Der junge Hersteller Maze geht mit zwei Smartphones an den Start. Zum einen das Maze Alpha mit Edgeless Display, ähnlich zum Mi Mix, sowie unserem Maze Blade. Das Besondere am Maze Blade ist das Smartphone-Vorbild: Am häufigsten ist das Design am iPhone angelehnt, das Blade aber hingegen sieht den Smartphones von Sony recht ähnlich. So kommt frischer Wind ins Geschäft.

Die Preisklasse 100-150€ ist wohl diejenige mit der härtesten Konkurrenz. Knapp über 100€ kostet das Maze Blade, trotzdem muss man kaum Kompromisse eingehen. Vorder- und Rückseite sind riesige Glasflächen, der fast viereckige Rahmen ist aus kupferfarbenem Metall – ganz wie beim Vorbild Sony. Selbst der Powerbutton ist rund und ein zusätzlicher Button zum Auslösen des Sony Kamera-Sensors ist vorhanden.Maze Blade - Sample1

Unter der Haube findet sich Alt aber Bewährtes. Der MediaTek 6753 8 Kern Prozessor wird häufig in der Preisklasse verbaut. 3GB RAM und 32GB Speicher gibt es noch dazu. Wenn das System optimiert ist, erhält man so genügend Leistung für den Alltag. Ob Maze es geschafft hat, nicht nur beim Design bei Sony abzuschauen und ob das Blade auch ein zuverlässiger Alltagsbegleiter geworden ist, lest ihr im Testbericht!

Design

Sony behält schon seit vielen Jahren ihr Smartphone Design bei. Solch ein kantiges Design findet man sonst bei keinem anderen Hersteller. Grund genug für ein Wagnis, dachte sich Maze. Das Blade sieht den Smartphones von Sony zum Verwechseln ähnlich! An alles wurde gedacht: Eckig, zusätzliche Kamera Taste, der Rahmen in dunklem Kupfer, sogar das Logo ist nicht unähnlich. Schlimm? Nein. Bei den meisten Smartphones sieht man das iPhone im Konzept widerspiegeln. Das Maze Blade ist so ein Stück einzigartig.Maze Blade - Farben

Im Ganzen gefällt mir das Design. Vorder- und Rückseite wirken je wie ein Stück Glas. Der Rahmen hat abgeschliffene Kanten, wodurch er sich gut greifen lässt. Das Kupfer als Akzentfarbe findet sich neben dem Rahmen auch an der Kameralinse. An der Oberseite befindet sich der Klinkenanschluss für Kopfhörer und unten die Ladebuchse sowie Aussparungen für Lautsprecher, Mikrofon und eine Öse, z.B. für eine Schlaufe oder ähnliches. Der Lautsprecher besitzt zwar zwei Aussparungen, ist aber leider nur mono. Der Homebutton mit Hub fungiert als Fingerabdrucksensor und ist, passend zum Design, eckig. Oben finden sich noch die Frontkamera, ein Lautsprecher zum Telefonieren, der Helligkeitssensor und eine Status-LED. Diese pulsiert statt zu blinken, aber nur in den Farben Rot, Blau und Grün.

Leider gehören die Buttons nicht zu den Stärken des Maze Blade: Die seitlichen Tasten wackeln stark in der Fassung, beim Homebutton ist es noch vertretbar. Dazu kommt, dass die Plastikeinsätze im Rahmen, für den Empfang oder die Fassung der Anschlüsse, zu fett sind und aus dem Gehäuse stehen. Auch geht das Maze Blade verschwenderisch mit Platz um! Für ein 5,5“ Zoll Smartphone ist es einfach zu groß! Die Maße von 159x77x8mm gehen schon in Richtung des Mi Max 2 (174x88x7,6). Die 180 Gramm, die es auf die Waage bringt, sind dagegen okay. So fühlt es sich wertig an.

Meckern auf hohem Niveau? Vielleicht, aber neben den Redmi Modellen muss man als Hersteller Gas geben im Kampf um Marktanteile. Ansonsten gehört das Maze Blade zu einem der schönsten Smartphones da draußen.

