Seit der Erfindung des Smartphones plagen sich deren Nutzer mit unzureichenden Akkulaufzeiten oder dem lästigen Mitschleppen einer Powerbank.

Denn meist ist es so: Sobald der Tag sich dem Ende neigt, tut es der Smartphone-Akku ihm gleich. Um dem Ganzen ein Ende zu setzen, bringt der chinesische Hersteller Oukitel innerhalb seiner K-Serie schon seit mehreren Jahren Geräte auf dem Markt, die mit außergewöhnlich großen Akkus die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Mit dem neuen K6 bleibt Oukitel dabei seiner Tradition treu und bringt erneut ein Mittelklasse-Smartphone mit gigantischem 6300 mAh Akku in den Handel. Mit an Bord sind auch der neue Mediatek P23 Octacore-Prozessor, zwei Dual-Kameras, 6GB Ram und ein 6-Zoll Full-HD+ Display im 18:9 Format. Rein nach der Ausstattung beurteilt ist das K6 ein besseres K5000.

Ob dem K6 aber wirklich, wie vom Hersteller beschrieben, erst nach 3 Tagen Nutzung die Puste ausgeht und was es sonst noch so auf Lager hat, finden wir in unserem Test heraus.

Lieferumfang des Oukitel K6

Oukitel K6 Testbericht Lieferumfang

Im Gegensatz zu den Platzhirschen der Szene liefern chinesische Smartphone-Hersteller ihre Geräte meist mit einer Vielzahl an Zubehör aus. Dies ist auch beim K6 der Fall und so findet man in der Verpackung neben dem Smartphone selbst ein USB-C Kabel, Quick-Charge Netzteil, OTG-Kabel, USB-C zu 3,5mm Klinkenadapter und eine Silikon-Schutzhülle. Damit zeigt sich Oukitel von seiner großzügigen Seite und als Nutzer ist man gleich von Anfang an bestens für den täglichen Einsatz gerüstet.

Verarbeitung & Design

Wenn man das Oukitel K6 in die Hand nimmt, fällt einem direkt das immense Gewicht des Smartphones auf. Ein Blick auf die Waage bestätigt dann den vorläufigen Eindruck: stolze 260g prüfen hier die Qualität der eigenen Hosentasche(!). Zurückzuführen ist dies auf den riesigen Akku, der dem K6 nebenbei auch eine überdurchschnittliche Tiefe von 11mm beschert. Mit den restlichen Maßen von 158.7mm x 76.3 mm ist das Gerät selbst für größere Hände eine Herausforderung und benötigt bei der Handhabung etwas Eingewöhnung. Sobald dies aber geschehen ist, weiß das K6 mit seiner restlichen Verarbeitung zu überzeugen.

Oukitel K6 Display 3 Oukitel K6 Design Verarbeitung 4

Auf der Vorderseite dominiert das, in den darstellenden Ecken abgerundete, 6-Zoll Display im 18:9 Format, welches auch die Bedienelement in Form von On-Screen-Buttons beherbergt. Dank der dünnen Display-Ränder bleibt das K6 zudem mit den Maßen von 159 x 76mm verhältnismäßig schmal. Oberhalb des Panels befinden sich die Benachrichtigungs-LED, ein LED-Blitz und ganze zwei Kameraobjektive. Zu den Seiten hin ist das Displayglas leicht abgerundet, geht aber trotzdem merklich in den schwarz glänzenden Metallrahmen über. In diesem sind, neben USB-C Anschluss und Mikrofon an der Unterseite, rechts außen die Tasten für Lautstärke und Standby integriert. Diese besitzen zwar einen satten Druckpunkt, überzeugen aber unterm Strich mit ihrer losen und klapprigen Halterung nicht. Einen herkömmlichen 3,5mm Klinkenanschluss sucht man beim K6 vergebens, denn auch hier finden Kopfhörer nur noch per beigelegtem Adapter ihren Weg ins Gerät.

Die geschwungene Rückseite des Oukitel K6 besteht zwar aus Plastik, wirkt aber keineswegs minderwertig. Der schwarze Kunststoff reflektiert außerdem bei Lichteinfall in tiefem Blau und verleiht dem Gerät damit ein elegantes Merkmal. Die mittig sitzende Dual-Kamera hebt sich leicht vom Gehäuse ab und wird von einem Dual-LED-Blitz begleitet. Unterhalb von ihr befindet sich der leicht abgesenkte Fingerabdrucksensor.

