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Redmi Y3 mit 32MP Selfie Cam

Xiaomi bzw. Redmi hat in Indien ein neues Mittelklassegerät vorgestellt, das Redmi Y3. Dabei handelt es sich um ein aufgebohrtes Redmi 7, das wir bereits im Test hatten. Das Augenmerkt liegt auf der Frontkamera, die mit 32MP auflöst und, wie die 48MP Hauptkameras der aktuellen Xiaomi Smartphones, auf Pixel Binning setzt. Der Speicher erhöht sich auch Wunsch auf 4+64GB. Preislich liegt das Redmi Y3 bei 9.999 indischen Rupien, was circa 128€ entspricht.

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Bisher ist das Gerät aber für uns weniger relevant, da sich der Import aus Indien sehr schwer gestaltet – außer Xiaomi würde sich dazu entschließen, auch eine Global Version des Redmi Y3 nachzuschieben.

Design & Display

Zum Einsatz kommt das gleiche Gehäuse, wie auch beim Redmi 7. Dieses misst 158,7 x 75,5 x 8,4 mm bei 180g. Und auch das Display misst 6,26 Zoll in der Diagonale bei einer Auflösung von 1520 x 720 Pixeln. Dieses wird wieder durch Gorilla Glas 5 geschützt. Auch wieder nice-to-have: der Dual-SIM-Slot mit separatem MicroSD-Kartenslot. Was aber auch bleibt. ist die Kombination aus 3,5mm Klinkenbuchse und MicroUSB.

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Neu hingegen sind die Farben und die Rückseite des Redmi Y3, die im Vergleich zum Redmi 7 aufwändiger gestaltet ist. Verfügbar ist es in den drei Farben Schwarz „Prime Black“, Blau „Elegant Blue“ und Rot „Bold Red“. Einen Farbverlauf gab es beim roten und blauen Redmi 7 auch schon – beim Redmi Y3 arbeitet man aber nun mit dem vom Mi 9 bekannten „Aura Prism Design“, das sich aus mehreren Schichten zusammensetzt. Dadurch erreicht man einen echten schimmernden Effekt, der sich je nach Blickwinkel verändert. Ebenfalls neu sind feine Querstreifen – 146 sind es – die eine Textur zeichnen. Warum man aber trotzdem auf Polykarbonat / Kunststoff setzt, statt auf Glas, um das edle Design hervorzuheben, muss man nicht verstehen.

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Frontkamera – 32MP Selfies?

Klar werden jetzt viele schreien, dass sie noch nie ein Selfie aufgenommen haben, aber in Indien nutzt man nun mal lieber die Front- als die Hauptkamera. Und da Xiaomi in Indien inzwischen Marktführer ist und das Land auch in absoluten Zahlen einen guten Teil des Umsatzes ausmacht, lohnen sich solche Modelle in der Mittelklasse. Schon seit dem Redmi Note 5 überzeugen die Selfies in Xiaomis Mittelklasse und befinden sich auf einem sehr hohen Level. Ein anderer Faktor ist im indischen Markt das Preis-Leistungs-Verhältnis, weshalb auch das Pocophone F1 für Indien entworfen wurde.

Das Redmi Y3 wäre damit nicht das erste Smartphone mit 32MP Selfiecam, denn auch ZTE hat ein neues Smartphone angekündigt. Das ZTE Blade V10, der Nachfolger des Blade 9, kommt ebenfalls mit dem hochauflösenden Sensor und auch dort verspricht man starke Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. In ganz anderen Preisregionen finden sich noch das Huawei P30 und P30 Pro mit einer 32MP-Selfiecam.

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Nun aber zum neuen Kamerasensor: Zum Einsatz kommt der ISOCELL Bright GD1 Sensor, der in einer U-förmigen Notch auf der Front untergebracht ist. Dieser hat eine Blendenöffnung von f/2.25 und 0.8μm große Pixel. Die Frontkamera arbeitet mit Pixel Binning, so werden aus den 32 Megapixel immer 4 zu einem zusammengesetzt und man bekommt ein 8MP großes Selfie. Dies bringt Vorteile bei schlechter Beleuchtung, da mehr Licht eingefangen werden kann. Ebenfalls neu ist AI Beautify 4.0 – also automatische Gesichtsverschönerung – die aufgrund von Geschlecht, Alter und Gesichtszügen das Gesicht automatisch verschönert. Kommt bei uns weniger zum Einsatz, funktioniert aber vor allem bei Asiaten, und nun auch Indern, ziemlich gut. Zu guter Letzt sollen auch Gruppenselfies besser gelingen: die Kamera nimmt mehrere Ultraweitbilder mit 80 Grad auf und wählt automatisch das Beste aus.

