Oukitel bleibt sich treu und bringt mit dem C8 ein neues, interessantes Gerät im Low-Budget-Bereich. Das Datenblatt liest sich für unter 70 Euro sehr ordentlich: 16 GB Speicher, Fingerprint-Sensor und sogar ein Infinity-Display im 18:9-Format sollen verbaut sein. Der Test wird zeigen, ob das Smartphone hält, was es verspricht.

Verarbeitung und Design

Oukitel C8 Design und Verarbeitung 2

Hoppla, ist das wirklich ein 5.5 Zoll-Gerät? Das Oukitel C8 überrascht durch seine schlanke Linie (14,70 cm lang und 7 cm breit), es liegt eher wie ein 5-Zoll-Smartphone in der Hand. Möglich macht dies das 18:9-Format des Displays (mehr dazu unter Punkt „Display“).  Mit 165 Gramm und einer Dicke von knapp über einem Zentimeter zählt das Gerät allerdings nicht zu den schlankesten.

Durch leicht abnehmbare Backcover aus Plastik versprüht das C8 ein klein wenig Billig-Flair. Billig verarbeitet ist es deshalb noch lange nicht. Kein Knarzen, keine krummen Spaltmaße und sogar die seitlichen Tasten (On/Off, Laut/Leise) sitzen fest im Gehäuse. In der Ausführung „Midnight Black“ ist die Optik stimmig: Glänzendes Schwarz an der Rückseite, glänzendes Schwarz rund um das Display, silberne Tasten an der Seite. Wer es bunt mag, wird bei „Rosy Pink“, „Orchid Purple“, „Sunny Gold“ oder „Sky Blue“ fündig.

Oukitel C8 Design und Verarbeitung 7 Oukitel C8 Design und Verarbeitung 4 Oukitel C8 Design und Verarbeitung 6 Oukitel C8 Design und Verarbeitung 1

An der Unterseite sowie links sind keine Buttons oder Buchsen zu finden. Oben sitzt die Micro-USB- sowie Klinkenbuchse. Auf der Rückseite ist die leicht erhabene Kameralinse integriert, darunter der LED-Blitz und der Fingerprint-Sensor. Auf der Rückseite ist der Lautsprecher verbaut, was eher suboptimal ist, wenn das Gerät am Tisch liegt. Unter dem Backcover ist der Akku versteckt. Sobald man ihn entnimmt, ist der Weg frei zu den SIM-Karten-Slots. Es ist Platz für zwei Karten im Parallelbetrieb, zusätzlich lässt sich eine Speicherkarte bis 64 GB einschieben.

Lieferumfang des Oukitel C8

Oukitel C8 Lieferumfang

Enthalten sind:

  • Oukitel C8
  • USB-Ladekabel
  • Ladegerät
  • Durchsichtige Schutzhülle
  • Englische Anleitung

Display

Oukitel wirbt mit nicht weniger als dem „World’s first infinity display with big battery“. Nur schade, dass das gleich doppelt gelogen ist. Zur Erklärung: Samsung hat 2017 das erste Galaxy-Smartphone mit Infinity-Display auf den Markt gebracht. Der Bildschirm zeichnet sich durch ein neues Seitenverhältnis von 18:9 aus, ist dadurch größer, ohne das Handy größer zu machen. Das Display ist nahezu randlos.

20170921114144 32911

Soweit die Theorie. Im Fall des Oukitel C8 hat die Marketingabteilung ganze Arbeit geleistet: Auf den Werbebildern gleicht das C8 tatsächlich dem Galaxy S8. Es scheint, als fließe der Bildschirm über den Rand des 2.5D-Glases. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Von Bildschirmkante bis zur Außenschale misst der Rand an jeder Seite knapp 0,5 Zentimeter – frameless sieht anders aus.

Oukitel C8 Display 1

Trotzdem sollte man die Kirche im Dorf lassen: Im Preisbereich von rund 70 Euro ist ein HD-Display (1280 x 650 Pixel, 260ppi) im Format 18:9 schon eine Hausnummer. Mit einer guten Blickwinkel-Stabilität, satten Farben und kräftigen Kontrasten gibt sich der LTPS-Bildschirm keine Blöße. Es könnte allerdings auf Maximaleinstellung heller sein. Mittels „Miravision“ lassen sich die Parameter nach eigenen Vorlieben justieren.

