kamera-App bietet mitunter einiges an Einstellungsmöglichkeiten und sogar einen manuellen Modus, in dem man den ISO, Weißabgleich, Fokus und Belichtung individuell einstellen kann. Positiv an der Kamera ist zunächst die geringe Auslösezeit und der schnelle und genaue arbeitende Fokus. Für den Preisbereich bis 200€ ist die Kamera des K6 durchweg gut. Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen gelingen stets in ansehnliche Qualität. Auch Schwachlichtaufnahmen sind für den Mittelklasse Bereich in Ordnung. Die Bilder haben ausreichend viele Details, sind scharf und farblich gut abgestimmt. Die Bildqualität ist im gesamten gleichauf mit einem Redmi 3S. Das Lenovo K6 gewinnt allerdings den Selfie Contest mit wesentlich schärferen Aufnahmen. Videos können in Full-HD Qualität in durchschnittlicher Qualität aufgenommen werden.

Im Vergleich mit dem aktuellen Redmi 4 Prime kann das Lenovo K6 dann aber nicht mehr mithalten, muss es aber auch nicht. Wer gelegentlich schöne Aufnahmen machen will, wird absolut zufrieden sein. Wer Aufnahmen von High-End Geräten gewohnt ist, sollte die Finger vom Lenovo K6 lassen.

Kommunikation und Konnektivität

Lenovo K6 test 12 300x200Das Lenovo K6 funkt stabil und mit durchschnittlichem Empfang auf allen in Deutschland benötigten 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen. Die Gesprächsqualität ist beidseitig auf hohen Niveau, die Ohrmuschel könnte noch etwas lauter sein. Das WIFI Empfang im 2,4 GHz Netz ist sowohl bei Reichweite als auch im Datendurchsatz super.

Auf der Rückseite findet man 2 Lautsprecher und die Qualität hat uns positiv überrascht. Der Klang ist sogar leicht plastisch und auch auf höchster Lautstärke noch erträglich. Die Lautstärke liegt im Durchschnitt. Über den Klinkenanschluss ist mit Kopfhörern problemlos guter Musikgenuss möglich.

%nameNeben den 3 Standard-Sensoren (Helligkeits-, Näherungs-, und Beschleunigungs-Sensor) verbaut Lenovo vorbildlich einen Gyroskop- und einen Kompass-Sensor. Somit können VR Brillen genutzt werden und auch die Fußgängernavigation klappte im Test problemlos. Auch Bluetooth mit 4.1 Standard steht zur Verfügung. Das GPS Modul führt innerhalb von wenigen Sekunden einen stabilen Fix mit bis zu 18 Satelliten durch. Auf der 100km langen Teststrecke gab es im Auto keinerlei Abweichungen vom Kurs.

Akkulaufzeit

%nameIm Lenovo K6 kommt leider nur der „kleine“ 3000 mAh Akku zum Einsatz. Im K6 Power, Redmi 3S oder Redmi 4 sind es mit 4000 mAh ganze 25% mehr Akkupower. Nichtsdestotrotz ist die Akkulaufzeit im normalen Betrieb gut. Eine Stunde Youtube-Video-Streaming auf mittlerer Displayhelligkeit kostete 12% und im PCMark Akkutest hielt das Lenovo K6 bei mittlerer Displayhelligkeit (bereits recht hoch) gute 7,5 Stunden durch. Im Testbetrieb brachte ich es mit GPS Nutzung und Benchmarks konstant auf 2 Tage Laufzeit mit einer DOT (Zeit mit eingeschalteten Display) von 4-5 Stunden. Für ein Mittelklasse Handy ist die Akkulaufzeit einfach gut, im Vergleich mit einem Redmi 3S oder Redmi 4 geht das Lenovo allerdings baden.

Die Ladezeit ist außerdem erstaunlich langsam. So braucht das Smartphone von 0 auf 30% bereits 1 Stunde. Von 20 auf 90% vergehen hingegen 1,5 Stunden. Die letzten 10% sind dann wiederum erst nach 45 Minuten erreicht. Die gesamte Ladezeit von 0 auf 100% schwankte zwischen 3-3,5 Stunden.

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Fazit und Alternative

85% TOP

Das Lenovo K6 kann eigentlich durch die Bank überzeugen. Ein klasse Display, angemessen Mittelklasse-Performance, schönes und schnelles Vibe-UI, eine brauchbare Kamera, guter Empfang, eine gute Akkulaufzeit und ein schönes Design. Doch es gibt auch ein paar Dinge, die man negativ anprangern kann. So ist die Speicher gering bemessen und auch langsam. Warum man den 4000 mAh Akku nur im K6 Power anbietet, ist eigentlich nicht nachvollziehbar. Das Redmi 3S hatte auch 2 Speicherversionen mit jeweils einem 4000mAh Akku. Die lange Ladezeit sollte man auch noch beachten.

Vergleicht man das Lenovo K6 mit direkt in Deutschland erhältlichen Geräten ist die Preis/Leistung durchaus super. Den Vergleich mit Import-Smartphones hält das Lenovo K6 dann aber nicht Stand. Für um die 200€ erhält man bereits ein Le Max 2, ZUK Z2 oder ein Xiaomi Mi5. Ein Xiaomi Redmi 3S kostet knapp über 100€ und ein Xiaomi Redmi 4 Prime nur 150€. Dafür hat das Lenovo aber LTE Band 20 mit an Bord, werden viele jetzt sagen. Naja, die Kaufentscheidung können wir euch nicht abnehmen und wer Garantie, Gewährleistung und Service in Deutschland möchte, macht mit dem Lenovo K6 absolut nichts falsch. Als ebenso direkt in Deutschland erhältliche Alternative kann man sich auch das etwas teurere Huawei P9 Lite einmal genauer anschauen.

  • Verarbeitung und Design 90 %
  • Display 100 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 90 %
  • Kamera 80 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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Kommentar Updates
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Roman
Gast
Roman

Ab wann kann man denn das Lenovo K6 Power in Deutschland kaufen?

Michl
Gast
Michl

Habe versucht dazu Infos zu bekommen aber nichts gefunden, bis auf Aussagen, die darauf hin deuten, dass es in D wohl leider kein K6 Power geben wird, da sich Lenovo lieber wieder auf die Moto Reihe konzentrieren will. Schade! (:

Delta
Gast
Delta

Warum wird der nicht austauschbarer Akku erwähnt? In der Negativ Liste? Bei Xiaomis ist es aufgeführt. Ansonsten scheint es wirklich gute Alternative für Deutschland samt gutem Service zu sein. Ist bei Amazon aber gerade in der schönen Farbe ausverkauft.

Hansdampf
Gast
Hansdampf

Da würde ich aber immer noch das
Redmi Note 3 Pro International Edition oder Global Edition bevorzugen, hat auch ein LTE Band 20 und kostet ungefähr das selbe, hat dafür eine bessere Ausstattung und immer einen 4000mAh Akku.

exi
Gast
exi

Wer mit 3.000 mAh Akku nicht klar kommt, für den gibt es ja noch das K6 Power mit 4.000 mAh 😉

Roman
Gast
Roman

Wann gibt’s das Power-Modell in Deutschland? Finde es nirgends.

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