Meizu bildete einmal neben Xiaomi die Spitze der Chinahandys. Seit einiger Zeit konnte Meizu mit seinen Smartphones leider nicht so überzeugen und hat deutlich an Boden verloren. Ob das Meizu MX6 ein gelungenes Comeback ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Verarbeitung und Design

Verarbeitungstechnisch leistet sich das Meizu MX6 keine Fehler. Das Aluminium Unibody-Gehäuse ist perfekt verarbeitet und größere Spaltmaße sucht man hier vergeblich. Mit seinen 152mm x 74mm x 7mm ist das Meizu schön schlank und liegt, auch dank seiner gerade mal 153g Gewicht, gut in der Hand. Die Rückseite wird nur von zwei schmalen Plastikleisten unterbrochen, um einen guten Empfang zu gewähren. Über dem Meizu Schriftzug liegt der Dual-Tone Blitz und wiederum darüber ragt die Rückkamera 1mm aus dem Gehäuse heraus.

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Auf der Vorderseite blickt einem das 5,5“ Display entgegen. Darüber befinden sich wie üblich die Hörmuschel nebst Frontkamera, Sensoren und einer weißen Benachrichtigungs-LED. Diese leuchtet auch tatsächlich nur bei Benachrichtigungen auf, beim Laden dagegen bleibt sie dunkel. Entgegen der sonst verwendeten Softtouch-Buttons setzt Meizu auf einen einzigen großen Button unter dem Display, in dem auch der Fingerabdrucksensor integriert ist. Der Button lässt sich sowohl durch Touch als auch durch physisches Drücken betätigen.

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Auf der linken Seite befindet sich der SIM-Schacht und auf der rechten Seite die Lautstärkewippe sowie der Powerbutton. Die Buttons sind sauber verarbeitet und haben einen festen Druckpunkt. Die Oberseite ist bis auf das Rauschunterdrückungs-Mikrofon vollkommen clean. Auf der Unterseite liegen der Kopfhöreranschluss, das Mikrofon, USB-Type-C Anschluss und der Lautsprecher.

Der Lautsprecher hat ein ausgewogenes Klangbild und eine gute Lautstärke. Auch bei voller Lautstärke kommt es nicht zum Übersteuern. Auch bei Wiedergabe via Kopfhörer gibt es nichts auszusetzen.

Lieferumfang des Meizu MX6

Meizu MX6 7 300x225Out of the Box gibt es:

  • Kurzanleitung
  • SIM-Pin
  • USB C Kabel
  • Netzstecker

Display

Das 5,5 Zoll Display aus dem Hause Sharp löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf, womit einzelne Pixel keinesfalls erkennbar sind. Das Display stellt alles sehr scharf und farbecht da. Wer an der Farbtemperatur noch drehen will, kann das in den Einstellungen tun. Allerdings steht dafür nicht MiraVision zur Verfügung. Der Blickwinkel ist überaus stabil und auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar.

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Das Display kann bis zu 10 Berührungspunkte verarbeiten und reagiert Dank TDDI Technologie super schnell auf Eingaben. Die Oberfläche des Displays ist sehr glatt und für mich eine der besten, die ich bis jetzt unter den Fingern hatte. Da ich zu den Menschen gehöre, die auf der Tastatur Swypen und nicht Tippen, ist mir die Oberfläche besonders wichtig und beim Meizu MX6 gleitet der Finger extrem gut. Meizu selbst bewirbt kein Gorilla Glas. Im Alltag konnte ich dem Smartphone allerdings keinerlei Kratzer zufügen, womit das Display zumindest bei normaler Verwendung gegen Kratzer geschützt zu sein scheint.

Leistung

Im Meizu MX6 werkelt ein Helio X20 dessen Kerne wie folgt takten:

4x Cortex-A53 @ 1.4GHz
4x Cortex-A53 @ 1.9GHz
2x Cortex-A72 @ 2.3GHz

Der Prozessor liegt etwas über einem Snapdragon 810 und bietet somit ordentlich Leistung. Auf Grund der 3 Kern-Cluster kann es allerdings trotzdem passieren, dass diese Leistung gelegentlich nicht abrufbar ist. Meizu hat den Prozessor allerdings ganz gut im System integriert und es kam nur sehr selten zu Leistungseinbrüchen.

Unterstützt wird dieser von einer Mali T880 GPU und 4GB RAM. Der RAM taktet mit circa 4500 MB/s, was doch ziemlich enttäuschend ist, da in dieser Preisklasse der Takt bei der Konkurrenz deutlich höher liegt.

