Während Xiaomi mit seiner Redmi-Reihe in Deutschland für ein großes Aufsehen gesorgt hat, ist es um Meizu erstaunlich still geworden. Mit dem Meizu M5 präsentiert der chinesische Handygigant nun jedoch ein Mittelklasse-Smartphone mit einer soliden Grundausstattung und attraktivem Preis. So geht das Meizu M5 mit einem Octa-Core Prozessor, 3GB RAM, einer 13 Megapixel-Kamera und einem 5,2 Zoll HD-Display an den Start und konkurriert damit direkt mit dem Xiaomi Redmi 4. Wir haben das Meizu M5 einem ausführlichen Test unterzogen und berichten Euch, was das Handy zu bieten hat.

Mit dem M5-Reihe möchte Meizu zudem im europäischen Markt durchstarten. Es gibt daher eine chinesische und eine europäische Version des Meizu M5. Die europäische Version verfügt über Deutsch als Sprache, volle LTE Unterstützung in Deutschland sowie den Google Playstore. Die EU-Version kann auf Amazon.de bestellt werden. Auf der chinesischen Version ist kein LTE Band 20 verfügbar und als Sprache gibt es von Werk aus nur Chinesisch und Englisch.

Design und Verarbeitung

Das Meizu M5 besticht mit einem einfachen und eleganten Design. Dass Meizu sich in diesem Punkt gerne von Apple inspirieren lässt, kommt dem Meizu M5 zugute. Was die verarbeiteten Materialien angeht, setzt Meizu auf ein Polycarbonat-Kunststoffgehäuse. Dieses gibt es in den Farben Blau, Schwarz, Weiß, Gold und Grün. Das Gehäuse ist ergonomisch geformt und sorgt dafür, dass das Handy sehr angenehm in der Hand liegt. Der Haptik kommt dabei auch das geringe Gewicht von nur 137g zugute. Die Maße des Handys betrage 147x72x7,8mm. Das Meizu M5 ist somit ein schlankes und handliches Handy und kann mit seinem 5,2 Zoll Display auch noch gut mit einer Hand bedient werden.

Im Vergleich mit dem Redmi 4 wirkt das Meizu geradezu filigran, was jedoch auch dem deutlich kleineren Akku geschuldet ist. Die Kamera auf der Rückseite ist perfekt in das Gehäuse eingearbeitet und ragt keinen Millimeter heraus. Auf der Vorderseite finden sich unterhalb des Displays keine Soft-Touch Buttons. Das Meizu M5 verfügt stattdessen über einen multifunktionalen Homebutton. Dieser dient zugleich als Fingerabdrucksensor, Homebutton und Zurück-Button. Die „Zurück-Funktion“ löst man aus, in dem man den Button berührt. Drückt man den Button stattdessen herunter, wird man zum Homescreen manövriert. Die App-Übersicht kann aufgerufen werden, indem man neben dem Homebutton nach oben wischt. Die Bedienung des Meizu M5 bedarf zwar einer kleinen Eingewöhnungsphase, dann lässt sich das Handy jedoch gut bedienen. Auch die integrierte Fingerabdruckerkennung funktioniert sehr gut und überzeugt mit einer hohen Geschwindigkeit und geringer Fehlerrate. Zum Entsperren muss der Homebutton jedoch mit dem Finger betätigt werden. Ein einfaches Auflegen des Fingers genügt nicht.

Die Rückseite des Handys kann nicht abgenommen werden und man hat keinen Zugriff auf den Akku. Zwei Nano-Simkarten können seitlich in das Handy eingesetzt werden. Alternativ hat man die Möglichkeit, einen der beiden Simschächte für die Speichererweiterung per Micro-SD zu verwenden. Eine Benachrichtigungs-LED ist auch vorhanden.