Oukitel K6 Design Verarbeitung 5 Oukitel K6 Design Verarbeitung 1 Oukitel K6 Design Verarbeitung 2 Oukitel K6 Design Verarbeitung 6

Da die Rückseite des K6 nicht abnehmbar ist, werden Karten seitlich per Einschub eingesetzt. Dabei besteht entweder die Möglichkeit zwei SIM-Karten gleichzeitig zu nutzen oder den Speicherplatz mit einer Micro-SD-Karte zu erweitern.

Insgesamt hinterlässt die Haptik des K6 einen positiven Eindruck. Kleinigkeiten wie die klapprigen Tasten lassen jedoch bei der Verarbeitung noch Luft nach oben. Das höhere Gewicht ist zwar bauartbedingt, sollte jedoch den Käufer vor die Frage stellen, ob man bereit ist, jenes für einen größeren Akku in Kauf zu nehmen.

Display

Hinter dem nicht näher spezifizierten Frontglas versteckt sich beim Oukitel K6 ein IPS-Panel, mit einer Auflösung von 2160×1080 Pixel, welches bei 6-Zoll-Diagonale eine Dichte von 402ppi erreicht. Damit stellt es Bilder und Schriften gestochen scharf dar und selbst bei näherer Betrachtung sind Bildpunkte kaum erkennbar.

Oukitel K6 Display 2 Oukitel K6 vs. Oukitel Mix 2 2

Auch in den restlichen Disziplinen gibt sich das Display keine Blöße und überzeugt mit satten Kontrasten, vernünftiger Helligkeit (530 Lux) und einer guten Blickwinkelstabilität. Farben werden zudem sehr natürlich dargestellt und auch wenn der Schwarzwert nicht dem eines OLED-Displays gleichkommt, bereitet die Anzeige selbst bei der Nutzung im Freien regelmäßig Freude. Der Digitizer registriert bis zu 10 Berührungspunkte gleichzeitig.

Weiterhin möchte Oukitel dem Nutzer das Leben einfacher gestalten und liefert unter den Menüpunkten Gesture Motion und Gesture Unlock eine Hand voll an teils nützlicher Funktionen rund ums Display mit. Mit dabei sind Altbekannte wie die Bedienung per Shortcut im Standby um Funktionen schnell aufzurufen oder das Stummschalten des Anrufs durch Wenden des Telefons.

Das Display weiß im Test zu gefallen und ist als Herzstück des K6 ein absoluter Hingucker.

Leistung

Der Helio P23 MT6763 Octa-Core Prozessor des K6 wurde in der zweiten Jahreshälfte 2017 von Mediatek vorgestellt und soll in direkter Konkurrenz zum beliebten Snapdragon 625 stehen. Dafür sorgen acht Kerne die im SoC auf zwei Cluster verteilt stets höchste Leistung bei gleichzeitig maximaler Akkulaufzeit versprechen. Die maximale Taktrate beträgt dabei 1,5 und 2GHz.

Das Resultat: mit 63.000 Punkten im Antutu-Benchmark liegt der Mediatek P23 auf Augenhöhe mit dem Modell aus dem Hause Qualcomm und hebt das K6 in die Leistungs-Liga mit Geräten wie dem Xiaomi Mi A1. Gepaart mit der Mali G71 GPU wird das K6 damit auch höheren Ansprüchen gerecht und stemmt auch anspruchsvollere Spiele wie Asphalt 8 bei mittlerem Detailgrad. Eine ungewöhnlich hohe Temperatur erreicht es dabei nie.

Ausgiebigem Multitasking steht außerdem, dank des großzügigen Arbeitsspeichers von 6GB, nichts im Wege und auch die Zugriffe erfolgen mit 5300 MB/s ausreichend schnell. Der üppige 64GB Hauptspeicher ermöglicht das Ablegen von Dateien bei einer Geschwindigkeit von 216.50 MB/s und greift auf diese mit 121.62 MB/s zu.