Der Lieferumfang ist nicht üppig, neben Netzteil und micro-USB Kabel befinden sich nur noch ein SIM Slot Tool und Anleitungen in dem Karton.Maze Blade - Lieferumfang

Display

Maze Blade - DisplayDas Display bietet 5,5“ Zoll und Full HD Auflösung. In der Preisklasse zwar häufig gesehen, aber kein Muss. Daraus resultieren 401 PPI, Pixel sind somit keine mehr zu erkennen. Auch bei der Helligkeit haben wir nichts auszusetzen, im Freien hat man kein Problem beim Ablesen. Ebenso wenig bei extremen Blickwinkeln. Farben und Inhalte werden auf dem Display lebendig dargestellt, aber kein Vergleich zu einem AMOLED Display.  Am Display des Maze Blade gibt es nichts auszusetzen, der Touchscreen funktioniert genau, erkennt 5 Punkte gleichzeitig und auch Zusatzoptionen wurden eingebaut. Zum einen ist da das bekannte Mira Vision, zur persönlichen Anpassung. Zum anderen das Live Display, was bei Nacht die Farbtemperatur senkt – eine Art Blaufilter zur Schonung der Augen.

Alles aus Glas, das gibt Kratzer – könnte man meinen. Ich hatte das Maze Blade meistens im Rucksack samt Schlüsselbund, trotzdem ist die Oberfläche komplett heil geblieben. Einzig auf Fingerabdrücke reagiert vor allem die Rückseite empfindlich. Die Vorderseite ist durch einen kleinen vorstehenden Rahmen geschützt, so besteht Hoffnung, dass das Maze Blade runterfällt und die Vorderseite ganz bleibt. Kommt es aber auf der Rückseite aus Glas auf, so ist diese mit hoher Wahrscheinlichkeit hinüber.

Leistung

8 Kerne und 1,3 GHz hören sich schonmal nicht schlecht an. Der MediaTek MT6753 besitzt 8 ARM Cortex A53 Kerne, die zwischen 300 MHz und 1,3 GHz takten. Dazu gesellt sich die Mali-T720 GPU sowie 3 GB Arbeitsspeicher.  Im Antutu Score werden so 38.000 Punkte erreicht. Damit richtet sich die Leistung an Casual Nutzer, die ihr Smartphone vornehmlich für alltägliche Aufgaben benötigen.

Für das Daddeln am Smartphone zwischendurch reicht die Leistung des Maze Blade aus. Bei den Grafikbomben à la Asphalt 3 müssen die Details deutlich zurückgeschraubt werden. Die Hardware hat mit der Full HD Auflösung des Displays kein leichtes Spiel. Das Leagoo M7 zum Beispiel erreicht nur 25.000 Punkte im Antutu Benchmark, aber hier muss die Hardware nur halb so viele Pixel bedienen. Kleinere Spiele zwischendurch sind kein Problem, auch die Ladezeiten halten sich in Grenzen. Der Arbeitsspeicher ist mit 3,6 GB/s nicht der schnellste und auch der interne Speicher liegt auf Klassenniveau mit 191 Lesen und 79 MB/s Schreiben.

Für ein Smartphone knapp über 100€ ist die Leistung zufriedenstellend. Wir haben ein Smartphone für den normalen Nutzer erwartet und dies auch bekommen. Alltägliche Aufgaben packt das Maze Blade geschmeidig und auch vor rechenintensiven Anwendungen muss man als Nutzer zwar Abstriche machen, aber nicht zurückschrecken.

Android

Als OS kommt noch Android 6 zum Einsatz. Ein Update auf 7 ist leider noch nicht angekündigt. Dafür hat das installierte Android keine Veränderungen, nur zusätzliche Punkte in den Einstellungen. Das System läuft flüssig mit dem Achtkernprozessor, dank dem 3 GB großem Arbeitsspeicher ist Multitasking kein Problem. Einzig beim Scrollen im Google Playstore kommt es zu Mikrorucklern. Gestartet ist das System in 34 Sekunden und vom gesperrten Smartphone zum Homescreen maximal in einer Sekunde. Hier bietet das Maze Blade das Smart Wake Feature sowie das direkte Entsperren via Fingerabdruck.

Dieser muss zunächst eingerichtet werden, nur findet sich kein Punkt unter den Entsperrmöglichkeiten. Erst als ich einfach meinen Daumen als Fingerabdruck hinzugefügt habe, war es möglich. Zusätzlich ist eine Software installiert, die es ermöglicht, Apps vor Dritten zu schützen. Zum Öffnen ist dann ein Masterpasswort/individuelles Passwort/Fingerprint nötig. Wer sein Smartphone in Kinderhände gibt, kann so Schadensbegrenzung betreiben.