Bei der Hauptkamera setzt man auf die Lösung aus dem Redmi 7, aus einem 12MP Hauptsensor und 2MP Sensor für Bokehshots, wo ihr euch die Testbilder im Testbericht anschauen könnt. Für ein 130€ hat uns hier die Bildqualität überzeugt und alternativ steht auch noch der Google Camera Mod für das Redmi 7 und auch bald für das Redmi Y3 bereit.

Ausstattung – identische Hardware

Redmi Y3 vorgestellt 6Im Redmi Y3 kommt ebenfalls der Snapdragon 632 Octa Core zum Einsatz. Dieser ist etwas schwächer als der alte Snapdragon 636, aber auch spürbar stärker als der Vorgänger SD625. In der Praxis wird man unter MIUI gut mit dem Redmi Y3 zurechtkommen. Für aufwendige 3D Games ist man mit der Adreno 506 aber nicht gewappnet.

Beim Speicher hat man die Wahl zwischen 3GB Arbeitsspeicher und 32GB Systemspeicherplatz, die mit 9999 Rupien circa 128€ zu Buche schlagen. Die Version mit mehr Speicher, 4GB RAM + 64GB Speicher, kostet 11999 indische Rupien circa 153€. Das Redmi 7 hingegen kommt mit maximal 3+32GB. Ansonsten findet man wie gewohnt MIUI 10 auf Android 9 Basis vor.

Auch bei den unterstützten LTE Frequenzen zeigt sich ein freudiges Bild – falls man das Redmi Y3 ja doch irgendwie bekommt – denn alle wichtigen Bänder sind freigegeben:

  • WCDMA:B1, B2, B4,B5, B8
  • TDD-LTE: B38, B40 / FDD-LTE: B1, B2, B3, B4, B5, B7, B8, B20, B28,

Redmi Y3 vorgestellt 7Ansonsten kommt das Redmi Y3 mit Bluetooth 4.2, Wifi im n-Standard, Navigation über GPS, Galileo und GLONASS, IR-Baster als Fernbedienungsersatz sowie einem Fingerabdrucksensor hinten bzw. „AI“ Face Unlock vorne. Der Akku misst auch hier 4000mAh, was in Kombinatio mit dem sparsamen Display und niedriger auflösendem Display für eine lange Akkulaufzeit von 9:45 im Battery Benchmark reicht. Geladen wird allerdings mit maximal 10 Watt (5V / 2A), was zweieinhalb Stunden dauert.

Redmi Y3 in der Rangordnung

Die Redmi Y-Handys waren stets für den indischen Markt gedacht, allerdings waren sie auch bei uns bzw. in China unter anderem Namen erhältlich:

  • Redmi Y1 und Y1 Lite: hinter dem Code verbargen sich das Redmi Note 5a und Redmi Note 5a Prime
  • Redmi Y2: stand in Indien für das Xiaomi Redmi S2, das ein Redmi 5 Plus mit Gewichtung auf der Kameraperformance war
  • Redmi Y3 ist derzeit in Indien eine Alternative zum dortigen Redmi Note 7, das ebenfalls 9999 Rupien kostet mit 3/32GB

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In Indien gibt es vom Redmi Note 7 zwei Modelle: das Redmi Note 7 mit schwächerer 12MP Kamera – etwas oberhalb des Redmi 7 – und das Redmi Note 7 Pro mit besserem 48MP-Sensor und Snapdragon 660. Darunter folgt noch das Redmi 7 in Indien, das 7999 Rupien ca. 102€ kostet. Auch wenn das nach einer viel zu großen Auswahl an Mittelklasse Geräten für Indien aussieht, macht es Sinn: dort kauft man mit viel höherer Gewichtung auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis und was für das eigene Nutzungsverhalten am besten ist. Und klar, die Kaufkraft ist generell niedriger.

Unsere Einschätzung

Wann erfolgt die Ankündigung der Global Version oder wird dies überhaupt geschehen? Bisher wurde das Redmi Y3 auch nicht für China vorgestellt – mit einer Global Version sollte man nicht rechnen. Wir können uns gut einen Nachfolger für das Redmi Y2 / S2 vorstellen. Nur hierzulande würde es gegenüber einem Redmi Note 7 ziemlich untergehen. Und wie schon geschrieben: der Import aus Indien ist recht schwierig. Aber Xiaomi bzw. Redmi hat anscheinend mit dem Redmi Note 7 eine profitable Basis geschaffen, die sich wunderbar skalieren lässt – mehr Modelle, die verschiedene Käufer ansprechen.

Gespannt sind wir auf die Bildqualität der Frontkamera, aber die ersten Videoreviews fallen ziemlich positiv aus. Ansonsten bietet das Redmi Y3 keine nennenswerten Vorteile, die es vom Redmi 7 abheben.

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