PiMAX 4K VR – Die erste UHD 4K VR-Brille im Test

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Als überzeugte VR-Nerds haben wir uns riesig gefreut, als die PiMAX 4K VR angekündigt wurde und schließlich bei uns zum Test eingetroffen ist. Immerhin handelt es sich um die erste UHD 4K VR-Brille, die tatsächlich auch erhältlich ist und sogar den Preis „The Best VR“ auf der CES Asia 2016 gewinnen konnte. In unserem Test hat uns neben dem Preis-Leistungsverhältnis natürlich auch besonders interessiert, wie die PiMAX-Brille gegen eine deutlich teurere VR-Brille wie die Oculus Rift abschneidet und ob die höhere Auflösung vielleicht sogar ein besseres Erlebnis bietet.

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Technische Daten

Hier punktet die VR-Brille von PiMAX mit dem einzigen derzeit erhältlichen 4K UHD Display und einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten. Gerechnet auf die Fläche des Displays ergeben sich sensationelle 806 PPI. Das Blickfeld (FOV) liegt mit 110° FOV gleichauf mit Oculus Rift und htc Vive. Die Bild-Wiederholrate liegt laut Datenblatt bei 90Hz in asynchronen Modus und bei 60Hz im synchronen Modus. Im Praxistest ist jedoch ein leichtes Flimmern bemerkbar, das insbesondere am Anfang etwas störend wirkt.

Allerdings kann die PiMAX 4K VR ihre tolle 4K-Auflösung nicht so richtig ausspielen, da es schwer war das Bild absolut scharf zu bekommen. Der Augenabstand muss konfiguriert werden, aber insgesamt ist der Schärfeeindruck nicht so optimal wie beispielsweise bei der Oculus.

Die Brille kann auf einen Augenabstand von 58 – 71mm eingestellt werden. PiMAX verbaut außerdem einen Blaulichtfilter und passt die Helligkeit automatisch an den Inhalt an um die Augen des Trägers zu schützen und die Gläser sind mit einem Schutz gegen das Beschlagen ausgestattet. In unserem Praxistest funktionierte dies gut aber unauffällig, also wir wurden niemals geblendet. Im Vergleich mit der Oculus Rift hatten wir deutlich weniger Probleme mit angelaufenen Linsen.

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Anders als die Oculus Rift und htcs Vive, die eine Infrarotkamera bzw. zwei Basisstationen zur Bestimmung der Position im Raum verwenden, verlässt sich die PiMAX 4k VR auf ein eingebautes Doppel-Gyroskop, welches mit 1.000 Hz quasi 1.000-mal pro Sekunde die Bewegungen der Brille erfasst, aber leider eine spürbare Verzögerung bei Kopfbewegungen erzeugt.

Lieferumfang und Installation

PiMAX VR 4K

Im Lieferumfang sind neben dem Headset ein Reinigungstuch, die beiden Kopfhörer und zwei Bänder enthalten, mit denen die Kopfhörer an der VR-Brille befestigt werden und als Kopfhalterung zum Tragen dienen. Die Verarbeitungsqualität ist absolut in Ordnung, wenn auch die Verpackung im Vergleich zur edlen Oculus relativ einfach daher kommt. Der Anschluß geht zunächst ganz leicht von der Hand: Das Headset wird einfach via HDMI und einem USB-Kabel an den PC angeschlossen und erhält den Ton für die integrierten Kopfhörer direkt über den HDMI-Port. Leider gestaltet sich die anschließende Treiber- und Software-Installation etwas umständlich.

