Statt wie üblich ein Nachfolgeprodukt mit fortlaufenden Nummern zu betiteln, folgte 2016 auf dem Oukitel K4000 das K4000 Pro. Nun steht eine weitere Version, nämlich das K4000 Plus in den Startlöchern. Dieser Test soll Aufschluss geben, wie sich der weitere Nachfolger schlägt.

Design und Verarbeitung

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Das Oukitel K4000 Plus ist, wenn man das so sagen kann, ein weiterer Nachfolger des K4000 und K4000 Pro und ordnet sich im absoluten Low-Budget Bereich der Smartphones ein. Das 5“ große Gerät ist von einem Metallrahmen umgeben und sieht dem iPhone 6 auf dem ersten Blick ähnlich, aber welches Gerät tut das heutzutage (leider) nicht? Wie gesagt, nur auf dem ersten Blick. Sobald man das 215g schwere Smartphone in die Hand nimmt, weiß man sofort, dass es sich nicht um einen iPhone handelt. Selten hatte ich ein so schweres Smartphone. Vor Allem, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einem 5“ Bildschirm zu tun haben. Trotz Gewichts liegt es dennoch erstaunlich gut in der Hand. Im Gegensatz zum iPhone ist der Homebutton (inkl. Fingerabdrucksensor) nicht rund sondern oval. Leider ist die Verarbeitung des Selbigen nicht sonderlich gut. Er hat ein gewisses Spiel und fühlt sich nicht hochwertig an. Das Entsperren mittels Finger klappte jedoch ohne Beanstandungen. Bei 10 Versuchen wurde das Gerät 9 Mal ohne Verzögerung entsperrt.

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Das Gerät selbst ist von einem Metallrahmen umgeben und hat ein abnehmbares Backcover. Die Simkarte(n) wird/werden hier hinten eingelegt. Platz ist für eine Nano- oder eine Mirco-SIM Karte. Wie bei vielen China Handys inzwischen üblich, muss man sich entscheiden, ob man Dual-SIM verwendet oder nur eine einzige SIM Karte, wenn man den Speicher extern mit einer MicroSD-Karte erweitern möchte. Das Backcover selbst ist nicht unbedingt sehr hochwertig und ist etwas anfällig für Fingerabdrücke. Ansonsten befinden sich unten mittig der Micro USB Anschluss, seitlich rechts der Power-, sowie Volume Button. Zu guter Letzt hat das Gerät den Kopfhöreranschluss oben. Insgesamt ist an der Verarbeitungsqualität, mit Ausnahme des Homebuttons, nichts auszusetzen. Keine Spaltmaße, kein Knarzen. Alles in Allem ein sehr robustes Gerät.

Lieferumfang des Oukitel K4000 Plus

Oukitel K4000 Plus Lieferumfang 300x200Im Lieferumfang befindet sich neben dem Gerät noch eine Schutzhülle, ein Netzteil, ein MicroUSB-Kabel und eine Schnellstartanleitung.

Display

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Das 5,0 Zoll große IPS Display löst mit 1280 x 720 und hat eine Pixeldichte von 320 PPI, sodass Inhalte entsprechend scharf dargestellt werden. Die maximale Leuchtkraft zeigt sich im Alltag als völlig ausreichend. Ein Wunder der Helligkeit sollte man aber dennoch nicht erwarten, denn im Freien ist das Display einfach nicht hell genug, um gut lesbar zu sein. Das K4000 Plus besitzt keine Soft-Touch-Buttons. Die Bedienung geschieht via On-Screen-Buttons, welche sich jedoch manuell verbergen lassen, um die nutzbare Fläche des Bildschirms zu vergrößern. Die Ränder um das Display haben eine durchschnittliche Größe und sind nicht störend. Vor allem dank des Einsatzes von 2.5D Glas. Die abgerundeten Ränder gefallen mir persönlich recht gut. Des Weiteren beherrscht das Gerät Gestensteuerung, was in dieser Preisklasse ungewöhnlich ist. Zeichnet man zum Beispiel ein „O“ mit dem Fingern auf den ausgeschalteten Bildschirm, öffnet sich die Bildergalerie. Wenn man jedoch eine Passwort-, Muster-, oder Fingerabdrucksperre eingerichtet hat, muss man das Gerät zunächst entsperren. Der Touchscreen erkennt maximal 5 Berührungen gleichzeitig und arbeitet präzise. Auf kratzfestes Gorilla Glass muss man zwar verzichten, allerdings gibt es serienmäßig eine Displayfolie dazu. Ebenso gehört ein transparenter TPU Bumper zum Lieferumfang. Der macht das Smartphone gleich noch dicker als es ohnehin schon ist. Seinen Zweck erfüllt er jedoch ausreichend. Schön ist, dass das K4000 Plus MiraVision unterstützt. So können Helligkeits-, Kontrast- und Farbwerte nach Belieben angepasst werden.