Oukitel nutzt im K6 das Potential der Hardware gut aus und liefert ein rundum performantes System. Die Ergebnisse in den Benchmarks unterstreichen zudem den Anspruch an die Mittelklasse und wissen selbst im Vergleich zur starken Konkurrenz zu überzeugen.

Antutu Ergebnis

PS.: Leider konnten wir keine Ergebnisse des Geekbench-Benchmark beilegen, da dieser auf unserem Testgerät nicht ausführbar war. Gleiches war auch schon bei unserem Ulefone Power 3 mit Helio P23 der Fall!

System

Das Oukitel K6 wird bis dato mit Android 7.1.1 ausgeliefert und war in unserem Test mit den Sicherheitspatches vom 5. Dezember 2017 ausgestattet. Im Vergleich zum gewohnten Stock Android besitzt das System ein paar kleinere Änderungen, auf die man aber zum Großteil hätte auch verzichten können. So wurde beispielweise den Icons ein Samsung-Gewand übergezogen und einige zusätzliche Anwendungen installiert.

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Darunter befinden sich eine werbeverseuchte Emoji-Tastatur, ein Schrittzähler, ein Dateimanager, ein Screenshot-Assistent und ein sogenannter Systemmanager. Via Letzterem lassen sich aber praktischerweise nervige Apps wie die Tastatur leicht „einfrieren“ um daraufhin eine bessere Alternative wie beispielweise die Google Tastatur zu nutzen.

Das System lief im Test stabil und zeigte keine Schwäche. Falls die Optik oder zusätzliche Programme den Nutzer stören sollten, kann man, Android sei Dank, an diesen Punkten leicht ansetzen und gewünschte Änderungen vornehmen. Ob jedoch ein Smartphone mit werbefinanzierten Apps ausgeliefert werden sollte, halten wir für fraglich.

Kamera

Das Oukitel K6 besitzt insgesamt vier Kameralinsen welche sich gleichermaßen auf Vorder- und Rückseite verteilen. Dabei sitzt auf der Front ein Paar mit 13 und 8 Megapixeln, welches von einem Single-LED Blitz begleitet wird. Auf der Rückseite lösen die Linsen mit 21 und 8 Megapixel auf und werden bei Dunkelheit von einem Dual-LED Blitz unterstützt.

Doch wie schon von anderen chinesischen Herstellern gewohnt, trägt auch Oukitel an dieser Stelle zu dick auf und liefert in der Realität nur eine funktionstüchtige Linse pro Seite.

Entsprechende Effekte wie Bokeh oder dualer Zoom werden rein digital erzeugt und bringen nicht das gewünscht Ergebnis.

Davon abgesehen geraten Aufnahmen mit dem K6 für ein Gerät der Mittelklasse recht durchschnittlich. Mit der Einstellung der richtigen Belichtung hat das Gerät große Schwierigkeiten und helle Fläche werden daher häufig überbelichtet. Der HDR-Modus schafft hier aber Abhilfe. Dynamikumfang und Schärfe sind jedoch in Ordnung. Bei Dunkelheit fangen die Aufnahmen, wie erwartet, schnell an zu rauschen und auch mit dem Einsatz des Blitzes kann daran wenig geändert werden.

Die Aufnahmen der Frontkamera können eher mit einem „ausreichend“ bewertet werden und Selfie-Virtuosen sind mit einem anderen Gerät sicherlich besser beraten.

Videos nimmt das K6 mit maximal 1920×1080 Pixeln (Full-HD) auf, wobei es ihm dabei sichtlich an einer Stabilisierung durch Software oder Optik fehlt. Jedoch fokussiert es während der Aufnahmen meist zuverlässig nach.

In Sachen Kamera enttäuscht das K6 für seinen Preis. Sollte aber gerade dies für den Käufer ein wichtiges Kriterium sein, lohnt sich ein Blick in die Regale anderer Hersteller.

Konnektivität und Kommunikation

Oukitel K6 SimkartenIm K6 verbaut Oukitel eine breite Palette an Netzfrequenzen, unter welchen sich auch das für Deutschland relevante LTE Band 20 befindet. Dem gewohnten Einsatz hierzulande steht somit nichts im Wege. Konkret unterstützt wird:

  • 2G: GSM 850/900/1800/1900 MHz
  • 3G: WCDMA 900/2100 MHz
  • 4G: FDD-LTE 1/3/7/8/20 (2100/1800/2600/900/800 MHz)

Das K6 stellte im Test immer zuverlässig eine Verbindung zum nächstgelegenen Funkmast her und ist damit auf einem Niveau mit teils deutlich preisintensiveren Geräten.

oukitel k6 gps

Integriert ist auch ein GPS Empfänger (Beidu, Glonass), welcher zügig den Standort ermittelt und mithilfe des digitalen Kompass auch für die Fußgängernavigation geeignet ist.