Die Bedienung von Android geht gut von der Hand. Das System bringt genügend Leistung für die meisten Nutzer! Ich habe aber ein Problem mit der Bedienung des Smartphones, genauer mit der Unhandlichkeit. Dass Maze verschwenderisch mit dem Platz umgegangen ist, wurde bereits geklärt, aber dies schlägt sich auf die Nutzung des Smartphones aus. Jedes andere Smartphone kann ich gut mit einer Hand bedienen, egal ob 5“ oder 5,5“ Zoll, beim Maze habe ich aber meine Probleme. Das Design ist nicht rund genug, und der Rand unten zum Bildschirm ist gigantisch. Dazu kommt, dass die „Back“-Sensortaste links ist. Die haptische Bedienung bewerten wir deshalb als klaren Nachteil.

Kamera

Bei der Kamera wandert Maze wieder auf Sony Pfaden. Mein erstes Handy von Sony Ericsson hatte damals schon eine verdammt geile Kamera! Genug Nostalgie: Verbaut wurde der IMX 214 Sensor von Sony. Dieser löst mit bis zu 13MP auf und macht einen guten Job. Die Bilder sind von ansehnlicher Qualität.

Bei den meisten Smartphonekameras zurzeit haben wir das gleiche Spiel: Bei ausreichend Tageslicht und, noch besser, Sonnenschein bekommt man schöne Bilder. Bei Dämmerung oder wenig Licht rauschen die Schnappschüsse ungemein – so auch bei unserem Maze Blade! Bei Tag mangelt es den Bildern an nichts. Ist die Beleuchtung nicht optimal, kann man mit dem HDR Modus entgegenwirken. Dies belohnt der Sony IMX 214 Sensor mit ansehnlichen Bildern und zurückgewonnener Sättigung und Schärfe.

Die Kamera App ist größtenteils von Android, lediglich die Auslösebuttons wurden angepasst. Das Auslösen über den zusätzlichen Knopf ist schon irgendwie nostalgisch. Allerdings ist die Verwacklungsgefahr durch das Drücken des Buttons größer. Dieser hat keine zwei Stufen, sondern löst sofort aus – bei normalen Kameras wird bei leichtem Drücken zunächst fokussiert. Ein Vorteil ergibt sich noch durch den Kamerabutton und die verspiegelte Rückseite: Selfies können so mit den 13MP der Hauptkamera statt den 8MP der Vorderkamera aufgenommen werden.

Konnektivität

Gleich vorweg: ja, LTE Band 20 ist an Bord. Man kann also alle 2G, 3G und auch 4G Netze problemlos nutzenDaneben bietet das Maze Blade Dual SIM, wie jedes Chinahandy. Dies allerdings nur mit einem Hybrid-Slot, bedeutet, dass ihr bei dem zweiten Steckplatz zwischen einer SIM Karte oder einer Speicherkarte wählen müsst. Angesichts des 32GB großen internen Speichers aber durchaus verschmerzbar.

Wer aber bei Maze für den Mechanismus, der den Schlitten auswirft, verantwortlich ist, gehört gefeuert. Ich hoffe, dass dies nur bei unserem Maze Blade der Fall ist: Der Hebelmechanismus ist extrem schwergängig! Er funktioniert, aber für das Reindrücken des Tools wird pure Manneskraft benötigt, sonst tut sich da nichts.

Maze Blade - GPSIn die hiesigen Netze kommt man ohne Probleme. Im Vodafone und Telekom Netz klappte alles wie gehabt. Der Empfang war zufriedenstellend, ich hatte aber auch schon Smartphones, die das besser konnten (AGM X1). Im Gespräch wird man gut verstanden und man hört seinen Partner gut. Die Lautstärke des oberen Speakers erreicht ein gutes Level. Bei der Nutzung der Freisprechfunktion schwächelt das Maze Blade. Typisch für die Preisklasse wird es vor allem im oberen Lautstärkebereich unerträglich. Bei Musik war es aber noch in Ordnung.