Nachdem wir den offiziellen Treiber namens PiPlay (Pimax 4K driver and content platform) in der Version 1.1.71 von der Webseite des Herstellers installiert haben, funktionierte zunächst alles wie erwartet. Zugegeben, die Installation chinesischer Software ist immer ein wenig komisch, aber hier gab es keine großen Überraschungen oder gar Viren- oder Malware an Bord. Wir haben den neuen Bildschirm in den Einstellungen von Windows 10 auf „Erweitert den Bildschirm“ gestellt, wie in der Anleitung beschrieben. Anschließend konnten wir PiPlay starten und die dort erhältlichen Spiele, 3D Filme und Anwendungen nach Lust und Laune ausprobieren. Zur Verwendung mit Steam VR musste der Modus der VR-Brille dann auf den sog. Direct-Mode umstellen, was auch gut funktionierte. Steam VR meldete direkt nach dem „Room-Setup“ ein bereites Gerät.

piservice-crashLeider erschien in diesem Moment die Meldung, es wäre ein Update von PiPlay, sowie der Firmware der VR-Brille erhältlich, die wir in Erwartung einer verbesserten Kompatibilität etc. freudig installierten. Anschließend hängte sich leider der Treiber der PiMAX ständig auf und wie man in diesem Forenbeitrag nachlesen kann, scheint das Problem auch bei anderen Nutzern aufgetreten zu sein. Scheinbar muss man sein Windows auf englisch umstellen und dazu das Language Pack von Microsoft herunterladen. Hier gibt es noch einen Forenbeitrag mit einem kleinen Workaround, den wir erfolgreich getestet haben. In Sachen Treiber- und Softwarequalität kann sich PiMAX ruhig eine Scheibe von Oculus abschneiden, denn solche Probleme mindern den Spaß an einem neuen Gerät doch stark.

Unser Testsystem war übrigens ein Windows 10 PC mit einem i5, einer GeForce GTX 970 und 32 GB RAM. Wenn ihr, wie wir, also eine NVIDIA GTX960 oder neuer verwenden wollt, muss vorher der Treiber 358.00-362.00 installiert werden, damit man Steam VR im Direct Mode verwenden kann.

Fazit

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Die PiMAX 4K VR-Brille punktet klar mit der höheren Auflösung. Im direkten Vergleich mit der Oculus Rift ist der Bildeindruck besser, da das Fliegengitter der Pixel wesentlich feiner ist, aber es geht leider etwas die Schärfe verloren. Auch im Vergleich mit Smartphone-basierten VR-Brillen, wie der Carl Zeiss VR One oder Samsungs Gear VR ist durch die höhere Auflösung das Bild besser. Positiv aufgefallen ist uns auch der Anlaufschutz der Linsen. Es bleibt zu hoffen, dass PiMAX softwareseitig noch nachbessert und die Treiber einfacher zu installieren sind.

Leider wird bei der PiMAX 4K VR deutlich, wieso die Klassenbesten HTC Vive und Oculus Rift externe Sensoren verwenden, denn beim Spielen oder bei schnellen und häufigen Kopfbewegungen macht die PiMAX VR-Brille wenig Spaß. Bei schnellen Spielen wie Eve: Valkyrie, bei denen man die ganze Zeit im Raum umherschauen muss, kann einem mit der chinesischen Brille mitunter auch schlecht werden.

Gut gefallen hat uns die Brille als günstigen Ersatz für den 3D-Fernseher und für den Genuß von 360° bzw. 180° Videos, denn hier kann man sich ganz entspannt zurücklehnen und das Geschehen betrachten, ohne den Kopf viel zu bewegen.

Stärken

  • Tolle Auflösung und Anlaufschutz
  • Hoher Tragekomfort und guter Ton
  • Kompatibel zu Steam VR und Oculus Apps
  • Günstiger als Oculus Rift & Co.

Schwächen

  • Langsame Bewegungserkennung
  • Nicht Spiele-geeignet
  • Schlechte Bildschärfe
  • Durchwachsene Treiberqualität

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2 Kommentare zu "PiMAX 4K VR – Die erste UHD 4K VR-Brille im Test"

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Gast
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Und ihr habt sie auch selbst getestet und hattet keine Probleme mit Unschärfe? Im Pimax Forum lest man nämlich von vielen mit Unschärfe Probleme und dem Zweifel, ob die Brille wirklich 4k fähig ist

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