Hier kommt der aktuelle Xiaomi Ninebot ES2, bzw. in der Standard Version Ninebot ES1 No. 9. Der kleine Elektroroller fährt locker 25 km/h schnell, 20km weit und wiegt gerade mal 11kg. E-Mobilität rockt und dass es funktioniert, zeigt Tesla. Aber auch beim Thema Kleinmobilität kann es ganz einfach funktionieren, wie wir in der vollständigen Testwoche erfahren durften.

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Den ersten E-Scooter von Xiaomi, den Mijia M365, hatten wir ja bereits im Test und sind seitdem Fans vom Thema Elektro-Mobilität. Auch den EUNI ES808 von Xiaomis Tochterfirma iRiding haben wir für gut befunden. Nun kommt der dritte und derzeitig größte im Bunde: Ninebot. Die Geräte verbindet man eigentlich mit den Balance Boards, Monowheels und Segway Klonen, was auch eine Klage gegen Ninebot mit sich zog. Nur hat Ninebot mit Xiaomis Hilfe Segway einfach gekauft: „Wir haben uns viel von Segway abgeschaut. Jetzt gehört uns das Unternehmen” – Ninebot-Chef Gao Lufeng. So einfach geht das!

Lieferumfang und Vorbereitung

Der Ninebot ES1 Elektro-Scooter wird fast komplett vormontiert geliefert und man muss lediglich den Lenker mit 4 Schrauben befestigen. Die Bohrlöcher sind zwar nicht so genau gesetzt, wie man es in Deutschland gewohnt ist, aber letztendlich halten die 4 Schrauben den Lenker an seinem Platz und das ist das wichtige.

Segway LenkradstangeDas mitgelieferte Netzteil setzt sich aus einem Kleingerätekabel (2-Pol) mit chinesischem Stecker, einem schwarzen Gehäuse samt Status LED und langem Kabel zum Scooter zusammen. Ersteres kann man ganz einfach ersetzen und kann den Adapter in der Verpackung lassen.

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Unterschied ES1 No. 9 / ES2

Aus der Übernahme Ninebot Segway sind gleich zwei neue KickScooter entstanden: ES1 und ES2. Die Unterschiede haben wir euch hier mal zusammengefasst.

Ninebot ES1 No. 9: Ninebot ES2:
Motor: 250W, 20km/h 300W, 25km/h
Gewicht: 11,3kg 12,5kg

Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter ES1 ES2 Vergleich 2 Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter ES1 ES2 Vergleich 1
Im Grunde ist es nur der größere Motor, der den Unterschied ausmacht, denn der Akku misst bei beiden Modellen genau gleich viel. Der ES2 kommt außerdem noch mit zusätzlicher Beleuchtung: eine rote Rückleuchte und rote Seitenstrahler. Dazu hat der Ninebot Segway ES2 noch Unterbodenbeleuchtung, die sich in der App farblich verändern lässt – da fühlt man sich ganz in Need for Speed Underground zurückversetzt. Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter LichtBaugleich sind sie nicht und auch die Ausstattung ist ein bisschen anders: der ES2 ist besser, aber im Grunde sind sie recht gleich und liegen preislich auch nicht weit auseinander.

Design und Verarbeitung

Wie könnte es anders sein: Bei einem Produkt von Xiaomi oder einer der Investments muss man hinsichtlich der Anmutung keine Abstriche machen – der Ninebot Segway ES1 No. 9 fühlt sich wie ein Premium Produkt an! Das Gehäuse besteht größtenteils aus Metall bzw. Aluminium, wobei sich ein bisschen Gummi und Kunststoff daruntermischt. Er ist mit IP54 zertifiziert und es macht ihm nichts aus, bei Regen zu fahren. Der Roller misst:

