Hier kommt Heavy Metal, ein Smartphone für echte Kerle: Das Maze Comet bringt stolze 237 Gramm auf die Waage und liegt in der Hand wie ein Amboss. Ob das Schwergewicht für 130 Euro mit seinem 64 GB großen Speicher und 18:9 Display im Alltag überzeugen kann, soll der Test zeigen.

Design

Dieses Teil schlägt ein wie ein Komet. Nicht nur in Sachen Gewicht (237 Gramm), sondern vor allem mit seinem, nunja, unkonventionellem Design. Das Display im 18:9-Format wird umrahmt von einem abgerundeten, CNC-gefrästen Metallbody, die Rückseite ist mit schwarzem Leder bezogen. Auf dem Leder sitzt die Kameralinse mit Dual-LED-Blitz, umrahmt von einem altbacken wirkenden Metallwappen. Zum rustikalen Outfit passen die vier Schrauben an den Flanken. Wie lässt sich das MAZE Comet mit einem Wort beschreiben? Grufti? Emo? Spacig? Edel? Keine Ahnung. Fest steht nur: Dieses exotische Design passt in kein bekanntes Schema. Höchstens der Name „Vertu“ springt einem in den Kopf.

MAZE Comet Display 2

Doch wie sieht es mit der Verarbeitung aus? Leider nicht so gut. Als erstes fällt ein Pixelfehler im Display auf, dann die klappernden Power- und Lautstärke-Tasten am linken Gehäuserand. Zu guter Letzt ist der Bildschirm so lieblos eingepasst, dass er sich im mittleren Bereich knarzend vom Gehäuse abhebt (geschätzt 0,5 mm). Mit seinen Maßen von 158.8 x 73.5 x 9.9 mm zählt das Maze Comet zur Kategorie „Prügel“, andere Geräte (z.B. das Umidigi Z1 Pro) verpacken einen 4000 mAh Akku deutlich filigraner.

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Auch bei der Navigation geht Maze einen ganz eigenen Weg: Keine Zurück-Taste, keine Task-Taste. Ein einziger Home-Button übernimmt die Aufgabe der Navigation. Tippt man ihn nur an (kapazitiv), geht es zurück. Drückt man ihn mechanisch, landet man auf dem Startbildschirm. Gedrückt halten für die Task-Ansicht. Das funktioniert im Test eigentlich ganz gut, auch wenn es ungewohnt ist. Wem das nicht schmeckt, der kann On-Screen-Buttons aktivieren, die dank 18:9-Format auch nicht wirklich Platz stehlen. Gleichzeitig fungiert der Home-Button als Fingerprintsensor, der mit 9/10 erfolgreichen Entsperrversuchen zuverlässig seinen Dienst verrichtet.

Display

5,7 Zoll im 18:9-Format – das ist eine Ansage und wird mittlerweile schon zum Standard in der Mittelklasse. Laut Hersteller kommt Gorilla Glas 5 zum Einsatz. Die Chancen, einen Sturz zu überleben, stehen also nicht schlecht. Die Chancen, dass der Metallbrocken dabei alle Fußknochen bricht, aber auch nicht.

Maze Comet 8

Das 2.5D-Glas bildet einen schönen Übergang mit dem abgerundeten Metallbody. Wäre da nicht das fiese Spaltmaß (siehe oben), könnte man in diesem Punkt von einem gelungenen Design sprechen. Weniger berauschend ist bei dieser Größe ist die HD-Auflösung von 1440 x 720 Pixeln und 281 PPI. In der Praxis leidet die Qualität darunter nicht, alle Inhalte werden auf dem IPS-Bildschirm ausreichend scharf abgebildet. Die Farben und Kontraste kommen ebenfalls gut und natürlich rüber, auch die Helligkeit reicht bei Sonnenschein aus. Feinheiten lassen sich über MiraVision justieren.

Leistung

Für aktuell 130 Euro im Pre-Sale bringt das Maze Comet eine recht ordentliche Hardware mit. Der Mittelklasse-Achtkern-Prozessor (MediaTek MT6750T) taktet mit 1.53 GHz; gepaart mit 4 GB Arbeitsspeicher und einem Mali-T860 Grafikchip ist das Comet für alle Alltagsaufgaben bestens gerüstet. Auch grafisch anspruchsvollere Spiele laufen halbwegs flüssig.

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Maze Comet A1SDBenchMit an Bord sind satte 64 GB Speicher, die es kaum nötig machen, die Möglichkeit wahrzunehmen, eine zusätzliche SD-Karte einzusetzen. Alles in allem läuft das Android 7.0-System sehr flott und ohne Bugs. Das Maze Comet bietet eine solide Grundperformance, die Flagship-User zwar eher weniger ansprechen wird, für Otto-Normal-Verbraucher aber allemal alle Bedürfnisse erfüllt.