Dafür findet das Maze Blade sehr schnell GPS Satelliten. Der Empfang ist normal, was uns zur Navigation im Auto ausreicht. Bei der Navigation zu Fuß war das Signal nicht mehr genau genug. Oftmals wurden wir ein paar Meter versetzt angezeigt. Auch vermisst man hier einen Kompass.

Neben dem mobilen Netz kommt ihr per n-Standard ins WLAN Netzwerk. Bei unserer 100.000 Kabelleitung bekam ich 40.000 durch, passt! Am Bluetooth Modul habe ich nichts auszusetzen, per Bluetooth 4.1 verbindet sich das Maze Blade. Die Reichweite unterscheidet sich nicht zu anderen Geräten. An Sensoren sind die drei Standards verbaut: Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor.

Akku

Maze Blade - PC Mark BatteryPuh, lediglich ein 3000 mAh Akku hat in das Gehäuse gepasst. Bei der Größe, die das Maze Blade an den Tag legt, habe ich beim ersten Hands-On auf einen größeren Akku gehofft. Der größte Stromfresser beim Smartphone von Maze ist das große 5,5 Zoll Display samt Full HD Auflösung. Dafür ist die Akkukapazität knapp bemessen. Über den Tag kommt ihr gut mit dem Maze Blade mit 3 bis 4 Stunden aktiver Nutzung. Im Battery Mark Test erreicht es 5.30 Stunden. Dazu kommt aber die gute Standby Optimierung, über Nacht verliert das Maze Blade gerade mal 7% Akkukapazität. Zwei Tage mit einer Akkuladung zu schaffen, wird für Power User schwer. Das Maze Blade ist ein Smartphone geworden, welches jede Nacht geladen werden sollte.

Auf eine Schnellladefunktion wurde verzichtet – dies haben aber auch die Wenigsten in der Preisklasse. Auf 50% schafft man es in 65 bis 70 Minuten. Bis es vollgeladen ist, vergehen ganze drei Stunden; die letzten 15% benötigen fast eine Stunde.

Fazit und Alternative

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Erik Zürrlein:

Das Blade von Sony, ähm Maze, zeigt, dass es auch andere Smartphones gibt, an denen man sich gut „orientieren“ kann. Das Maze Blade ist nicht die Macht in Sachen Leistung. Der Mediatek Prozessor erledigt alle anfallenden Alltagsaufgaben, wird von GPU und RAM sicher unterstützt, wodurch Mehrbelastung auch möglich ist. Poweruser sollten aber mehr Geld investieren. Die Leistung ist limitiert und den Akku habe ich auch schon an einem Tag mit links leer gemacht. Die Vorteile des Blade liegen im optischen Bereich. Zum einen ist es ein Schmuckstück, das Design kam bisher bei allen gut an. Zum anderen macht es, für seine Preisklasse, durchaus schöne Bilder, Schnappschüsse und Selfies. Auch die komplette Ausstattung spricht für den Newcomer Maze Blade. So würde es sich besonders gut als Smartphone für die Frau anbieten: schick, praktisch und die Leistung reicht aus – die spiegelnde Glasrückseite zum Schminken inklusive.
Nicht optimal gelöst sind Abmessungen und Haptik des Smartphones. Zu groß, zu wenig mitgedacht, zu wenig den gebotenen Platz ausgenutzt. Die Verarbeitung ist nicht perfekt. Käufer eines 5,5“ Zoll Smartphones erwarten aber nicht unbedingt, dass man es mit einer Hand bedienen kann.
Mit dem Modell Blade feiert Maze eine gelungene Premiere auf dem Smartphone Markt. Es gibt aber auch definitiv noch Potential nach oben. Schafft man es am kommenden Modell, dem Maze Alpha, Fehler auszumerzen und es zu optimieren, so können sie ein paar Marktanteile abgreifen.
Im Klassenvergleich sticht das Maze Blade nicht sonderlich heraus, lediglich durch das Design. Dabei bietet es eine umfangreiche Ausstattung und eine tolle Kamera. Stellt man es den Xiaomi Redmi Modellen gegenüber, hat das Maze Blade keine Chance. Der Gigant Xiaomi Redmi 4X bzw. Note 4X macht einfach jedes andere Modell platt. Mehr erhält man einfach nicht für sein Geld. Im Angebot erhält man es schon teilweise für um die 130€.

77%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 60 %
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Andrej

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