Lieferumfang des Meizu M5

Im Lieferumfang des Meizu M5 ist ein Ladeadapter, einer MicroSD-Kabel und eine chinesische Bedienungsanleitung enthalten. Die China-Shops liefern zudem noch einen passenden EU-Adapter für den Ladestecker mit. So auch der CECT-Shop, von dem wir das Handy zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Display

Das Meizu M5 hat ein 5,2 Zoll Display mit einer HD-Auflösung von 1280*720 Pixeln. In der Diagonale ist das Bild 13cm groß und bringt es auf eine Bildpunktdichte von 282 Pixeln pro Zoll. Das Bild ist angenehm scharf und es sind bei der normalen Verwendung keine einzelnen Bildpunkte mehr sichtbar. Im direkten Vergleich mit einem FullHD-Display zeigt sich jedoch die geringere Schärfe. Die Helligkeit des Displays ist hoch und liegt laut Hersteller bei 380cd/m². Beim Einsatz im Freien schlägt sich das Handy gut, lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung kommt es zu Spiegelungen auf dem Display. Die Farbwiedergabe ist akkurat und wirkt out-of-the-box naturgetreuer als das warme Bild des Xiaomi Redmi 4.

Der Touchscreen registriert bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig und gewährleistet eine präzise Bedienung des Handys. Zusatzfunktionen wie Smartwake und ein Lesemodus, der abends die Blaustrahlung des Handys reduziert, sind ebenfalls vorhanden.

Meizu hat das M5 zwar nicht mit einem FullHD-Display ausgestattet, die Bildqualität ist dem Preis des Gerätes jedoch absolut angemessen. Das Display erscheint leuchtstark und farbecht und eignet sich gut zur Anschauen von Multimedia.

Leistung

Das Meizu M5 ist mit einem MT6750 Prozessor des taiwanesischen Herstellers Mediatek ausgestattet. Dies ist ein CPU der unteren Mittelklasse, der auf die schnelle Nutzung der Grundfunktionen und gelegentliches Gaming ausgelegt ist. Im Vergleich mit dem Snapdragon 625 des Xiaomi Redmi 4 ist das Meizu M5 deutlich leistungsschwächer. Der Prozessor arbeitet mit 4 Kernen, die jeweils eine Taktrate von 1,5 GHz haben und weiteren 4 Kernen, die jeweils mit 1,0Ghz. takten. Im Praxiseinsatz zeigt das Meizu M5 eine gute Leistung und es gibt nur sehr kurze Wartezeiten bei der Bedienung des Handys. Dank der guten Softwareoptimierung des Herstellers läuft Navigation durch das System vollkommen flüssig und sehr schnell. Im Internet schlägt sich das Handy hervorragend und es gibt quasi keine Probleme beim Rendering von Websites.

Das Meizu M5 gibt es zudem in zwei Speicherversionen. Die leistungsärmere Version verfügt über 2GB RAM und 16GB Speicher, die stärkere Version über 3GB RAM und 32 GB Speicher. Nutzer, die mit ihrem Handy gerne verschiedene Apps nutzen wollen, sollten zur größeren Version greifen. Durch die 3GB Arbeitsspeicher wird die Multitaskingfähigkeit des Gerätes gesteigert und auf unserem Meizu M5 hatten wir keine Probleme, zahlreiche Apps nebeneinander zu nutzen. Die Geschwindigkeit der verbauten Speichermodule ist durchschnittlich. Der interne Speicher erreicht eine Schreibgeschwindigkeit von 76 MB pro Sekunden und eine Lesegeschwindigkeit von 200MB pro Sekunde. Der Arbeitsspeicher ist 5GB/s schnell.

Aktuelle 3D-Games können mit dem Meizu M5 noch gespielt werden. NOVA 3 läuft auf dem Gerät flüssig, bei Asphalt 8 muss jedoch die niedrigste Grafikeinstellung gewählt werden.

Das Meizu M5 ist kein Performance-Wunder. Was das Smartphone aber liefert, ist ein schnelles System mit dem sich Standard-Apps und Multimedia mit angenehmer und flotter Geschwindigkeit nutzen lassen.

Android 6 mit Flyme OS

Auf dem Meizu M5 kommt Flyme OS zum Einsatz, welches auf Android 6 basiert. Das System ist sehr stark angepasst und ähnelt Xiaomis MIUI. Auf der offiziellen Global ROM, die auf den in Deutschland verkäuflichen Geräten installiert ist, sind der Google Playstore und die deutsche Sprache vorhanden.