Akku

Die Akkukapazität gibt der Hersteller mit 4000 mAh an, was auch die Messung bestätigt. Eine volle Ladung am Typ-C-Anschluss nimmt rund drei Stunden in Anspruch. Wie lang das Comet damit im PCMark Akkutest durchhält, konnte leider nicht ermittelt werden. Nach spätestens zwei Stunden spielte das System einen Streich und beendete den Testlauf eigenständig.

In der Praxis gab es hingegen keine Überraschung. Wie für 4000 mAh anzunehmen, kommt man damit locker über den Tag. Wer sparsamer fährt, muss erst am Ende von Tag zwei an die Steckdose zum Stromzapfen.

Konnektivität

MAZE Comet Sim EmpfangAuch wenn bei den Sensoren nur das Standardprogramm gefahren wird (Beschleunigung, Umgebungslicht, Schwerkraft, Näherung), so gibt es ansonsten nichts zu meckern. Das Maze Comet beherrscht alle nötigen Netze. Der Nutzung hierzulande steht also nichts im Weg. Außerdem lassen sich zwei Nano-SIM-Karten einsetzen. Wer das tut, muss wegen des Hybrid-Slots auf die Micro-SD-Karte verzichten. Oder umgekehrt.

Die Gesprächsqualität ist gut, die Stimme am anderen Ende klar zu hören, lediglich die Lautstärke könnte einen Ticken höher sein. Ebenso als zuverlässiges Navi (GPS, GLONASS, BeiDou) und Jukebox (über Bluetooth mit dem Auto verbunden) macht das Comet eine gute Figur. Im WLAN läuft das Smartphone dank .ac-Standard zur Höchstform auf. Der Lautsprecher an der Unterseite verhält sich, wie in dieser Preisklasse üblich: Für Freisprechen reicht es, bei der Wiedergabe von Musik ist er überfordert und verzerrt bei hoher Lautstärke.

Kamera

Klar ist bereits, dass die Kamera auf der Rückseite aufwendig in Szene gesetzt wird. Aber was steckt hinter dem protzigen Auftritt? Hinter den Kulissen werkelt ein Sony IMX 258 mit 13MP und besitzt eine Blende von f2.2. Der Sensor ist z.B. auch im Redmi Note 4X oder Vernee Mars Pro verbaut und leistet dort überzeugende Arbeit. Der Streifzug mit dem Maze Comet bestätigt das: Die Bilder sind scharf, farbecht und auch bei schwächerem Licht noch akzeptabel. Mit Gegenlicht oder hellem Himmel kommt das Comet hingegen nicht besonders gut klar und belichtet dann das ganze Motiv entweder zu hell oder zu dunkel. Begrüßenswert ist es, dass der Hersteller nicht auf den Dual-Cam-Zug aufgesprungen ist. Denn erfahrungsgemäß ist in dieser Preisregion nur eine Mogelpackung zu erwarten.

Auf der Vorderseite arbeitet ebenfalls ein Sony-Sensor, der IMX219. Dieser schießt solide Selfies mit 8MP bei Blende f2.2. Er arbeitet unter anderem im Nomu S30 Mini auch als Hauptsensor und weiß zu überzeugen. Fazit zur Kamera: Das Maze Comet setzt auf bewährte Sensoren und verzichtet auf eine oft sinnlose Dual-Cam.

Android 7 System

Gleich vorweg: Vorsicht vor dem Update! Das durfte Chinahandys.net am eigenen Leib erfahren, denn ein Update auf „Maze_Comet_V02_20171111_20171111-1448“ knockt das Telefon komplett aus. Schicht im Schacht. Das hier getestete Gerät ist schon das Comet Nummer Zwei mit Version „Maze_Comet_V01_20171103“. Die läuft solide, bis auf den Bug mit PCMark (siehe oben).

Das Android 7.0 ist weitestgehend naturbelassen, läuft schnell, flüssig und ohne störende „Designexperimente“. Alles ist an seinem Ort: App-Drawer mit App-Suchen-Funktion, Google Apps und andere gewohnte Elemente.

Lieferumfang des MAZE Comet

  • MAZE Comet Lieferumfang 2Anleitung, auch auf Deutsch
  • USB-C-Kabel
  • Maze Comet (schwarz oder blau)
  • Netzteil

 

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Eines steht fest: Das Maze Comet ist ein ganz spezieller Kandidat aus China. Metall, Leder, 5.7 Zoll – das fällt definitv auf! Die Hardware ist stattlich und dank Band 20 wird auch LTE unterstützt. Wer also ein aus der Reihe tanzen möchte und kein Problem mit dem hohen Gewicht hat, wird mit dem Maze Comet durchaus glücklich. Wer lieber auf bewährte und schlichte Technik setzt, wäre in dieser Preisregion wohl mit einem Xiaomi Redmi Note 4X gut beraten.

65%
  • Design und Verarbeitung 50 %
  • Display 60 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 70 %
  • Akku 70 %

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