  • Entfaltet: 102 x 43 113 cm
  • Gefaltet: 113 x 43 x 40cm

Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter 9und bringt 11,5kg auf die Waage. Es lässt sich noch ein Zusatzakku an der Lenkstange andocken, mit der sich das Gewicht dann auf 12,5kg erhöht. Männer haben mit dem Gewicht kein Problem und er lässt sich mit einer Hand auch die Treppe hochtragen – schmäler gebaute Frauen tun sich schon schwerer beim Tragen und angenehm ist es nicht. Aber ein Fahrrad ist immer noch schwerer und um einiges sperriger. Hingegen erfreulich ist die Höhe des Lenkers, womit kleine Personen (1,6m) als auch große (1,95m) kein Problem hatten. Unsere Standfläche ist aus strukturiertem Gummi, der spitze Halt bietet mit Sneakern – barfuß sollte man ihn ohnehin nicht fahren.

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Ein bisschen nervig sind die Griffe: diese wandern ein bisschen nach Außen beim Fahren und wollen dann wieder zurück gerückt werden. Sind sie dann aber abgriffen, lassen sie sich auch austauschen. Auch der Hebel zur Entriegelung des Klappmechnismus gefällt mir beim anderen Modell besser: beim Ninebot ES2 drückt man ihn einfach nach unten; dies klappt mit Fuß, aber während der Fahrt besteht absolut keine Gefahr ihn zu betätigen. Eingehakt wird es dann in der hinteren Bremse, außerdem ließe sich der Hacken auch dazu entfremden, um während der Fahrt eine kleine Einkaufstüte dran zu hängen. Zusammengeklappt ist das neue Modell von Ninebot Segway ein gutes Stück flacher als der M365 und passt so z.B. besser unter den Sitz in der Bahn. Zusammengeklappt misst er 114 x 22 x 15 cm (den Lenker und Reigen nicht mitgemessen) und nimmt auch im Kofferraum des Autos wenig Stauraum weg.

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Eine Halterung für das Smartphone würde das Cockpit perfekt machen – auch wenn es ein bisschen von der Fahrt ablenkt. Im Ganzen ist der Ninebot ES2 ziemlich gut verarbeitet, die Materialien sind stabil und das Design ist schlicht gehalten. Dass der neue E-Scooter wie ein Spielzeug aussieht, ist das letzte, was man gebrauchen könnte, denn auffallen tut man auch so schon. Er lässt sich kompakter zusammenklappen und wiegt ein bisschen weniger.

Vergleich zum Xiaomi M365

Rein äußerlich unterscheiden sich die beiden Modelle kaum voneinander: der Ninebot schlichter und Xiaomi mit mehr roten Akzenten. Hinzu kommt ein OLED Display mit einer Anzeige für den Modus, Akkustand und Geschwindigkeit.

Xiaomi M365 Ninebot ES1 No. 9
Gewicht: 12,5kg 11kg / +1,5kg mit Akku
Reichweite: 30km 25km / 45km mit Akku
Geschwindigkeit: 25km/h – 250 W Motor 20 km/h / 25 km/h mit Akku – 300 W Motor
Bremse: E-Motor + Scheibenbremse E-Motor + Fußbremse
Ladezeit: 5,5 Stunden 4 Stunden
Reifen: 8,5 Zoll 8 Zoll
Features: Scheibenbremse + Bremslicht, größerer Akku, 2 Farben Leichter, Display, Federung vorne, zusammengeklappt kleiner, Zusatzakku
Preis: 365€ 300€

Einen nicht unrelevanten Vorteil sehe ich in der Scheibenbremse des Hinterrades beim M365: das eine Scheibenbremse eine deutlich höhere Bremskraft entwickeln kann, ist klar. Zum Stillstand kommt man mit beiden in etwa gleich schnell, ohne dass man über den Lenker purzelt. Allerdings hat der M365 ein Bremslicht, wenn man die Bremse zieht. Und genau dies könnte so ein Faktor sein, der in der Gesetzgebung den entscheidenden Unterschied ausmachen könnte. Eine kleine Fahrradklingel ist hier außerdem auch schon angebracht.