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Die Blickwinkelstabilität des Gerätes ist ausgezeichnet. Bei Neigung des Smartphones beiben die Farben des Diplays durchweg konstant. Das K4000 Plus verfügt auch über eine RGB-Benachrichtigungs-LED. Dem Benutzer wird ein verpasster Anruf, zum Beispiel, rot blinkend signalisiert. Während des Ladevorgangs leuchtet die LED ebenfalls rot. Ein voll aufgeladenes Telefon wird grün angezeigt.

Leistung

Wer beim K4000 Plus ein Leistungsmonster wie ein OnePlus 3T oder gar 5 erwartet, wird natürlich herbe enttäuscht. Bei einem Verkaufspreis von 100€ ist das aber völlig normal. Im Gerät werkelt ein MediaTek MT6735 Prozessor mit 4 Kernen à 1,25GHz. Das reicht für „normale“ Anwendungen wie Facebook, WhatsApp, YouTube und Co. völlig aus. Wer ein Handy sucht, mit dem er ein bisschen Surfen und einfache Apps verwenden kann, wird also zufrieden sein. In punkto Gaming sind natürlich keine Wunder zu erwarten. Einfache 3D Games spielt das Handy ab. Auch grafisch anspruchsvolle Spiele wie Asphalt 8 können noch gespielt werden, allerdings kommt aufgrund von Lags und Verzögerungen keine große Freude auf. Hier merkt man die fehlende Power der ARM Mali-T720 Grafikeinheit in Zusammenspiel mit eher dürftigen Leistung des 4 Kern Prozessors.

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Die Leistung ist also typisch für ein Low-Budget Handy. Das zeigen auch die Benchmark Ergebnisse… gerade einmal 29k Punkte beim AnTuTu Benchmark. Selbst im Multicore-Test von Geekbench erreichte das Smartphone lausige 1515 Punkte. Für normale Anwendungen reicht die Performance allerdings allemal aus. Der interne Speicher ist 16GB groß und genügt für einige Bilder, Musik und Apps. Bei Bedarf kann er unter Verzicht auf Dual-Sim mit einer MicroSD erweitert werden. Die 2GB Arbeitsspeicher sorgen für eine grundlegende Multitaskingfähigkeit.

Android 6.0 / Oukitel OS

Oukitel hat dem Smartphone die hauseigene Software Oukitel OS 1.0 übergeworfen. Diese basiert auf Android 6.0. Ein Update auf Android 7.0 Nougat wird aller Voraussicht nicht mehr erscheinen, was für den ein oder anderen Nutzer sicher ein großer Minuspunkt sein wird. Das Android-System wurde stark verändert. Es sind zahlreiche Apps von Drittanbietern auf dem Gerät vorinstalliert. Unter Anderem besitzt das Gerät eine eigene Beschleunigungsapp, die Datenmüll beseitigt, sowie 360 Security, die das Telefon u.A. nach Schadsoftware durchsucht. Ich persönlich bin kein großer Freund von Sicherheitsapps, die kompletten Zugriff auf das Smartphone haben. Oftmals sind nämlich genau solche Sicherheitsprogramme der Grund für ein langsameres Telefon. Die Apps der Drittanbieter lassen sich leider auch nicht deinstallieren, sondern nur manuell deaktivieren. Zudem hat das Smartphone ein „Property System“. Hier können sensible Apps wie zum Beispiel Online Banking, PayPal o.Ä. verschoben werden, die dann in einer Art „Sicherer Modus“ ausgeführt werden. Die dorthin verschobenen Apps lass sich dann nur über das Property System aufrufen und erscheinen nicht mehr auf dem Homescreen.

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Ferner hat man die Möglichkeit, den Akku zu schonen und selten verwendete Apps in den „Freezer“, also in den Kühlschrank, zu verschieben. Ob das wirklich zu einer Beschleunigung des Telefons oder gar zur Energieeinsparung führt, ist schwierig zu beurteilen. Prinzipiell ist die Idee aber gut.

Ebenfalls gut gefallen hat mir das App-Start-Up-Management der Rechteverwaltung gefallen. Hier wird der App-Autostart von allen neu installierten Programmen automatisch verhindert. Selbstverständlich kann der Autostart für jede App manuell wieder aktiviert werden. Das Design des Oukitel OS erinnert ein wenig an Huawei’s EMUI, auch was die umfangreichen Einstellmöglichkeiten angeht.

Negativ aufgefallen ist, dass nicht alle Inhalte des Systems ins Deutsche übersetzt sind. Hier und da sind einige Untermenüs des Android-Systems in englischer Sprache.

Kamera

Oukitel K4000 Plus Design Verarbeitung 4 300x200Eines vorweg: Wer ein Smartphone mit toller Kamera sucht, der möge bitte woanders schauen. Die Kamera des Oukitel K4000 Plus taugt nur für Schnappschüsse. Bei stärkerem Gegenlicht werden die Kontraste von der Wolkendecke zu den Baumkronen deutlich überbelichtet. Generell löst die Kamera mit bis zu 13MP auf. Nur mit eingeschaltetem HDR-Modus kann man die Fotos halbwegs verwenden. Wirklich HDR scheint aber auch das nicht zu sein, da die Bilder einfach nur heller werden ohne den eigentlichen Hochkontrasteffekt umzusetzen. Der Autokokus jedoch funktioniert tadellos und zuverlässig. Der Auslöser könnte meiner Meinung noch etwas zackiger fungieren, ist aber noch im akzeptablen Bereich. Die Frontkamera löst mit 5MP und man kann sie für gelegentliche Selfies verwenden. Hier tritt der Überbelichtungseffekt nicht auf.