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Dem internen Speicher stehen 32GB zur Verfügung und liefet mit 157 bzw. 105 MB/s Lese/Schreibgeschwindigkeit gute Werte. Auf eine Erweiterung des Speichers muss leider verzichtet werden. Wem die 32GB nicht ausreichen, muss auf die Version mit 64GB warten, die aktuell aber noch nicht verfügbar ist.

Allem in allem ist die Leistung des Smartphones jeder Aufgabe gewachsen. Sowohl das System als auch Spiele laufen flüssig. Somit ist das Meizu auch für Spiele-Enthusiasten geeignet. Dank des üppigen Arbeitsspeichers ist auch Multitasking kein Problem und auch bei vielen gleichzeitig ausgeführten Apps arbeitet das Smartphone weiterhin flüssig. Das Meizu MX6 behält auch unter Last einen kühlen Kopf und wird in der Hand nicht unangenehm warm.

Android 6

Auf dem Meizu MX6 kommt Flyme OS zum Einsatz, welches auf Android 6 basiert. Das System ist sehr stark angepasst und ähnelt Xiaomis MIUI. Auch Flyme bietet ein extra Konto zum Synchronisieren der Daten an. Dafür sind sowohl die Google Dienste, als auch der Playstore nicht vorinstalliert. Diese nachträglich hinzuzufügen ist allerdings keine große Sache, da sie bei der App „Hot Apps“ direkt an erster Stelle zur Installation bereit stehen.

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Anschließend funktioniert auch die Synchronisation mit den Kontakten des Google-Kontos. Auch Flyme OS kommt ohne App-Drawer, was bedeutet, dass alle Apps auf dem Bildschirm abgelegt werden.

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Wer großen Spaß am optischen Anpassen des Systems hat, kann aus einer Vielzahl von Themes wählen. Ansonsten ist das System sehr übersichtlich gestaltet und bietet einen großen Funktionsumfang. So kann man unter Flyme jetzt schon das Multitasking System nutzen, was Android erst unter Nougat standardmäßig implementiert. Auch angepasste Screenshots sind möglich, so kann das Bild entweder auf einen Bereich eingeschränkt oder sogar ganze Webseiten aufgenommen werden.

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Bei der Bedienung setzt Meizu auf nur einen Button, der sich bei Berührung die Funktion der „Zurück-Taste“ übernimmt. Den „Task-Manager“ öffnet man in dem man von unten nach oben wischt. Zum Entsperren per Fingerabdruck reicht es nicht, den Finger aufzulegen, da sich das Display nur in eingeschaltetem Zustand entsperrt. Drückt man den Home-Button allerdings herunter, wird das Display aktiviert und gleichzeitig auch der Fingerabdruck erkannt.

Meizu hat in Flyme OS eine Root-Funktion integriert, die unter dem Punkt „Sicherheit“ erst dann auftaucht, sobald man sich mit seinem Flyme Konto eingeloggt hat. Wenn ihr das Gerät mit einer Shop-ROM erhalten habt und ein Update über das normale Recovery-Menü nicht ausreicht, könnt ihr HIER nachlesen, wie ihr das Smartphone neu flasht.

Kamera

Die Rückkamera löst mit 12 MP auf und verfügt über eine f2.0er Blende. Im Vorhinein wurde die Kamera von Meizu ziemlich stark gehyped. Dementsprechend groß waren die Erwartungen und hier kann das Meizu MX6 den Versprechungen leider nicht gerecht werden. Die Kamera ist keinesfalls schlecht, spielt aber dennoch nicht in einer Liga mit dem OnePlus 3 oder anderen High-End Smartphones. Meizu verzichtet auf einen Bildstabilisator, was sich bei den 4k Aufnahmen besonders bemerkbar macht. Zusätzlich verlieren die Bilder schneller an Schärfe, was beim Hineinzoomen in die Bilder deutlich wird. Klar kostet das MX6 nicht so viel wie ein OnePlus 3, aber bei der Werbung für die Kamera wurde einfach zu viel Versprochen.

Die Bilder werden trotz allem schön farbecht und im Großen und Ganzen scharf. Der Fokus stellt sich sehr schnell ein und auch die Auslösezeit ist minimal. Was ich persönlich klasse fand, war der in die Kamera-App integrierte GIF-Creator. Dafür fehlte die bei sonst jedem andere verfügbare HDR Funktion. Da kann aber natürlich mit einer anderen App Abhilfe geschaffen werden. Die Kamera wird von einem Dual-Tone LED Blitz unterstützt. Bei Nahaufnahmen erfüllt dieser einen klasse Job und holt nochmal etwas mehr Schärfe aus den Bildern. Unter schlechteren Lichtbedingungen rauscht die Kamera aber schnell sehr stark.