Im Grunde sehen wir den Xiaomi M365 E-Scooter vor dem Ninebot ES2: größere Batterie, Scheibenbremse, Bremslicht überwiegen das Display. Aber beide sind ein guter Deal – je nachdem welcher halt gerade im Angebot ist.

App Steuerung

Um Einstellungen am Ninebot Scooter vorzunehmen und Daten auszulesen, benötigt es die Ninebot App aus dem Play Store. Das Smartphone verbindet sich per Bluetooth mit den Ninebot und dann hat man auch schon vollen Zugriff auf die Optionen, Modi, Daten und Anleitungen. Die kleine App ist logisch aufgebaut, aber für den Betrieb braucht man sie nicht wirklich, außer man benötigt die genauen Restkilometer der Reichweite.

Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter Ninebot AppIn der App hat man außerdem die Möglichkeit den ES1 No.9 zu sperren, wodurch er sich nicht mehr am Gerät anschalten lässt. Potentielle Unholde hindert dies aber nicht daran, sich den Scooter zu schnappen und wegzurennen. Hier vermissen wir eine Öse, um ein entsprechendes stabiles Fahrradschloss anzubringen. Es bietet sich der hintere Reifen an, aber lieber wäre mir ein Platz am teuren E-Scooter selbst.

In der App lässt sich ein Beginner Modus aktivieren, wobei nur davon abraten kann, kleine Kinder mit dem E-Scooter fahren zu lassen. Im Beginner Modus ist die Beschleunigung sanfter und eine Höchstgeschwindigkeit lässt sich festlegen. Daneben steht noch Standard und Sport zur Verfügung. In Sport packt die Bremse ruckhafter zu und es werden auch sofort die kompletten 16 Newtonmeter des Motors auf den Antrieb losgelassen. Beim Fahren muss man es aber wissen, um es auch bemerken. Auch kann man einstellen, wie stark der Roller ausrollt und die automatische Rekuperation wirkt. Die drei Stufen schwach, mittel und stark stehen zur Verfügung. Das höchste Level nervt einfach nur und ist viel zu hart; außerdem kann man hier kaum noch mit dem Fuß anschieben. Bei Schwach passiert wenig und man rollt lange weiter. Der beste Kompromiss ist die Mitte und ermutigt auch sehr zu vorausschauendem Fahren. Hier rekuperiert man am meisten Strom mit seiner Fahrweise und verlängert die Reichweite. Als letztes gibt es noch die Cruise Control, die sich an- oder ausschalten lässt in der Applikation. Hält man 5 Sekunden lang eine Geschwindigkeit, stellt sich sozusagen ein Tempomat ein und man muss kein Gas mehr geben. Durch Betätigen der Bremse oder des Gashebels hebt man die Cruise Control wieder auf. Das funktioniert genau so wie beim Xiaomi M365, aber ich kam damit gar nicht zurecht. Mit dem E-Scooter ist man sowieso auf die Fahrt konzentriert und Geschwindigkeitsbegrenzungen dauerhaft einhalten funktioniert nicht, da man 1. schnell voran kommen möchte oder 2. Als kleinerer Verkehrsteilnehmer eh ständig auf Hindernisse reagieren muss. Aber ein nettes Feature ist es.