Bluetooth in der Version 4.1 und Dual-Band WLan b/g/n/ac sind auch mit verbaut. Telefonate waren auf beiden Seiten angenehm zu führen und der Lautsprecher eignet sich aufgrund seiner mittelmäßigen Qualität vorzugsweise eher für die Freisprecheinrichtung als den Genuss von Musik. Dafür bringt der 3,5mm Adapter aber keine feststellbaren Einbußen in der Tonqualität mit sich. An restlichen Sensoren bietet das K6 für die Mittelklasse gewohnte Kost:

  • Näherungssensor
  • Beschleunigungssensor
  • Digitaler Kompass
  • Gyroskop
  • Helligkeitssensor
  • NFC

Der auf der Rückseite angebrachte Fingerabdrucksensor entsperrt mit 9/10 Versuchen zuverlässig das Gerät, braucht aber einen Moment, um das K6 aus dem Standby zu holen.

Mit diesem Umfang fällt das K6 zwar nicht negativ auf, neue Rekorde stellt es aber auch nicht auf. Die Konkurrenz aus der Bestenliste hat hier schlichtweg die Nase vorn.

Akku

Wie schon zu Beginn erwähnt besitzt das Oukitel K6 einen gigantischen Akku mit 6300 mAh. Damit erreichte das Gerät in unserem Test eine starke Laufzeit von 12 Stunden und 43 Minuten im PC-Mark Benchmark. Übersetzt heißt das: nach zwei Tagen Powernutzung geht dem K6 die Puste aus, bei gewöhnlicher Nutzung auch gut und gerne erst nach drei. Ein wenig verdutzt bleiben wir trotzdem beim Vergleich mit dem Xiaomi Mi Note 3, welches mit einem 3500 mAh starken Akku stolze 11 ½ Stunden Nutzung erreicht und damit unwesentlich weniger Laufzeit besitzt. Dies liegt dort aber auch am extrem energiesparenden Prozessor.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Zum Laden des Geräts empfiehlt sich das beigelegte Netzteil, welches bei 5 Volt 2.8 A ausgibt. Damit klettert die Akkuanzeige dann innerhalb von 2h und 45 Minuten von 0 auf 100%.

Gesondert hervorheben möchten wir zudem noch die Funktion des Smartphones, jenes als „Powerbank“ nutzen zu können. Mit dem beigelegten Adapter ließ sich im Test ein weiteres Gerät mit einer maximalen Stromstärke von 0.45 A bei 5 Volt laden.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Mit dem K6 versucht Oukitel in der stark umkämpften Mittelklasse Fuß zu fassen und geht mit dem Helio P23, einem grandiosen Display und der großzügigen Speicherausstattung erste Schritte in die Richtung unserer Bestenliste. Das Smartphone kann in den meisten Aspekten überzeugen. Doch wie so vieles ist auch das K6 nicht perfekt und erlaubt sich, insbesondere bei den Kameras, einen ziemlichen Fehltritt. Sollte man sich daran aber nicht sonderlich stören, erhält man einen absoluten Akku-Dauerläufer mit sauberer Verarbeitung.

Derzeit liegt der Preis für das Gerät noch jenseits der 200€ Marke. Dies ist angesichts der günstigeren Konkurrenten wie dem Ulefone Power 3 etwas hoch angesetzt. Vermutlich wird der Preis aber in den nächsten Wochen unter 180€ fallen, womit das Oukitel K6 dann auch ein empfehlenswerter Kauf sein wird.

77% Stark
  • VERARBEITUNG UND DESIGN 70 %
  • DISPLAY 90 %
  • BETRIEBSSYSTEM UND PERFORMANCE 80 %
  • KAMERA 50 %
  • KONNEKTIVITÄT UND KOMMUNIKATION 70 %
  • AKKULAUFZEIT 100 %

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