Hinweis: Wer die chinesische Version des Meizu M5 gekauft hat, kann mit dieser Anleitung Anleitung die offizielle Global ROM auf das Gerät installieren. Die deutsche Sprache und der Google Playstore sind dann vorhanden. Leider aktiviert die Global ROM nicht LTE Band 20.

Das auf dem Meizu M5 installierte FlymeOS läuft schnell und überzeugt mit einer sehr ansprechenden Optik. Das System kommt ohne App-Übersicht, was bedeutet, dass alle Apps auf dem Bildschirm abgelegt werden. Die Funktionalität wurde im Vergleich zum unberührten Android-System erweitert und angepasst. Wer Spaß am optischen Anpassen des Systems hat, kann aus einer Vielzahl von Themes wählen. Ansonsten ist das System sehr übersichtlich gestaltet und bietet einen großen Funktionsumfang. So kann man unter Flyme jetzt schon das Multitasking System nutzen, was Android erst unter Nougat standardmäßig implementiert. Auch angepasste Screenshots sind möglich, so kann das Bild entweder auf einen Bereich eingeschränkt oder sogar ganze Webseiten aufgenommen werden. Unter dem Menüpunkt „Sicherheit“ gibt es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für App-Berechtigungen, Mobile Daten und auch ein Antivirus-Programm ist von Werk aus ins System integriert. In den Einstellungen kann man zudem die integrierte Gestensteuerung und Smartwake-Funktionen konfigurieren und den Lesemopdus/Blaulichtfilter mit einem Zeitplan automatisch ein- und ausschalten.

Insgesamt überzeugt das Meizu M5 mit einem optisch ansprechendem System mit übersichtlichem Design und guter Funktionalität. Es bleibt zu hoffen, dass Meizu zeitnah eine Internationale Version des Systems veröffentlicht, sodass das M5 auch in Deutsch übersetzt ist.

Kamera

Auf der Rückseite hat das Meizu M5 eine 13 Megapixel Kamera mit einer f/2.2 Öffnung verbaut. Diese wird durch einen LED-Blitz und PDAF-Autotokus unterstützt. Bei Tageslicht aufgenommene Bilder haben eine sehr gute Schärfe und Farbwiedergabe. Was Meizu hier abliefert, ist für ein günstiges Mittelklasse-Handy sehr gut. Der Autofokus arbeitet sehr schnell und absolut akkurat. Auch die Auslösezeit ist minimal. Sobald weniger Licht zur Verfügung steht, fangen die Bilder jedoch stark an zu rauschen und es ist keine schöne Aufnahme mehr möglich.

Die Frontkamera mit 5 Megapixel liefert eine durchschnittliche Qualität. Die Auslösezeit und der Fokus arbeiten auch hier sehr schnell und die Farbwiedergabe ist weitestgehend akkurat. Jedoch verfügen die Bilder schlichtweg über zu wenig Schärfe. Videos können mit FullHD 1080p aufgenommen werden und haben eine gute Qualität.

Konnektivität

Das Meizu M5 ist ein Dual-Sim Handy. Es können zwei Nano-Simkarten oder eine Nano-Sim und eine MicroSD zur Speichererweiterung in dem Handy genutzt werden. Zudem werden alle in Deutschland nötigen 2G und 3G  und 4G LTE Frequenzen unterstützt. Bei der chinesischen Version fehlt hingegen das in Deutschland wichtige LTE Band 20.

Was die Konnektivität angeht, macht Meizu einen guten Job. Mobiles Internet lässt sich problemlos nutzen und die Empfangswerte sind gut. Auch beim Telefonieren mit und ohne Freisprechfunktion hat man eine gute Gesprächsqualität. Die integrierten Lautsprecher des Handys sind leider nur mittelmäßig, da es dem Sound an Tiefen fehlt und der Klang ziemlich blechern ist. Schließt man Kopfhörer an das M5 an, erhält man eine gute Klangqualität. Dual-Band Wifi wird vom Meizu M5 ebenfalls unterstützt und hat einen guten Empfang. Bluetooth ist ebenfalls vorhanden und hat gute Emfpangswerte, leider wird hier nur der Bluetooth 4.0 Standard unterstützt.