Oukitel C8 Display 2

Von Werk aus klebt eine dünne Schutzfolie auf dem kratzfesten Glas. Weil das C8 On-Screen-Buttons hat, zwei Berührungspunkte gleichzeitig registriert und auf eine Benachrichtungs-LED verzichtet, leidet die Bedienung ein wenig. Aber auch hier gilt: In Preisregionen wie diesen wäre alles andere eine Überraschung.

Android

Nach dem OTA-Update auf Version „OUKITEL_C8_V7.0_20171012_221917“ lassen sich die On-Screen-Buttons nicht mehr ausblenden. Das ist insbesondere deshalb schade, weil auf diese Weise wichtige Millimeter des gestreckten Displays verloren gehen.

Ansonsten gibt das nahezu unverbastelte Android 7.0-System keinen Grund für Kritik. Es lässt sich ohne Fehler und ohne Ruckeln bedienen; wichtig: Gelegentlich den kleinen Arbeitsspeicher leeren. Die nötigsten GApps sind vorinstalliert, weitere lassen sich problemlos nachlegen und komfortabel im App-Drawer mit „Apps suchen“-Funktion finden.

OukitelC8 Android1 OukitelC8 Android2 OukitelC8 Android3 OukitelC8 Android4

Ein großes Plus ist, dass sich im Menü „Smart-Wake“ konfigurieren lässt; mit einem Doppelklick oder einer anderen Zeichnung über den Bildschirm wacht das Smartphone auf. Einziger Wermutstropfen: Das Menü für Smart-Wake ist auf Englisch. Auch der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite entsperrt das Display, bei 7/10 Versuchen klappte das in der Praxis.

*Update* 14.11.2017: Am 10. November hat Oukitel ein OTA-Update auf den Weg gebracht, dass „kleinere Bugs“ fixen soll (OUKITEL_C8_V8.0_20171110). Nach wie vor gilt: Das System läuft stabil und fehlerfrei, bis auf die Kamera-App (siehe Punkt „Kamera“).

Akku

Oukitel C8 PCMarkBattery

In dieser Disziplin hält das Oukitel C8, was es verspricht: Der Hersteller gibt die Kapazität des Akkus mit 3000 mAh an. Während eines vollen Ladezyklus von 2,5 Stunden spuckt das Messgerät glatt 3000 mAh aus. Ein Durchlauf im PCMark Akkutest zeigt, was zu erwarten war: Ein Langstreckenläufer ist das C8 nicht unbedingt, macht auf der normalen Distanz aber eine sehr gute Figur, erst recht in Anbetracht des Preises.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Auch bei recht intensiver Nutzung reicht eine volle Ladung für ziemlich genau einen Tag. Wer mehr will, muss entweder wieder an die Steckdose, die Powerbank – oder sollte zu einem Gerät mit größerem Akku greifen.

Leistung

Mit 2 GB Arbeitsspeicher und einer MTK6580-Quadcore-CPU ist das Smartphone mit Sicherheit kein Rechenmonster. Aber, die Leistung reicht für das Nötigste: Flüssig Surfen, (die gängisten) Apps nutzen und (sehr simple) Spiele zocken. Zieht man den benötigten Speicher der vorinstallierten Apps und des Betriebssystems ab, dann bleiben rund 10 GB nutzbarer Speicher. Das ist nicht viel, lässt sich durch das Einschieben einer Speicherkarte (bis zu 128 GB) aber erweitern.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Oukitel C8 Antutu Oukitel C8 A1SDBench Oukitel C8 3DMark

Konnektivität

Oukitel C8 Netz SIM EmpfangDas Oukitel C8 ist ein Dual-Sim-Handy (Nano- und Micro-Sim) mit einem zusätzlichen Slot für eine microSD-Karte. Für die Nutzung in Deutschland ist das Smartphone zwar gut zu gebrauchen, doch LTE (4G) wird nicht unterstützt. Unterstützt werden 2G (850, 900, 1900, 2100MHz) und 3G (900, 2100MHz), damit ist in Stadt und ländlichen Gegenden immer ein Netz verfügbar, was wohl auch daran liegt, dass die Rückseite aus Plastik ist und der Antenne damit freie Bahn lässt. Die Gesprächsqualität ist ordentlich für dieses Low-Budget-Smartphone.

