Nextbase 512GW Dashcam Testbericht

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Nextbase ist ein englischer Hersteller für Unterhaltungselektronik im Auto und Dashcams. Um letzteres geht es auch hier im Testbericht, denn wir haben uns die 512GW mal näher angeschaut. Die 512GW bildet das obere Ende des Dashcam-Portfolios des Herstellers und bietet Aufnahmen in 1440p, GPS-Tracking, 140° Weitwinkel und auch einen Parkmodus. Wie sich die Dashcam gegenüber den bereits getesteten schlägt und ob der angesetzte Preis von knapp 200€ gerechtfertigt ist, klärt der Testbericht.

Lieferumfang und Montage

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Zusätzlich zur Dashcam gibt es folgendes Zubehör:

  • Saugnapfhalter für die Scheibe
  • Klebehalter für das Armaturenbrett
  • Mini-USB Kabel für den Datenaustausch
  • GPS Antenne
  • Ladegerät mit Anschluss für den Zigarettenanzünder
  • Aufkleber für die Scheibe (Protected by a Nextbase Dashcam)
  • Schutzkappe für den GPS Anschluss

Mit dem Saugnapf lässt sich die Dashcam problemlos an der Windschutzscheibe befestigen. Da auch eine Halterung dabei ist, um die Dashcam auf dem Armaturenbrett zu befestigen, liegt der GPS-Empfänger gesondert bei. Dieser endet in einer Kugel, die in beide Halterungen passt und die dafür sorgt, dass sich die Dashcam in alle Positionen drehen lässt. Sowohl die Klebe- als auch die Saugnapfhalterung müssen zum Entfernen der Dashcam nicht abgenommen werden. Das GPS-Modul verfügt über einen gesonderten Magnet-Anschluss und lässt sich leicht von der Kamera trennen. Somit kann die Kamera einfach abgenommen und entfernt werden.

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Das Mini-USB Kabel für an den Zigarettenanzünder ist ganze 4 Meter lang und lässt sich somit in jedem Auto verlegen. Kabelhalter, wie sie bei anderen Testgeräten schon beilagen, gibt es bei der Nextbase nicht dazu. Ein Großteil des Kabels hängt also einfach von der Kamera in den Fußraum. Für den angegebenen Preis wären ein paar Halter definitiv angebracht gewesen. Leider bietet der Ladeadapter keinen getrennten USB-Anschluss und blockiert somit die Möglichkeit, neben der Dashcam ein Handy oder andere Geräte zu laden.

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Die Dashcam selbst besteht aus Plastik und misst 105 x 50 x 40mm und ist damit recht groß. Das Display misst 3“ und löst mit 960 x 240 Pixeln auf. Die Tasten links und rechts vom Display reagieren auf Berührung und sind mit einer blauen LED unterlegt, damit die Kamera auch bei Dunkelheit bedienbar ist. In der linken Ecke befindet sich zudem eine Status-LED. Auf der linken Seite ist der Einschub für die Micro-SD Karten und das Mikrofon, auf der gegenüberliegen Seite befindet sich ein Mini-HDMI-Output. An der Oberseite der Dashcam befinden sich rechts vom GPS Modul ein Mini-USB Anschluss zur Datenübertragung und links vom Modul ein Mini-USB Anschluss für das Anschließen einer zusätzlichen rückseitigen Kamera. Alle Anschlüsse sind unter Staubschutzklappen verborgen.

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An der Unterseite der Dashcam befindet sich der Lichtsensor und der Resetbutton, um die 512GW auf zurückzusetzten. Auf der Vorderseite der Dashcam sitzt das Kameramodul, welches über einen Sony Exmor R Sensor. Zum Reduzieren von Blend- und Refletionseffekten ist der Kamera ein polarisierender Filter vorgeschaltet, dessen Intensität durch Drehen justiert werden kann. Der Lautsprecher der Dashcam befindet sich rechts unten neben der Kamera.