Das GPS-Signal des Meizu M5 ist stark und es gab zu keiner Zeit Probleme, den Standort genau zu bestimmen. Auch ein E-Kompass zur Unterstützung der Fußgängernavigation ist vorhanden. Zudem hat das Meizu M5 einen Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor sowie ein Gyroskop verbaut. Eine Infrarotfernbedienung wie beim Redmi 4 ist nicht vorhanden.

Akku

Das Meizu M5 ist mit einem 3070mAh Akku ausgestattet. Für ein 5,2 Zoll großes Handy mit HD-Display ist dies eine durchschnittliche Kapazität. Im Praxiseinsatz zeigt das M5 eine gute Akku-Performance. Beim Gaming intensiver 3D-Spiele verbraucht das M5 20% Akku in einer Stunde. Für das Abspielen eines einstündigen Youtube Videos mit FullHD-Auflösung bei halber Helligkeit werden 13 Prozent benötigt. Über den Tag verteilt gewährleistet das Handy also eine aktive Nutzung von gut 6 Stunden. Bei intensiver Nutzung hält der Akku problemlos einen Tag durch, auf mehr als zwei Tage Laufzeit wie beim Redmi 4 wird man mit dem Meizu M5 allerdings auf keinen Fall kommen. Dafür ist das Handy jedoch auch wesentlich leichter.

Da das Meizu M5 kein Quick-Charge unterstützt, dauert das Aufladen mit 3 Stunden leider vergleichsweise lang.

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Fazit und Alternative

80% Gut!

Das Meizu M5 ist ein schickes Smartphone mit guter Kamera, schnellem System und einer soliden Leistung in allen Bereichen. Die Optik des Handys überzeugt durch ein puristisches Design und einer tadellosen Verarbeitung. Zudem gehört die Kamera zu den Besten im Preisbereich und das Handy ist mit nur 132g ein echtes Leichtgewicht. Im Vergleich mit einem Xiaomi Redmi 4 fällt die deutlich geringere Leistung des Prozessors negativ auf. Zwar lassen sich beide Handys schnell bedienen, bei stärkerer Anforderung wie Gaming zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied. Nun könnte Meizu die fehlende Performance durch volle LTE-Unterstützung inklusive Band 20 wieder wettmachen. Leider unterstützt das Gerät derzeitig softwarebedingt noch kein Band 20.

Defacto empfiehlt sich das Meizu M5 Nutzern, die nach einem schnellen und funktionalen Smartphone suchen, das in allen Bereichen eine gute Leistung liefert und nicht viel Geld kostet. Auch das an Apple’s Iphone angelehnte Design dürfte für viele ein Kaufargument sein. Für die gute Preis-/Leistung muss man vorübergehend ein System in englischer Sprache und eingeschränkte LTE-Unterstützung hinnehmen. Wer sich daran nicht stört, erhält mit dem Meizu M5 ein sehr gutes Handy.

  • Verarbeitung und Design 90 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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Sebastian
Gast
Sebastian
Wir haben vor kurzem die 2 GB/16 GB Version als 2 Monate altes Gerät über Ebay erworben. Das Handy wurde vom Verkäufer auf Werkseinstellung zurück gesetzt. Installiert ist 5.2.10.0 G – sprich die globale Version. Als Sprache ist dann auch logischerweise deutsch verfügbar. Die Übersetzung des OS ist nicht zu 100% komplett, aber doch sehr weit fortgeschritten. Als ich über den „Google App Installer“ den Google Play Store installieren wollte dann der Schock. Icon vorhanden, aber Play Store startet nicht. Möglicherweise der Grund für den Verkauf nach gerade einmal 2 Monaten, dachte ich mir. Aber dank der Anleitung auf dieser Seite ist es mir doch gelungen den Play Store zum laufen zu bekommen. Auf dem original Karton ist LTE Band 20 gelistet. Ihr schreibt dieses funktioniert aber nicht. Ich habe hier (30 km entfernt von Stuttgart) LTE Empfang. Wie sehe ich mit welchem Band dies der Fall ist? Zuerst war… Read more »
msaw
Gast
msaw

werdet Ihr auch noch das M5 note testen?

superleo
Gast
superleo

Anmerkung zum Testbericht: Ich glaube kaum, dass man auf einem HD-Display ein Full-HD-Video schauen kann. 😉

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