Praxis

Wer ist früher nicht mit dem City Roller rumgeflitzt – und dementsprechend kommt auch jeder sofort mit dem Xiaomi Ninebot ES1 No. 9 zurecht. Mit einem Balanceboard, wie dem Xiaomi Ninebot, muss man definitiv eine Stunde lang üben – mit dem E-Scooter hat man es noch 10 Minuten raus und nach der ersten Tour ist das Handling in Fleisch und Blut übergegangen. Ein bisschen aufpassen sollte man mit der elektrischen Bremse, denn diese ist richtig bissig! Der Ninebot Segway Scooter verfügt über drei Bremssysteme:

  • die automatische Rekuperation des E-Motors, sobald man den Gashebel loslässt, ist in drei Stufen einstellbar: schwach, mittel und stark
  • die elektronische Bremse des linken Hebels – hier empfiehlt es sich die Knie anzuwinkeln, um die starke Bremswirkung abzufangen. Auch diese rekuperiert und ist außerdem mit einem ABS-System ausgestattet (Antiblockiersystem)
  • Zu guter Letzt kann man noch auf die Abdeckung des Hinterrades treten, wie man es von den herkömmlichen Rollern auch kennt

Eine Gefahrenbremsung, wie man so schön sagt, bedarf Übung, aber dann schafft man die Herstellerangabe von 4m auch fast. Ich bin allerdings nie in die Situation gekommen, dass es nötig gewesen wäre. Mit dem Scooter fährt man sehr vorrausschauend: einhändig fahren ist nicht drinnen, auf das Display schaut man eigentlich auch selten und so bin ich mit dem Ninebot aufmerksamer unterwegs als mit dem Auto, sowie weniger aufs schnelle vorankommen, wie mit dem Fahrrad. Allerdings wird man auf der Straße nicht für ernstgenommen und auf dem Gehweg nicht als Gefahr gesehen. Fix voran kommt man trotzdem.

Wie beschleunige ich am besten?

Um das Trägheitsmoment zu überwinden, muss der kleine Elektromotor einiges schuften. Der Schub setzt erst ab 4 km/h ein, anschubsen muss man also auf jeden Fall. Und auch dann sind die Beschleunigungswerte nicht zu beeindruckend. Das Drehmoment des E-Motors setzt immer zu 100% ein. Am schnellsten beschleunigt man durch Muskelkraft in Kombination mit dem E-Motor: man steigt / springt auf, stößt einmal an und gibt Gas. Nun sollte man das starke Bein auf dem Roller vorne lassen – ansonsten könnte der Reifen durchdrehen, wenn nicht genügend Gewicht dort ist – und zwei weitere Male anstoßen, während man den Gashebel durchdrückt. So kommt man in knapp 7 Sekunden auf Tempo 23 km/h.

Ninebot ES1 No.9 / ES2 bei Nacht

Dabei muss man auch nicht in der Nacht zurückschrecken, mit dem Ninebot unterwegs zu sein. Vorne im Lenker hat man eine fette 1,5 Watt LED integriert, die sich auf Tastendruck am Lenker einschalten lässt. Leider fehlt weiteres Licht bei unserem Modell, wie eine Rückleuchte beim M365 oder ES2. So hat man nur rote Reflektoren. Aber gesehen wird man trotzdem aufgrund des starken Lichts. Dunkle Wege beleuchtet man effektiv circa 20 Meter weit. Fährt man mit 20km/h, legt man 5,55 Meter in der Sekunde zurück und kann so inklusive einer Sekunde Reaktionszeit mit einer Vollbremsung noch rechtzeitig anhalten. Auch der Vergleich mit den Scheinwerfern eines Autos – hier ein Toyota Yaris aus dem Jahr 2016 mit Halogen Birnen – kann sich doch sehen lassen.

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Alltagstauglichkeit

Es könnte so einfach sein: Umweltkrise, schlechte Luft in den Städten, Diesel-Gate – man müsste nur die Elektro Kleinmobilität Transportmittel zulassen. Oder man kann es auch andersrum sehen (Achtung Hater): „Vom Prinzip ein Kleinkinderroller, macht man sich da nicht zum Volldeppen, wie Banker in rosafarbenen Hemdchen, Hals v. Krawatte zugeschnürt mit dem Ding herumtollen? Ein Lebensgestaltungsexperte hat ihm das bestimmt gesagt was in und lustig ist!“

Eines ist sicher, das Thema polarisiert und wenn man mit einem E-Scooter fährt, zieht man mit Sicherheit die Blicke auf sich. Folgendes Szenario ist wohl mehr oder weniger Wunschdenken oder das Ideal, aber dann haut einen der Xiaomi Ninebot E-Scooter einen vom Hocker und ersetzt das Auto.