Apropos Licht: Für Nachtaufnahmen taugt das Oukitel K4000 Plus überhaupt nicht, was in diesem Preisbereich aber auch nicht verwundert. Der LED-Blitz leuchtet so schwach, dass gut ausgeleuchtete Fotos nur ein Wunsch bleiben. Mir ist während des Testens kaum ein Foto bei schlechten Lichtverhältnissen gelungen. Nur Objekte in unmittelbarer Nähe zum Telefon werden aus-, bzw. angeleuchtet.

Konnektivität

Oukitel K4000 Plus Empfang Netz 3 300x200Das Oukitel K4000 Plus unterstützt alle in Deutschland benötigten 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen. Die Gesprächsqualität geht für ein Smartphone in diesem Preissegment absolut in Ordnung. Die Freisprechfunktion kann ebenfalls gut verwendet werden und verrichtet gute Arbeit. Der Empfang im Mobilfunknetz ist durchweg gut und das Surfen im Netz funktioniert genauso tadellos.

 

Oukitel K4000 Plus 10 169x300Einen Kompass oder gar Schwerkraftsensor sucht man an bei diesem Gerät vergebens. Dafür jedoch einen Beschleunigungssensor. Das GPS Signal im Freien geht in Ordnung. Selbst in Gebäuden hat man guten Empfang. Zum Navigieren eignet sich das Gerät allemal. Der aktuelle Standort wird schnell gefunden.

Das WLAN Modul verrichtet seine Arbeit ebenfalls ohne Probleme. Trotz 3 Wänden zwischen Router und Smartphone, war die Signalstärker immer noch gut.

Der Lautsprecher geht für ein Gerät der unteren Preisklasse in Ordnung. Er hat zwar nahezu keine Tiefen, bzw. ist arg bassarm, aber dafür sehr laut, ohne dass die Qualität hörbar leidet. Geräte via Bluetooth zu verbinden, klappte ebenfalls ohne Probleme.

Akku

Oukitel K4000 Plus 4 169x300Der Hauptgrund für den Kauf des Oukitel K4000 Plus ist neben dem günstigen Preis vor allem die monströse Power des Akkus. Mit 4100mAh bei einer Displaygröße von nur 5 Zoll verfügt das Smartphone über genug Power, um bedenkenlos 2 Tage ohne Aufzuladen durchzuhalten. Dass sich der große Akku auf die Dicke des Gerätes auswirkt, hatte ich ja bereits eingangs erwähnt. Mit einem Durchhaltevermögen von über 9 Stunden im Work 2.0 Battery Life hat das K4000 Plus einen guten Wert hingelegt. In der Praxis kann man das Smartphone über zwei Tage verteilt locker 3 Stunden am Tag verwenden.

Weniger gut ist die enorme Ladezeit des Akkus. Mit gut 3 Stunden lässt sich das Gerät durchaus viel Zeit bis zum Laden auf 100%. Quick-Charge ist nicht vorhanden. Bei der langen Akkulaufzeit kann ich damit aber eigentlich ganz gut leben.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, lässt sich der Akku nicht ohne Werkzeug, bzw. nicht ohne Verlust der Garantie entfernen.

 

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* Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 22.8.2017

Fazit und Alternativen

73% Okay

Das Oukitel K4000 Plus ist optisch gesehen alles andere als ein Hingucker. Auf der Habenseite weiß das Gerät jedoch mit seiner Stabilität und seinem Monsterakku durchaus zu überzeugen. Die Leistung ist typisch für ein Low-Budget Handy: Einfache Anwendungen lassen sich mit guter Geschwindigkeit nutzen, alle aufwendigen Apps und Games laufen jedoch etwas träge.
Der Klang des Lautsprechers haut einem zwar nicht um, reicht aber völlig aus, um das ein oder andere YouTube-Video laut anzusehen. Auf dem Magen schlug mir jedoch die wirklich mäßige Kameraqualität. Hier konnten andere Chinahandys dieser Preisklasse besser überzeugen (Umi Diamond, Cubot Rainbow 2 oder Oukitel K7000). Die Selfie Kamera hingegen macht ihren Job, wie auch bei anderen Oukitel Vertretern, ganz gut. Zusammengefasst bedeutet dies: Wer ein Smartphone mit langer Durchhaltekraft sucht und nicht viel Wert auf die Kamera legt, ist mit dem K4000 Plus bestens bedient. Als Alternative zum Oukitel bieten sich das Xiaomi Redmi 4a oder das Vernee Thor E an. Beide Smartphones bieten eine ebenso überzeugende Akkulaufzeit, schneiden jedoch in den anderen Testkategorien noch besser ab.

  • Verarbeitung und Design 70 %
  • Display 70 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Akkulaufzeit 90 %

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