Inbetriebnahme und Bedienung der Nextbase Dashcam

Beim ersten Starten der Dashcam wird man durch ein Set-Up Menü geführt, in dem man verschiedene Ersteinstellungen wie Zeitzone, Geschwindigkeitseinheit usw. vornehmen kann. Die Nextbase 512GW verfügt über eine deutsche Sprachführung, weshalb hier keinerlei Hürden gestellt werden. Generell hat die Nextbase einen großen Einstellungsumfang. So lässt sich neben der Videoauflösung auch generell einstellen, ob die Tonaufnahme deaktiviert werden soll. Dies kann aber auch individuell pro Aufnahmezyklus definiert werden, indem man die Tonaufnahmen einfach bei Bedarf über den dafür vorgesehenen Button deaktiviert. Auch welche Daten später im Video eingeblendet werden, kann man konfigurieren. So können am unteren Rand der Aufnahmen später die GPS-Position, die Geschwindigkeit, das Datum sowie der Gerätename angezeigt werden.

Für die Videoaufnahme stehen folgende Auflösungen zur Verfügung:

  • 2560 x 1440 mit 30 FPS
  • 1920 x 1080 mit 60 FPS
  • 1920 x 1080 mit 30 FPS
  • 1280 x 720 mit 30 FPS

Der Aufnahmeloop lässt sich auf 2, 3 oder 5 Minuten einstellen, sprich nach Ablauf des Intervalls wird jeweils eine neue Datei erzeugt. Ebenfalls lassen sich die Aufnahmen auch in Zeitraffer aufnehmen, hierbei steht ein Intervall von 3 Minuten oder einer Stunde zur Verfügung.

Da ich zu den Personen gehöre, die Tastentöne als absolut nervig empfinden, war ich froh zu sehen, dass sich diese deaktivieren lassen. Falls man trotzdem ein Feedback von der Kamera möchte, kann man auch die Sprachansage wählen, die einem auf Englisch eine Rückmeldung über die aktivierte oder durchgeführte Aktion gibt. Somit bleibt die Führung in den Menüs stumm, wenn man aber beispielsweise während dem Fahren den Ton deaktiviert, muss man nicht auf dem Bildschirm nach dem Symbol suchen, da einem die Kamera sagt, dass der Ton abgeschaltet wurde.

Funktionen und Aufnahmequalität

Die Aufnahmen werden bei Tageslicht in 1440p am besten. Die Schärfe und Details sind gut und Nummernschilder, als auch Straßenschilder lassen sich sehr gut lesen, sofern sie nah genug sind. Sollte es zu einem Unfall kommen, wären die Aufnahmen bestens zur Rekonstruktion geeignet. Bei schnellen Kurvenfahrten merkt man aber, dass die 1440p leicht mit der Geschwindigkeit kämpfen und die Aufnahmen in 1080p und dafür mit 60 FPS besser werden. Bei Dämmerung merkt man schon, wie die Bildqualität deutlich abnimmt und die Scheinwerfer zu starken Reflektionen führen. Auch ein leichtes Rauschen stellt sich ein. Bei schnell vorbeifahrenden Autos ist das Kennzeichen gar nicht mehr oder nur sehr schlecht erkennbar, selbst wenn man Bild für Bild das Video durchspielt. Bei Nacht wird das ganze noch schlimmer. Das Bild rauscht extrem stark und die Reflektionen mindern die Qualität enorm. Noch dazu kann die Kamera bei unbeleuchteten Straßen nicht so weit blicken, wie der Fahrer selbst. So können Straßenschilder auf den Videos nicht mehr gelesen werden und Nummernschilder reflektieren zu stark, um Zahlen und Buchstaben erkennen zu können. Dies lässt sich allerdings durch das Drehen des Filters vor der Linse etwas verbessern, allerdings ist dies während der Fahrt je nach Position der Kamera kaum bis gar nicht möglich.