In Sachen 4G hat Oukitel schon reagiert und Anfang November ein „Facelift“ angekündigt: Aktuell geht das „C8 4G“ an die Händler, das nun die volle Bandbreite abdeckt, allerdings ein paar Euro mehr kostet, die aber für manche Nutzer gut investiert sind. Wer keinen LTE Vertrag hat und z.B. bei Congstar unterwegs ist, wird mit dem normalen C8 mit dem Netzempfang sehr zufrieden sein.

Die Standortbestimmung bereitet keine Probleme. Das C8 verarbeitet GPS-Signale und ist als Navigationssystem im Auto eine recht zuverlässige Unterstützung; verlässt man die empfohlene Route, dauert die Neu-Berechnung (im Vergleich zu höherpreisigen Geräten) allerdings relativ lange. Das Audiostreaming über Bluetooth 4.0 funktionierte während der Autofahrt nur mäßig gut – mehrfach brach die Verbindung ab und musste neu hergestellt werden. 

Das Smartphone unterstützt Wifi in 2.4 gHz, 802.11 b/g/n, schnelles Surfen im W-LAN ist also garantiert. Die Standardsensoren (Licht-, Beschleunigungs- und Näherungs-Sensor) sind verbaut.

Kamera

Ganz klar: Die 13-MP-Kamera (interpoliert) an der Rückseite ist eine Niete. Fürs Familienalbum taugen die Bilder keinesfalls, noch nicht mal für einen schnellen Schnappschuss ist die Qualität ausreichend. Auch nicht, wenn man bedenkt, das hier ein Smartphone für unter 70 Euro auf dem Tisch liegt.

Das einzig Positive: Verschluss und Autofokus arbeiten zufriedenstellend. Betrachtet man die geschossenen Fotos am PC, stechen die Schwächen der C8-Kamera deutlich hervor: Es fehlt an Schärfe, Klarheit und richtiger Belichtung. Schon bei geringstem Gegenlicht ist das gesamte Motiv deutlich überbelichtet.

Das Finetuning in den Einstellungen der Kamera-App bewirkt eher eine Verschlechterung: Sobald Sättigung und Farbe intensiviert werden, spielt der Sensor verrückt und spuckt nur noch grüne Farben aus. Gruselig ist auch die Selfie-Cam mit Rotstich. Nervig: Die Einstellungen in der Kamera-App müssen jedes mal aufs Neue getätigt werden, eine Speicherung der Parameter ist offenbar nicht möglich.

Fazit und Alternative

63de45e0e8f532d250d202ea2880e108 s131
Philip Hauck:

Man darf nicht vergessen: Das Oukitel C8 ist im Bereich „Low Budget“ zuhause. Für wenig Geld gibt es ein großes 18:9-HD-Display, drei Kartenschächte und ein kernsolides Betriebssystem. Wer keine großen Ansprüche an Leistung und Kamera hat, wird also gut bedient. Ein Minuspunkt ist hingegen das fehlende 4G. Doch hier ist Besserung in Sicht: Das dezent teurere Oukitel C8 4G ist schon auf dem Weg zu den Händlern.

67%
  • Design und Verarbeitung 70 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 60 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 50 %
  • Akku 80 %

Preisvergleich

ShopPreis 
EmpfohlenNur 80 EUR * 
84 EUR * 10-15 Tage - Germany Express wählen - zollfrei
60 EUR * 10-15 Tage - Express-Postversand wählen - zollfrei
77 EUR * 10-15 Tage – Duty-Free shipping – zollfrei

*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 20.4.2018

Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!

Schreibe einen Kommentar

 
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
Gast
Ray

Wie kann man bei dem C8 die Bilder der Camera direkt auf der SD karte speichen? Ich finde in der Camera app nicht den Speicherort zum auswählen. Hat jemand es schon herausgefunden?

Mitglied
Mitglied
Christopher Straßer

Da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. In den Technischen Daten steht eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel, was bei einem 18:9 Format nicht sein kann. Im Text steht ja dann die richtige Auflösung.

Gast
Uwe

Und eine Dicke von 147 mm ist auch nicht so der Bringer 🙂

Webmaster
TeamMitglied
Jonas Andre

Danke für die Hinweise. Hab beides korrigiert.

beste Grüße

Achtung: Durch die weitere Nutzung (klicken oder scrollen) der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen