Apple setzt mit dem Iphone nach wie vor Maßstäbe. Das mag dem ein oder anderen jetzt sauer aufstoßen, doch vor allem in Sachen Design sind die Geräte mit dem Apfel-Logo die wohl meist kopierten auf dem Planeten. Kein Wunder also, dass auch das Iphone X gerne imitiert wird. Das Oukitel U18 hat die Notch (Einkerbung) im Display nachgemacht, liegt aber mit rund 160 Euro deutlich unter dem Preis des Originals. Wieviel Iphone X bekommt man für sein Geld?

Design und Verarbeitung

Oukitel U18 Display 1

Im wahrsten Sinn negativ ins Gewicht fällt beim ersten Anfassen: das Gewicht. Für ein Gerät mit den Maßen 150,4 x 73,0 x 11 mm ist es auffallend schwer (215 Gramm). Das hohe Gewicht mag wohl vor allem daher kommen, dass Oukitel angibt, den Rahmen aus Zink gefertigt zu haben – warum auch immer.

Legt man das U18 vor sich auf den Tisch und betrachtet es, dann wirkt es schlank, filigran und – subjektiv betrachtet – schön. Doch im Profil zeigt es sein wahres Gesicht: 11 Millimeter „Bierbauch“ sind ein stattliches Maß, das eher für Geräte aus der Kategorie „Phablet“ und „Big Battery Phone“ bekannt ist.

Die Front des U18 besteht hauptsächlich aus Display. 5,85 Zoll im ungewohnten Format 21:9 sind eine echte Ansage. Das Display ist wirklich sehr sauber in das Gehäuse eingepasst. Die 2.5D-Glaskanten gehen fließend in den Rahmen über, der wiederum in die abgerundende Plastik-Rückschale übergeht.

An der Rückseite sitzen Dualcam und Dual-LED-Blitz in einem Bereich mit geriffeltem Plastik, der sich somit vom Rest stylisch abhebt. Darunter befindet sich der Fingerabdruck-Sensor. Alle anderen Bedienelemente sind an gewohnter Stelle zu finden: Lautstärke-Wippe rechts, On/Off-Button darunter, links der SIM-Schacht und an der Unterseite die USB-C-Buchse. Einen Klinkenanschluss gibt es nicht.

Alles in allem sieht das Oukitel U18 weicher aus als das Vorbild „Iphone X“. Im Bereich der Notch sind die Innenlinien rund gezogen, während das Apple-Gerät auch mal Kante zeigt. Letzten Endes ist dem Oukitel am unteren Displayrand die Puste ausgegangen: Während das Iphone-Display fast bündig abschließt, lässt das U18 noch einen Zentimeter Angst-Abstand nach unten frei. Und der wird nicht mal durch eine physische Taste genutzt, sondern besticht durch Nutzlosigkeit.

Das Oukitel U18 ist in den Farben Schwarz, Blau und Gold erhältlich.

Lieferumfang des Oukitel U18

Oukitel U18 Lieferumfang

  • Oukitel U18
  • USB Typ C Kabel
  • Netzteil (Quick Charge)
  • Transparente Silikonhülle
  • Bedienungsanleitung
  • Kopfhörer-Adapter USB Typ C auf Klinke

Display

Die spannendste Frage ist wohl die nach der Funktionalität des Notch. Im Normalbetrieb steht im linken Notch-Bereich die Uhrzeit, gelegentlich abgewechselt von System-Meldungen im Stile einer Laufschrift, z.B.: „KEINE SIMKARTE“. Im rechten Notch-Bereich sind Status von WLAN, Empfangsstärke und Akkustand ablesbar.

Oukitel U18 NotchAnders sieht es aus, wenn man in eine App wechselt. Im Hochformat sind die Bereiche der Notch schwarz hinterlegt und zeigen weiterhin Uhrzeit und Systemstatus. Nur wenige Apps können die eigene Hintergrundfarbe auf das Notch-Feld erweitern. Am deutlichsten wird es im Querformat. Dann nämlich klinkt sich die Notch aus und ist ohne Funktion. Toter Raum, sozusagen.

Fazit: Eine generelle Antwort auf die Frage nach dem Sinn einer Notch wird es an dieser Stelle nicht geben. Wohl aber eine bezogen auf das Oukitel U18: Die Notch funktioniert nur bedingt. Im „Desktop“-Modus oder beim Surfen (im Hochformat) sind die Informationen in den Ecken praktisch und sparen Platz. Wirklich notwendig ist das bei einem Displayformat von 21:9 allerdings nicht. Kaum eine App kann mit der vollen Länge des U18 etwas anfangen. Im Querformat wird die Notch dann ganz überflüssig. Sinnvoller wäre es wohl gewesen, das Display nach unten zu verlängern und auf eine Notch zu verzichten. Es bleibt abzuwarten, ob ein theoretisch mögliches Update auf Android 8 eine Verbesserung mit sich bringen wird.

Oukitel U18 Display 3

Der Rest vom Fest in aller Kürze: Im Oukitel U18 ist ein 5,85 Zoll Display verbaut, das mit einer Auflösung von 1512 x 720  Auflösung läuft. Daraus resultiert eine Pixeldichte von 286 PPI – was dem  Retinawert von 300PPI schon recht nahe kommt. Das Displayformat ist mit 21:9 sehr länglich. Das IPS-Panel registriert bis zu fünf Finger gleichzeitig, hat eine kräftige aber nicht übertrieben bunte Farbwiedergabe. Die Helligkeit ist mit 500 Lux (weißer Hintergrund) gut. Der Schwarzwert (6 Lux) garantiert starke Kontraste.

Leistung

Das Oukitel U18 liegt mit seiner Hardware in der Preisklasse 100 bis 150 Euro gut im Rennen. 64 GB Speicher, 4 GB Arbeitsspeicher, ein großer Akku, Notch, Dualcam und andere Extras sind nicht die Regel, wenn man sich die Konkurrenz anschaut. Der MediaTek MT6750T erreicht mit seinen 4 x 1.0 GHz und 4 x 1.5 GHz immerhin 55.000 Punkte im AnTuTu Benchmark. In Kombination mit dem optimierten System und der HD-Auflösung steht genügend Performance zur Verfügung, um alltägliche Anwendungen locker abzuspulen.

 

Lediglich bei anspruchsvollen 3D Games wird man Abstriche hinnehmen müssen, denn die Mali-T860 GPU gehört nicht zu den schnellsten. An Arbeitsspeicher stehen 4GB zur Verfügung, womit auch Multitasking nichts im Wege steht. Das System findet auf 64GB Platz. Ausgeliefert wird das Oukitel U18 aber lediglich mit Android 7.0 – hinter einem Update auf Android 7.1 oder gar Oreo steht ein großes Fragezeichen.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Kamera

Fake und schlampig umgesetzt – das ist der erste Eindruck, den die Kameras machen. Eigentlich reicht die singulare Kamera in diesem Fall völlig aus. Denn mehr ist nicht verbaut. Die zweite Linse ist ein Dummy. Hält man den Finger davor, ändert sich nämlich am Endergebnis gar nichts. Ein ganz typisches Phänomen bei Dual-Camera-Phones in dieser Preisklasse. Der Bokeh-Effekt wird durch ein softwareseitiges „Blur“ erzeugt.

OukitelU18 Kamera11In der Kamera-App lässt sich mittels „Blende“ die Intensität einstellen. Doch auch hier haben die Entwickler gepfuscht: Wie schon beim Oukitel K10 ist ihnen ein Denkfehler unterlaufen: Öffnet man die Blende, wird das Bokeh schwächer. Schließt man sie, wird es stärker. In Wirklichkeit läuft es exakt andersherum.

Der zweite Eindruck, den die Kamera hinterlässt, ist nicht viel besser. Eigentlich könnte man meinen, dass der Sony IMX135 Sensor, der von 13MP auf 16MP interpoliert, zu guten Ergebnissen verhilft. Doch die Software des U18 macht alles zunichte. Die größte Schwäche der Kamera ist die korrekte Belichtung: Fast immer ist das Bild zu dunkel oder überbelichtet. Dass die Farben ganz vernünftig getroffen sind und die Schärfe passt, ist dann fast schon nebensächlich.

Vorne setzt Oukitel bei der Selfiecam auf einen OmniVision Sensor mit 13MP. Im „Pro“-Modus lassen sich Belichtung, Iso und Weißabgleich einstellen. Ein nettes Feature, das die Schwachstellen des U18 aber nicht wirklich ausgleichen kann.

Akku

OukitelU18 PCMarkAkku

Gut ist, dass das Oukitel U18 über einen modernem USB Typ C-Anschluss verfügt. Schlecht ist, dass nur das mitgelieferte Kabel mit längerem „Rüssel“ passt. Ein herkömmliches Ladekabel funktioniert nicht. Mittels Quick Charge (5V 2A) lässt sich der 4000 mAh Akku binnen zwei Stunden voll aufpumpen. Und auch das Messgerät bestätigt: Hier kommen wirklich 4000 mAh an.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Und diese halten das U18 auch entsprechend lange wach. Einen Tag Vollgas-Nutzung packt das Smartphone locker. Wer es nur gelegentlich nutzt, kommt auch mal drei Tage mit einer Ladung hin. Doch diese Laufzeit hat auch ihre Schattenseiten: Der fest verbaute, dicke Akku bläht das Telefon auf satte 11 Millimeter in der Tiefe auf.

Android

Das Android 7.0 ist weitestgehend naturbelassen. Wer daran gewöhnt ist, findet sich auch im U18 sofort zurecht. Die wichtigsten Google-Apps sind vorinstalliert und im App-Drawer lässt sich mittels „App suchen“-Funktion alles schnell finden. Das System ist gut abgestimmt, läuft stabil und erlaubte sich während der Testphase keine Abstürze. Das Navigieren im System ist zwar nicht perfekt, weil das U18 nur über On-Screen-Buttons verfügt. Doch dank der enormen Displaylänge schadet das der Übersicht und Usability keineswegs. Ob ein Update auf Android 7.1 oder gar 8 kommen wird, steht derzeit in den Sternen.

Das nette Feature „Face Unlock“ lässt sich kinderleicht einrichten: Gesicht scannen, zusätzliches Passwort eingeben und dann ausprobieren. Und tatsächlich: Das U18 entsperrt den Bildschirm, sobald das eingespeicherte Konterfei vor der Frontkamera auftaucht. Mit einem am PC Bildschirm geöffneten Selfie hat sich das Gerät auf die Schnelle nicht austricksen lassen. Wem das zu viel Zukunft ist, der kann sich auf den Fingerprint-Sensor verlassen (10/10 Versuchen entsperrten den Bildschirm).

OukitelU18 Android1 OukitelU18 Android2 OukitelU18 Android3

Konnektivität

Oukitel U18 Sim Netz Empfang Dual SimNicht jedes Chinahandy beherrscht Basics eines Smarthpones: das Telefonieren. Doch das Oukitel U18 macht in dieser Disziplin eine gute Figur. Der Empfang ist stark, die Gesprächsqualität vernünftig.

Auch im WLAN (802.11 b/g/n) arbeitet es schnell und als Navigationshilfe gibt es immer die korrekte Position wieder. Per Bluetooth lässt es sich auch problemlos mit z.B. dem Autoradio verbinden. Der integrierte Lautsprecher ist, wie in dieser Preisklasse zu erwarten, nichts für verwöhnte Ohren.

OukitelU18 Sensorbox

An Bord sind Beschleunigungs-, Näherungs- und Lightsensor, OTG wird ebenfalls unterstützt. Wer das U18 mit zwei SIM-Karten nutzen möchte, kann das tun, muss dann jedoch auf den microSD-Slot verzichten. Der zweite SIM-Slot ist ein Hybrid (entweder, oder).

Folgende Frequenzen werden untersützt, darunter auch das für Deutschland wichtige  Band 20 (LTE)

  • 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
  •  3G: WCDMA 900/2100MHz
  •  4G: FDD-TLE 1/3/7/8/20(2100/1800/2600/900/800MHz)

 

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Für einen Preis von rund 140 Euro muss sich das Oukitel U18 nicht verstecken. Zwar ist die Notch mehr Hingucker als Nutzbringer, doch das lange und gute Display macht so oder so Spaß. Speicher, Akku und Software liefern eine gute Performance ab, die Kamera taugt hingegen nicht viel. Lästig ist, dass nur das mitgelieferte Ladekabel funktioniert und man einen Adapter für den Kopfhörer nutzen muss.

70%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 40 %
  • Akku 80 %

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