OnePlus 7 vorgestellt – Enttäuscht die Standard-Version?

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Endlich ist es soweit und OnePlus hat seine neuen Modelle vorgestellt – Prämiere: zum ersten Mal stellt der Hersteller gleich zwei neue Geräte vor. Beim normalen OnePlus 7 hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert im Vergleich zum Vorgänger OnePlus 6T. Die Neuerungen stecken hier unter der Haube, wie der aktuell stärkste Prozessor, eine neue Kamera und andere Verbesserungen. Dafür ist der Preis des normalen OnePlus 7 mit 509€ “günstiger” als das OnePlus 7 Pro für 709€.

OnePlus 7 2 OnePlus 7 Pro 3

Wobei zwei Geräte nicht ganz richtig ist: eigentlich sind es drei, denn das OnePlus 7 Pro erscheint noch als 5G Version – das OnePlus 7 Pro 5G. Brandneu ist das OnePlus 7 Pro, mit dem man die Oberklasse in Form eines Samsung S10 und Huawei P30 Pro angreift. Dafür setzt man auf die polarisierende Pop-Up-Selfie-Cam, die das Full-Screen Display ermöglicht. Und das Display des OnePlus 7 Pro hat es in sich: gestochen scharf mit 3120 x 1440 Pixel, sehr flüssig dank 90 Hz Bildwiederholungsfrequenz, HDR+10 Support und 6,67 Zoll groß! Unter der Haube findet sich sonst alles, was das Flagship-Herz begehrt, aber in dieser Flagship-Generation kommt es auf die Kamera an: eine Triple Cam um den Sony IMX586 48MP Sensor. Preislich liegt das OnePlus 7 Pro mit 709€ ein gutes Stück über dem OnePlus 7, aber definitiv auch unter der HighEnd-Konkurrenz. Die Datenblätter im Überblick:

OnePlus 7 Pro OnePlus 7 OnePlus 6T
Display: 6,67 Zoll, 3120 x 1440 Pixel, 516PPI, 19,5:9, 90HZ 6,41 Zoll, 2340 x 1080 Pixel, 19,5:9 6,41 Zoll, 2340 x 1080 Pixel, 402 PPI, 19,5:9
Maße: 162,6 x 75,9 x 8,8 mm

210g

157,7 x 74,8 x 8,2 mm

182g

157,5 x 74,8 x 8,2 mm, 185g
Prozessor: Snapdragon 855, Adreno 640 Snapdragon 855, Adreno 640 Snapdragon 845, Adreno 630
Kamera: 48MP, Sony IMX586 +

8MP Telephoto 3x Zoom +

12MP Ultraweitwinkel

48MP, Sony IMX586 +

5MP Bokeh-Sensor

16MP, Sony IMX519 + 20MP, Sony IMX376K
Frontkamera: 16MP, Sony IMX471, Pop-Up-Cam 16MP, Sony IMX471, Waterdrop Notch 16MP, Sony IMX 371, Waterdrop Notch
Akku: 4000mAh, Warp Charge 3.0 3700mAh, Warp Charge 2.0 3700mAh, Warp Charge 2.0
Speicher & Preise: 699€ – 6+128GB

749€ – 8+128GB

819€ – 12+256GB

Ab 21. Mai

559€ – 6+128GB

609€ – 8+256GB

 

Ab Juni 2019

549€ – 6+128GB

579€ – 8+128GB

629€ – 8+256GB

699€ – 10+256GB

OnePlus 7 3

Neue Features für beide Flagship

Das OnePlus 7 Pro stellen wir euch hier vor. Hier kommen erstmal die neuen Features und Neuerungen, die beide Smartphones erhalten. OnePlus „lebt“ von der Community und der Begeisterung für Oxygen OS. Entsprechend reagiert man auf die Wünsche – außer es geht um den 3,5mm Klinkenport 😉. Hier die Neuheiten im Überblick, erst Hardware dann Software:

Neuer Vibrationsmotor mit besserem Feedback: ich habe das OnePlus 6T ja gerne im Vibrationsmodus, das Problem dabei ist nur, dass man gerne mal einen Anruf verpasst, wenn man lockere Kleidung anhat oder das OnePlus in der Jackentasche ist. Hier kommt nun im OnePlus 7 und OnePlus 7 Pro ein besserer und stärkerer Vibrationsmotor zum Einsatz.