Zu den Sonderfunktionen der Nextbase 512GW gehören zum einen der Parkmodus als auch die Reaktion auf Erschütterungen. Im Parkmodus aktiviert die Kamera die Aufnahme, sobald eine Bewegung vor der Linse wahrgenommen wird. Im Test funktionierte das sehr gut, sobald jemand vorbei läuft, aktivierte sich die Aufnahmefunktion. Zusätzlich kann die Kamera auch bei der Erkennung von Erschütterungen die Videoaufnahme starten. Die Empfindlichkeit des G-Sensors lässt sich in den Einstellungen zusätzlich justieren, um versehentlichen Aufnahmen vorzubeugen. Da durch den automatischen Start der Aufnahme Unfälle protokolliert werden sollen, schützt die Kamera die Videos automatisch, sodass diese nicht aus Versehen gelöscht werden können. Das Schützen des Videos passiert auch automatisch während einer Aufnahme, sobald die Kamera eine Erschütterung spürt. Im Beispielvideo sieht man, dass oben die Schutzmaßnahme eingeblendet wurde, nachdem ich über ein etwas tieferes Schlagloch gefahren bin. Der Sensor lässt sich in 3 Stufen einstellen, wobei bei der empfindlichsten Stufe schon kleine Bodenwellen oder Schlaglöcher reichen, um einen „Notfall“ auszulösen. Die geschützten Videos landen in einem Extraordner namens PROTECTED.

Die Kamera lässt sich per Mini-USB Kabel problemlos mit dem PC verbinden und die Karte lässt sich dann als Massendatenspeicher laden. Die Videos werden im .mov Format abgespeichert und lassen sich mit Wiedergabeprogrammen wie dem VLC Player wiedergeben. Zusätzlich bietet Nextbase auch eine Software, mit der die Dateien importiert werden können. Mit dieser lassen sich die Videos wiedergeben und es werden neben den Geschwindigkeitsdaten, die durchschnittliche Geschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit und die zurückgelegten Kilometer angezeigt. Auf der Karte kann die gefahrene Route mitverfolgt werden. Zusätzlich bietet die Software eine Videobearbeitungsfunktion an, mit der sich die Aufnahmen schneiden, zusammenfügen und mit Anmerkungen versehen lassen. Beim Abspeichern lassen sich dann noch wahlweise der Ton, die GPS-Daten und die G-Sensordaten verbergen.

nextbase software interface nextbase software video edit

Alles in allem ist die Desktop-Software eine gute Ergänzung und bieten eine narrensichere Bedienung und ein einfaches Bearbeitungstool für das anschließende Edieren der Videos.

Neben der Desktop-Software bietet Nextbase auch eine App an. Diese verbindet sich via WLAN mit der Dashcam. Dazu muss man etwas länger unten auf das Ausrufezeichen/WLAN Symbol drücken, bis die Kamera in den Wi-Fi Modus wechselt. Anschließend muss man das Smartphone mit dem WLAN der Nextbase 512GW verbinden. Über die App lassen sich jetzt die Videos downloaden oder direkt anschauen. Ebenfalls können alle Einstellungen der Dashcam auch über die App verändert werden. Zusätzlich bietet die App auch einen Live-Modus. Der funktionierte im Test aber nur Semigut, da die WLAN-Verbindung nicht immer stabil bleibt. Abbrüche gibt es generell immer dann, wenn die Dashcam über den G-Sensor den Videoschutz aktiviert oder zu viel Bewegung im Bild herrscht. Die App reconnected sich aber automatisch und zeigt dann wieder ein Livebild an.

Insgesamt finde ich auch die App sehr gelungen, vor allem, da die Einstellungen an der Kamera über die App schneller und übersichtlicher vorzunehmen sind. Die Live-View brauche ich persönlich nicht, dass die Verbindung bei dieser allerdings öfters mal abbricht, stelle ich mir nervig vor.

Zum Schluss möchte ich noch den integrierten Akku erwähnen. Für eine Fahrt reicht die Ladung niemals, da dieser schon nach noch nicht mal 30 Minuten völlig schlapp macht. Der Akku dient allerdings auch nur zur Parküberwachung und sobald der G-Sensor eine Erschütterung wahrnimmt, schaltet sich die Dashcam zuverlässig ein und filmt ggf. das Auto des Parkremplers. Wenn man dann noch die zusätzliche Kamera hinten hat, wird die Chance den Unfallverursacher zu erwischen nochmals deutlich größer.

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