Die Frontkamera löst mit 5MP auf und macht ziemlich gute Selfies. Hier gibt es nichts weiter auszusetzen.

Konnektivität

Das Meizu MX6 hat gängige 2G, 3G und 4G Frequenzen an Bord, leider aber kein Band 20. Im Meizu MX6 finden zwei Nano-SIM Karten Platz. Der Empfang war durchweg gut, das fehlende Band 20 machte sich aber natürlich gerade im Dorf deutlich bemerkbar. An der Gesprächsqualität gibt es nichts auszusetzen und auch ich war stets sehr gut zu verstehen. Dank des guten Lautsprechers macht Telefonieren auch mit eingeschalteter Freisprechfunktion Spaß.

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Auch beim GPS leistet sich das Meizu MX6 keinerlei Fehler und der Fix dauert nur einen kurzen Augenblick, bevor man sehr genau überall hin navigieren kann. Dank Gyroskop und Kompass ist auch die Navigation zu Fuß keinerlei Problem. Neben Bluetooth 4.1 unterstützt das Meizu auch WLAN a/b/g/n/ac. Sowohl die Datenübertragung als auch die Verbindung zu meiner Freisprechanlage im Auto verliefen problemlos. Der WLAN-Empfang war durchweg gut. Was die Sensoren angeht, setzt das MX6 auf volle Hütte, somit sind, bis auf Temperatur- und Drucksensor, alle Sensoren vorhanden. Der Fingerabdrucksensor ist schnell und es kam nicht einmal zu einer Fehlerkennung meines Fingers.

Akku

Meizu MX6 14 169x300Der Akku des Meizu mx6 fasst 3060 mAh, die einen locker durch den Tag bringen. Zusätzlich bietet Flyme eine umfassende Konfigurationsmöglichkeit für Energiesparprofile. Mehr als einen Tag hält das MX6 bei moderater Nutzung trotzdem nicht durch. Gerade bei Standardaufgaben purzeln die Prozente stärker als gedacht. Beim Surfen verlor ich mehr Akkukapazität als es mir lieb war und auch bei der Navigation wurde ordentlich abgezogen, obwohl ich das Display relativ dunkel eingestellt hatte. Bei einer 3 Stunden Fahrt verlor ich somit 60% Akku, wohingegen mein OnePlus unter gleichen Bedingungen gerade mal 40% einbüßt. Hier könnte Meizu durchaus noch nachbessern. Im PC-Mark Akkutest hält das Meizu MX6 bei voller Displayhelligkeit kanpp 5 Stunden durch.

 

Fazit und Alternative

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Mathias:
Fazit

Ist das MX6 also ein gelunges Comeback? Ja und nein, das Smartphone ist insgesamt durchaus ein gutes Handy. Allerdings wurde im Vorhinein zu viel versprochen, weswegen vom MX6 mehr erwartet wurde, als es im Endeffekt liefert. Auch wenn der X20 nicht schlecht performt, kommt er an einen Snapdragon 820 nicht heran. Auch die gehypte Kamera entspricht nicht den Erwartungen. Wer sich unvoreingenommen das Meizu MX6 anschaut, bekommt ein gutes Smartphone mit Oberklassepotenzial. Wer aber auf ein wirkliches Top-Smartphone von Meizu gewartet hat, wird eventuell enttäuscht werden.

80% Gut
  • Verarbeitung und Design 100 %
  • Display 90 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Kamera 80 %
  • Akkulaufzeit 70 %

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Kommentar Updates
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Ralf
Gast
Ralf

Ist auf dem Telefon ein Shop Rom geflasht oder eine original Meizu Flyme Firmware? Und bekommt man damit Firmware Updates via OTA?

Philipp
Gast
Philipp

Das ist doch echt so unsinnig, ein Top-Smartphone nur mit 32 GB Speicher ohne die Option auf Erweiterung anzubieten….

leon
Gast
leon

Die mx Reihe ist nicht die Topreihe bei Meizu. Das stört mich auch am Fazit. Es gilt nach wie vor, dass Meizus Highend Geräte aus der Pro Reihe stammen. Aktuell das beste Handy bei Meizu sollte also das Pro 6s Plus und Anfang nächsten Jahres das Pro 7 sein.

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