Andere Farben: nicht wirklich ein Feature, aber man reagiert auf den Zeitgeist und peppt die Rückseiten der beiden Flagships etwas auf. Mein Favorit ist ja die graue Variante „Mirror Grey“, da dies auch schon beim Xiaomi Mi 9 unverschämt gut aussieht.

OnePlus 7 Pro 10Stereo Sound mit Dolby Atmos: OK, das war auch wirklich nötig. Die Vorgänger waren nicht wirklich gut, wenn es um den Lautsprecher ging. Das soll nun endlich Geschichte sein, da beim neuen OnePlus 7 und OnePlus 7 Pro beide Speaker, neben dem USB-C Port und der Ohrlautsprecher genutzt werden. Die Dolby Atmos Zertifizierung erweckt zwar vertrauen, aber auch in der Praxis muss er abliefern.

UFS 3.0: Bedeutet wahnsinnig schneller Speicher. Als erstes Seriensmartphone verbaut man UFS 3.0 Speicher, was sich wie mit der SSD unter Windows verhält. Alles wird noch schneller vonstattengehen.

Oxygen OS 9.5: Auch für das System gibt es ein paar neue Feature, die früher oder später auch die älteren OnePlus Geräte erreichen werden. Der Fnatic-Mode, eine E-Sports Orginisation / Team für kompetitive Multiplayer ist der umbenannte Gaming Mode. Etwas komisch wird es mit dem Zen Mode. Hier könnt ihr 20 Minuten eine Pause vom Smartphone nehmen, ohne dass Notifications ankommen. Das Google Digital Well Being Feature hätte mehr Sinn gemacht. Außerdem soll Google Lens tiefer ins System integriert sein, nicht nur über die Kamera.

OnePlus 7

Innovationen gibt es schon für das OnePlus 7 Pro genügend – „sollen Die lieber das teurere Modell kaufen, bringt mehr Umsatz“ – auch ist das günstigere Modell erst ab Juni erhältlich. Über das OnePlus 7 hat man beim Launch Event nicht viele Worte verloren. Denn das OnePlus 7 ist quasi ein Facelift vom Facelift – ein OnePlus 6TT wenn man scherzen möchte. Trotzdem bekommt man neue Hardware und Features sowie eine bessere Kamera, zu einem Preis von 559€. Was ist das OnePlus 7: Lückenfüller, guter Einstieg oder leicht verdientes Geld für OnePlus?

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Neues im günstigen OnePlus?

Abgesehen von den neuen Farben für die Rückseite – erhältlich ist es in Europa nur in Mirror Gray – und einer neuen Kameraeinheit, steckt es eins zu eins im Gehäuse des OnePlus 6T. Bedeutet, dass es wieder mit der Waterdrop Notch kommt, der Fingerabdrucksensor liegt unter dem Display und der Akku 3700mAh groß ist. Als Neuheiten kann man wirklich nur den neuen Snapdragon 855 und die neue Kamera nennen.

OnePlus 7 Schwarz 2 OnePlus 7 Schwarz 3Auch im OnePlus 7 dürfen der schnellste mobile Prozessor, die Adreno 640 und der UFS 3.0 wüten. Den Schritt konnte man schon letztes Jahr voraussehen, aber trotz des „nur 60Hz“ Displays erwartet uns ein extrem flüssiges Nutzererlebnis und genauso viel Leistung wie im OnePlus 7 Pro. Angeboten wird das Flagship allerdings nur in zwei Speichervarianten: 6GB Arbeitsspeicher plus 128GB Speicherplatz für 559€ oder 8GB RAM + 256GB ROM für 609€.

Kamera auf (fast) 7 Pro Niveau

Das zweite Upgrade betrifft die Kamera, denn auch hier setzt man auf den neuen Sony IMX586 mit 48MP Auflösung, wie auch im Pro Modell. So wie es in den ersten Tests zum OnePlus 7 Pro aussieht, konnte man sich definitiv bei der Bildqualität um einiges steigern. Außerdem wird der Fokus hier nur über PDAF gesetzt, aber für Videos ist wieder ein OIS an Bord.