Ninebot ES1 No.9 Ninebot ES2 Testbericht E Scooter 1Zur Bahnstation sind es gut 1,3km, zu Fuß also 15min, mit der Bahn dauert es dann zwar nur 15 min in die Stadt, aber dort braucht es nochmal gut 10min zu Fuß. Macht bestimmt 40 Minuten und man ist am Ende nicht gerade ausgeruht. Mit dem Auto ist es um einiges bequemer, aber es sind ebenso 25 Minuten, bei Stau länger, und die Parkplatze Suche am Wohnort und am Zielort sind nochmal nervig genug.

Mit der Ninebot ES2 sieht es so aus: die Wege zur und von der Bahn minimieren sich auf unter 10 Minuten, das Rumgerenne und die Parkplatzsuche spart man sich auch sowie am besten Fall kann man den E-Scooter noch auf der Arbeit aufladen. Einfacher geht es nicht mehr. Ein Fahrrad tut es auch, aber das erfordert Muskelkraft, man muss es draußen absperren und Bahnfahren mit dem Rad ist richtig ätzend.

Auch wenn man in der Stadt wohnt, ist der Elektro Roller cool. Damit lassen sich total einfach Besorgungen erledigen, man kommt schnell in die Stadtmitte oder zu Freunden. Die Reichweite und Geschwindigkeit machen vieles möglich. Wo sich der Roller kaum lohnt, ist auf dem Dorf. In Zahlen spricht für den Roller die Geschwindigkeit von 23-25 km/h auf der Gerade, womit man auch mit Fahrrädern mithalten kann, außerdem ist man wendiger und auch kompakter. Die Reichweite ist sehr gut: leichtere Personen bringen den Roller natürlich auf höhere Kilometer-Zahlen und durch vorrausschauendes Fahren und Rekuperation geht noch mehr. Die Ladezeit von 4 Stunden geht auch in Ordnung. Als Geheimwaffe hat man noch den Zusatzakku in petto. Die ersten 20% dauern länger, dafür lädt man von 50 auf 60% in 25min, was circa 2 Kilometern entspricht. 75 auf 100% dauert eine Stunde.

Ninebot E-Scooter im Gelände

Leider taugen die kleinen Reifen fast nur für die Straße. Ob neuer Straßenasphalt oder grober Fußgängerweg ist egal. Der gepflasterte Marktplatz machte auch keinen Unterschied für die kleinen 8 Zoll Reifen des Ninebot. Der Feldweg war schon nicht mehr so angenehm, hier spürte man die Rillen überall; und traut man sich auf Schotter, kommt man mit maximal 10km/h voran. Außerdem muss man tierisch auf größere Steinchen aufpassen. Die Technik und das Material danken es euch, wenn ihr auf Ausflüge abseits der Straßen verzichtet – ähnlich wie mit den trendigen City-SUV.

Zum Gelände lassen sich ja auch schon Berge zählen, denn die mag das Kleintransportmittel nicht. Bis zu 25 Grad Steigung schafft man in der Theorie, die man vielleicht als 45kg Person erreicht. Wir haben uns einen kleinen Berg gesucht, bei dem man mit dem Fahrrad schon in einen kleinen Gang schalten möchte, ohne sich plagen zu müssen. Je weniger Gewicht der Motor den Berg hochziehen muss, desto besser geht es auch. Ich bin schon massiver und nahe an der Grenze der maximalen Zuladung, was der Roller damit quittierte, dass ich stets anschubsen musste. So kommt man aber auch mit 14km/h den Berg hoch. Der zweite Tester mit 20kg weniger kam den Berg ohne Probleme nur mit dem E-Antrieb hoch und die dritte Person, eine kleinere Frau, flitze am schnellsten hoch. Den Faktor Berge / Eigengewicht sollte man in die Kaufentscheidung mit einfließen lassen.