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Im Grunde verzichtet man nur auf den Telephoto und Weitwinkel Sensor und die Funktionen, die diese mit sich bringen. Hier wird der Kameravergleich zwischen den beiden Smartphones definitiv interessant. Beim zweiten Sensor bekommt man das gleiche Trauerspiel, wie schon beim OnePlus 6 und 6T, dieser dient nur der Tiefenerkennung für Bokeh Shots. Hier kommt ein 5MP Sensor mit einer Blende von f/2.4 zum Einsatz.

Ansonsten gelten auch die Neuerungen von oben für das OnePlus 7. Die neuen Lautsprecher werden viele freuen, den Vibrationsmotor nimmt man gerne mit und Oxygen OS wird sowieso immer weiterentwickelt.

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Einschätzung zum OnePlus 7

Das weitaus kontroversere Modell ist das OnePlus 7. Gäbe es nur das OnePlus 7, ohne ein Pro-Modell, hätte ich das Unternehmen in dem Jahr einfach als iPhone S 2.0 abgestempelt. Am Ende ist es ein klassisches Facelift-Modell geworden, das den derzeitigen „Stillstand“ der Smartphone-Branche widerspiegelt: jedes Jahr werden die Modelle zwar schneller und die Kamera besser, aber die Innovationen vor ein paar Jahren bleiben aus.

OnePlus 7 Schwarz 1Das OnePlus 7 ist in gewisser Weise langweilig und auch noch teurer als das OnePlus 6T. Man bekommt zwar den aktuell schnellsten Prozessor und eine neue Kamera, aber im Angebot erhält man das 1+6T schon für 420€.

Auch hier darf man ein perfekt funktionierendes Flagship erwarten, wichtig ist aber, dass die neue Kamera, auch ohne die beiden anderen Sensoren des 7 Pro, abliefert. Dann sehe ich zwar einen Platz für das OnePlus 7 auf dem Markt, aber im Vergleich zum Xiaomi Mi 9, ist das nicht das Paket oder Preis, auf den man gehofft hat – die Liebe für das Smartphone ist definitiv in das OnePlus 7 Pro geflossen.

 
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Dave
Gast
Dave

Das ist hier die einzige Quelle, die behauptet, dass auch beim Standard OnePlus 7 ohne Pro eine verbesserte und optimierte HAPTIC ENGINE (Vibrationsmotor) verbaut wurde und nicht die alte des 6T.
Kann das jemand bestätigen?

Chris
Gast
Chris

Ehrlich gesagt reizt mich die “Standardversion” mehr als neues Smartphone und stellt mit den Neuerungen, zu denen auch der extrem schnelle neue Fingerabdrucksensor vom 7Pro zählt, einen guten Kompromiss dar. Zumal die Hauptkamera die gleiche ist, der schnelle Speicher und der schnelle SoC ebenso. Weitwinkel find ich super, leider sind die Weitwinkelkameras grundsätzlich lichtschwächer (sowohl Optik als auch kleinere Sensoren). Und im Kamera Benchmark fliesst am Ende auch nur die Hauptkamera ein. Und für das Gebotene finde ich 559 für die Standardversion trotzdem attraktiv und gerechtfertig im Verleich zum Pro. Selbst die Selfiecam ist die Gleiche benötigt aber keine evtl. anfällige Mechanik. Ich find die Waterdrop Notch nicht störend.
Am Ende ist zum Start aber selbst das “kleine” Pro mit 709 EUR deutlich günstiger als die Konkurrenzprodukte von Huawei und Samsung zum Start. Ein S10+ mit Lochnotch und 6,4 Zoll kostet immer noch ca. 1000 EUR.
Und bzgl. der Standardversion find ich die Entscheidung goldrichtig, für alle die die nicht das größte bestausgestattete und auch teuerste und größte Modell haben können/wollen sondern einfach nur ein hübsches bewährtes aber trotzem spürber upgegradetes 6T in Form eines 1+7 haben wollen.

Ralle
Gast
Ralle

Na das Pro ist schon ein tolles Teil. Vor allen Dingen das “Horizon Light” sieht klasse aus und wird sicher viele Nachahmer finden.
Im DXO Mark ist es auf Platz drei hinter Huawei und Samsung…..
Aber mir ist’s zu teuer 🙂

Modest Mind
Gast
Modest Mind

Zitat: Enttäuscht die Standard-Version? Eigentlich entäuschen tun beide Versionen.

jonas-andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

:). Der Artikel zum Pro kommt heute Mittag.

Beste Grüße

Jonas