Zulassung

Wenn wir Glück haben, dann hat sich dieser Abschnitt bis zum Ende des Jahres 2018 schon wieder zum Guten gewendet und die Gesetzgebung lässt Elektrokleinstfahrzeuge zu. Aber wirklich davon ausgehen würde ich nicht. Wir haben die wichtigsten Informationen in einem FAQ zusammengetragen:

Welchem rechtlichen Risiko setze ich mich aktuell aus, wenn ich ein Elektrokleinstfahrzeug im öffentlichen deutschen Straßenverkehrsraum führe?

  • Ordnungswidrigkeit gemäß StVO (Straßenverkehrs-Ordnung) und StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung): variables Bußgeld (mindestens 20€) und mindestens ein Punkt in Flensburg
  • Straftat nach PflVG (Pflichtversicherungsgesetz) und ggf. FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung): Einleitung Strafverfahren, Einziehung des nicht zulassungsfähigen Fahrzeuges, Vorstrafe plus ggf. vorläufiger Führerscheinentzug als Nebenstrafe/ -folge

Vor allem der zweite Punkt schadet euch auch langfristig, auch wenn die Tat extrem geringfügig erscheint. Seitens Polizei gibt es keinen Verhandlungsspielraum: Diskussionen vor Ort mit der Polizei sind sinnlos und verschlimmern die Lage vermutlich noch: aus fahrlässig wird dann eine vorsätzliche Ordnungswidrigkeit, was das Bußgeld verdoppeln wird.

Fazit und Alternative

Erik-Zuerrlein
Erik Zürrlein:

Ganz ehrlich, wir können kaum den Tag erwarten, wenn die kleinen E-Scooter, Balanceboards, E-Bikes, Monowheels und Boosted Boards zugelassen werden! Das Xiaomi Ninebot E-Scooter ES1 N. 9 / ES2 ist klein, schnell, hat eine hohe Reichweite, ist günstig und unglaublich praktisch. Dazu kommt, dass es einen mordsmäßigen Spaß macht!

In der Praxis kann so ein E-Scooter richtig nützlich sein, wie unser Fallbeispiel zeigt. Dazu kommt, dass der Anschaffungspreis sich in Grenzen hält und wirklich jeder mit dem elektrischen Cityroller zurechtkommt. Leider sind sie aber noch nicht zugelassen und die Benutzung auf öffentlichen Straßen ist alles andere als nur ein Kavaliersdelikt. Dazu kommt, dass der Ninebot ES1 No.9 / ES2 kein großer Fortschritt zum Xiaomi M365 ist.

Wenn ihr noch mehr Fahreindrücke bekommen wollt, dann schaut in unseren anderen Testberichten zu E-Scootern vorbei und klickt die Videos an. Auch das Qicycle vermittelt einen Eindruck von der Kleinelektromobilität.

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Jörg Thomas Braun
Gast
Jörg Thomas Braun

Wo bekomme ich den Zusatzakku?

jonas-andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Hey, offiziell bei Ninebot für 200€ oder hoffentlich bald bei Gearbest.

Beste Grüße

Jonas

Jan
Gast
Jan

Bis zu wie viel KG ist der Scooter zugelassen? Leider geht ihr auf diese Frage selten bis gar nicht ein.

jonas-andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Hey, bis 100kg, aber bereits bei meinen 85kg wird es bei manchen Steigungen knapp und ich muss etwas anchhelfen. Würde also für über 80kg schon den ES2 empfehlen, da der mehr Power hat. Wir werden ab jetzt immer auf das zugelassene Gewicht eingehen.

Mit besten Grüßen

Jonas Andre